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Es geh um Fußballl. Für China scheint es völlig klar zu sein, dass der Fußball aus China kommt. Wie ich auf das Thema komme?

Gestern habe ich den Film “Red Cliff” gesehen. Red Cliff ist ein chinesischer Kassenschlager, der in China sogar den Film Titanic übertrumpft hat. Bei einem Budget von 80 Millionen Dollar hat er immerhin 128 Millionen eingespielt, obwohl er nicht in westliche Kinos kam.

In dem Film von John Woo geht es um die berühmte Schlacht am Roten Felsen (赤壁之戰) im Jahr 208. Diese Schlacht wird auch im berühmten Buch “Die drei Reiche” (三國演義) beschrieben.

Am meisten Aufsehen (und eine Lachsalve) bei uns erzeugte die Szene, in der Soldaten aus Cao Caos Heer tatsächlich Fussball spielen. Cao Cao wurde  in dem Film von einem Berater sogar gelobt, da dieser neue Sport die Kraft der Soldaten stärke.

Nach den Spaghetti also ein weitere Streitpunkt um ein westliches (oder östliches?) Kulturgut.

Ich habe nach diesem Angriff auf den englischen Fußball auf jeden Fall beschlossen, ab heute die These zu verteidigen, dass Nudeln aus Italien kommen. Das werde ich in Zukunft vehement tun.

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Da ich schon länger nichts mehr gepostet habe, aus aktuellem Anlass mal wieder etwas unter “chinesisch lernen”.

4:1 gegen England, nette Rache für Wembley 1966:

Ein paar nützliche Vokabeln, um das fälschlicherweise gegebene Tor von 1966 auf chinesisch zu erklären:

Wembley – 温布利

Fussball – 足球

Schiedsreichter – 裁判员

England - 英国

Großer Klassiker – 十大经典决赛

Wir wollen Rache für 1966 – 我们要为1966复仇

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…ist ja eine Institution in der Sportschau. Auch in China, auf CCTV 5, gibt es so etwas. Allerdings habe ich das Gefühl, dass nur Tore ausländischer Ligen gezeigt werden. Die eingeblendete Übersetzung lautet “Hero of the week”, und zeigt nicht nur einzelne Tore, sondern herausragende Spieler. Meist werden ein paar Szenen gezeigt. Dieses Mal war auch Vedad Ibisevic dabei, welcher ja die Bundesliga mit 16 Toren anführt. Ich frage mich, und werde dieses auch mal meine chinesischen Fußballfreunde fragen, wie die es finden, dass ein Verein in einem Vorort mit 3.272 Einwohnern in der höchsten deutschen Spielklasse mitmischt. Der Ort ist so klein, der geht ja hier in China kaum als Dorf durch. Wenn ich mal vergleiche: unser Hochhaus hat 25 Stockwerke, in jedem 4 Wohnungen. Wenn in jeder im Schnitt 3 Leute wohnen, sind das je Haus 300 Einwohner. Wir haben 15 Hochhäuser in diesem Abschnitt…bei Vollbelegung haben wir schon mehr Einwohner als Hoffenheim.

Aber zurück zum Thema. Nach “Hero of the week” kommt noch “zero of the week”, d.h. Schadenfreude in Person. Die dümmsten Fußballpatzer oder die größten Pechvögel werden gezeigt. An erster Stelle dieser Woche: Jens Lehmann vom VFB Stuttgart mit den Gegentreffern bei der 1:4 Niederlage in Wolfsburg. Zwar hat Lehmann nicht schlecht gehalten, aber bei 3 von 4 Toren hat er den Ball vorher heldenhaft abgeklatscht, gegrätscht oder vor die Brust schießen lassen…aber trotz Einsatz war der Ball drin. Solche Missgeschicke kommen hier gut an, das wird immer gerne gesehen. Eigentlich ein perfekter Markt für die Sendung “Pleiten, Pech und Pannen”…ich werde mal an CCTV schreiben.

Leo.

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…heißt es bei mir immer Sonntags. Da geht es zum Fußballspiel mit meinen chinesischen Freunden. Meist verstehe ich nicht viel, aber als Passgeber bin ich dort immer ein gefragter Mann. Im Vergleich zu Deutschland musste ich mich aber extrem umstellen. Der kleine Platz, auf dem man in Deutschland eher 5 gegen 5 spielen würde, wird hier 8 gegen 8 bevölkert. Außerdem ist Zielstrebigkeit hier nicht das Maß aller Dinge. Schüsse aus guten Positionen, schnelles Passspiel, umschalten von Abwehr auf Angriff…nee, hier wird lieber langsam gepasst, gedribbelt, zurückgespielt, noch mal gedribbelt, bis so viele Beine da sind, dass keiner mehr durchkommt. Aber das ist nicht so schlimm, Tore sind wohl nur zweitrangig. Aber schöne Passkombinationen sowie spektakuläre Missgeschicke wie Ball ins Gesicht schießen, stolpern, Ball über den Zaun hauen und Handspiel führen fast zu mehr Heiterkeit. Hand wird übrigens schon gepfiffen, wenn die Hand einfach nur den Ball berührt. D.h., wenn man Hand schützend vor das Gesicht oder den Schritt legt, und der Ball knallt da rein…dann ist das Handspiel.

Obwohl oft Torchancen im Sekundentakt vorhanden sind, versemmeln die Jungs einen nach dem anderen. Es ist teilweise unglaublich, manchmal glaube ich schon, die schießen aus Vorsatz vorbei. So blind kann man manchmal nicht sein.

Gekleidet ist man übrigens in europäischen Trikots. AC Mailand, Chelsea London sowie italienische, englische und deutsche Nationaltrikots geben den Ton an.
Ansonsten verausgaben sich die Jungs total. Auch wenn es sehr locker zugeht, es wird auch mal übel gegrätscht oder mit gestrecktem Bein in den Mann gegangen. Foul gepfiffen wird eigentlich nie.

In den Halbzeitpausen kommt es oft vor, dass die Jungs sich erst mal ne Fluppe anzünden – auch wenn sie schon aus dem letzten Loch pfeifen, und die Sonne mit 35 Grad brennt. Oft lümmelt der Torhüter auch noch mit Zigarette im Mund rum, obwohl das Spiel schon angepfiffen ist.

Anders als in Deutschland ist Bier aber tabu – weder in der Halbzeitpause, noch am Ende. Dann lieber noch eine rauchen.

Leo.

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