Friday, May 8th, 2009


Heute hat mich Jim (siehe Artikel von gestern) angerufen. Er m�chte sich Star Trek in Seoul noch einmal anschauen. Nochmal im Megabox aber Abends, da er geh�rt hat, dass der Film abends in einem gr��eren Kinosaal gezeigt wird, ich soll ihm die Karten besorgen, da er seine Gesch�ftspartner nicht noch einmal bel�stigen m�chte. Ich habe nachgefragt, denn normalerweise hat man bei Besuchen in Korea ja volles Programm. W�hrend man z.B. versucht, in Deutschland ausl�ndischen Delegationen auch mal Ruhe zu geben (Delegationen aus vielen asiatischen L�ndern empfinden dies dann oft als Vernachl�ssigung und sind beleidigt), k�mmern sich nach meiner Erfahrung die Gesch�ftspartner in Korea und auch in China 24/7 um ihre Besucher.

Es kam raus: Jim hat vor, Kopfschmerzen vorzut�uschen und sich abends mit mir zu treffen. Eigentlich st�nde ein Abendessen auf dem Programm, aber das Gesch�ftliche w�rde am Nachmittag geregelt. Hier liegt Jim logischerweise falsch. Er sollte auf jeden Fall die Gelegenheit nutzen, seine Gesch�ftspartner n�her kennenzulernen und eine pers�nliche Beziehung aufzubauen und nat�rlich geh�ren in den meisten asiatischen L�ndern private Aktivit�ten auch zum Business.

Au�erdem glaube ich nicht, dass ein normaler Mensch auf den Gedanken kommen w�rde, ein Gesch�ftsessen mit westlichen Partnern abzusagen, Jim nimmt die Gesch�ftspartner in Korea wahrscheinlich einfach nicht ernst genug, ich frage mich oft, ob bei so einem Verhalten nicht doch einfach ein latent vorhandener, unterdr�ckter Rassismus vorliegt. Mit kulturellen Missverst�ndnissen hat das auf jeden Fall nichts zu tun – oder Star Trek Fans ticken einfach anders.

China zeigt der Welt mal wieder, wie “effektiv” ein autorit�rer Staat Probleme l�st. Die Schweinegrippe wird dort ziemlich rigoros bek�mpft, manch einer wirft China eine �berreaktion vor. Masken sind vor allem in China mal wieder ein Verkaufsschlager (wenn sie wegen des Smogs in den Gro�st�dten nicht sowieso getragen werden).

Die ersten Schlagzeilen machte China, als es� Mexikaner festhielt und vorsorglich in einem Krankenhaus unter Quarant�ne hielt, auch wenn die Mexikaner keine Symptome zeigten. Als kleine Revanche auf diese “Diskriminierung” hatte Mexiko dann wiederum 98 Chinesen in Mexiko festgehalten. Inzwischen durften sowohl die Mexikaner als auch die Chinesen in ihre Heimat zur�ckkehren. Schweinefleisch aus Mexiko wird inzwischen von mehreren Staaten boykottiert, darunter auch China.

Die neueste Nachricht sind jetzt striktere Visa-Regelungen f�r die USA. Die USA hat mit �ber 400 F�llen nach Mexiko die h�chste Zahl von Schweinegrippe-Infektionen. Als Reaktion hat China jetzt alle Express-Regelungen ausgesetzt, die Bearbeitung wird jetzt 6 Werktage beanspruchen, au�erdem m�ssen US-B�rger, die ein Visum beantragen, angeben, welche L�ndern und US-Bundesstaaten sie besucht haben.� Es kann gut sein, dass diese Regelungen bis zum 60. Jahrestag der Gr�ndung der VR China in Kraft bleiben, immerhin werden aus Angst vor Protesten die Visaregelungen wieder versch�rft.