Korea


… zumindest kommt es einem so vor, wenn man in Shanghai oder Peking wohnt. Kein (oder zumindest weniger) Stau, leere Büros.

Am Mittwoch ist ein offizieller chinesischer Feiertag. Da es sich aber um  清明节  – das chinesische Totengedenkfest – handelt, ist es nicht angebracht, einem chinesischem Kollegen ein frohen Feiertag zu wünschen.

Viele Unternehmen in China haben an diesem Samstag und Sonntag gearbeitet, damit die Mitarbeiter Montag/Dienstag/Mittwoch 3 Tage hintereinander freihaben und somit einen Tag mehr Zeit, ihre Verwandten zu besuchen.

Am Totengedenkfest fahren viele Chinesen in ihre Heimatstädte, besuchen die Gräber ihrer Vorfahren, säubern diese, verbrennen Totengeld.

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iPad App made in Korea

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Ein Sandsturm hüllte Peking in den letzten Tagen in eine dicke Staubwolke.  Die Behörden warnten vor der Luftverschmutzung und rieten der Bevölkerung, nicht aus dem Haus zu gehen.

In Seoul gibt es übrirgens ähnliche Bilder (nicht ganz so schlimm wie in Peking).

Klar, dass die Koreaner nicht besonders glücklich über die Sandwolken sind, die von China aus bis nach Korea reichen. Man überlegt sich, den Chinese bei der Bepflanzung einer “natürlichen grünen Barriere” im Norden Pekings zu helfen, um das Problem in den Griff zu bekommen.

Angesichts der wachsenden Wüste, des steigenden Wasserverbrauchs in Kombination mit dem Klimawandel werden solchen Bemühungen allerdings kaum Erfolgschancen eingeräumt.

Sandsturm Seoul
Sandsturm Seoul
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Erde an Enterprise.

Heute habe ich eine Nachricht von Jim bekommen ( zu Jim bereits in meinem Blog: hier und hier). Er ist im Moment in Peking. Seinen Besuch in Korea kann er noch nicht einordnen, die koreanischen Geschäftspartner seien sehr nett gewesen, hätten ihn aber vertröstet, sie müssten Jims Vorschläge noch einmal überprüfen (allerdings hat er nicht erwartet, dass es gleich bei dem Besuch zu einem Ergebnis kommt).

Was denn aus seinem 2. Star Trek-Besuch geworden sei? Er hatte mich ja gebeten, für ihn Kino-Karten zu besorgen, da er dies aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse nicht selber machen konnte, ich habe ihm geraten, lieber mit den Geschäftspartner Essen zu gehen.

Die folgende Geschichte nehme ich ihm nicht so ganz ab: Er hat tatsächlich die Übersetzerin gebeten, noch einmal mit ihm ins Kino zu gehen. Das Geschäftsessen habe er sausen lassen und der Übersetzerin (die ja für den Geschäftspartner arbeitete) 100.000 Won (das sind derzeit ca. 60 Euro) gegeben, damit sie still hält und er das Treffen absagen könne, weil er sich angeblich nicht wohlfühle. Er sei dann mit der Übersetzerin ins Kino gegangen, anschließend noch mit ihr Essen. Star Trek sei eben wichtig und echte Fans sind seiner Meinung nach eben so (das gibt der Überschrift des Postings seine Berechtigung).

Ich kann mir gut vorstellen, dass sie ihrer besten Arbeitskollegin erzählt hat, wo Jim an dem Abend war, diese hat es wiederum ihrer besten Freundin/Arbeitskollegin erzählt usw., bis die ganze Firma davon wusste. Egal. In einem Punkt ähneln sich Korea und China im Umgang mit Ausländern: Sie lassen ihnen alle möglichen Verrücktheiten durchgehen, vielleicht in diesem Falle ja auch. Wie auch immer. Jim bewegt sich wohl in höheren Sphären, glücklich im Weltall. Erde an Jim.

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um sein Image. Der Selbstmord von Ex-Präsident Roh Moo Hyun hat in Korea offenbar mehr Spuren hinterlassen als die erneuten Drohgebaren aus Nordkorea. Aus persönlichen Erfahrungen kann ich den Eindruck bestätigen, ich habe Bekannte aus Korea und ich habe mit ihnen über den Selbstmord, aber (noch) nicht über die erneute Krise in Nordkorea gesprochen. Die Eskapaden Nordkoreas sind wohl schon Routine.

Laut einem Spiegel-Bericht (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,627184,00.html) befürchten man in Korea einen Image-Verlust Koreas wegen des Selbstmords. Da kann ich sie beruhigen, der Selbstmord das Ex-Präsidenten wurde zumindest in Deutschland kaum wahrgenommen (siehe früherer Blog-Eintrag).

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Ich genieße derzeit meinen Aufenthalt im Seoul Incheon Airport (wie man so was eben genießen kann). Erst einchecken in der Stadt am City Air Terminal, weg mit dem Koffer, zum Immigration Counter, dort erhielt ich meinen Stempel in den Reisepass. Der komfortable Flughafenbus benötigt eine Stunde von der Innenstadt zum Incheon Airport. Dort hat es nicht einmal 5 Minuten gedauert, um alle übriggebliebenen Formatliäten zu erledigen (Sicherheitscheck), alles durch einen speziellen Eingang für Passagiere, die am City Air Terminal eingecheckt haben. Dann ab zur Asiana Airlines Lounge, den Computer angeworfen, später zur Internetlounge, der Internetzugang ist dort kostenlos während ich an vielen anderen Flughäfen zahlen muss.

Mal zum Vergleich mit Frankfurt: Ein paar Zahlen und der gefühlte Service

Der Bau des Flughafens begann 1992 um den Gimpo Airport, der jetzt nur noch für Inlandsflüge benutzt wird, zu entlasten. Der Incheon Airport wurde 2001 eröffnet, ist ca. 60 km von Seoul entfernt. 2006 erlebte er ein kleines Highlight, als der Airbus 380 hier landete – und seit 2006 wurde Incheon Airport durchgehend jedes Jahr zum besten Flughafen der Welt gewählt, meiner Meinung nach völlig zurecht, sowohl was die Ausstattung und den Service angeht.

Wenn ich mal die Zahlen vergleiche (Frankfurt und Incheon):
Frankfurt ist der drittgrößte Flughafen Europas, hat jährlich ungefähr doppelt soviele Passagiere abzufertigen wie der Incheon Airport, auch mehr als doppelt soviele Beschäftigte. Incheon verfügt über ein etwas größeres Aufkommen an Luftfracht. Incheon Airport ist der drittgrößte Flughafen Asiens. Was internationale Passagiere angeht ist Incheon weltweit an Nr. 11, Frankfurt Nr. 5.

Wenn ich den gefühlten Komfort vergleiche:
Gefühlt muss ich in Incheon ca. 100 meter gemütlich gehen um zum Gate zu kommen, in Frankfurt sind es gefühlte mehrere Kilometer. Gefühlt muss ich in Frankfurt auch länger anstehen, während ich in Incheon quasi durchgewunken werde (Incheon entspricht übrigens auch den internationalen Sicherheitsstandards, daran liegt es nicht). Incheon ist gefühlt moderner (nicht nur wegen des kostenlosen Internetzugangs, es gibt überall große Bildschirme, wo auch etwas anderes läuft als langweilige Nachrichten, alles sieht einfach moderner aus) und natürlich viel sauberer (das liegt nicht am Flughafen sonder ist in Korea nunmal so). Die Angestellten empfinde ich als freundlicher, allein in der Internet Lounge wurde mehreren technisch hilflosen Passagieren geholfen, den Zugang zum WLAN herzustellen (was genauso funktioniert wie überall sonst), was mich etwas entlastete, auch ich wurde des öfteren um Hilfe gebeten (wahrscheinlich habe ich beim Bloggen meinen professionellen und vertrauensseligen Consultant-Look aufgesetzt).

Incheon ist ungefähr da, wo Frankfurt wohl nur schwer hinkommen wird. Der Vergleich hinkt natürlich auch ein wenig, den Incheon Airport gibt es seit 10 Jahren, er ist also moderner und wurde aus einem Guss gebaut, während Frankfurt irgendwie wie Stückwerk anmutet (Anbau von Startbahnen, wachsendes Verkehrsaufkommen, neue Terminals, weiterer Ausbau ist geplant).

Und auf jeden Fall sind die deutschen Beamten am Zoll mit mehr Humor ausgerüstet (auch wenn die Ausstattung ziemlich altertümlich ist. Als ich meinen Laptop verzollt habe, habe ich mir aus lauter Mitleid überlegt, ob ich ihn nicht dortlasse). Das letzte Mal, als ich dort etwas verzollen musste, konnte ich mir einige Bemerkungen über die Umweltfreundlichkeit von Computern und die Zahl der Formulare anhören. Vor dem Computerzeitalter gab es Formulare in 3facher Ausfertigung. Danach wird zwar alles irgendwo digital gespeichert, allerdings 5mal ausgedruckt.

Naja, das Flugzeug startet um 12.30 Uhr, ich komme um 17.00 Uhr in Frankfurt an.

Leider habe ich Jim knapp verpasst, der von Seoul über Tokyo nach Houston und dann nach Denver fliegt.

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Heute hat mich Jim (siehe Artikel von gestern) angerufen. Er möchte sich Star Trek in Seoul noch einmal anschauen. Nochmal im Megabox aber Abends, da er gehört hat, dass der Film abends in einem größeren Kinosaal gezeigt wird, ich soll ihm die Karten besorgen, da er seine Geschäftspartner nicht noch einmal belästigen möchte. Ich habe nachgefragt, denn normalerweise hat man bei Besuchen in Korea ja volles Programm. Während man z.B. versucht, in Deutschland ausländischen Delegationen auch mal Ruhe zu geben (Delegationen aus vielen asiatischen Ländern empfinden dies dann oft als Vernachlässigung und sind beleidigt), kümmern sich nach meiner Erfahrung die Geschäftspartner in Korea und auch in China 24/7 um ihre Besucher.

Es kam raus: Jim hat vor, Kopfschmerzen vorzutäuschen und sich abends mit mir zu treffen. Eigentlich stünde ein Abendessen auf dem Programm, aber das Geschäftliche würde am Nachmittag geregelt. Hier liegt Jim logischerweise falsch. Er sollte auf jeden Fall die Gelegenheit nutzen, seine Geschäftspartner näher kennenzulernen und eine persönliche Beziehung aufzubauen und natürlich gehören in den meisten asiatischen Ländern private Aktivitäten auch zum Business.

Außerdem glaube ich nicht, dass ein normaler Mensch auf den Gedanken kommen würde, ein Geschäftsessen mit westlichen Partnern abzusagen, Jim nimmt die Geschäftspartner in Korea wahrscheinlich einfach nicht ernst genug, ich frage mich oft, ob bei so einem Verhalten nicht doch einfach ein latent vorhandener, unterdrückter Rassismus vorliegt. Mit kulturellen Missverständnissen hat das auf jeden Fall nichts zu tun – oder Star Trek Fans ticken einfach anders.

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Eigentlich wollte ich nur ins Kino und den neuen Star Trek Film anschauen (Seol, COEX-Center, Megabox). Ich hatte über das Internet ein E-Ticket bestellt und kam darüber nach dem Film mit 2 Koreanern  und einem amerikanischen Geschäftsmann  – nennen wir ihn mal Jim – ins Gespräch (Jim hatte sich gewundert, dass ich nur ein Blatt Papier über einen Scanner halten musste, um ins Kino zu kommen). Zuerst diskutierten wir nur über Online-Bestellsysteme und wie fortschrittlich Korea sei, auch über die Popularität von Star Trek in Korea. Dann kam heraus, dass die beiden Koreaner oft ausländische Delegationen betreuten (sie war eine Übersetzerin,  er war aus dem unteren Management und konnte etwas Englisch) , sie interessierten sich eigentlich beide nicht so sehr für den Film. Aber heute waren sie mit Jim da, der sich frühmorgens eben noch Star Trek anschauen wollte, bevor das eigentliche Besuchsprogramm anfing. Jim war das erste mal in Asien, war ausgesprochen höflich und versuchte, sich den koreanischen Sitten anzupassen. Er beschwerte sich scherzhaft über die Rückenschmerzen, da er sich so oft verbeugen müsse. Wie das ging, konnte ich ein paar Minuten später beobachten, als er sich das erste mal ziemlich tief  (und unnötigerweise) vor einer Verkäuferin im Cafe verbeugte. Danach musste er sich vom Jungmanager verabschieden, es ging ab zum Geschäftspartner mit der Übersetzerin. Jim verbeugte sich wieder tieeeef und ignorierte die Hand, die ihm der Jungmanager entgegenstreckte, der sie daraufhin sichtlich irritiert zurückzog. Jim bemerkte die Hand doch noch und streckte ziemlich irritiert seine eigene Hand aus, die Hände trafen sich dann doch noch.

Die Übersetzerin und Jim gingen, Mr. Jungmanager erzählte mir dann noch, dass dies gestern mehrmals  passiert war, als sich Jim mit seinen Chefs getroffen hatte. Es kann übrigens öfters zu Problemen kommen, wenn sich Westler mit jungen, westlich orientierten Asiaten treffen, vor allem wenn sich beide anpassen möchten.

Wie geht es eigentlich richtig?

Bei der ersten Begegnung verbeugen sich auch Koreaner untereinander UND geben sich dabei die Hand. Bei späteren wird sich eigentlich nur noch verbeugt, wenn man sich trifft.

Webseite über Korea: http://de.koreaorbit.com

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Schon ganz interessant, was so über Korea in den Nachrichten steht (Google news)

  • koreanische Teilnehmer eins WoW-Turniers
  • koreanisches Arbeitsrecht
  • VDA-Chef Wissmann, der sich über Importschranken auf dem koreanischen Automarkt beschwert
  • Werke der koreanischen Künstlerin Yee Sookyung
  • Atompläne von Nordkorea

In Korea selbst gibt es derzeit fast nur eine Nachricht: Die Bestechungsaffäre um den früheren koreanische Präsidenten Roh Moo-hyun. Er hatte bei seinem Amtsantritt 2003 versprochen, die Regierung sauber zu halten. Angeblich soll er Millionenbeträge von einem koreanischen Geschäftsmann genommen haben. Nach Deutschland ist von dieser Nachricht noch nichts vorgedrungen.

Wie unterschiedlich über lokale Ereignisse in Deutschland berichtet wird, ist mir schon öfters während meiner Aufenthalte in Korea und China aufgefallen, so krass, dass die No. 1 Nachricht des Landes derart ignoriert wird, war es selten.

Stattdessen sind die Nachrichten über Korea (der Reihe nach) mit irgendwelchen Pressemitteilungen gefüllt. Journalisten machen es sich heutzutage immer leichter. Immerhin die Sueddeutsche und der Tagesanzeiger berichten davon.

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Anscheinend gibt es den Film über John Rabe bereits als Raubkopie in China, obwohl er erst gestern in vielen Kinos in China anlaufen sollte. Der Film soll ja nach James Bond “Ein Quantum Trost” der größte Kinostart in China gewesen sein. Die Premiere in China gabs bereits am 28. April in Peking. In Deutschland läuft der Film bereits seit dem 2. April.

Ich habe mit einem Bekannten gechattet, der hat sich vor allem darüber gewundert, dass Rabe in dem Film nicht als Held dargestellt wird. Ich habe den Film leider noch nicht gesehen, in Korea gibts den Film leider (noch) nicht, zumindest habe ich ihn noch nicht im Kinoprogramm entdeckt. Aber ich kann mir vorstellen, dass so ein Film über Ereignisse im 2. Weltkrieg, in dem ein Deutscher, der NSDAP-Mitglied war, mal positiv wegkommt, von einem deutschen Regisseur wohl nur so von politischer Korrektheit triefen wird. Ok, das ist ein Vorurteil, das ich aber beibehalten werde, bis ich den Film selbst gesehen habe.

Ich bin gespannt, wie der Film in Japan ankommt. Das Nanjing Massaker ist dort ja heftig umstritten. Ich habe vor ca. 10 Jahren in China studiert und dort ein Jahr lang mit einem Japaner in einem Zimmer zusammengelebt. Seine Theorie war, dass die Japaner gar keine andere Wahl hatten, als auf chinesische Zivilisten zu schießen, da sich die Widerstandskämpfer als Zivilisten verkleidet hatten. Nach ihm seien auch nicht so viele Chinesen umgekommen. Immerhin hätten gar nicht so viele Chinesen in Nanjing gewohnt.

Ich habe nach einer Weile aufgehört, mit ihm über solche Themen zu reden.

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