Neulich hatte ich ja schon einmal über die gestiegene Gewaltbereitschaft in SANLITUN berichtet. Seit neustem gibt es einen Fall, der die Ausländer hier in Peking noch mehr erschreckt. Und zwar wurde vor knapp 1 Woche ein Ausländer in SANLITUN überfallen. Von 2 bis 3 Männern und mit einem sogenannten “Taser”, einer Elektroschockpistole. Das Erschreckende für viele daran: Der Mann wurde nicht von Chinesen, sondern von Ausländern überfallen und beraubt. Das trifft die hier lebenden Ausländer an einer empfindlichen Stelle, den bislang lief man hier blind durch alle dunklen Gassen, weil 2 Glaubenssätze galten:
1.) Chinesen überfallen keine Ausländer, da dies
a.) gegen Kultur und Gastfreundschaft verstößt aber
b.) vielmehr damit zu tun hat, dass die chinesischen Gerichte Übergriffe auf Ausländer viel stärker ahnden als auf Einheimische
2.) In China/Beijing lebende Ausländer stellen auch keine Gefahr da (höchstens als betrunkene Raufbolde), da diese
a.) Entweder als Expats hier leben und im Geld schwimmen
b.) Seit langer Zeit in Peking sind und sich ein eigenes Business eröffnet haben (brauchen also auch kein Geld aus Ueberfällen)
c.) Als Praktikanten oder Studenten hier nur ein halbes Jahr sind und sich nicht auf Überfälle spezialisieren
d.) Generel fast alle hier lebenden Ausländer nicht aus den Schichten kommen, aus denen Gewalttäter öfters vermutet werden.
Dieser Glaubenssatz gilt nun nicht mehr. Ich bin gespannt, ob es zu weiteren Übergriffen kommt. Anscheinend hat auch die lokale Polizei schon Sorgen, denn die meisten chinesischen Polizisten streifen noch immer ohne Waffe (selbst ohne Schlagstock oder Handschellen) durch ihr Revier, da der Respekt gegenüber ihrem Amt noch existiert. Im Falle eines Zusammentreffens mit obiger Räuberbande würde ihnen das aber auch nicht mehr helfen.

Leo.

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