China Allgemein


Viele Ausländer legen sich chinesische Namen zu, wenn sie mit China zu tun haben, manche mehr oder weniger gelungen. Ich habe im Laufe der Zeit mehrere chinesische Namen erhalten – bewusst und unbewusst.  Mein erster war irgendwie zu philosophisch , 金希法.(Jin Xifa) und wurde mir vom Wohnheimleiter während meines Auslandsstudiums gegeben.

Der nächste Name war dann 小金 (kleines Gold oder vielleicht eher “Kleiner Kim”). Den erhielt ich während meiner Arbeit an der Uni. Ich fand erst im Laufe der Zeit heraus, dass mit Xiao Jin ich gemeint war, als mehr und mehr Chinesen im Büro anriefen und nach diesem ominösen Xiao Jin fragten.

Name Nr. 3 war dann 金志强 (Jin Zhiqiang), mit dem die meisten Chinesen aus meinem Bekanntenkreis zufrienden waren.

Jetzt kam im Rahmen einer Firmenregistrierung Name Nr 4. zustande 克姆 斯奇佛.Hintergrund des neuen Namens ist anscheinend eine (neue?) Vorschrift, dass der Legal Representative bei einer Firmenregistrierung einen chinesischen Namen haben muss, dessen Aussprache mit dem westlichen Namen übereinstimmen muss (die war neu für mich).

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Heute hat die Meldung Aufsehen erregt, Google wolle sein Engagement in China überdenken. Google begründet dies mit der Zensur und Hackerangriffen aus China, die zum Ziel hatten, Email-Accounts von Dissidenten auszuspähen und geistiges Eigentum von Unternehmen zu stehlen.

Auf http://googleblog.blogspot.com/2010/01/new-approach-to-china.html sagt Google jedoch erstmal nur, dass sie ihre Suchergebnisse nicht mehr zensieren wollen. Sie werden mit den Behörden verhandeln und prüfen ob es möglich ist, eine unzensierte Version von Google in Chin zu betreiben.Nach einer Meldung von chip.de hat Google bereits angefangen, nicht zensierte Suchergebnisse in China auszuliefern.

Auswirkungen auf Google

Kritische Stimmen behaupten zwar, Google würde dieser Schritt nicht sehr weh tun, da das Chinageschäft nur 1% seines Gesamtumsatzes ausmache, allerdings hat Google in den letzten Jahren den Abstand zum lokalen Konkurrenten Baidu verkürzen können und würde im Extremfall auf den größten Internetmarkt der Welt verzichten. Ausländische Unternehmen haben es in China durchweg schwerer als chinesische. Chinesische Unternehmen haben bessere Beziehungen zu Behörden (und Gerichten), weniger bürokratische Hürden zu überwinden bzw. sind diese Hürden und die Kooperation mit den Behörden gewohnt. Ausländische Unternehme können auch nur mit Hilfe eines lokalen Partners an eine Internet Content Provider Lizenz gelangen, um überhaupt kommerziell im chinesischen Internet tätig werden zu können.
Des weiteren können chinesischen Unternehmen problemloser im Internet kopieren und Dienste anbieten, die für ausländische Firmen tabu sind (Onlinespiele, MP3-Downloads usw).

Angesichts dieser Umstände kann man Google China schon als Erfolgsstory sehen, auch wenn man bedenkt, dass Google erst 2006 nach China gegangen ist.

Auswirkungen auf China?

Die Auswirkungen auf das Internet in China sind noch schwer abzusehen, es kommt wohl vor allem darauf an, welche Google-Dienste in Zukunft in China noch zur Verfügung stehen. Falls nur die Suchmaschine gesperrt wird, werden sich die Konkurrenten freuen, sonst wird nicht viel passieren. Wenn aber andere Dienste (Google Mail, Google Docs usw.) ebenfalls gesperrt werden, müssen wohl an die 50 Millionen Internetnutzer, die diese Dienste nutzen, ihre Surfgewohnheiten ändern.

Politisch wird sich wenig ändern, die Zensurbehörden wohl kaum nachgeben und eine unzensierte Version von Google zulassen. Es wird allerdings auch Druck auf die chinesische Regierung geben und die Beziehungen zwischen China und den USA wird dieser Schritt von Google kurzfristig belasten.

Mein Fazit: Die Zensurbehörden werden kaum nachgeben, die lokale Konkurrenz wird sich freuen. Wenn Google hartnäckig bleibt, wird wohl zumindest die Suchmaschine gesperrt.

Egal wie. Inspirierend ist dieser Schritt auf jeden Fall.

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Heute hatte ich eine längere Skype-Diskussion mit einem chinesischen Manager, der für ein US-Unternehmen in China arbeitet. Es ging darum, wie ausländische Unternehmen das lokale Management kontrollieren.

Er meinte hier einen grundsätzlichen Unterschied in der Philosophie von US- und europäischen Unternehmen, die in China investieren, festgestellt zu haben. Während es für US-Unternehmen meistens selbstverständlich sei, ihre eigenen Controlling-Maßnahmen auf China zu übertragen, kenne er einige europäische Unternehmen, bei denen sich sogar der lokale Manager über den Vertrauensvorschuss gewundert habe, insbesondere wird von vielen westlichen Investoren die Bedeutung des Firmenstempels unterschätzt. Ein weiterer Fehler ist, Kontrollmaßnahmen nach einiger Zeit schleifen zu lassen.

Hier mal einige grundlegende Maßnahmen, die auch kleine Unternehmen einhalten sollten (selbst wenn es auch finanziell einen Zusatzaufwand bedeutet)

  • genauer Background-Check des lokalen CEO bei der Einstellung.
  • Legal Represantative der WFOE kann zu Beginn immer noch jemand in der Muttergesellschaft sein (normalerweise ist der “Chairman of the Board”), der dann regelmäßig nach China fliegt, während der General Manager vor Ort eben für das Tagesgeschäft zuständig ist
  • unangekündigte Kontrollen vor Ort
  • Klare Richtlinien für die Barkasse. Lieferanten per Überweisung bezahlen, soweit wie möglich. Die Barkasse so gering wie möglich halten
  • Genau festlegen, wer welche Beträge genehmigen und ausgeben darf
  • Berichtswesen einführen (z.B.Buchhaltung/Steuererklärungen zweisprachig, englisch, chinesisch)
  • regelmäßige Reports an das Board

Stempelmanagement in China

Hört sich komisch an, ist aber in China extrem wichtig.  Die Bedeutung des Firmenstempels kann gar nicht unterschätzt werden. Man macht sie nicht einfach selbst, sondern beantragt die Herstellung beim Public Security Bureau(公安局). Es gibt verschiedene Stempel:

  • Company Chop: Ein runder Stempel, mit dem Firmennamen eingraviert. Jedes Unternehmen erhält nur einen Firmenstempel. Alle wichtigen Dokumente und Vorgänge benötigen den Firmenstempel (Änderung von Firmendokumenten wie Business Scope, Firmenname …, Eröffnung eines Bankkontos,
  • Name Chop: Mit dem Namen des Legal Represantative, wird bei der Administration of Industry and Commerce registriert und gilt auch als Unterschrift des Legal Represantative des Unternehmens, oft in Verbindung mit dem Company Chop
  • Finanzstempel: Wird normalerweise verwendet, wenn man Zahlungen veranlasst (Scheck, Fa Piao).
  • Human Resource Stamp: Wird verwendet beim Unterzeichnen von Arbeitsverträgen oder beim abstempeln von Dokumente, die notwendig sind, um ein Arbeitsverhältnis zu registrieren
  • Contract Stamp: Wird verwendet um Verträge im Geschäftsverkehr mit anderen Unternehmen abzustempeln
  • Import und Export Stempel

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Gebrauch verschiedener Stempel zu kontrollieren. Die Stempel sollten im Safe aufbewahrt werden. Auch sollte dem Management klar sein, welche Bedeutung die einzelnen Stempel haben, welche Dokumente und Verträge mit welchem Stempel versehen werden. Der Gebrauch der Stempel sollte im Idealfall auch dokumentiert sein.

Der Business Stamp kann vom CEO aufbewahrt werden, der Financial Stamp von der Steuerberatung, der Name Chop

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Auf mehrfachen Wunsch jetzt auch den Link zu den neuen Regelungen für die Registrierung von cn-Domains (englisch),

http://www.cnnic.net.cn/html/Dir/2009/12/12/5750.htm.

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China hat, spontan wie immer und für Registrare sehr überraschend, die Regeln für die Registrierung von .cn-Domains verschärft. Seit dem 12. Dezember werden die Regeln umgesetzt. Demnach dürfen nur noch registrierte Unternehmen oder zugelassene Organisationen .cn-Domains registrieren.

Was als Kampf gegen Spam und Pornographie und andere ungesunde Inhalte verkauft wird, schließt im Endeffekt erstmal alle Privatpersonen von der Registrierung von .cn-Domains aus. Wie sich die neue Praxis auf Domains auswirkt, die vor dem 12. Dezember registriert wurden, bleibt noch abzuwarten.
Hoffnungen, dass Zensurmaßnahmen mit bestimmten Daten und Jubiläen zu tun haben ( Massaker am Platz des himmlischen Frieden 1989, 60 Jahre Gründung der VR China, Olympia, ExPo in Shanghai) und danach wieder aufgehoben werden, haben sich in letzter Zeit immer wieder zerschlagen.

Es kann durchaus sein, dass die Regelung für .cn Domains nur ein weiterer Schritt der Regierung ist, Kontrolle über alle unliebsamen Inhalte (was politische Inhalte mit einschließt) zu erhalten bzw. diese für chinesische Internetuser unzugänglich zu machen.
Allerdings ist es im Moment für Chinesische Unternehmen und Privatpersonen möglich, auf internationale Domainendungen auszuweichen und sich somit der Kontrolle des für die Registrierung der chinesischen Domains zuständigen China Internet Network Information Center (CNNIC) zu entziehen.

Registrare wie godaddy planen z.B., für chinesische Nutzer alipay als Zahlungsmethode anzubieten und könnten somit von der neuen Regelung profitieren.

Es ist natürlich möglich, dass die chinesischen Behörden auch dieses Schlupfloch in absehbarer Zeit schließen möchten.
Derzeit gibt es ca. 13 Millionen registrierte .cn-Domains, was 80% der registrierte Webseiten in China ausmacht.

Allerdings stoßen die Maßnahmen nicht überall im Westen auf Ablehnung.

http://www.spamhaus.org/news.lasso?article=652 gratuliert der CNNIC ausdrücklich zu dieser tollen Maßnahme zur Spam- und Betrugsbekämpfung:

“So as we extend our congratulations to CNNIC for this good first step in trying to reclaim the “.cn” ccTLD for the honest Chinese internet users, we stress that further steps do still need to be taken”

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In einer Fernsehsendung werden Kinder nach ihrem Berufswunsch gefragt und es kommen die typischen Antworten (”Ich weiß es nicht”, “Lehrer”, “Englischlehrer” usw.)
Das Mädchen mit Brille in Minute 2:03 in dem folgenden Youtube-Video hat jedoch eine sehr entlarvende Antwort.

Kind: Ich möchte Beamter werden.
Reporter: Was für eine Art von Beamter?
Kind: Ein korrupter Beamter, weil die soviele Sachen haben.

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Rechtzeitig wie immer habe ich die Vorbereitungen für meinen Flug nach Peking abgeschlossen. Wichtigstes Erkenntnis war, dass ich den Kabalsalal im Koffer einfach nicht vermeiden kann. Wieder mal 5 USB-Kabel für verschiedene Anwendungen wie I-Pod, Handy, Kamera usw. Dazu noch weiterer Laptop-Krimskrams. Ich frage mich, wann die Hersteller endlich mal die USB-Kabel vereinheitlichen.

So routiniert wie früher bin ich bei Chinareisen doch nicht mehr, ich habe 2 wichtige Utensilien vergessen:

  • Adapter (kann ich noch kaufen, nur für ein Gerät notwendig)
  • zentimeterhohe Badeschlappen  – man weiß ja nie, wo man mal landet

Beim Visum gab es übrigens trotz gegenteiliger Befürchtungen keine Probleme, auch ein Multi-Entry Visa zu erhalten, so streng wie im letzten Jahr vor Olympia scheinen die Regeln vor der 60-Jahr Feier im Oktober nicht zu werden. Gebucht habe ich übrigens wieder beim Lily Travel Service, der alles wieder kompetent und schnell abgewickelt hat.

Update: Gerade habe ich noch einen USB-Stecker mit 2 Anschlüßen gefunden und vergessen, wo er hingehört .. mitnehmen oder hierlassen?

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Inzwischen ist es ja keine Neuigkeit mehr – google hat in China so seine Probleme, und ist gesperrt, nur teilweise gesperrt, nicht gesperrt… je nach Gutdünken der Behörden. Baidu wird sich freuen, Microsoft mit ihrer neuen Suchmaschine ebenso, und Google, das sich ja laut ihrem Motto vorgenommen hat, nichts Böses zu tun, wird natürlich den Forderungen der chinesischen Zensurbehörden nachkommen, alle “bösen” Internetinhalte aus seinen Suchergebnissen herauszufiltern, um weiterhin einen Teil des Kuchens von ca. 300 Millionen Internetnutzern abzubekommen. Böse Internetinhalte sind in China:

  • Alle Webseiten, die außerhalb Chinas gehostet werden … also bitte nicht mehr nach außen verlinken
  • Alles was mit Tiananmen zu tun hat, es sei denn, es sind Urlaubsbilder
  • Demokratie, Tibet, klar, das muss auch raus
  • Pornographie

Hier gehts zur dazugehörigen Diskussion auf http://forum.chinaseite.de:

http://forum.chinaseite.de/ftopic8603.html

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Vor kurzem ging die Suchmaschine von Microsoft “bing” online. Seit letzter Woche ist Bing in China nicht erreichbar. Laut der Webseite

http://www.websitepulse.com/help/testtools.china-test.html

ist bing.com tatsächlich zusammen mit einigen anderen  Web-Angeboten von Microsoft gesperrt. Twitter und Flickr waren ebenfalls zensiert, sind aber wieder erreichbar. China bereitet sich entweder auf den 60. Jahrestag der Gründung der VR China vor, oder es sind noch die Nachwehen des 20. Jahrestags der Studentenproteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens.

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Microsoft sind wirkliche Spielverderber. Auf

http://cn.bing.com/

sieht man die chinesische Version von Bing, der neuen Suchmaschine von Microsoft.

Allerdings schummelt Microsoft meiner Meinung nach ein wenig. Microsoft verwendet die Schriftzeichen 必应 für ihre chinesische Version.

必应 wird” Bi ying” ausgesprochen, also nach dem “B” ein “iy” zuviel. Ein Schriftzeichen zu nehmen, das einfach “bing” ausgesprochen wird, wäre ehrlicher gewesen, konsequenterweise hätte dies das Schriftzeichen 病 (Pinyin: bing, Übersetzung: Krankheit) sein müssen. Schade, der Gag, die Suchmaschine als “Krankheit” zu übersetzen, war irgendwie nicht schlecht. Wobei man Microsoft zugute halten muss, dass der erste Eindruck nicht einmal so schlecht ist. Die Suchmaschine ist schlicht, sieht aber besser aus als Google.

Wenn ich mal die Suchergebnisse vergleiche, vorher – nacher:

Das folgende Ergebnis erhielt man, wenn man nach dem Wort “Strumpfhose” bei der alten Suchmaschine von Microsoft gesucht hat (früherer Beitrag)

http://blogger.chinaseite.de/2009/05/16/zensur-aus-dem-heise-forum.html

Falls mann jetzt “Strumpfhose” in die neue Suchmaschine “bing” eingibt, ist das Ergebnis genau das gleiche, nämlich die folgende Meldung:

“Der Suchbegriff strumpfhose führt möglicherweise zu sexuell eindeutigen Inhalten.”

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