Wenn man mich fragt, wie kompliziert es ist, in China eine Firma zu registrierten, sage ich scherzhaft immer: In Deutschland hat es 30 Minuten gedauert, in China 3 Monate. Der Vergleich hinkt nat�rlich, weil ich in Deutschland mit der GbR eine sehr unkomplizierte Rechtsform gew�hlt habe. Die Registrierung einer GmBH ist in Deutschland auch aufw�ndiger. Egal.

Ich habe mir heute noch einmal den aktuellen Stand angesehen, was man ben�tigt, wenn man eine Wholly Foreign Owned Enterprise in Peking registriert. Dann habe ich mir die Liste angeschaut. Was bekommt man eigentlich an Dokumenten von den B�rokraten zur�ck?

Wenn man das vergleicht, was die Anzahl der Dokumente bzw. Stempel angeht, nicht mal unbedingt ein Verlustgesch�ft.

Also, die folgenden Dokumente muss man vorbereiten:

  1. Name Reservation Form
  2. Application Letter
  3. Articles of Assoctiation
  4. List of Directors /Shareholders
  5. Office Lease Agreement (ok, da braucht man auch einige Dokumente, die der Vermieter vorbereiten muss, ich z�hls mal als eines)
  6. Notarized Certificate of Incorporation bzw. Handelsregisterauszug
  7. Passport of WFOE Direcor(s)
  8. Bank Reference Letter
  9. Application Form
  10. Power of Attorney (d.h. Vollmacht f�r den Rechtsanwalt)
  11. Resume of Legal Representative / Chairman of the Board
  12. Letter of Appointment for legal help f�r den Anwalt
  13. Inventarliste (manchmal)
  14. Kontaktdaten des Supervisors der WFOE (Name, Vorname, ID, Adresse)

Das habe ich zur�ckbekommen bzw. diese Dokumente und Stempel musste ich dann in meinem Safe aufbewaren oder an die Wand h�ngen.

  1. 1 Orginal:� ????????������ Corporate Business License der PRCh
  2. 2 Kopien:� ????????������ Corporate Business License der PRCh
  3. 1 Original: ????����������������������� Certificate of approval
  4. 2 Kopien: ????������������������������ Certificate of approval
  5. 1 Original: ????????������ Organization Code Certificate
  6. 1 Kopie:????????����������� Organization Code Certificate
  7. 1 Original: ????? � � � � � � � � � Tax Registration Certificate
  8. 1� Kopie ?????����������������������� Tax Registration Certificate
  9. 1 Original ?????������������������� Approval documents for foreign exchange
  10. 1 Original: ?????������������������ Statistics Registration Certificate
  11. 1 Original: ?????������������������ Statistics Registration Certificate
  12. 1 Original: ?????????� Zertificate of registration of the foreign-invested enterprise
  13. ??� � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � �� 1 Stempel
  14. ???������������������������������������������������ noch ein Stempel
  15. ??? � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � noch ein Stempel
  16. ??? � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � noch ein Stempel

knappes Ergebnis: 16 : 14 f�r die B�rokraten. Der Aufwand lohnt sich also.

Auf www.chinaseite.de gibt es in den n�chsten Tagen nach mehreren Anfragen auch mal einen praxisnahen Bericht aus eigener Erfahrung. Was muss man beachten, was bedeuten die vielen Stempel und Zertifikate eigentlich, was kann schiefgehen?

Wenn mich also jemand noch einmal bittet, einen Business Plan f�r China zu zu pr�fen oder zu schreiben, werde ich dieses Ergebnis auch mit einflie�en lassen.

http://www.419eater.com/ ist eine lustige Internetseite. Im Prinzip geht es darum, die Zeit von Internetbetr�gern zu “stehlen”. D.h, man bekommt eine Spam-Email, in der einem irgendwelche Gewinne oder lukrative Gesch�fte angeboten werden. Wenn man darauf eingeht, wird einem das Geld aus der Tasche gezogen.

Jetzt gibt es aber Leute, die absichtlich darauf eingehen und die Online-Betr�ger besch�ftigen und versuchen, sie l�cherlich zu machen. Das kann man dann auf 419eater.com ver�ffentlichen. Das Ergebnis gibt es dann im Trophy-Room oder im Forum der Webseite.

Eigentlich ein alter Hut, die Seite gibt es schon ewig. Heute wurde ich aber mit einer geplanten China-spezifischen Variante konfrontiert. Ein Opfer von chinesischen Online-Betr�gern �berlegt sich, einen Feldzug zu starten. D.h. er will bei bekannten chinesischen Betrugsseiten Sachen bestellen, nicht bezahlen und deren Support besch�ftigen. Er hat mich um eine “juristische Einsch�tzung” gebeten, was passieren k�nnte, wenn er ausnahmsweise mal einen seri�sen H�ndler “besch�ftigt”.

Naja, erstmal bin ich kein Jurist. Als Mensch, der von sich glaubt, mit gesundem Menschenverstand versehen zu sein, habe ich ihm abgeraten.

Er hat �brigens 400 Euro nach China �berwiesen. Dann wurde er gebeten, Steuern oder Zoll nachzu�berweisen. Das hat er auch gemacht. Deshalb �rgert er sich doppelt. Bekommen hat er nichts, der vorbildliche support war pl�tzlich nicht mehr erreichbar.

Ich glaube, von der Masche habe ich schon ein paar Beispiele in meinem Blog in fr�heren Beitr�gen.

Ich bekomme andauernd Angebote von Verlagen, ein Buch �ber China zu schreiben, �ber meine Erlebnisse, was auch immer. Manchmal sind sogar seri�se Angebote dabei. Da ich aber schlecht mit Kommasetzung bin, kommt das leider nicht f�r mich in Frage. Also vorerst bitte keine Anfragen mehr.

Ein N�tzlicher Link dazu: http://www.korrekturen.de/

Also, weil ich mit der Praktikantin noch einen netten Chat hatte, noch einen Kommentar zu Visaangelegenheiten.

Ihr Chef hatte Probleme f�r seine ausl�ndischen Angestellten die Arbeitserlaubnis und die Aufenthaltserlaubnis zu erhalten. Angeblich sei seine Firma zu klein (die Gr��e wird durch das Kapital der Wholly Foreign Owned Enterprise definiert) und d�rfe deshalb nur f�r einen Ausl�nder anstellen. Das stimmt so nicht. Soviel ich wei� ist die Regel ungef�hr so:

Wenn das WFOE ein Investment Capital von weniger als 3 Millionen USD hat, kann nur der offizielle Repr�sentant der Firma eine Arbeitserlaubnis beantragen OHNE CHINA ZU VERLASSEN. Als ich mein Unternehmen in China gegr�ndet habe, konnte ich als einziger alle Formali�ten erledigen, ohne China zu verlassen. Alle anderen ausl�ndischen Angestellten mussten China verlassen, um das Z-Visum zu erhalten, d.h.

Folgende Unterlagen werden ben�tigt

1. Kopie des Reisepass

2. Lebenslauf

3. Registration Form of Temporary Residence (sobald man in China angkommen ist, erh�lt man diese nach der Registrierung bei der Polizei)

4. Abschlusszeugnis der Universit�t

5. Arbeitsvertrag

6. Business License and Organization Code License des Arbeitgebers

7. Gesundheitszeugnis (kann man in China oder im Ausland machen lassen) Link: Beijing International Trvel Healthcare center (Chinesisch)

8. F�r den legal represantative der Firma noch die folgenden Unterlagen:

a)� Copy of Company’s Articles of Association

b) Company shareholder list

Nun zum Ablauf:

1)� Erstmal alle Dokumente zusammenklauben

2) Antrag auf Arbeitserlaubnis (normalerweise vom Ausland aus). Das macht der Arbeitgeber. Die Bearbeitungszeit dauert ein paar Wochen.

3) Mit der Arbeitserlaubnis und dem Einladungsschreiben der Firma das Z-Visum an der chinesischen Botschaft des Heimatstaates beantragen. D.h. als Nicht-Chef muss man China verlassen. Das Verlassen Chinas war fr�her nicht unbedingt n�tig, die Regeln wurden aber nach und nach versch�rft. Inzwischen muss man das Z-Visum im Heimatstaat beantragen, ein kurzer Ausflug nach HK reicht nicht mehr. Das Z-Visum ist f�r einen Monat g�ltig.

4) Gesundheitszeugnis. Dies kann in China oder im Heimatstaat gemacht werden.

4) Nach der R�ckkehr nach China muss die Alien Employment Permit beantragt werden. Das ist ein br�unliches Buch, das man nach ca. 1 Woche erh�lt.

5) Nachdem man die� Alien Employment Permit erhalten hat, beantragt man die Residence Permit f�r den Angstellten

Bei Fragen: Bitte nicht an mich wenden, sondern im Forum auf http://forum.chinaseite.de nachfragen.

Auch wieder lustig. Eine ehemalige Studienkollegin von mir macht ein Praktikum, kombiniert mit Sprachkurs in China und hat mir heute morgen aufgeregt von einer “Razzia” in ihrem B�ro durch Polizeibeamte erz�hlt. Eben kam die Entwarnung: Es waren nur ein paar Beamte, die alle Visa bzw. die Aufenthaltserlaubnis der� ausl�ndischen Angestellten der Firma �berpr�ft haben. Den Chef haben sie nur zum Mittagessen mitgenommen, also einfach ein bischen Pflege der “guanxi” durch den Chef.

Es lohnt sich immer, die guten Beziehungen zu Beh�rden zu pflegen. Bei meiner Firma in Peking hat das meine Buchhalterin gemacht. Ihr Mann hatte ein relativ gro�es Unternehmen im selben Business District wie ich, deshalb war sie z.B. im Local Tax Bureau schon gut bekannt und musste auch selten anstehen.

P.S. Ich chatte heute eindeutig zu viel.

Ich lese gerade das Buch Unter Chinesen: Mein Jahr in China, von Michaela Lehner. Ich habe die ersten Kapitel durch, einiges erinnert mich schon stark an meinen ersten China-Aufenthalt.

Ich habe heute morgen mit einem Jungunternehmer in China gechatet, mit dem ich eventuell eine Kooperation eingehen m�chte. Er hat ein kleines IT-Unternehmen in Shanghai, 10 Mitarbeiter und beklagt sich �ber die Mitarbeiterfluktuation. Kaum eingearbeitet verlassen ihn seine Programmierer wieder. Dies gesch�he sogar h�ufig von einem Tag auf den anderen, ohne Vorwarnung, meistens am Tag nach der Gehaltszahlung.� Das Stichwort Job-Hopping f�llt irgendwie ziemlich oft, wenn ich mit ausl�ndischen Unternehmern in China rede. Erstaunlicherweise h�lt sich dabei das Vorurteil, dass chinesische Mitarbeiter eher bereit seien, f�r einen geringf�gig h�heren Lohn das Unternehmen zu wechseln. Dieses Vorurteil h�lt sich wohl deswegen so gut, weil sich ein chinesischer Mitarbeiter, wenn er erstmal unzufrieden ist, logischerweise nach einer besser bezahlten Stelle sucht. Ergo: Das Gehalt machts.

Dies mag durchaus der Fall sein bei Uni-Absolventen, die nach ihrem Abschluss oft f�r eine begrenzte Zeit bereit sind, f�r einen Lohn von 2000 RMB zu arbeiten, um die Zeit bis zum richtigen Job zu �berbr�cken und trotzdem erste Arbeitserfahrung zu sammeln. Ansonsten ist das Gehalt nicht das Hauptkriterium bei einem Jobwechsel, vor allem dann nicht, wenn das Arbeitsklima ok ist, das Gehalt im Verh�ltnis zur Qualifikation des Arbeitnehmers steht und marktgerecht ist. Bei dumping-L�hnen muss man sich als Chef �ber K�ndigungen nicht beschweren.

Vor allem kleine, wenig renommierte Unternehmen klagen �ber dieses job-hopping, wobei �bersehen wird, dass die Unzufriedenheit der Mitarbeiter viele Gr�nde haben kann. Kaum ein Mitarbeiter wird seinen Job k�ndigen, mit dem er zufrieden ist, nur weil er woanders etwas mehr verdient.

Meiner Erfahrung nach g�be es f�r den Unternehmer viele M�glichkeiten, seine Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden, und erstaunlicherweise muss man hier oft bei den Basics anfangen. Bei unserem kleinen Chat fiel gleich das Stichwort Arbeitsvertrag.

Schon der Arbeitsvertrag bietet dem Unternehmen M�glichkeiten, zumindest das K�ndigen von einem Tag auf den anderen zu verhindern. Erstmal muss man einen Arbeitsvertrag haben. Mich haut es immer wieder von den Socken, wenn ich sehe, dass vor allem bei kleinen Unternehmen nach dem Vorstellungsgespr�ch erstmal eine Probezeit vereinbart wird, es gibt einen vorl�ufigen Arbeitsvertrag auf englisch, der ausl�ndische Chef macht sich aber nicht die M�he, einen chinesischen Arbeitsvertrag vorzulegen, der den rechtlichen Bestimmungen entspricht. Wenn das Gehalt niedrig ist und auch sonst in dem Unternehmen das Arbeitsklima nicht gut ist, wird der Arbeitnehmer auch nicht auf einen Arbeitsvertrag bestehen und ist bei der n�chsten Gelegenheit weg. Au�erdem schafft ein Arbeitsvertrag, der den rechtlichen Bestimmungen entspricht Vertrauen bei neuen Mitarbeitern.

In dem Arbeitsvertrag kann dann durchaus vereinbart werden, dass das Gehalt am 1. des Monats und z.B. eine Pr�mie am 10. des Monats gezahlt wird. So l��t sich zumindest verhindern, dass der Arbeitnehmer von einem Tag auf den anderen k�ndigt. Er wird in den meisten F�llen zumindest die K�ndigungsfrist einhalten. Der Fall einer Buchhalterin, die mitsamt den Unterlagen f�r die j�hrliche Bilanzpr�fung verschwunden ist (siehe ein fr�herer Beitrag im Blog) zeigt auch, dass man zumindest wissen sollte, wo der Arbeitnehmer wohnt.

F�r chinesische Mitarbeiter gibt es viele Gr�nde, auch f�r kleine ausl�ndische Unternehmen zu arbeiten. Erstmal k�nnen sie etwas f�r f�r ihre Englischkenntnisse tun. Sie k�nnen viel �ber die Arbeitsweise in ausl�ndischen Unternehmen lernen, es ist auf jeden Fall eine Bereicherung f�r ihren Lebenslauf. Man sollte den Mitarbeitern trotz Deadlines, die eingehalten werden m�ssen, genug Zeit f�r Weiterbildung geben bzw. ihnen auch mal bewusst Aufgaben stellen, die komplett neu f�r sie sind. Klar ist aber: Mit der Qualifikation muss auch das Gehalt steigen. Nach Fortbildungen kann man durchaus den Mitarbeiter verpflichten, eine bestimmte Zeit f�r das Unternehmen zu arbeiten und andernfalls die Kosten f�r die Fortbildung zur�ckverlangen (Training Agreement).

Viele ausl�ndische Unternehmen �bersehen einen wichtigen Punkt: flie�ende Englischkenntnisse sind eine wichtige Zusatzqualifikation bei chinesischen Mitarbeitern. Ein Chinese, der Englisch kann, wird mehr verdienen. Englischkenntnisse k�nnen manchmal ein 2-3faches Gehalt rechtfertigen, m�ssen also auch entsprechend verg�tet werden.

Eine wichtige Rolle spielt der Chef. Er muss sich mit der chinesischen Kultur auskennen, muss konsequent in seiner Mitarbeiterf�hrung sein, aber auch auf die chinesischen Mitarbeiter eingehen. Er muss versuchen, ein gutes pers�nliches Verh�ltnis zu den Mitarbeitern aufzubauen. Wichtig ist auch, dass er ausl�ndische und chinesische Mitarbeiter gleich behandelt. Klingt selbstverst�ndlich, ist es aber nicht.

Bei der Auswahl der Mitarbeiter sollte man sowieso schon darauf achten, wie oft der Neue vorher das Unternehmen gewechselt hat. Mein bester Mitarbeiter war einer, der nach 7 Jahren das erste mal das Unternehmen wechselte, da ihm sein Chef versprochen hatte, ihn nach 5 Jahren am Unternehmen zu beteiligen, dieses Versprechen aber nicht eingehalten hat. Wenn ein Mitarbeiter 10 verschiedene Unternehmen in 5 Jahren in seinem Lebenslauf hat, sollten schon die Alarmglocken klingeln.

Hier einige Beispiele aus meiner Praxis:

  • Der neue Chef beschwert sich, dass seine chinesischen Mitarbeiter sich weigern, gemeinsam mit den Ausl�ndern Mittagessen zu gehen. Wer bezahlt das Essen? Jeder f�r sich selbst. Er kam gar nicht auf die Idee, dass den chinesischen Mitarbeitern das t�gliche Mittagessen im Restaurant schlicht zu teuer war.
    Der Chef beschwert sich �ber die pl�tzliche K�ndigung eines sehr qualifizierten Programmiers, der auch gut bezahlt wurde. Ich fand sp�ter heraus, dass sich dieser einfach zu schade daf�r war, 150 simple HTML-templates f�r ein Projekt zu erstellen. Dies w�re die Aufgabe eines Junior-Programmiers ohne Berufserfahrung gewesen.
  • Der Chef gibt seinen weiblichen Angestellten am 8. Mai (Women’s Day) nicht frei und k�mmert sich auch sonst nicht um typische chinesische Feiertage. Der franz�sische Chef gibt z.B. seinen franz�sischen Angestellten am franz�sischen Nationalfeiertag frei, k�mmert sich aber nicht um die landesspezifischen Feiertage seiner anderen internationalen Mitarbeiter. Am besten ist, es, sich einfach an den chinesischen zu orientieren (eigentlich selbstverst�ndlich).
  • Die Firma hat Arbeitsvertr�ge, die nicht den rechtlichen Bestimmungen entsprechen. Der Chef will einen Mitarbeiter entlassen, der ihm dann aber mit einer Anzeige beim Labour Bureau droht im Fall einer Entlassung.
  • Ein lustiges Beispiel von fragw�rdiger Mitarbeiterf�hrung in einem fr�heren Beitrag von mir im Blog: Die Welt ist klein
  • pl�tzliche �nderung in der Mitarbeiterf�hrung ohne Ank�ndigung. Der Chef f�ngt pl�tzlich an, einige Mitarbeiter sch�rfer zu kontrollieren, obwohl er vorher sehr lax war (z.B. er f�hrt neue Sicherheitsma�nahmen im Unternehmen ein). Das muss man dann immer sehr sensibel begr�nden, vor allem wenn dies Eingriffe in die t�gliche Arbeitsroutine bedeutet. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass den Mitarbeitern pl�tzlich misstraut wird.
    Die Liste liese sich wahrscheinlich noch ewig fortsetzen, aber klar ist: Gehalt ist nicht alles. Wenn die Mitarbeiterfluktuation zu hoch ist, sollte sich der Chef �ber das Klima im Unternehmen und seine Mitarbeiterf�hrung Gedanken machen.

Ich habe ja schon immer gewusst, dass die Chinesen, was Aktienhandel angeht, ziemlich optimistisch sind. Ich erinnere mich noch, als ich bei meinem ersten Chinabesuch vor fast 10 Jahren irgendwo eine Menschenansammlung sah, die auf irgendwelche Zahlen starrte, die sich andauernd �nderten.

Mein damaliger Tandempartner hat mir damals erkl�rt, dass dort die B�rsenkurse angeschaut werden und auch viele Hausfrauen und kleine “Hobbyhandler” (so hat er sich ausgedr�ckt) darunter sind, die an der B�rse handeln.

Von daher erstaunt mich auch die folgende Meldung der FAZ nicht besonders:

http://www.faz.net/s/Rub645F7F43865344D198A672E313F3D2C3/Doc~EFDB28ADA5DF34E378880C2F750BB676C~ATpl~Ecommon~Scontent.html.

Chinesische H�ndler haben ziemlich optimistisch auf das Konjunkturprogramm der chinesischen Regierung reagiert, ausl�ndische Privatanleger m�ssen aber immer noch weitgehend drau�en bleiben.

Nur noch so etwas nebenbei: Not made in China als Markenzeichen. Schon irgendwie krass, als K�ufer m�chte ich schon genau wissen, wo meine Produkte herkommen, also her mit dem Ursprungszertifikat oder einer genauen Angabe.� Aber so nebenbei einfach mal populistischerweise darauf zu verweisen, dass ein Produkt nicht aus China kommt, ist nicht sehr seri�s (vorsichtig ausgedr�ckt).

Ich genie�e derzeit meinen Aufenthalt im Seoul Incheon Airport (wie man so was eben genie�en kann). Erst einchecken in der Stadt am City Air Terminal, weg mit dem Koffer, zum Immigration Counter, dort erhielt ich meinen Stempel in den Reisepass. Der komfortable Flughafenbus ben�tigt eine Stunde von der Innenstadt zum Incheon Airport. Dort hat es nicht einmal 5 Minuten gedauert, um alle �briggebliebenen Formatli�ten zu erledigen (Sicherheitscheck), alles durch einen speziellen Eingang f�r Passagiere, die am City Air Terminal eingecheckt haben. Dann ab zur Asiana Airlines Lounge, den Computer angeworfen, sp�ter zur Internetlounge, der Internetzugang ist dort kostenlos w�hrend ich an vielen anderen Flugh�fen zahlen muss.

Mal zum Vergleich mit Frankfurt: Ein paar Zahlen und der gef�hlte Service

Der Bau des Flughafens begann 1992 um den Gimpo Airport, der jetzt nur noch f�r Inlandsfl�ge benutzt wird, zu entlasten. Der Incheon Airport wurde 2001 er�ffnet, ist ca. 60 km von Seoul entfernt. 2006 erlebte er ein kleines Highlight, als der Airbus 380 hier landete – und seit 2006 wurde Incheon Airport durchgehend jedes Jahr zum besten Flughafen der Welt gew�hlt, meiner Meinung nach v�llig zurecht, sowohl was die Ausstattung und den Service angeht.

Wenn ich mal die Zahlen vergleiche (Frankfurt und Incheon):
Frankfurt ist der drittgr��te Flughafen Europas, hat j�hrlich ungef�hr doppelt soviele Passagiere abzufertigen wie der Incheon Airport, auch mehr als doppelt soviele Besch�ftigte. Incheon verf�gt �ber ein etwas gr��eres Aufkommen an Luftfracht. Incheon Airport ist der drittgr��te Flughafen Asiens. Was internationale Passagiere angeht ist Incheon weltweit an Nr. 11, Frankfurt Nr. 5.

Wenn ich den gef�hlten Komfort vergleiche:
Gef�hlt muss ich in Incheon ca. 100 meter gem�tlich gehen um zum Gate zu kommen, in Frankfurt sind es gef�hlte mehrere Kilometer. Gef�hlt muss ich in Frankfurt auch l�nger anstehen, w�hrend ich in Incheon quasi durchgewunken werde (Incheon entspricht �brigens auch den internationalen Sicherheitsstandards, daran liegt es nicht). Incheon ist gef�hlt moderner (nicht nur wegen des kostenlosen Internetzugangs, es gibt �berall gro�e Bildschirme, wo auch etwas anderes l�uft als langweilige Nachrichten, alles sieht einfach moderner aus) und nat�rlich viel sauberer (das liegt nicht am Flughafen sonder ist in Korea nunmal so). Die Angestellten empfinde ich als freundlicher, allein in der Internet Lounge wurde mehreren technisch hilflosen Passagieren geholfen, den Zugang zum WLAN herzustellen (was genauso funktioniert wie �berall sonst), was mich etwas entlastete, auch ich wurde des �fteren um Hilfe gebeten (wahrscheinlich habe ich beim Bloggen meinen professionellen und vertrauensseligen Consultant-Look aufgesetzt).

Incheon ist ungef�hr da, wo Frankfurt wohl nur schwer hinkommen wird. Der Vergleich hinkt nat�rlich auch ein wenig, den Incheon Airport gibt es seit 10 Jahren, er ist also moderner und wurde aus einem Guss gebaut, w�hrend Frankfurt irgendwie wie St�ckwerk anmutet (Anbau von Startbahnen, wachsendes Verkehrsaufkommen, neue Terminals, weiterer Ausbau ist geplant).

Und auf jeden Fall sind die deutschen Beamten am Zoll mit mehr Humor ausger�stet (auch wenn die Ausstattung ziemlich altert�mlich ist. Als ich meinen Laptop verzollt habe, habe ich mir aus lauter Mitleid �berlegt, ob ich ihn nicht dortlasse). Das letzte Mal, als ich dort etwas verzollen musste, konnte ich mir einige Bemerkungen �ber die Umweltfreundlichkeit von Computern und die Zahl der Formulare anh�ren. Vor dem Computerzeitalter gab es Formulare in 3facher Ausfertigung. Danach wird zwar alles irgendwo digital gespeichert, allerdings 5mal ausgedruckt.

Naja, das Flugzeug startet um 12.30 Uhr, ich komme um 17.00 Uhr in Frankfurt an.

Leider habe ich Jim knapp verpasst, der von Seoul �ber Tokyo nach Houston und dann nach Denver fliegt.

Heute hat mich Jim (siehe Artikel von gestern) angerufen. Er m�chte sich Star Trek in Seoul noch einmal anschauen. Nochmal im Megabox aber Abends, da er geh�rt hat, dass der Film abends in einem gr��eren Kinosaal gezeigt wird, ich soll ihm die Karten besorgen, da er seine Gesch�ftspartner nicht noch einmal bel�stigen m�chte. Ich habe nachgefragt, denn normalerweise hat man bei Besuchen in Korea ja volles Programm. W�hrend man z.B. versucht, in Deutschland ausl�ndischen Delegationen auch mal Ruhe zu geben (Delegationen aus vielen asiatischen L�ndern empfinden dies dann oft als Vernachl�ssigung und sind beleidigt), k�mmern sich nach meiner Erfahrung die Gesch�ftspartner in Korea und auch in China 24/7 um ihre Besucher.

Es kam raus: Jim hat vor, Kopfschmerzen vorzut�uschen und sich abends mit mir zu treffen. Eigentlich st�nde ein Abendessen auf dem Programm, aber das Gesch�ftliche w�rde am Nachmittag geregelt. Hier liegt Jim logischerweise falsch. Er sollte auf jeden Fall die Gelegenheit nutzen, seine Gesch�ftspartner n�her kennenzulernen und eine pers�nliche Beziehung aufzubauen und nat�rlich geh�ren in den meisten asiatischen L�ndern private Aktivit�ten auch zum Business.

Au�erdem glaube ich nicht, dass ein normaler Mensch auf den Gedanken kommen w�rde, ein Gesch�ftsessen mit westlichen Partnern abzusagen, Jim nimmt die Gesch�ftspartner in Korea wahrscheinlich einfach nicht ernst genug, ich frage mich oft, ob bei so einem Verhalten nicht doch einfach ein latent vorhandener, unterdr�ckter Rassismus vorliegt. Mit kulturellen Missverst�ndnissen hat das auf jeden Fall nichts zu tun – oder Star Trek Fans ticken einfach anders.

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