Tue 23 Oct 2007
48 Stunden – Alles ist relativ-
Posted by admin under Business
[3] Comments
Alles ist relativ. Anscheindend auch die Wahrnehmung von Zeit in unterschiedlichen Banken. Ich habe in chinesischen und auch bei einer gewissen Bank in Hong Kong die Erfahrung gemacht, dass E-Mail Anfragen entweder gar nicht oder vor allem nicht innerhalb der versprochenen 48 Stunden beantwortet werden.
Bei unserer chinesischen Hausbank ist es überhaupt grundsätzlich so, dass auch die Wahrnehmung von Kunden relativ ist. Ausländische Kunden werden zum Beispiel oft nicht als Kunde sondern als Ärgernis, welches den gemütlichen Tagesablauf stört, wahrgenommen.
Das hat nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun sondern einfach mit der Tatsache, dass Ausländische Kunden manchmal Probleme stellen, die die Bankangestellten nicht unbedingt gewöhnt sind, z.B. wollen sie plötzlich Geld auf Privatkonten ins Ausland überweisen (was nach den AGB unserer Bank nicht gehen soll) oder mit Kreditkarte am Schalter Geld abheben, obwohl keine Geheimnummer bekannt ist (eine Praktikantin musste dann extra zur Zentrale der Bank of China in Peking) usw.
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[...] Kim schreibt über die Problemchen als ausländischer Bankkunde in China (Kommentar eins ist auch ganz witzig) [...]
Ich kann die Nervosität der Bankangestellten verstehen, wenn ich als offensichtlicher Ausländer ihre Geld-Hallen betrete. Die bange Frage, ob dieser Ausländer des Chinesischen mächtig ist, und die Gewissheit um die eigenen, mehr als mangelhaften Englisch Kenntnisse, treibt die vermeintlich Betroffenen Dienstleister in Schweißausbrüche und irritierende Blicke in jede Richtung, nur nicht in die meinige. Ich nehme der Situation meistens die Schärfe durch mein offenes, naives Lächeln. Trotz meiner, wie bereits erahnten, mangelhaften Chinesisch Kenntnisse, komme ich mit meinem Gegenüber mit ein paar englischen Worten und eindeutigen Handzeichen zu dem gewollten Ergebnis.
Hier ist zwar nicht das Land des Lächelns, aber hier hilft lächeln durchaus weiter.
Diese Situation kenne ich auch. Erst wartet man mit der gezogenen Nummer brav in der Halle und wenn man dann dran kommt, rennt die Schalterangestellte erst mal weg. Zurück mit einer Gehilfin, die “besser” Englisch kann, wird dann mein Anliegen bearbeitet, so kommt es, das man zum Umtauschen von Euro-Bargeld (egal welche Summe) schon mal eine knappe Stunde braucht und danach bestimmt (ich habe sie noch nie gezählt) 15x irgendwelche Dokumente unterschrieben hat. Man gewöhnt sich aber mittlerweile dran, ist übrigens interessant, was sich da manchmal abspielt, Zeit genug zum Beobachten hat man ja schließlich