April 2009
Monthly Archive
Tue 21 Apr 2009
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KoreaComments Off on Minerva freigesprochen
Letztes Jahr wurde der koreanische Blogger Park Dae Sung unter dem Pseudonym “Minerva” zur Ber�hmtheit. Er hatte mehr als 100 Artikel zur koreanischen Wirtschaft auf seinem Blog ver�ffentlicht und einige richtige (aber auch einige falsche) Voraussagen getroffen. So sagte er z.B. die Abwertung des koreanische Won gegen�ber dem Dollar voraus sowie den Kollaps von “Lehman Brothers”.
Zum Verh�ngnis wurde ihm ein Beitrag, in dem er behauptete, die koreanische Regierung verbiete bestimmten Finanzinstitutionen und Handelsfirmen, US-Dollar zu kaufen.
Die Staatsanwaltschaft klagte ihn daraufhin wegen des Versto�es gegen das koreanische Kommunikationsgesetz an. Er habe bewusst Falschmeldungen verbreitet, der koreanischen Wirtschaft geschadet und Aktienkurse manipuliert.
Die Festnahme hatte in Korea zu Diskussionen um die Meinungsfreiheit gef�hrt.Der Staatsanwaltschaft wurde vorgeworfen, nur einen Regierungskritiker Mundtod machen zu wollen.
Jetzt wurde “Minerva” freigesprochen. Der Richter konnte nicht erkennen, wie der Blogger dem �ffentlichen Interesse geschadet habe.
Der Blog war in Korea sehr popul�r, hatte teilweise �ber 200.000 Besucher am Tag.
Jetzt kann sich Minerva also weiterhin zur koreanischen Wirtschaft auslassen und d�stere Untergangsszenarien verbreiten.
Mon 20 Apr 2009
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KoreaComments Off on Korea – Christliche Mission auf den Punkt gebracht
Mich hat es mal wieder mal f�r 3 Wochen nach Korea verschlagen, deshalb wird es in n�chster Zeit wieder einige Eintr�ge von mir �ber meine Eindr�cke aus Seoul geben.
S�dkorea ist nach den Philippinen, das asiatische Land mit dem h�chsten Bev�lkerungsanteil bekennender Christen. In Deutschland sieht man manchmal einen Zeugen Jehova still in einer Ecke stehen. In Korea sind christliche Missionare aggressiver, laufen mit Lautsprecher durch die Gegend. Auch die Botschaft erinnert eher an das Mittelalter. Der eifrige Missionar im folgenden Bild hat die christilche Botschaft wohl wirklich auf den Punkt gebracht:
Lord Jesus Heaven
No Jesus Hell

- Korea – Christliche Mission
Thu 16 Apr 2009
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China Allgemein ,
Erlebnisse in ChinaComments Off on Rubbelgl�ck
Mir ist noch nicht klar, was die Steuerbeh�rde hier in China versucht.�Diese kann n�mlich�nur die Ums�tze verfolgen,die �ber sogenannte “Fapiaos” laufen. D.h., neben der normalen Rechnung, die z.B. im Restaurant oder Laden ausgestellt wird,muss man noch mal eine “offizielle” Rechnung, den sogenannten “Fapiao”, erbeten. Dieser wird entweder �ber eine spezielle Maschine gedruckt, oder die Firma muss daf�r offizielle Schreibbl�cke erwerben, auf denen dann per Hand ausgestellt wird. Da die Nachverfolgung von solchen Steuers�nden wohl gering ist, haben die ausstellenden Restaurants oder Firmen also auch keine Lust, solche Fapiaos auszustellen. D.h., es fallen auch keinen Einnahmen f�r den Staat an. Deshalb musste ein Anreiz geschaffen werden.
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So wurde auf den maschinell ausgestellten Fapiaos oben ein kleines, silbernes Rubbelfeld aufgetragen. Das kann man aufrubeln, und darunter ist dann mit wenig Gl�ck eine 1, 2, 10, 50, 100 oder 1000 RMB Zeichen. Dieses kann man dann sofort beim Restaurant in Bares einl�sen…wenn man Gl�ck hat, denn zu oft gewinnt man nicht. Dennoch hatte dieses kleine Feld wohl die Wirkung, dass mehr Leute als sonst nach Fapiaos fragen…und somit der Staat mehr einnimmt.
Dennoch halte ich den Steuerbetrug hier f�r hoch. So gibt es z.B. auch bei der Wohnungssuche immer�2 Preise. Einen, den g�nstigen,ohne Fapiao (10 bis 20% g�nstiger), und den teureren Preis, wenn man einen Fapiao will. Die meisten Chinesen, die ich kenne, mieten ohne Fapiao…die meisten Ausl�nder mit, da sie ja die Wohnung meist von ihrer Firma bezahlt bekommen.
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Heute habe ich �brigens nach langer Zeit mal wieder gerubbelt und 10 RMB gewonnen. Wenn das kein gutes Zeichen ist!
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Leo.
Wed 15 Apr 2009
Posted by admin under
Business ,
Recht und B�rokratieComments Off on Probleme und deren chinesische L�sung oder “Die Versuchung”
In China passieren im Gesch�ftsleben �fters Dinge die so in Deutschland undenkbar w�ren.
Ein� nat�rlich anonymer Bekannter eines anonymen Bekannten hat ein interessantes Problem: Er hatte schon l�nger mit seiner Buchhalterin Meinungsverschiedenheiten. Es ging um versp�tete Lohnzahlungen (wenn auch nur um einige Tage), eine Projektmanagerin, die eingestellt wurde und nebenbei pl�tzlich die Arbeit der Buchhalterin kontrollierte, auch um die Erledigung einer Arbeiten, die eher nicht in das Aufgabengebiet einer Buchhalterin fallen. Irgendwann kam es zum ultimativen Krach.
Normalerweise verschwinden nachtragende Angestellte ja eher mit den Firmenstempeln, die sich zwar aufw�ndig aber doch irgendwie ersetzen lassen.
Die chinesische Buchhalterin verschwand aber mit allen Unterlagen, die f�r die Bilanzpr�fung ben�tigt wurden: Rechnungen, Quittungen, Lohnabrechnungen, Schecks, Kontoausz�gen und sonstigen Unterlagen der Bank, sogar die Visitenkarten und Adresse der Steuerberatung lies sie mitgehen.
Der Chef, der nicht gut chinesisch kann, hatte also nicht einmal mehr Namen und Adresse der Steuerberatung des Unternehmens, das B�ro war leer ger�umt.
Die Buchhalterin ist k�rzlich umgezogen. Sie kommt nicht aus Peking, die Wohnung, die sie in Peking gekauft hatte, l�uft nicht auf ihren eigenen Namen. Niemand hat die geringste Ahnung wo sie ist.
Er hat eine neue Steuerberatung gesucht und wurde das erste mal seit er in China ist, wirklich in Versuchung gef�hrt: Der erste Vorschlag der neuen Steuerberatung war nicht etwa, die Buchhalterin zu finden oder f�r den Fall das sie nicht auffindbar sei, eine andere legale M�glichkeit zu suchen, sondern einfach eine kleine Wirtschaftspr�fung zu schmieren, die dann die Bilanzpr�fung ohne Unterlagen durchf�hrt.
Ich bin sehr gespannt wie die Geschichte ausgeht (er wird mich f�r den Blog auf dem laufenden halten). Erstmal wird die Suche nach der Buchhalterin fortgesetzt. Und nat�rlich die Steuerberatung nochmal gewechselt und wohl Gespr�che mit den Lokalen Steuerbeh�rden aufgenommen.
Tue 14 Apr 2009
Posted by Holly under
China Allgemein ,
Chinesische Kultur ,
Erlebnisse in ChinaComments Off on Maos livehouse
…ist der Platz, in dem (neben D-22 im Haidian district)�in Peking junge Rockbands auftreten. Dabei gibt es einige Bands, die eher entt�uschen. Aber am Samstag abend gab es mal wieder ein echtes Highlight. ????? (h�u�h?i�d��sh? y�), �bersetzt “Queen Sea big shark”, sind aufgetreten. Gegen 22 Uhr ging es mit einer ca. 6 min�tigen Einstimmungsvideo los. Dabei wurde, zu ihrem Song C.B.D., Bilder aus China, dem chinesischen Fernsehen, Videoschnipsel und Pekinger Impressionen zusammengef�hrt. Ob es sich dabei um eine Hommage oder eine Satire handelte, konnte ich leider nicht feststellen.
Danach betraten die Frontfrau und Schlagzeuger, Gittarist und Bassist die B�hne, und die ca. 200 bis 300 Konzertbesucher begr��ten sie freudig. Die Band ist wohl nicht mehr ganz unbekannt, zu allen Songs wurde freudig mitgesungen. Dabei sind die Songtexte alle in Englisch, wobei ich wie oft dennoch wenig verstanden habe. Generell kamen die Songs um einiges rockiger r�ber, als sie auf der CD sind, die ich mir sp�ter gekauft hatte. Aber das zeichnet ja auch gute Livebands aus.
Im Konzertsaal herrschte schnell ein Klima wie in der Saune, aber da mu�ten Zuschauer und Band �ber 90 Minuten durch. Gegen kurz vor 12 war das Konzert wieder vorbei, und die Menge str�mte heim oder in die umliegenden Cafes und Bars, vor allem in die benachbarte und �beraus beliebte Nan Luo Gu Xiang.
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Solche Abende zeigen mir immer, dass in China viel in Bewegung ist – mehr als Wirtschaftswachstum, Umweltverschmutzung oder die Probleme der Menschenrechte. Es gedeiht hier etwas Neues, Eigenes, die Leute sind kritisch und kreativ, und es zeigt mal wieder, dass dieses Land nicht mit ein paar W�rtern beschrieben werden kann, sondern dass es hier alles gibt. Gutes wie Schlechtes.
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Wer mal Lust hat reinzuh�ren, die Band ist auf myspace zu finden: Englisch gibt es hier:
http://cn.profile.myspace.com/index.cfm?fuseaction=user.viewprofile&friendID=1301067668
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und Chinesisch hier:
http://www.myspace.cn/queenseabigshark
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Mein Liebling ist �brigens Nr. 5: der Song “hello! passengers!” sowie 6 “love is pop”
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P.S. Der Bandtitel bezieht sich �brigens auf den benachbarten Houhai See. Allerdings hat der keine Haie, sondern h�chstens ein paar Goldfische, welche bei der akuten Wasserverschmutzung allerdings oft schon an der Oberfl�che treiben (beim letzten Bootstrip, letzten Sonntag, habe ich 3 gez�hlt).
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Leo.
Sun 12 Apr 2009
Posted by Holly under
China Allgemein ,
Erlebnisse in ChinaComments Off on Rockkonzerte in China
Wir hatten uns schon gefreut, am 3. April h�tten Oasis in Peking spielen sollen. Gewiss, die Band hat ihren Zenit wohl schon �berschritten, und es gibt heutzutage Musik, die ich lieber h�ren w�rde. Da aber die Alternativen gering sind, h�tte es auch Oasis getan. Aber schon Wochen vorher, als wir die Tickets kaufen wollten, wurden wir von der Meldung �berrascht, dass das Konzert abgesagt wurde. Angeblich wegen finanziellen Problemen des Veranstalters.
In der Zwischenzeit sind wir den Gr�nden etwas n�her gekommen. Und zwar haben wir einen Chinesen amerikanischer Abstammung kennen gelernt, welcher als Musikpromoter in Peking lebt. Dieser erl�uterte uns, dass bei Oasis der Bandgr�nder Noel Gallagher wohl Ende der 90er Jahre bei einem Pro-Tibet Konzert mitgespielt hatte. Dies war einem Offiziellen aufgefallen, und deshalb wurden die Konzerte verboten.
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Laut diesem Musikmanager gibt es aber noch eine andere H�rde. Und zwar m�ssen fremdl�ndische Bands vor der Konzertreise ein komplettes Dokument abgeben, in dem sowohl w�rtlich alle Liedtexte aufgef�hrt sind sowie die Ansprachen zwischen den Liedern. Spontanit�t ade! Angeblich sitzt bei den Konzerten eine Kommission im Hintergrund, welche bei Abweichung von den Texten den Stecker zieht (was ich nicht glaube), aber vor allem sp�ter den Veranstalter, und nicht den S�nger, f�r die Abweichung haftbar macht. Je nach Art der Abweichung geht es hier um Geldstrafen oder Gef�ngnis. Da die Veranstalter lokale Firmen sind, wird dies wohl der Hauptgrund sein, warum kein Veranstalter sich unter diesen Umst�nden darauf einlassen will, eine Rockband wie Oasis, die sich in fr�heren Jahren auch schon mal betrunken auf der B�hne gepr�gelt haben oder das Publikum anp�beln, unter Vertrag zu nehmen. W�rde ich selber auch nicht machen.
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Aber das hei�t auch, dass wir auch in Zukunft auf gute Konzerte verzichten m�ssen. Ausl�ser f�r die Versch�rfung war �brigens wohl die S�ngerin Bj�rk, welche nach einem Konzert in Shanghai wohl und dem Song�”declare independence” wohl dazu noch “Tibet, Tibet” gerufen hat. Generell kann man dar�ber streiten, welchen Nutzen es den Tibetern bringt, wenn solche Statements gemacht werden. Aber nun ist das Kind schon in den Brunnen gefallen. Statt Oasis kam �brigens Celine Dion, bei der wohl keine Angst besteht, dass sie aus ihrer Rolle f�llt.
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Leo.
Wed 8 Apr 2009
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China Allgemein ,
Chinesische Kultur ,
Erlebnisse in China ,
Olympia 2008Comments Off on �bergriff auf einen Ausl�nder von Ausl�ndern
Neulich hatte ich ja schon einmal �ber die gestiegene Gewaltbereitschaft in SANLITUN berichtet. Seit neustem gibt es einen Fall, der die Ausl�nder hier in Peking noch mehr erschreckt. Und zwar wurde vor knapp 1 Woche ein Ausl�nder in SANLITUN �berfallen. Von 2 bis 3 M�nnern und mit einem sogenannten “Taser”, einer Elektroschockpistole. Das Erschreckende f�r viele daran: Der Mann wurde nicht von Chinesen, sondern von Ausl�ndern �berfallen und beraubt. Das trifft die hier lebenden Ausl�nder an einer empfindlichen Stelle, den bislang lief man hier blind durch alle dunklen Gassen, weil 2 Glaubenss�tze galten:
1.) Chinesen �berfallen keine Ausl�nder, da dies
a.) gegen Kultur und Gastfreundschaft verst��t aber
b.) vielmehr damit zu tun hat, dass die chinesischen Gerichte �bergriffe auf Ausl�nder viel st�rker ahnden als auf Einheimische
2.) In China/Beijing lebende Ausl�nder stellen auch keine Gefahr da (h�chstens als betrunkene Raufbolde), da diese
a.) Entweder als Expats hier leben und im Geld schwimmen
b.) Seit langer Zeit in Peking sind und sich ein eigenes Business er�ffnet haben (brauchen also auch kein Geld aus Ueberf�llen)
c.) Als Praktikanten oder Studenten hier nur ein halbes Jahr sind und sich nicht auf �berf�lle spezialisieren
d.) Generel fast alle hier lebenden Ausl�nder nicht aus den Schichten kommen, aus denen Gewaltt�ter �fters vermutet werden.
Dieser Glaubenssatz gilt nun nicht mehr. Ich bin gespannt, ob es zu weiteren �bergriffen kommt. Anscheinend hat auch die lokale Polizei schon Sorgen, denn die meisten chinesischen Polizisten streifen noch immer ohne Waffe (selbst ohne Schlagstock oder Handschellen) durch ihr Revier, da der Respekt gegen�ber ihrem Amt noch existiert. Im Falle eines Zusammentreffens mit obiger R�uberbande w�rde ihnen das aber auch nicht mehr helfen.
Leo.
Sat 4 Apr 2009
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China AllgemeinComments Off on Lu Liu und die Unabh�ngigkeit
Liu lebt, aufgrund seiner angespannten finanziellen Lage, noch mit seinen Eltern zusammen. Obwohl, wenn er genug Geld h�tte, bin ich gar nicht sicher, ob er wegziehen w�rde. Aber das ist ein anderes Thema. Er lebt auf jeden Fall mit Eltern, Tanten, Oma und anderen (insgesamt 10 Familienmitgliedern) in einem alten Hutong. Als ich ihn frage, wie er sich mit seiner Oma versteht, meint er: “Ich sehe sie jeden Tag, aber wir haben seit einem Jahr nicht mehr miteinander geredet. Und das kam so: Der Hutong besteht aus mehreren zusammenh�ngenden H�usern. Angemietet ist das alles von Lius Vater. Als nun vor einem Jahr ein Onkel wegzog, wurde ein Zimmer frei. Sowohl seine Tante als auch die Oma hatten sich wohl Hoffnungen auf das Zimmer gemacht.
Und so h�tte es der Tradition halber auch sein sollen, aber Lius Vater hat sich das Zimmer selber zu eigen gemacht. Ohne R�cksprache. Und deshalb reden Tante und Oma nicht mehr mit dem Vater, und folglich auch nicht mehr mit Liu. Das Problem ansprechen wird keiner, und der Vater wird das nicht r�ckg�ngig machen, weil er damit seinen Fehler zugeben w�rde. Somit wird diesee angespannte Stimmung auf unbestimmte Zeit fortdauern. Eine Rettung w�re eine R�ckkehr des ausgezogenen Onkels, aber danach sieht es nicht aus.
Leo.
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