Nepper,Schlepper, Bauernfänger


Ich habe vorhin mit dem Betreiber eines Internetshops gechattet. Er klagt darüber, dass viele Kunden einfach nicht zahlen und es wohl beim Kauf des Produktes schon nicht vorhatten. Der Dialog ging ungefähr so:

Shopbetreiber: Oh mann muss schon wieder Strafanzeigen schreiben.

Ich: Bringen die eigentlich was?

Shopbetreiber: Keine Ahnung.

Ich: Was wird darauf eigentlich gemacht?

Shopbetreiber: Ich krieg ein Aktenzeichen zugeschickt. Mehr weiß ich nicht.

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Unter

http://www.thepencilfarm.com/blog/2008/02/snow_day_at_the_beijing_olympi.html

schreibt der Grafikdesigner Cadin Batrack dass sich auf der Fun-Seite der Offiziellen Webseite der Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking ein Plagiat seines Flash-Games Snow-Games befunden habe.

Auf den ersten Eindruck von den Screenshots auf dem Blog von Cadin Batrack sieht es zumindest so aus als habe der Hersteller des Spiels für den Betreiber der Webseite der Sommerspiele 2008 gehörig abgekupfert. Beim “Hersteller” handelt es sich nach Recherchen von Batrack um Sohu.com.

Nach einem Bericht des Sidney Morning Herald sollen auch andere Flash-Games auf der offiziellen Webseite der Olympischen Spiele 2008 an andere bekannte Flash-Games erinnern.

Eigentlich eine ziemliche Blamage für eine Organisation die doch selbst so sehr auf den Schutz ihrer Markenrechte pocht.

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So, die Verlängerung der polizeilichen Registrierung habe ich gemacht. Anscheinend hat sich doch nicht so viel geändert. Ausländer benötigen die Bestätigung, dass man wirklich in der Wohnung wohnt, nur einmal (证明信). Das bedeutet, die nächste Verlängerung kann ich wieder selbst machen (wenn die Regelung bis dahin nicht wieder geändert wird).

Jetzt steht erstmal die Zusammenstellung eines Care-Packets aus Deutschland an:

1) Schokolade
2) Schokolade
3) Schokolade
4) Lebkuchen (gibts den jetzt schon?)
5) Noch mehr Schokolade

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Ich habe ja vor kurzem über den Betrugsfall mit einer China billige Digitalkamera”>billigen Digitalkamera berichtet.

Im folgenden Beitrag auf Alibaba.com gibt es einige nützliche Hinweise, wie man Betrug durch “Lieferanten” in China erkennt:

http://resources.alibaba.com/article/157657/Tips_for_buyers_to_avoid_being_defrauded.htm

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Was macht man, wenn der Vermieter Steuern sparen will? Mein Vermieter ist wohl für die nächsten Tage nicht gut auf mich zu sprechen, da ich auf eine Quitting für die Miete bestand.

Die Vorgeschichte:

Beim Einzug in die Wohnung hatten wir natürlich für die polizeiliche Anmeldung alles ordentlich abwickeln müssen, da der Vermieter mit zur Polizeistation gehen und die Bescheinigung vorweisen musste, dass er Steuern bezahlt hatte. Anschließend bekam ich meine Aufenthaltsgenehmigung (Temporary Residence Permit).

Die Verlängerungen der “Temporary Residence Permit” (临时住宿登记表) konnte ich dann immer ohne Vermieter machen.

Jetzt wurden anscheinend die Regeln bei der Behörde geändert. Ich benötigte dieses mal für die Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung eine Bestätigung, dass ich auch wirklich in der Wohnung wohne (证明信) . Klar, dass das dem Vermieter nicht passt. Für diese Bestätigung muss er bei der Verwaltung sowohl Mietvertrag als auch die Steuerbescheinigung vorlegen (ist wohl auch der eigentliche Sinn der neuen Regelung).

Das bedeutet, viele Vermieter, die bisher nur beim Einzug eines Mieters die Steuern bezahlt haben (es sind 5 Prozent) werden jetzt quasi dazu gezwungen, auch bei Vertragsverlängerungen Steuern auf die Mieteinkünfte zu zahlen, selbst wenn der Mieter keine offizielle Rechnung für die Miete benötigt.

P.S.: Die Miete kann man als Arbeitnehmer übrigens von der Steuer absetzen, also immer eine Quitting (发票 = fa piao) verlangen.

Hier einige Sachen, die man beim Einzug in eine Wohnung beachten sollte:

  • Gefälschter Mietvertrag. Dies ist ein beliebter Steuerspartrick. Man hat einen “normalen” Mietvertrag mit dem Vermieter und einen, der dann nur für die Abrechnung der Steuer verwendet wird. Der Mietvertrag für die Steuerbehörde ist natürlich so niedrig wie möglich angesetzt. Auf so etwas sollte man sich auf keinen Fal einlassen.
  • Vor allem, wenn man in China arbeitet immer eine Quittung verlangen, da man die Miete von der Steuer absetzen kann
  • Den Mietvertrag immer genau durchlesen und sich dafür auch Zeit einräumen lassen. Wirklich jedes Möbelstück in einer möblilierten Wohnung überprüfen. Nicht aus Höflichkeit dem Vermieter zuviel Vertrauen schenken. Außerdem sollte natürlich im Mietvertrag genau geklärt sein, wer welche laufenden Kosten bezahlt (Heizung, Wasser …).
  • Wer auf Internet angewiesen ist sollte vor dem Einzug schon überprüfen, welche Anschlußmöglichkeiten es in der Wohnung gibt.
  • Sich eine Kopie des “Property certificate” geben lassen, also den Beweis, dass der Vermieter auch Eigentümer der Wohnung ist.
  • Beim Auszug auf die Rückzahlung der Kaution bestehen. Spätestens beim Auszug muss man sich nicht mehr so um eine gute Beziehung zum Vermieter kümmern. Auf keinen Fall einschüchtern lassen wegen irgendwelcher angeblicher Reparaturen. Die sind in China extrem billig und meist nur vorgeschoben. Eine Möglichkeit ist, die Kaution “abzuwohnen”, d.h. einfach länger in der Wohnung zu bleiben. Fast alle Vermieter werden irgendwie versuchen, die Kaution einzubehalten.
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Es ist doch überraschend, wie klein die Welt derjenigen ist, die mit China zu tun haben und wie man sich wiedertrifft.

Neulich bekam ich wieder mal einen Anruf eines deutschen Händlers. Ein nettes Gespräch, er wollte Produkte in China einkaufen und von uns ein paar Adressen von Lieferanten. Als ihm klar wurde, dass ich mir die Adressen nicht mal kurz aus dem Ärmel schütteln kann und das ganze Geld kostet, wollte er lieber selbst in die Hand nehmen. Ist ja klar, dass ich nicht gegen eine Provision nur im Erfolgsfall arbeiten kann.

Gestern hat mir ein Bekannter erzählt, dass derselbe Händler (der Name klang zumindest ähnlich) auch bei ihm angerufen hat – allerdings ging es diesesmal um eine Recherche, ob eine gewisse Firma, an die er einen Vorschuß gezahlt hatte, auch wirklich existiere. In dem Fall hat der Händler allerdings Glück gehabt. Die Firma hatte ihren Sitz in Peking und sie gab es tatsächlich. Die Nachforschungen ergaben, dass die Probleme (nur eine kurze Lieferverzögerung) nicht vorgetäuscht waren.

Trotzdem fand ich es bemerkenswert, dass der Händler die erste Lieferung zu 100% im Vorraus bezahlt hatte.

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Man sollte sich vor billigen Schnäppchen aus China hüten – vor allem wenn das Schnäppchen, in dem Fall eine Kamera nur 1/3 des normalen Kaufpreises kostet. Und was ich immer wieder betone – eine gut aufgemachte Webseite und ein “professioneller” Kundenservice per Email (oder wie in diesem Fall Skype) ist kein Beweis für Seriosität – höchstens für Professionalität – und Betrüger gehen inzwischen sehr professionell vor.

Ein Bekannter kam mit einem leider sehr gängigen Problem zu mir. Sein Geschäftspartner hat in China online eine Kamera bestellt – klar, bei einem Schnäppchen (400 Euro anstatt 1200 Euro) muss man zuschlagen. Der Kontakt war schnell hergestellt, die Webseite sah seriös aus, der Händler hatte auf seiner Webseite eine Addresse im World-Trade Center in Peking angegeben – renommierter gehts kaum. Die “Beratung” auf Skype war sehr seriös – und die 400 Euro sehr schnell nach China überwiesen.

Dann kam die Nachricht, die Kamera sei in China beim Zoll, man müsste noch einmal 200 Euro Steuern zahlen, auf das gleiche Konto. Leider könne man keine Bestätigung senden, dass das Paket abgeschickt sei. Tracking Number? Die sei vom Zoll für ungültig erklärt worden.
Einen Freund vorbeischicken? Kein Problem, den würde man abholen und dann zur Firma bringen – nach Treffpunkt oder Telefonnummer wurde gar nicht mehr gefragt.

Es ist wohl überflüssig zu sagen, dass die Firma nicht existiert, die Webseite hat inzwischen keine Adresse mehr angegeben. Das Geld kann sich der Schnäppchenjäger wohl abschminken.

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Es ist ja schon öfters vorgekommen, dass ein Kunde eine Webseite wollte und wir bei der Suche nach Namen feststellen mussten, dass der Firmenname bereits mit der Domainendung “de” registriert war, bei größeren Firmen auch alle anderen gängigen Domainendungen.

Oft handelt es sich dabei um sogenannte “Cybersquatter” die Domainnamen von berühmten Persönlichkeiten oder Unternehmen registrieren, um sie dann zu verkaufen.

Inzwischen hat man in Deutschland als Betroffener recht gute Chancen, Domaingrabber und Cybersquatter zur Herausgabe der Domain zu zwingen, wenn man nachweisen kann, dass man berechtigtes Interesse hat, diese Domain zu verwenden.

Die IHK Heilbronn weist jetzt in ihrem Newsletter darauf hin, dass “betrügerische” chinesische Unternehmen immer öfter die cn-Domain von ausländischen Firmen registrieren und diese dann anschreiben. Gleichzeitig empfiehlt sie aber auch, diese Betrüger quasi zu unterstützen, in dem man über die “German Industry and Commerce” an die Cybersquatter herantritt und die entsprechende Domain abkauft. Gut, das ist wohl auf jeden Fall besser, als auf solche Emails direkt zu antworten (wenn man vom Domaingrabber direkt angeschrieben wird) oder mit dem Domaingrabber direkt zu verhandeln.

Ich hätte aber einen grundsätzlich besseren Vorschlag: Große Unternehmen haben sowieso genug Geld, die können in China entweder klagen oder bei der CIETAC die Herausgabe der Domain beantragen. Das ist schon aus Prinzip besser, als Cybersquatter zu unterstützen und in ihrem Geschäft zu bestärken

Für kleine und mittelständische Unternehmen habe ich einen noch besseren Tip: Einfach ignorieren. Entweder auf einen anderen Namen (z.B. in Kombination mit dem Landesnamen) ausweichen oder eine andere Domainendung wählen. Es gibt eigentlich für ein kleines oder mittelständisches Unternehmen kaum einen vernünftigen Grund, sich auf einen Domainnamen festzulegen oder auf eine Ländesendung.

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China Mercedes”>China Mercedes

Mit der Präsentation der R-Klasse (Rikscha-Klasse), das erste Fahrzeug der Welt AG, das ausschließlich für den chinesischen Markt produziert werden soll, wollte der Weltkonzern den chinesischen Automarkt aufmischen.
Die R-Klasse vereint westliches Know-how mit traditionellem chinesischem Fahrzeugbau.
Die R-Klasse löste im Management der ehemaligen Welt -AG ein China-Euphorie aus:

“Mit der neuen R-Klasse werden wir den chinesischen Markt im Sturm erobern. Unsere Designer haben einen wirklichen chinesischen Volks-Mercedes geschaffen, der einen völlig neuen Kundenkreis im Reich der Mitte erschließt”.
Unbekannter Manager der Daimler AG

Trotz zahlreicher Warnungen wird die R-Klasse gemeinsam mit einem chinesischem Partner in einem Jointventure produziert:

“Auf unseren Partner lasse ich nichts kommen. Er bringt die Produktionsanlagen und Arbeiter, wir das Know-how und das Geld, wie es von uns westlichen Unternehmen erwartet wird.”
Unbekannter Manager der Daimler AG

Erste Kopie der R-Klasse in Peking entdeckt

Allerdings gibt es auch Rückschläge bei dem neuen Projekt. Bevor überhaupt das erste Fahrzeug der R-Klasse vom Band fuhr gab es Gerüchte über ein chinesisches Unternehmen gleich um die Ecke, das angeblich eine eigene R-Klasse produzieren wollte. Eine erste Kopie der R-Klasse wurde jetzt in Peking entdeckt. Es handelt sich angeblich um einen Prototypen des Produktfälschers um die Ecke, der das neue Fahrzeug erst im Einsatz testen wollte.

Der Chef des Produktfälschers um die Ecke, ein gewisser Mr. Wang war nur für eine schriftliche Stellungnahme erreichbar:
“Alle unsere Produkte sind made in China. Sowohl Preis als auch Qualität sind chinesisch.”

Erste Ermittlungsergebnisse

Detektive, die vom Welt-Konzern angestellt wurden, fanden inzwischen heraus, dass über die Hälfte der Belegschaft die Tagschicht im Jointventure, die Nachtschicht beim Produktfälscher um die Ecke verbringt.
Da sowohl Abendessen als auch das Frühstück vom ausländischen Jointventure bezahlt würden, könne der Produktfälscher um die Ecke erhebliche Produktionskosten einspaaren und sich so einen zusätzlichen Wettbewerbsvorteil verschaffen.
Der chinesische Chef des Jointventures, ebenfallsein gewisser Mister Wang, denkt, es habe keinen Zweck, gerichtliche Schritte gegen den Produktfälscher um die Ecke einzuleiten:
“Das ist China. Chinesen lernen eben schnell. Am besten ist, wenn wir die R-Klasse schnell technisch weiterentwickeln und die Kunden durch Qualität überzeugen. Wir arbeiten bereits an der R2-Klasse.”

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