Wed 19 Nov 2008
Das Auftreten der Ausländer in China
Posted by Holly under China Allgemein, Erlebnisse in China
[3] Comments
„Die sind ja so dumm, die verstehen ja gar nichts. Nicken nur, kucken dumm, grinsen und bekommen ihre Aufgaben nicht gebacken. Die haben nix drauf, ohne uns würde der Laden hier zusammenbrechen.“
So oder so ähnlich hört es sich oft an, wenn man mit so genannten “Expats” redet. “Expats” oder auch “Expatriat” sind die Entsendeten aus anderen Ländern, die ihre Firmen hier in China voranbringen sollen. Allerdings frage ich mich manchmal, mit welch einer Selbstgefälligkeit diese Leute hier auftreten. Sie tun so, als geht ohne sie gar nichts. Und da die Firma ja die Wohnung und ein ordentliches Gehalt zahlt, treten sie auch oft wie Graf Koks persönlich auf. Klar, viele von Ihnen sind mit 3.000, 5.000 oder noch mehr Euro Monatsgehalt hier wahrlich Könige – wenn man bedenkt, dass der chinesische Mindestlohn bei etwa 60 Euro liegt. Aber warum müssen sie immer genau so auftreten, wie der Chinese den Europäer in Stereotypen sieht? Laut, rechthaberisch, prahlerisch…! Und obwohl sie schon 2 Jahre in Beijing sind, sind sie natürlich viel zu beschäftigt, um die Sprache zu lernen. Warum auch? Die meisten Chinesen peilen ja eh nix (Zitat “die verstehen mich einfach nicht” -> warum ist niemand selbstkritisch und sagt “ich verstehe die nicht”), und für notwendige Übersetzungen findet sich immer irgendwo eine hübsche Mitarbeiterin.
Außerdem, die meisten im Büro reden ja sowie so Englisch (wobei betont wird, wie schlecht deren Englisch ist), und überhaupt ist Chinesisch eh viel zu schwer zu lernen. Auch hat man für die notwendigen Fahrwege zwischen den Kneipenvierteln Sanlitun oder dem Houhai oder sonstigen Sehenswürdigkeiten Visitenkarten, welche dem Taxifahrer unter die Nase gehalten werden. Oder man nutzt den firmeneigenen Fahrer, denn in Bus und Bahn ist es ja zu voll und stressig. Außerdem stinkt es da. Deshalb lieber Auto fahren, aber im nächsten Atemzug über die Drecksluft in Peking fluchen.
So oder so ein ähnliches Verhalten legen leider viele an den Tag. Ich frage mich oft, weshalb solche Leute eigentlich entsendet werden? Menschen, welche in ihren Heimatländern doch von Ausländern auch eine Anpassung an die Sitten des Landes fordern. Welche auch wollen, dass Zugezogene ihre Sprache lernen. Warum nicht umgekehrt auch hier in China? Und warum sind so wenige bereit, ihre aus dem Westen erprobten Managementwerkzeuge mal etwas zu ändern, um vielleicht auch besser mit chinesischen Mitarbeitern zu arbeiten. Sicher, um Erfolg zu haben müssen beide Seiten aufeinander zugehen, und das tun manche Chinesen auch nicht. Aber die Mehrheit ist besser, als ihr Ruf. Allerdings wollen das einige Westler nicht sehen.
Leo.
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Zur Person: männlich, älter als 50 Jahre.
Geschäftsreisen: 2-mal in China
Aufgabe: Know-how transfer
Aufgabe wie folgt angegangen:
1. Besuch klären, was ist notwendig um die Aufgabe zu lösen.
2. Besuch notwendiges klären (aus meiner Sicht)
zu 1: Chinesische Sitten und Gebräuche erkennen, fängt mit Stäbchen essen an und hört auf wer wann am Tisch oder bei sonstigen Gelegenheiten was sagen kann (zumindest auf Geschäftsebene), lernen wie chinesische Sprache und Schriftzeichen sich erklären lassen, ausprechen, bedeuten usw. (habe mit Guten Tag/hallo und bitte/danke angefangen)
zu 2: umfaßt auch die sozialen Strukturen, die Arbeitsabläufe
Meinung: meist hilft Humor (von nonverbal bis Sprache) um “kritische” Situationen von beiden Seiten zu entschärfen
soweit zu meinen Situationsbericht, ich unterscheide stark zwischen den Personen, denen ich begegnet bin, freundlich und unfreundlich gibt es sowohl im Westen wie im Osten Europas als auch Chinas! Die Basis Zusammenarbeit ergibt sich erst, wenn beide Seiten Vertrauen gefasst haben.
Schönen Tag noch!
Hallo Emil,
ich unterstütze es vollkommen, was du schreibst. Insbesondere Humor ist wichtig – und vor allem mal über sich selber lachen. Um richtig Vertrauen aufzubauen dauert es – wie fast überall auf der Welt – allerdings eine Weile.
Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass Menschen, die nicht permanent hier sind, sondern nur ab und zu für Termine rüberkommen, meist sich mehr Gedanken machen als jemand, der hier für 2 bis 3 Jahre arbeitet.
Allerdings war mein Beitrag nicht so gemeint, dass sich alle Ausländer hier so verhalten. Aber selbst 10% wären schon zu viel, wobei ich meine, dass die Zahl eher höher ist.
Gibt es noch mehr Meinungen?
Gruß, Leo.
Ich stimme Leo zu. Im übrigen war es schon immer so das sich die Ausländer welche nach China gegangen sind meist selbst in einem goldenen Käfig eingesperrt haben. Dazu gibt es Missionarsberichte von vor 1900 und auch zahlreiche Quellen aus den letzten 100 Jahren die das belegen. Ähnliche Phänomene gibt es ja auch in Deutschland.
Allerdings tun mir diese Leute Leid, weil sie kein Leben führen sondern sich und ihr Umfeld mit Oberflächlichen Launen Tyrannisieren. In Ihnen quillt eine enorme Armut und Frustration. Sie sprechen die Sprache nicht, haben keine Chance in die Kultur einzudringen, sind alleine und haben fast keine Freunde. Sie kennen nur andere Ausländer die wie sie selbst sind. Abends trifft man sich dann im Shangrila Hotel an der Bar, trinkt ein(ig)en und pflegt seine Vorurteile gegenüber den Dummen Chinesen. So geht das weiter und weiter. Keine Veränderung in Sicht. Wenn solche Leute über 35 sind und nach einigen Jahren wieder nachhause kommen sind sie ziehmlich fertig und kommen Beruflich und Privat nicht mehr zurecht. Ihnen fehlt dann der bezahlbare Luxus und sie werden im Beruf wieder stärker nach Leistung beurteilt. Zuhause hat sich vieles verändert und es gibt niemanden der sie versteht. Hat man einmal so einen Weg eingeschlagen ist es meist für Selbstkritik zu spät. Diese Leute verstehen ja in Wirklichkeit gar nicht was ihre Entscheidungen im Alltag der Leute auslösen und wundern sich über das Merkwürdige und scheinbare unkompetente verhalten einiger Chinesen. Das führt zu Mißerfolg und der hat in ihrer Scheinwelt keinen Platz. Sie verhalten sich dann Arrogant und überheblich, weil sie die Wahrheit nicht mehr ertragen können. Ich habe einige dieser Kreaturen im Laufe der Zeit kennengelernt. Man verzeihe mir diesen Begriff, doch am Ende waren es nur noch Kreaturen. Denn es waren am Ende Trinker und Leute mit kaputten Familien. Wenn man jemals in eine Firma kommt, wo solche Leute mit Entscheidungsgewalt ausgestattet sind dann gibt es nur zwei Möglichkeiten. Erstens sie Fachlich und Moralisch konsequent zu kippen oder zweitens sofort die Firma zu verlassen. Gruß Joe