Am 3ten Ring, an der Kreuzung der Tuanjiehu U-Bahn, werden den vor der Ampel wartenden Autos oft Reklame angeboten. Häuser kaufen, neue Restaurants, Reisen, solche Zettel werden dort verteilt.

Gestern allerdings machte ein merkwürdiger Verkäufer auf sich aufmerksam: Der Mann hatte 3 Produkte zu verkaufen. Über den Schultern trug er eine Rolle mit einer sehr grossen chinesischen Landkarte. Über den Arm gehängt hatter er Ladekabel für Handys, welche an den Zigarrettenanzünder der Autos geschlossen werden können. Und in der Hand trug er…2 Schildkröten. So bewaffnet ging er von Auto zu Auto und versuchte, seine Produkte an den Mann zu bringen. Wir fragten uns wirklich, ob es jemand gibt, der an der Ampel eine Schildkröte kauft. Und wozu? Zum essen oder als Haustier? Diese Frage wurde uns nicht beantwortet, allerdings scheint der Mann auf eine Marktlücke gestoßen zu sein. Als wir ca. 1 Stunde später wieder vorbei fuhren, hatte er nur noch eine Schildkröte in der Hand…

Leo.

Heute Nachmittag hatten wir mal wieder viel Freude an der chinesischen Mentalität.  

Mit unserem Besuch (ja wir haben mal wieder Gäste aus Deutschland bei uns) gerade am Houhai See angekommen staunten wir nicht schlecht. Auf einer kleinen Brücke hatte sich ein kleiner Massenauflauf gebildet, der wie gebannt auf das Wasser starrte. Was war da los? 

Nachdem wir uns, natürlich nach alt chinesischer Tradition, vorgekämpft hatten, sahen wir das ganze Ausmaß. Unter der kleinen Rundbogenbrücke hatte sich ein kleiner Stau gebildet, indem einige Boote so miteinander verkeilt waren, dass es einfach kein vor und zurück mehr gab. Mit anderen Worten es gab kein Durchkommen mehr. Weder von der einen Seite noch von der anderen. Es war unglaublich. 

Wenn man jetzt denken würde, dass die hinteren Boote vielleicht mal zurückfahren würden, um den vorderen Booten etwas Platz zu verschaffen, dann hatte man sich aber geschnitten. Ganz im Gegenteil die Chinesen versuchten unterdessen eher nach vorne, statt nach hinten zu fahren. Getreu nach dem Motto: Ich bin jetzt hier und will da durch, komme was wolle. Keine Ahnung wie, aber irgendwie haben sie es dann alle hinbekommen, sich wieder zu entwirren.

Das war nicht der erste und auch nicht der letzte Stau an dieser Stelle, wie wir dann selber feststellen mussten, da wir ca. 40 min. später selber den Versuch unternommen haben mit anderen Chinesen zusammen unter der kleinen Brücke durchzufahren. Ich will mal so sagen, wir steckten dann ebenfalls ziemlich mitten drin. Nichts desto trotz, es war super schön. 

P.S. Für alle die es nicht wissen. Der Houhai See liegt ganz in der Nähe vom Drum and Bell Tower und wird von vielen kleinen süßen Hutongs umgeben. Hier gibt es viele Bars, Cafes und kleine Geschäfte. Ist wirklich ganz hübsch anzusehen.   

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