China News


Im China Real Time Report des Wall Street Journals heute gelesen:

In China, Coca-Cola Offers Extra Pay for Pollution.”

Im Prinzip ist es nichts neues, dass Unternehmen Expats Gehaltszulagen zahlen für Auslandsaufenthalte. Früher war es üblich für Länder wie z.B. auch China eine Erschwerniszulage zu zahlen. Ein Expatriate-Paket war normal, z.B. bestehend aus

  • 20% Gehaltszulage zum Bruttolohn
  • Heimflug für die Familie
  • Dienstwagen / Fahrer
  • eventuell Schulgeld
  • Wohngeld

Neu ist mir allerdings die Umweltverschmutzungszulage.

Das Gehaltsniveau hatte sich in den letzten Jahren eigentlich hin zu lokalen Verträgen verschoben. Eventuell wurden noch einige Extras bezahlt, allerdings galt China in Unternehmen nicht mehr als Härtefall sondern als Karrieresprungbrett.

Das könnte sich jetzt allerdings wieder umkehren, vor allem in Städten in Nordchina. Es gibt inzwischen APPs, mit deren Hilfe man den Grad der Luftverschmutzung anzeigen lassen kann. Werte wie im Screenshot der APP “Air Quality Index China” sind in Peking leider keine Seltenheit mehr.

 

Umweltschvermutzung China

Umweltschvermutzung China

Vor allem mit Familie wird sich der ein oder andere Expat genau überlegen, ob er sich diese Belastung antut. Für ausländische Unternehmen wird es in Zukunft wohl wieder schwieriger werden, Mitarbeiter für China zu finden.

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In China wurde gestern das Jahr der Schlange eingeleitet. Natürlich mit dem üblichen Feuerwerk. Heute gibt es vor allem in Peking eine Menge Veranstaltungen, unter anderem wird das neue Jahr in vielen Tempeln begrüßt. Die Bilanz in diesem Jahr wird wohl nicht zu teuer ausfallen wie in den Jahren zuvor – China also im neuen Jahr ganz im Zeichen der Sparsamkeit und der Wirtschaftskrise?

Einen Eindruck über die Neujahrsfeiern gibt es auf youtube:

Wie die Feiern in Peking aussehen können, kann man im folgenden Video sehen, das ich 2008 aufgenommen habe

und der zweite Teil auf

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Da Facebook in China immer noch gesperrt ist, habe ich mich entschlossen, von Facebook wieder in diesen Blog umzuziehen und ihn nach längerer Pause wiederzubeleben.

A propos Facebook in China.

Richard Allan, Director of Policy in Europe spricht in einem Interview mit Ian Katz über die China-Pläne von Facebook. Auf die Frage, inwieweit Facebook chinesischen Forderungen nach Zensur entsprechen würde – wenn denn ein Markteintritt in China geplant sei – , redet er sich gekonnt heraus.

Hier das Video mit dem Interview:

http://www.guardian.co.uk/news/video/2012/mar/25/guardian-open-weekend-facebook-china

China ist die größte Quelle für Facebook-App Entwicklungen (ca. 20% laut Bloomberg.com). China ist immer noch der am schnellsten wachsende Internet-Markt, hat ca. 513 Millionen Internetbenutzer und natürlich noch viel Luft nach oben. Wenn Facebook also noch wachsen will, kann Facebook den chinesischen Markt eigentlich nicht ignorieren.
Die Frage ist, ob es eine “chinesische Lösung” geben könnte, d.h. z.B. auf facebook.cn, die vom übrigen Facebook getrennt ist, oder ob chinesische Internetnutzer in das bisherige Netzwerk integriert werden könnten.

Ob Facebook – egal mit welcher Variante – in China erfolgreich sein könnte, kann bezweifelt werden. Mit Sicherheit ist Facebook für die chinesischen Internetnutzer interessant, die Kontakte mit Ausländern haben.  Für die anderen Internetbenutzer gibt es erfolgreiche chinesische Soziale Netzwerke als Alternative, wie z.B. Qzone, Sina, Tencent und Renren.

 

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Für das Online Seminar ” Der Arbeitsmarkt in China für Studierende und Absolventen” hatten sich 47 Teilnehmer angemeldet, immerhin 26 haben an diesem sonnigen Samstag Nachmittag teilgenommen.

Hier das Ergebnis der Umfrage über die Vertragsart beim Berufseinstieg in China.

Umfrage zu den Gehaltsvorstellungen der Teilnehmer des Webinars:

Anteil - Verträge in ChinaDas Webinar richtete sich vor allem an Studierende und Berufseinsteiger, interessant ist, dass ein großer Teil mit einem lokalen Arbeitsvertrag in China den Berufseinstieg angehen würde. Letztes Jahr hat Sinojobs eine Umfrage der gleichen Art gemacht, allerdings richtete diese sich nicht nur an Berufseinsteiger. Da lag der Anteil der Arbeitnehmer, die für einen lokalen Vertrag + Ausländerzuschlag arbeiten würden, bei 44%.

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Linkedin, das weltweit größte Online Busines Netzwerk hat ja schon längere Zeit Probleme mit der chinesischen Zensur.

Nach einem Bericht des Spiegels soll es jetzt auch xing.com erwischt haben. Das Business Portal ist in China gesperrt oder zumindest der Zugriff derzeit für Benutzer nicht ohne weiteres Möglich (Verbindungsunterbrechungen, timeouts, Aufruf der Seite nicht möglich).

Facebook,  Twitter, Linkedin, Youtube und andere Dienste von Google, jetzt auch Xing.com.

xing.com hat in China ca. 500.000 Benutzer.

Die Sperre ist wohl Teil einer verschärften Kampagne gegen Regimekritiker.

Allerdings profitieren natürlich lokale Anbieter in China von diesen Sperrmaßnahmen.

Chinesische Nachahmer von westlichen erfolgreichen Online-Unternehmen wird dadurch die westliche Konkurrenz vom Leibe gehalten und die Entwicklung chinesischer Anbieter gefördert.

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Wer in China eine Universität betritt, wird an den Eingängen oft von Chinesen angesprochen, die ein gefälschtes Diplom der Universität verkaufen. Nicht gegen 20.000 oder mehr Eurosondern gegen ein paar RMB. Nicht mal in der richtigen Partei muss man sein.

China hat in der jüngeren Vergangenheit mehrere Skandale wegen gekaufter Titel hinter sich, wie der folgende Artikel auf www.diepresse.com beschreibt.

“China geht gegen erschummelte Titel vor.”

Ob Guttenberg seinen Doktortitel behält oder nicht, ist mir persönlich eigentlich egal, die Affäre zeigt aber, dass das Dr. vor dem Namen erheblich an Wert verloren hat – schade für diejenigen, die in ihrer Doktorarbeit wirklich Forschungsarbeit leisten. Ein Dr. vor dem Namen auf einem Wahlplakat ist also schonmal ein Grund, sich für einen anderen Kandidaten zu entscheiden.

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Es geh um Fußballl. Für China scheint es völlig klar zu sein, dass der Fußball aus China kommt. Wie ich auf das Thema komme?

Gestern habe ich den Film “Red Cliff” gesehen. Red Cliff ist ein chinesischer Kassenschlager, der in China sogar den Film Titanic übertrumpft hat. Bei einem Budget von 80 Millionen Dollar hat er immerhin 128 Millionen eingespielt, obwohl er nicht in westliche Kinos kam.

In dem Film von John Woo geht es um die berühmte Schlacht am Roten Felsen (赤壁之戰) im Jahr 208. Diese Schlacht wird auch im berühmten Buch “Die drei Reiche” (三國演義) beschrieben.

Am meisten Aufsehen (und eine Lachsalve) bei uns erzeugte die Szene, in der Soldaten aus Cao Caos Heer tatsächlich Fussball spielen. Cao Cao wurde  in dem Film von einem Berater sogar gelobt, da dieser neue Sport die Kraft der Soldaten stärke.

Nach den Spaghetti also ein weitere Streitpunkt um ein westliches (oder östliches?) Kulturgut.

Ich habe nach diesem Angriff auf den englischen Fußball auf jeden Fall beschlossen, ab heute die These zu verteidigen, dass Nudeln aus Italien kommen. Das werde ich in Zukunft vehement tun.

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Facebook, Google, Youtube, Twitter  und anderen populäre westliche Internetseiten wurde von den chinesischen Behörden bereits der Marktzugang erschwert oder unmöglich gemacht.  Jetzt drohen die chinesischen Zensurbehörden mit der Sperre des in China sehr populären Internettelefonieanbieters Skype.

Das Verbot soll auch andere nicht lizensierte Voice-over-IP-Anbieter wie UUCall betreffen, zielt aber wohl vor allem auf Sype ab.

Mit dem Verbot durch das Ministry of Information and Industry Technology sollen wohl die beiden einzigen in China lizensierten Betreiber China Telecom und China Unicom, die die VoIP-Entwicklung in China bisher verschlagen haben, vor ausländischer Konkurrenz geschützt werden.

Skype kooperiert in China mit dem Honkonger Unternehmen TOM Online und bietet eine chinesischsprachige Skype-Version an. Laut Skype hält sich das Unternehmen an chinesische Gesetze, und es ist nicht geklärt, inwieweit Skype mit den chinesischen Behörden kooperiert. Allerdings bleibt Benutzern in China immer noch die Möglichkeit eine englischsprachige Version von Skype von nichtchinesischen Servern herunterzuladen.

Nach Angaben der chinesischen People‘s Daily, eine Art Sprachrohr der kommunistischen Partei Chinas wurden die VoIP-Dienste bereits als illegal eingestuft und es wird erwartet, dass diese Dienste bald in China nicht mehr verfügbar sind.

Ich frage mich wie groß der Aufschrei in China wäre, wenn westliche Länder unter irgendeinem Vorwand chinesische Dienste wie Baidu oder Alipay sperren würden, um die heimische Konkurrenz vor chinesischen Anbietern zu schützen.

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Der Pulverdampf hat sich gelegt, Google und die chinesische Regierung haben sich wohl auf einen Waffenstillstand verständigt, bei dem beide Seiten das Gesicht wahren können.

Google hatte Anfang des Jahres angekündigt, in China nicht mehr zu zensieren. Es war viel über die Beweggründe spekuliert worden. Die Herkunft des Google-Mitbegründers, ein Ausweg aus einem erfolglosen Markt oder doch ein echtes Aufbegehren gegen Internetzensur und gegen den entdeckten Angriff auf Google-Konten, der anscheinend von China ausging (Beweise gibt es dafür wohl noch nicht so richtig).
In der chinesischen Presse war die Ankündigung nach einigem Zögern weitgehend als Aktion kritisiert worden, hinter der die US-Regierung stehe.
Google hatte danach einen halben Rückzieher gemacht, indem die Suche von google.cn einfach auf die Hongkonger Webseite umgeleitet wurde, die nicht durch Google selbst zensiert wird – jedoch von der chinesischen Zensurbehörde.
So ausgetrickst zu werden hat der chinesischen Regierung natürlich gar nicht gefallen. Als die jährliche Lizenzverlängerung anstand wurde Google bedeutet, dass eine automatische Weiterleitung nicht akzeptiert werden würde. Die ICP-Lizenz (Online Lizenz, die jede Webseite in China haben muss, um legal betrieben zu werden) war in Gefahr.
Google hat danach immerhin die Webseite von google.cn so geändert, dass der Benutzer nicht mehr automatisch auf die Hongkonger Seite weitergeleitet wird. Wer jetzt auf die Google-Suche will muss aktiv auf einen Link klicken. Das hat die chinesische Regierung trotz vieler Unkenrufe von Experten wohl akzeptiert.
Wie ist dieser Kompromiss zu bewerten?
Erst mal hat Google einen Markt nicht verlassen, auf dem das Unternehmen durchaus erfolgreich war. Baidu ist zwar Marktführer, wenn man allerdings bedenkt mit welchen Hindernissen Google konfrontiert war, kann man den Marktanteil von mehr als 30% durchaus als Erfolg bewerten.
Unter anderem gab es immer wieder Blockaden durch die chinesischen Zensurbehörden. Des weiteren hatte Google jahrelang den Nachteil, dass es eine Musiksuche ähnlich wie die beliebte mp3-Suche von Baidu, nicht anbieten konnte – dies hätte wohl sofort eine Menge Klagen in den USA zur Folge gehabt.
Es gab sogar 2002 und 2008 Berichte, wonach Google.cn von den chinesischen Zensurbehörden auf den Konkurrenten baidu.com weitergeleitet wurde.
Die chinesische Regierung hat ihr Gesicht ebenfalls gewahrt und kann durch die Blockade einiger Google-Dienste immerhin immer wieder Nadelstiche setzen, um zu beweisen, dass die jetzige Lösung vom Goodwill der chinesischen Regierung abhängig ist.
Google hat mit der Aktion zwar etwas Marktanteil verloren, immerhin als großes Unternehmen ein Ausrufezeichen gegen Internetzensur gesetzt und dabei den größten Wachstumsmarkt im Internet riskiert.
Auf das nächste Kapitel in dem Streit kann man gespannt sein.

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Facebook ist derzeit in China immer noch gesperrt. Es gab kurzfristig Gerüchte, Facebook wolle in den chinesischen Markt, eine chinesische Sprachversion gibt es ja schon seit längerem.

Login in Facebook ist trotz der Sperre möglich, allerdings nur mithilfe von Proxy Servern oder VPN Verbindungen.  Ich verwende dafür http://www.strongvpn.com.  Allerdings muss man  Open VPN verwenden, da manche Internet Service Provider in China das Generic Routing Encapsulation Protokoll sperren, das für PPTP VPN-Verbindungen benötigt wird. Damit ist der Login in Facebook oder andere Social Networks die in China gesperrt sind, ohne weiteres möglich.


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