Archive for August, 2008

Über die Wasserqualität in China hört man ja so einiges. Und die wenigen Flüsse oder Seen, die es in Beijing gibt, die sehen auch nicht immer zwingend gut aus. Selbst in den vielen Parks gibt es Probleme – so schwammen zum Beispiel neulich im Longtan Park die Zierfische mit dem Bauch nach oben. Und das ist ein künstlicher See, abgetrennt von natürlichem Zufluss – ich hätte erwartet, dass wenigstens hier das Wasser besser ist. Aber das stört die Pekinger nicht. Nebenan, neben der dicht befahrenen Guang Anmen Nanbinghe Lu verläuft ein ca. 15 Meter breiter Kanal, in dem die Pekinger baden. Und an anderen Stellen, z.B. im Liangmaqiao Fluss oder am noch größeren See des Honglingjin Parks halten sogar Angler ihre Rute ins Wasser. Ob das überhaupt legal ist, weiß ich nicht. Derzeit hat es eher etwas von Maden baden, denn ich habe bisher noch nicht gesehen, dass ein Fisch anbeißt – geschweige denn, dass einer in den vom Angler mitgebrachten Behälter liegt.

Sollten Sie dennoch mal einen fangen, so hoffe ich, dass er eines schnellen Todes stirbt – im Restaurant werden die Fische nämlich erstickt. Raus aus dem Wasser, rein in den trockenen Eimer, gewogen, an den Tisch gebracht, gezeigt, und dann ab in die Küche. Unsere Bitte, den Fisch eins überzuziehen, damit er nicht mehr zappelt, hat der Kellner übrigens nicht verstanden.

Liebe Grüße Leo

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In Deutschland sie sie ja gefürchtet – wenn auch meist nur wegen ihrer Preise. Hier in China habe ich sie fürchten gelernt wegen ihrer teilweise chaotischen Arbeitshaltung – die Handwerker.

Beispiel 1: Die vor 2 Wochen neu installierte Tür in unserem Büro schließt nicht mehr automatisch. Der Bolzen, der vom Türrahmen oben in der Türe einschließen soll und somit ein Eindringen für Unbefugte unmöglich machen soll, bewegt sich nicht mehr. Flugs wurden die Handwerker gerufen, um das zu reparieren. Als sie eintreffen, kommt es zum ersten Problem: Sie haben ihre Leiter vergessen. Klever wie sie sind, leihen sie sich einen Rollcontainer von uns und stellen sich drauf. Ca. 1 Stunde später funktioniert die Tür wieder, aber dem Rollcontainer wurde dabei ein Rad abgebrochen. Aber kein Problem, sie versprechen uns, morgen einen anderen Kollegen zu schicken, der dann den Rollcontainer repariert. Bin gespannt, was dieser Kollege anstellt.

Beispiel 2: In Hollys Büro gib es ein großes Aquarium. Das sollte gereinigt werden. Eine Firma wurde extra beauftragt, die Fische zu entnehmen, zu reinigen, neues Wasser einzulassen und die Fische wieder einzusetzen. Das wurde auch alles ausgeführt. Allerdings benahmen sich die Fische am drauffolgenden Montag sehr sonderbar. Sie schwammen kaum noch, lagen teilweise schräg im Wasser, hielten sich alle in einer Ecke auf und wirkten alles andere als fidel. Nach kurzem Überlegen fiel der Groschen: Die Jungs hatten viel zu kaltes Wasser eingefüllt. Ein Rückruf bei den Handwerkern ergab die gute Anweisung, doch etwas zu warten, dass Wasser werde sich schon noch erwärmen. Auch der kurzzeitige Einsatz eines Tierarztes konnte nicht verhindern, dass ein Großteil der Fische nicht mehr zu retten war.

Ich finde, man sollte sich wirklich überlegen, ob man kleine Reparaturen nicht selber ausführt.

Liebe Grüße Leo!

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Die Olympischen Spiele sind vorbei. Schade!!! Sie waren schon schön, sehr gut organisiert, und auch die einzelnen Veranstaltungsorte wie z.B. das „Birds Nest“ oder die Schwimmhalle waren sehr beeindruckend und wirklich perfekt gestaltet. Allerdings muss ich sagen, dass wenn man sich nicht direkt an den jeweiligen Austragungsorten (z.B. das komplette Olympia Grün oder am Worker Stadium oder Worker Gymnasium) befand, man auch nicht so viel vom Flair der Olympischen Spiele (das durchaus mit den Fans aller Nationalitäten vorhanden war) mitbekommen hat. Oder auch die großen Menschenmassen, die in Peking erwartet wurden, fand ich, sind gar nicht so aufgefallen. Ob das nun an der unwahrscheinlichen Größe von Peking liegt oder an der Tatsache, dass viele Menschen, wie u.a. die Wanderarbeiter sowie Ausländer für 2 oder mehr Monate Peking verlassen mußten, oder aber auch die Tatsache, dass viele Chinesen ohne Ticket oder triftigen Grund (z.B. Arbeit) erst gar nicht mehr nach Peking rein durften. Ich weiß es nicht! Jedenfalls hatte ich mit mehr Chaos gerechnet.

Und die Wettkämpfe und Zuschauer selbst? Ja… Ich hatte das Glück neben Handball, auch noch Boxen, Leichtathletik und Hockey anschauen zu dürfen. Dabei war definitiv Leichtathletik im „Birds Nest“ mit Abstand das Beste. Die Stimmung war super, das Stadion war gut gefüllt und wir hatten echt gute Plätze, vielleicht gerade mal 5 m von den Weitsprunggruben entfernt. Einfach der Hammer! Etwas enttäuschend hingegen war das Hockeyspiel (und damit meine ich nicht das Stadion). Erstes Spiel: China gegen Neuseeland mit wirklich gut gefüllten Rängen und vielen jubelnden Chinesen. Zweites Spiel: Auch wenn eine Stunde später, Deutschland gegen Spanien. Alle Ränge zum größten Teil leer, lediglich zwei wirklich kleine deutsche Fanblocks und ein paar Spanier. Auch wenn das Spiel schön anzusehen war, konnte von Stimmung keine große Rede mehr sein. Die Chinesen kommen wirklich nur für ihre Mannschaften und Sportler, die sie dann auch gewinnen wollen sehen.

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Ich frage mich manchmal, woran sich diese Nation eigentlich orientiert, um einen solchen Nationalstolz zu entwickeln. Denn eigentlich sind die Chinesen überhaupt keine homogene Gemeinschaft, und bei dem täglichen Überlebenskampf auf den Straßen und dem doch eher unfreundlichen Verhalten untereinander fällt es mir schwer, hier eine Gemeinschaft zu entdecken. Die Gruppen, die mir hier einfallen, sind spontan folgende: Alt und jung, modern und traditionell, arm und reich, sportlich und faul.

Sicher, auch in anderen Gesellschaften gibt es diese Gegensätze, aber nirgendwo sind diese meines Erachtens dann so 100% klar mit Grenzen belegt. Zum Beispiel modern vs. traditionell. Eine Kollegin, die sich als traditionell bezeichnet, würde nie abends in eine Bar gehen oder Alkohol trinken. Beides gilt als westliches Laster. Bis sie heiratet, lebt sie alleine (wenn sie eine Arbeit in einer anderen Stadt hat) oder bei Ihren Eltern. Der Freund muss Chinese sein, ebenfalls traditionell, und dann ist die Aufgabenteilung klar: Sie Haushalt, Kinder, ggf. noch Arbeiten, und er macht Karriere. Musik wird leise gehört und natürlich nur dass, was auch die Omas schon hörten.

Ganz anders die Chinesinnen, die sich selber als eher modern bezeichnen. Da wird gezecht, Bier, Schnaps, Champagner durcheinander bestellt. Die Röcke der Mädels gehen eher als breitere Gürtels durch. Die Männer fahren mit ihren Autos vor, stehen am Rande der Tanzfläche und gucken grimmig. Es wird westliche Musik oder chinesische Musik mit westlichen Wurzeln gehört. Marken müssen sein. Es wird gerne geprotzt und geprasst, Konsum ist Hobby Nummer 1.

Was mir fehlt, ist die goldene Mitte. Einer, mit dem man ein Bierchen trinken kann und dann nicht gleich abstürzen muss – aber halt auch einer, der sich nicht weigert, in eine Bar zu gehen.

Liebe Grüße Leo

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Eigentlich kann man sich das als Europäer gar nicht vorstellen. In Peking sind die Radwege, zumindest an den Hauptstraßen, teilweise größer als in manchen Orten Deutschlands normale Straßen. So steht man z.B. mit ca. 30ig, 40ig oder mehr Leuten (allerdings nur zu bestimmten Stoßzeiten) zusammen an einer riesigen Kreuzung, die man überqueren möchte.

Seit einigen Monaten nun stürze ich mich auch jeden Morgen und jeden Abend in das chinesische Getümmel. Es ist immer wieder ein Erlebnis. Fahrrad fahren in Peking: Super anstrengend und nicht ganz ungefährlich.

Man muss schon höllisch aufpassen. Da kommen die Autos auf dem Radweg (Ja, richtig gelesen, Autos!!!) von der einen Seite, die Fußgänger, die den Radweg meistens überqueren müssen, um zur Busstation zu kommen von beiden Seiten, dann haben wir noch die Mofas von hinten und manchmal sogar noch entgegenkommende Fahrräder von vorne, sowie parkende Autos an den Seiten des Radweges und plötzlich anhaltende oder losfahrende Taxifahrer. Ach ja und nicht zu vergessen die Radfahrer selbst, von denen sich einige auch als Müllsammler betätigen und manchmal so gewaltige Ladungen transportieren, dass sie damit den halben Radweg versperren. So… und alle zusammen versuchen nun so schnell wie möglich voranzukommen, da bleibt natürlich Gedrängel, Rumgehupe und Geklingel sowie ein bisschen Geschupse auf den Fahrrädern nicht aus.

Es ist schon verwunderlich, dass bei einer, ja doch eher rücksichtlosen Fahrweise, die hier in Peking vorherrscht wirklich nicht mehr oder größere Unfälle passieren. Obwohl, auch mich hat man schon das eine oder andere Mal fast umgefahren, oder man ist mir hinten Reingefahren. Wie das? Na ja, die meisten Fahrräder und Mofas besitzen anscheinend (auf Grund ihres Alters) keine anständigen Bremsen, so dass halt auch die Füße als Stopphilfe dienen müssen. So geschah es dann, dass sich der Fahrradlenker eines älteren chinesischen Herrn in meinen Lenker so verkeilte, dass ich an ein parkendes Auto abgedrängt wurde, dort entlang schrammte und dann noch fast auf die Fre… geflogen bin. Und der Alte?! Der lachte und fuhr einfach weiter. Echt super!!! (O.K., außer einem völlig verbogenen Lenker und einem demolierten Einkaufskorb ist ja auch nichts passiert.)

Aber es gibt auch schöne Erlebnisse unterwegs mit dem Fahrrad. Es wird sich unterhalten, gesungen, ich werde begleitet oder von einigen jungen oder älteren Männern ausgefragt (die Chinesen sind echt neugierig). Letztens zum Beispiel, da habe ich mir mit einen etwas jüngeren Chinesen ein Wettrennen auf einem überfüllten Radweg geliefert: China gegen Deutschland, passend zur Olympiade! Leider muss ich gestehen, dass China wieder einmal, wenn auch knapp, die Nase vorne hatte.

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Was ist viel, was ist wenig?

Wenn man sich die Gehaltsschere ansieht, so erkennt man die unglaubliche soziale Kluft, die hier herrscht. Ein gut ausgebildeter Betriebswirt mit 30 Jahren und Fremdsprachenkenntnissen kann zwischen 1.000 und 2.000 Euro verdienen. Ein Taxifahrer kommt auf 200 Euro im Monat, ein Wanderarbeiter auf angeblich 100 bis 150 Euro. Ein Fahrradaufpasser bekommt für das Aufpassen für ein Fahrrad pro Tag 2 Mao (2 Eurocent). Ich weiß nicht, wie man davon in Peking leben kann.

Mit einer Taxifahrerin sind wir damit mal fast in Streit geraten. Beim Einsteigen ins Taxi wurden wir von einer alten Frau bedrängt. Wir gaben ihr 3 Yuan (30 Cent) als Spende. Die Taxifahrerin regte sich tierisch darüber auf, dass sei viel zu viel. Beim Nachrechnen mußten wir ihr recht geben. Für 3 Yuan muss die Taxifahrerin 20 Minuten arbeiten. Und meine Freundin bekam ihre Schuhe für 3 Yuan repariert. Gesteigert wird das ganze noch, wenn man mal ins Umland geht. Übernachtung inkl. Frühstück für 1 Euro. 1 Stunde Rückenmassage für 2 Euro.

Neulich war ich in Ningbor. Ningbor ist schon ein Stück von Beijing entfernt, aber da es einen eigenen Flughafen besitzt, kann an es noch nicht als Provinzkaff bezeichnet werden. Beim Spazieren im Industriegebiet stießen wir auf Neubauten, welche von Wanderarbeitern hochgezogen werden. Der Gastgeber erläuterte, dass diese 60 Euro im Monat erhalten, Kost und Übernachtung inklusive. Die Übernachtung sieht übrigens so aus, dass Zelte mit Holzbrettern als Matratzen aufgeschlagen werden. Im schlechtesten Fall wird ein Seil zwischen zwei Bäumen oder Laternen gespannt, erst eine Plastikfolie darübergelegt, und dann Holzscheite zum beschweren. Fertig ist das Zelt. Da eh 7 Tage die Woche gearbeitet wird, ist es auch nicht wichtig, dass es keine Verkehrsanbindung in die Innenstadt gibt. Und Geld zum ausgeben haben sie ja eh nicht.

Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn die eigene Sonnenbrille mehr kostet, als das Gehalt, was die Jungs im Monat zur Verfügung haben.

Liebe Grüße Leo

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Es ging im Büro herum wie ein Lauffeuer. Liu Xiang, der chinesische Star, der Sport- und Popstar, der neben dem Basketballhelden Yao Ming auf einer Stufe steht oder sogar noch darüber; der Liu Xiang, dessen Popularität in China wohl mehr ist als Ballack, Schweinsteiger und Lukas P. in Deutschland zusammen, musste sein Rennen abbrechen. Kein dramatisches Stürzen, kein Humpeln auf den letzten Metern, kein Zusammenstoß mit der Hürde, nein, nach dem ersten Fehlstart hat er aufgegeben. Startnummer abgegeben und ab in die Katakomben.  

Probleme mit der Achillesferse!

Unspektakulär und wenig heldenhaft – und deshalb meines Erachtens um so tragischer und um so großartiger. Wer weiß schon so genau, wie groß der Druck auf ihm gelastet und ob ihm das Laufen überhaupt noch Spaß gemacht hat. Wann hat er das letzte Mal gelacht? Und dann …? Dann sagt der Körper irgendwann einmal nein!!! Für meine chinesischen Kollegen teilweise nicht verständlich. „Er hätte wenigstens starten müssen, wenn er schon gekommen ist. Kurz vorher aufgeben, das geht nicht“, meinte eine Kollegin. Sie vermutete, dass er Angst gehabt und deshalb gekniffen hätte. Ich fragte sie, ob sie denn zur Arbeit kommen würde, wenn sie krank sei. Darauf meinte sie „Nein“, aber wenn sie schon auf der Arbeit wäre und dann merken würde, dass sie krank sei, würde sie versuchen, es bis zum Ende des Tages zu schaffen. Jaja, China mag halt keine Verlierer. So traurig das auch ist. 

Liu Xiang, heute wirst du vielleicht 100 Millionen Fans verloren haben, aber mich hast du gewonnen. Erst in der Niederlage zeigt ein Mensch sein wahres Ich. Wenn du mal ein Bier trinken willst, so melde dich.

Liebe Grüße Leo

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Alle die gerade zur Olympiade oder später mal nach China bzw. Peking reisen – Aufgepasst!!! Besonders bevorzugtes Opfer –  allein umherlaufende Ausländer in der Wangfujing Shopping Mall.

Ja, auch mir ist es passiert; letztes Jahr im November 2007. Ich war neu in der Stadt, naiv und alleine. Also mit anderen Worten ein perfektes Opfer. So schlenderte ich nun nichts Böses ahnend durch die Wangfujing Shopping Street und ging letztendlich auch in die berühmte Shopping Mall. Es dauerte wirklich keine fünf Minuten, ich war wirklich gerade erst durch den Eingang gekommen, da sprach mich plötzlich wie aus dem Nichts ein junges Mädel in einem super flüssigen Englisch an. Spätestens jetzt hätten schon alle meine Alarmglocken angehen müssen. Zu dem Zeitpunkt hatte in China auf der Straße noch kaum einer richtig Englisch gesprochen und wenn doch, dann auf keinen Fall so fließend.                      Na ja aber weiter…

Wir unterhielten uns ein bisschen, der übliche Smalltalk halt, und dann ging es zur Sache. Sie fragte mich, ob wir uns nicht noch ein bisschen mehr unterhalten möchten, bei einem Kaffe oder Tee vielleicht. Ich lehnte erstmal ab, da ich ja gerade erst in der Shopping Mall angekommen war und bis dato in noch keinem einzigen Laden drinne war. Auch hatte ich irgendwie ein komisches Gefühl mit ihr einfach so mitzugehen. Irgendwie spürte sie meine Skepsis und sagte dann solche Sachen wie, ich bräuchte keine Angst haben, sie wäre doch auch eine Frau, die alleine unterwegs ist und sich einfach nur die Zeit vertreiben und sich nett unterhalten wollen möchte (angeblich wartete sie auf ihren Vater). Sie war wirklich clever, zu clever. Alles kam wirklich ehrlich, einleuchtend und überzeugend rüber. Ich kann das gar nicht beschreiben.

Was soll ich sagen, die Falle schnappte zu. Wir gingen Tee trinken, schließlich war ich ja in China und so dachte ich, eine schöne Gelegenheit meinen ersten echten chinesischen Tee zu trinken. Gut gesagt getan. 10 Minuten später war ich dann mit ihr zusammen in einem wunderschönen Teehaus. Es sah schon nobel aus. Gut dachte ich so bei mir, kein Problem dann kostet es am Ende halt etwas mehr. Mal ehrlich so teuer kann doch Tee nicht sein, oder? Oh doch! Nachdem ich eine nette kleine Teezeremonie mit gereichten Snacks und netter Unterhalt hinter mir hatte, kam die Rechnung (im wahrsten Sinne des Wortes). Ganze umgerechnet 50 Euro kostete mich der Spaß. Und das war nur meine Hälfte. Sie bezahlte auch, zusammen also umgerechnet etwa 100 Euro. Ich dachte, ich kippe vom Stuhl. Danach verließen wir dann das Teehaus, verabschiedeten und trennten uns. So 5 Minuten später, als ich wieder alleine war, kam mir dann erstmalig der Gedanke, dass ich vielleicht gerade reingelegt worden war. Die Lust auf Schoppen war mir dann natürlich vergangen, und ich fuhr zurück ins Hotel.
Wenn ich diese Frau noch mal in die Finger bekomme, dann …!
 

Heute weiß ich, dass ich nicht die Einzige war, die solche oder ähnliche Erfahrungen machen durfte. Von einigen anderen Ausländern habe ich erfahren, dass sie noch mehr als nur 50 Euro bezahlen mußten. Echt böse Sache!!! 

Also immer schön auf der Hut sein, nicht alle Chinesen sind freundlich und meinen es gut. Besonders die nicht, die perfekt Englisch sprechen können. Und bitte, immer vorher nach dem Preis fragen, auch wenn es einem selbst unangenehm und für die Chinesen ein eher unhöfliches Verhalten ist, egal.

(Für die Chinesen sind Preisabsprachen im Vorhinein nicht gewünscht. Sie machen das lieber erst hinterher. Die Chinesen finden es einfach nicht ehrenhaft über Geld zu sprechen.)

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Mit dem Regen in Peking ist es so eine Sache. Selten ist er da, aber wenn, dann richtig. So auch in den letzten Tagen. Seit Sonntag hat es 3-mal richtig geschüttet. In Peking führt dies sehr schnell zu chaotischen Verhältnissen. Die Taxis sind voll ausgebucht, man steht ergebnislos am Straßenrand und wartet. Die Strassen laufen an einigen Stellen schnell voll, es bilden sich Pfützen von 5 bis 10 cm Tiefe und Durchmessern von bis 5 Metern. Ob es an verstopften oder zu wenigen Abläufen liegt ist mir nicht klar. Als Fußgänger gilt es nun besonders achtsam zu sein, um nicht von Autos, Fahrrädern oder Mopeds angespritzt zu werden.

Trotz dieser Unannehmlichkeiten genieße ich jeden Schauer. Danach ist Peking nicht nur etwas grüner und sauberer, sondern auch die Luft ist kurzfristig richtig frisch und rein. Bei länger anhaltenden Regen kühlt es sich danach sogar auch etwas ab. Gerade heute Morgen, am Freitag, war draußen ein wirklich angenehmes Klima mit ca. 25 Grad. Dazu gab es gegen 5.20 morgens ein wunderschönes Morgenrot, wie ich es noch nie in Beijing gesehen habe. Zum Glück war ich schon wach genug und konnte es fotografieren – bereits seit langen Jahren in Peking lebende Kollegen hätten es mir sonst nicht geglaubt.

Aber zurück zum Regen. Eigentlich sind ja vor der Stadt Einheiten stationiert, um mit dem Abschuss von Silberjodid (wie auch immer das dann funktionieren soll) Wolken vor Peking zum Abregnen zu bringen. Aufgrund des vermehrten Regens in den letzten Tagen frage ich mich allerdings, ob diese Strategie gescheitert ist, und die Wolken nicht alle aufgehalten werden konnten oder aber alles gewollt war, um Abkühlung in die Stadt zu bringen. Was auch immer, solange man nicht während eines solch starken Schauers in einem offenen Beachvolleyball-Stadion sitzt, begrüße ich jede dieser Erfrischungen.  

Liebe Grüße Leo

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Am Dienstagabend bin ich nun zum ersten Mal bei einem Olympiaspiel live dabei gewesen. Handball im Olympia Sport Center, erst spielten Süd-Korea gegen Dänemark und später Deutschland gegen Neuseeland.

Eigentlich hatte ich mir mehr Stimmung auf dem Olympiagelände, wo sich u.a. auch das Olympia Sport Center befindet, erhofft. Leider waren nicht so viele Leute da, wie man es aus dem Fernsehen, wenn z.B. Schwimmen, Badminton oder Tischtennis stattfindet, gewohnt ist. Anscheinend ist für die Chinesen und vielleicht auch für andere Nationen, Handball doch wohl eher eine Randsportart. Ein bisschen Schade fand ich es schon, da doch gerade Handball ein sehr mitreißendes Spiel ist.

Na ja, jedenfalls haben wir und ein paar andere deutsche Fans unser Bestes gegeben, um unsere deutsche Handballmannschaft anzufeuern. Aber nicht nur wir, sondern auch einige in einem Einheitsdress gekleidete Chinesen mit gelb-orangen T-Shirts sowie abbeorderte Schulklassen in einem weiß-grünen Outfit (Diese sind mir besonders zum Ende des Spiels aufgefallen, da sie das Stadium verlassen mußten. Danach waren dann ganze Ränge leer.) versuchten ebenfalls die Stimmung anzuheizen und das Stadium nicht ganz so leer aussehen zu lassen. Es handelt sich dabei offensichtlich um Olympiafreiwillige, die neutral für alle Mannschaften, sprich für alle Seiten applaudieren.

Die Chinesen sind nun mal am Trickreichsten – neben Armani Uhren für 20 Euro gibt es nun auch noch Fans made in China.

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