May 2009


Ist da jetzt jemand einfach nur ehrlich, soll es kreativ sein oder einfach nur Werbung (an der ich mich hiermit beteilige, indem ich den Screenshot poste)? OK, es ist eine Werbeagantur, d.h. ich gehe davon aus, es ist kreativ und Werbung.

nicht-erreichbar

Als Unternehmen gibt man ja gerne seine Referenzen an, das ist derzeit f�r mich wieder aktuell, da es um einen neuen Job geht.

Es gibt einige Gr�nde, die mich aber ab und zu davon abhalten:

  • Z.b. wenn der Kunde nach Fertigstellung des Auftrags �nderungen vorgenommen hat. Ganz krass war dies einmal bei einem Auftrag, bei dem es fast nur um SEO ging, kaum war der Kunde bei einem anderen Anbieter, wurde alles, was wir gemacht hatten, �ber den Haufen geworfen zugunsten von Design�nderungen.
  • Ganz schnell verschwand auch ein Projekt von der Liste unserer Referenzen, als der Kunde selbst �nderungen vornahm, die nicht das gew�nschte Ergebnis hervorbrachten. Dann setzte er einen Text unter die Webseite in der Art: “Wir sind keine Profis, deshalb ist die Seite derzeit Mist” (den genauen Wortlaut habe ich vergessen, aber im Prinzip ging es darum). Gesagt hat er uns davon nichts, wir haben es irgendwann zuf�llig selbst entdeckt.
  • Schlimm sind auch Rechtsanwaltskanzleien, die uns tausend Dokumente unterzeichnen lassen, bevor wir irgendwelche Daten erhalten. Irgendwo steht dann mit Sicherheit auch drin, dass das Projekt nicht als Referenz verwendet werden darf und die Zusammenarbeit vertraulich ist. Das ist nat�rlich schade, da wir einige Anwaltskanzleien in China als Kunde hatten.
  • Ein Projekt h�tte ich auch gerne als Referenz angegeben, es ging aber nicht. Wir haben den Kunden beraten, er war begeistert und hat sich viele Notizen gemacht. 2 Wochen sp�ter waren alle unsere Vorschl�ge umgesetzt, allerdings von einem billigeren chinesischen Konkurrenten.
  • Schade ist auch, wenn man nur f�r einen Teil des Projekts zust�ndig war. Ich habe z.B. f�r einige Projekte auch nur einen Businessplan entworfen es war offen, wer ihn umsetzt, wir oder ein Konkurrent. Die Umsetzung geschah dann durch andere Dienstleister,� das Ergebnis ist herzzerfetzend, hat mich beinahe zum Weinen gebracht und hat mit dem urspr�nglichen Plan wenig zu tun.

Viele Webdesigner setzen ans Ende der Seite oder ins Impressum auch einen Link auf die eigenen Homepage. Das ist eigentlich ganz gute Werbung, w�rde ich aber nie mehr machen, irgendwann kommt man sonst in die peinliche Lage, dass man den Kunden bitten muss, den Link zu entfernen.

Wenn ich es dann so recht �berlege, hat sich meine Referenzliste seit Ewigkeiten nicht ge�ndert.

Es gab einige interessante Nachrichten aus China, leider bin ich derzeit st�ndig unterwegs, deshalb nur mal ein paar Links:

Komisch, dass ich diesen Blog so lange �bersehen habe:� http://blogs.chinesepod.com/de/. Ein guter Blog f�r alle, die chinesisch bzw.� praxisnahe Phrasen lernen m�chten. Vor allem die Erkl�rungen sind sehr ausf�hrlich und gut verst�ndlich.

Die komischste Geschichte, was Job-Hopping in China angeht:

Es ist immer wieder lustig, wenn man in ausl�ndischen Firmen in China sowohl mit dem ausl�ndischen Chef als auch mit den chinesischen Mitarbeitern Kontakt hat.

Ein Mitarbeiter verl��t das Unternehmen. Der Chef jammert �ber die chinesische “Job-hopping”-Mentali�t, Gehalt sei alles, blablabla. Der Mitarbeiter habe die Firma von einem Tag auf den anderen verlassen, den Arbeitsvertrag gebrochen (d.h. K�ndigungsfrist nicht eingehalten) und nicht einmal die Bonuszahlung verlangt, die 2 Wochen sp�ter noch f�llig war.

Das machte mich doch etwas stutzig. Die Erkl�rung des Mitarbeiters: Der Chef habe seine ausl�ndischen Kollegen besser behandelt als die chinesischen und sei ein Rassist. Ich habe etwas nachgehakt. Konkreter Vorwurf, der das Fass zum �berlaufen gebracht habe:� Pl�tzlich habe es unterschiedliche Toiletten f�r Chinesen und Ausl�nder gegeben, die chinesischen Mitarbeiter h�tten keinen Zutritt zur “guten” Toilette mehr (es gab zwei auf dem Stockwerk).

Ich habe den Chef gefragt, dessen Erkl�rung: Keiner habe mehr Zugang zur “guten” Toilette, wie sie von allen scherzhaft schon beim Einzug in das B�rogeb�ude genannt worden war, sie sei jetzt eben zugeschlossen, keine Ahnung warum, er habe nicht dar�ber nachgedacht, er und zumindest die anderen ausl�ndischen Mitarbeiter gingen jetzt eben ein Stockwerk h�her.

Der Hauptunterschied zwischen den Toiletten: Die “gute” war westlicher Stil zum Hinsetzen, die weniger sch�ne, die von allem gemieden wurde, war eine Hocktoilette.

Naja, h�tten sie doch nur mal miteinander geredet. Aber es gibt eben einige Themen, die gemieden werden, der Mitarbeiter ist eben ohne ein Wort zum Chef verschwunden.

Ein echter Br�ller, den ich aus dem Heise-Forum habe. Was passiert, wenn B�rger bevormundet werden (zum vergr��ern auf das Bild klicken).

live-search - Zensur

Eine andere Art von Zensur – die geplante Sperre von Kinderpornoseiten -� ist ja im Moment Top-Thema in der deutschen Internetgemeinde. Anstatt Wege zu schaffen, gegen die Betreiber solcher Seiten vorzugehen wird eben mal gesperrt – mit Mitteln, die von jedem Internetbenutzer ohne viele Kenntnisse innerhalb von ein paar Sekunden umgangen werden k�nnen. Dazu werden vom BKA Seiten indeziert und von den Providern gesperrt. Die entstehende geheime Sperrliste gibt dem BKA also die M�glichkeit, unkontrolliert einfach mal alles zu zensieren. Mit Mitteln, die v�llig ungeeignet sind, das eigentliche Ziel zu erreichen. Entschieden wird das offenbar von Politikern, die sich nicht einmal die M�he machen, sich mit der Materie zu besch�ftigen.

Also zumindest letztes Jahr hat man das hier gebraucht, um ein F-Visum (Business Visum) f�r China zu erhalten:

  • Flugticket (Hin- und R�ckflug)
  • Hotelreservierung in China f�r den kompletten Aufenthalt
  • Einladungsschreiben
  • Antragsformular mit Photos (wieviel wei� ich nicht mehr)

Das Einladungsschreiben wird von der Firma organisiert, mit der man Gesch�fte macht. Die schreibt das Einladungsschreiben nicht selbst sondern beantragt es z.B. f�r Peking hier:

Beijing Municipal Bureau of Commerce
Service Hall on the first floor, Counter 11,
190 Chaoyangmennei Daijie, Dongcheng District, Beijng 100010
Telefon: 010-6522 1696, 010-6523 6688 Extension. 2165

http://eservice.beijing.gov.cn/

Bzw. die englische Version: http://www.ebeijing.gov.cn/default.htm

Hier gibts die genauen Infos auf englisch: http://www.ebeijing.gov.cn/visa/Fvisa/t982146.htm

Wenn man mich fragt, wie kompliziert es ist, in China eine Firma zu registrierten, sage ich scherzhaft immer: In Deutschland hat es 30 Minuten gedauert, in China 3 Monate. Der Vergleich hinkt nat�rlich, weil ich in Deutschland mit der GbR eine sehr unkomplizierte Rechtsform gew�hlt habe. Die Registrierung einer GmBH ist in Deutschland auch aufw�ndiger. Egal.

Ich habe mir heute noch einmal den aktuellen Stand angesehen, was man ben�tigt, wenn man eine Wholly Foreign Owned Enterprise in Peking registriert. Dann habe ich mir die Liste angeschaut. Was bekommt man eigentlich an Dokumenten von den B�rokraten zur�ck?

Wenn man das vergleicht, was die Anzahl der Dokumente bzw. Stempel angeht, nicht mal unbedingt ein Verlustgesch�ft.

Also, die folgenden Dokumente muss man vorbereiten:

  1. Name Reservation Form
  2. Application Letter
  3. Articles of Assoctiation
  4. List of Directors /Shareholders
  5. Office Lease Agreement (ok, da braucht man auch einige Dokumente, die der Vermieter vorbereiten muss, ich z�hls mal als eines)
  6. Notarized Certificate of Incorporation bzw. Handelsregisterauszug
  7. Passport of WFOE Direcor(s)
  8. Bank Reference Letter
  9. Application Form
  10. Power of Attorney (d.h. Vollmacht f�r den Rechtsanwalt)
  11. Resume of Legal Representative / Chairman of the Board
  12. Letter of Appointment for legal help f�r den Anwalt
  13. Inventarliste (manchmal)
  14. Kontaktdaten des Supervisors der WFOE (Name, Vorname, ID, Adresse)

Das habe ich zur�ckbekommen bzw. diese Dokumente und Stempel musste ich dann in meinem Safe aufbewaren oder an die Wand h�ngen.

  1. 1 Orginal:� ????????������ Corporate Business License der PRCh
  2. 2 Kopien:� ????????������ Corporate Business License der PRCh
  3. 1 Original: ????����������������������� Certificate of approval
  4. 2 Kopien: ????������������������������ Certificate of approval
  5. 1 Original: ????????������ Organization Code Certificate
  6. 1 Kopie:????????����������� Organization Code Certificate
  7. 1 Original: ????? � � � � � � � � � Tax Registration Certificate
  8. 1� Kopie ?????����������������������� Tax Registration Certificate
  9. 1 Original ?????������������������� Approval documents for foreign exchange
  10. 1 Original: ?????������������������ Statistics Registration Certificate
  11. 1 Original: ?????������������������ Statistics Registration Certificate
  12. 1 Original: ?????????� Zertificate of registration of the foreign-invested enterprise
  13. ??� � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � �� 1 Stempel
  14. ???������������������������������������������������ noch ein Stempel
  15. ??? � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � noch ein Stempel
  16. ??? � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � noch ein Stempel

knappes Ergebnis: 16 : 14 f�r die B�rokraten. Der Aufwand lohnt sich also.

Auf www.chinaseite.de gibt es in den n�chsten Tagen nach mehreren Anfragen auch mal einen praxisnahen Bericht aus eigener Erfahrung. Was muss man beachten, was bedeuten die vielen Stempel und Zertifikate eigentlich, was kann schiefgehen?

Wenn mich also jemand noch einmal bittet, einen Business Plan f�r China zu zu pr�fen oder zu schreiben, werde ich dieses Ergebnis auch mit einflie�en lassen.

http://www.419eater.com/ ist eine lustige Internetseite. Im Prinzip geht es darum, die Zeit von Internetbetr�gern zu “stehlen”. D.h, man bekommt eine Spam-Email, in der einem irgendwelche Gewinne oder lukrative Gesch�fte angeboten werden. Wenn man darauf eingeht, wird einem das Geld aus der Tasche gezogen.

Jetzt gibt es aber Leute, die absichtlich darauf eingehen und die Online-Betr�ger besch�ftigen und versuchen, sie l�cherlich zu machen. Das kann man dann auf 419eater.com ver�ffentlichen. Das Ergebnis gibt es dann im Trophy-Room oder im Forum der Webseite.

Eigentlich ein alter Hut, die Seite gibt es schon ewig. Heute wurde ich aber mit einer geplanten China-spezifischen Variante konfrontiert. Ein Opfer von chinesischen Online-Betr�gern �berlegt sich, einen Feldzug zu starten. D.h. er will bei bekannten chinesischen Betrugsseiten Sachen bestellen, nicht bezahlen und deren Support besch�ftigen. Er hat mich um eine “juristische Einsch�tzung” gebeten, was passieren k�nnte, wenn er ausnahmsweise mal einen seri�sen H�ndler “besch�ftigt”.

Naja, erstmal bin ich kein Jurist. Als Mensch, der von sich glaubt, mit gesundem Menschenverstand versehen zu sein, habe ich ihm abgeraten.

Er hat �brigens 400 Euro nach China �berwiesen. Dann wurde er gebeten, Steuern oder Zoll nachzu�berweisen. Das hat er auch gemacht. Deshalb �rgert er sich doppelt. Bekommen hat er nichts, der vorbildliche support war pl�tzlich nicht mehr erreichbar.

Ich glaube, von der Masche habe ich schon ein paar Beispiele in meinem Blog in fr�heren Beitr�gen.

Ich bekomme andauernd Angebote von Verlagen, ein Buch �ber China zu schreiben, �ber meine Erlebnisse, was auch immer. Manchmal sind sogar seri�se Angebote dabei. Da ich aber schlecht mit Kommasetzung bin, kommt das leider nicht f�r mich in Frage. Also vorerst bitte keine Anfragen mehr.

Ein N�tzlicher Link dazu: http://www.korrekturen.de/

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