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http://www.419eater.com/ ist eine lustige Internetseite. Im Prinzip geht es darum, die Zeit von Internetbetr�gern zu “stehlen”. D.h, man bekommt eine Spam-Email, in der einem irgendwelche Gewinne oder lukrative Gesch�fte angeboten werden. Wenn man darauf eingeht, wird einem das Geld aus der Tasche gezogen.

Jetzt gibt es aber Leute, die absichtlich darauf eingehen und die Online-Betr�ger besch�ftigen und versuchen, sie l�cherlich zu machen. Das kann man dann auf 419eater.com ver�ffentlichen. Das Ergebnis gibt es dann im Trophy-Room oder im Forum der Webseite.

Eigentlich ein alter Hut, die Seite gibt es schon ewig. Heute wurde ich aber mit einer geplanten China-spezifischen Variante konfrontiert. Ein Opfer von chinesischen Online-Betr�gern �berlegt sich, einen Feldzug zu starten. D.h. er will bei bekannten chinesischen Betrugsseiten Sachen bestellen, nicht bezahlen und deren Support besch�ftigen. Er hat mich um eine “juristische Einsch�tzung” gebeten, was passieren k�nnte, wenn er ausnahmsweise mal einen seri�sen H�ndler “besch�ftigt”.

Naja, erstmal bin ich kein Jurist. Als Mensch, der von sich glaubt, mit gesundem Menschenverstand versehen zu sein, habe ich ihm abgeraten.

Er hat �brigens 400 Euro nach China �berwiesen. Dann wurde er gebeten, Steuern oder Zoll nachzu�berweisen. Das hat er auch gemacht. Deshalb �rgert er sich doppelt. Bekommen hat er nichts, der vorbildliche support war pl�tzlich nicht mehr erreichbar.

Ich glaube, von der Masche habe ich schon ein paar Beispiele in meinem Blog in fr�heren Beitr�gen.

Also, weil ich mit der Praktikantin noch einen netten Chat hatte, noch einen Kommentar zu Visaangelegenheiten.

Ihr Chef hatte Probleme f�r seine ausl�ndischen Angestellten die Arbeitserlaubnis und die Aufenthaltserlaubnis zu erhalten. Angeblich sei seine Firma zu klein (die Gr��e wird durch das Kapital der Wholly Foreign Owned Enterprise definiert) und d�rfe deshalb nur f�r einen Ausl�nder anstellen. Das stimmt so nicht. Soviel ich wei� ist die Regel ungef�hr so:

Wenn das WFOE ein Investment Capital von weniger als 3 Millionen USD hat, kann nur der offizielle Repr�sentant der Firma eine Arbeitserlaubnis beantragen OHNE CHINA ZU VERLASSEN. Als ich mein Unternehmen in China gegr�ndet habe, konnte ich als einziger alle Formali�ten erledigen, ohne China zu verlassen. Alle anderen ausl�ndischen Angestellten mussten China verlassen, um das Z-Visum zu erhalten, d.h.

Folgende Unterlagen werden ben�tigt

1. Kopie des Reisepass

2. Lebenslauf

3. Registration Form of Temporary Residence (sobald man in China angkommen ist, erh�lt man diese nach der Registrierung bei der Polizei)

4. Abschlusszeugnis der Universit�t

5. Arbeitsvertrag

6. Business License and Organization Code License des Arbeitgebers

7. Gesundheitszeugnis (kann man in China oder im Ausland machen lassen) Link: Beijing International Trvel Healthcare center (Chinesisch)

8. F�r den legal represantative der Firma noch die folgenden Unterlagen:

a)� Copy of Company’s Articles of Association

b) Company shareholder list

Nun zum Ablauf:

1)� Erstmal alle Dokumente zusammenklauben

2) Antrag auf Arbeitserlaubnis (normalerweise vom Ausland aus). Das macht der Arbeitgeber. Die Bearbeitungszeit dauert ein paar Wochen.

3) Mit der Arbeitserlaubnis und dem Einladungsschreiben der Firma das Z-Visum an der chinesischen Botschaft des Heimatstaates beantragen. D.h. als Nicht-Chef muss man China verlassen. Das Verlassen Chinas war fr�her nicht unbedingt n�tig, die Regeln wurden aber nach und nach versch�rft. Inzwischen muss man das Z-Visum im Heimatstaat beantragen, ein kurzer Ausflug nach HK reicht nicht mehr. Das Z-Visum ist f�r einen Monat g�ltig.

4) Gesundheitszeugnis. Dies kann in China oder im Heimatstaat gemacht werden.

4) Nach der R�ckkehr nach China muss die Alien Employment Permit beantragt werden. Das ist ein br�unliches Buch, das man nach ca. 1 Woche erh�lt.

5) Nachdem man die� Alien Employment Permit erhalten hat, beantragt man die Residence Permit f�r den Angstellten

Bei Fragen: Bitte nicht an mich wenden, sondern im Forum auf http://forum.chinaseite.de nachfragen.

Auch wieder lustig. Eine ehemalige Studienkollegin von mir macht ein Praktikum, kombiniert mit Sprachkurs in China und hat mir heute morgen aufgeregt von einer “Razzia” in ihrem B�ro durch Polizeibeamte erz�hlt. Eben kam die Entwarnung: Es waren nur ein paar Beamte, die alle Visa bzw. die Aufenthaltserlaubnis der� ausl�ndischen Angestellten der Firma �berpr�ft haben. Den Chef haben sie nur zum Mittagessen mitgenommen, also einfach ein bischen Pflege der “guanxi” durch den Chef.

Es lohnt sich immer, die guten Beziehungen zu Beh�rden zu pflegen. Bei meiner Firma in Peking hat das meine Buchhalterin gemacht. Ihr Mann hatte ein relativ gro�es Unternehmen im selben Business District wie ich, deshalb war sie z.B. im Local Tax Bureau schon gut bekannt und musste auch selten anstehen.

P.S. Ich chatte heute eindeutig zu viel.

Ich habe heute morgen mit einem Jungunternehmer in China gechatet, mit dem ich eventuell eine Kooperation eingehen m�chte. Er hat ein kleines IT-Unternehmen in Shanghai, 10 Mitarbeiter und beklagt sich �ber die Mitarbeiterfluktuation. Kaum eingearbeitet verlassen ihn seine Programmierer wieder. Dies gesch�he sogar h�ufig von einem Tag auf den anderen, ohne Vorwarnung, meistens am Tag nach der Gehaltszahlung.� Das Stichwort Job-Hopping f�llt irgendwie ziemlich oft, wenn ich mit ausl�ndischen Unternehmern in China rede. Erstaunlicherweise h�lt sich dabei das Vorurteil, dass chinesische Mitarbeiter eher bereit seien, f�r einen geringf�gig h�heren Lohn das Unternehmen zu wechseln. Dieses Vorurteil h�lt sich wohl deswegen so gut, weil sich ein chinesischer Mitarbeiter, wenn er erstmal unzufrieden ist, logischerweise nach einer besser bezahlten Stelle sucht. Ergo: Das Gehalt machts.

Dies mag durchaus der Fall sein bei Uni-Absolventen, die nach ihrem Abschluss oft f�r eine begrenzte Zeit bereit sind, f�r einen Lohn von 2000 RMB zu arbeiten, um die Zeit bis zum richtigen Job zu �berbr�cken und trotzdem erste Arbeitserfahrung zu sammeln. Ansonsten ist das Gehalt nicht das Hauptkriterium bei einem Jobwechsel, vor allem dann nicht, wenn das Arbeitsklima ok ist, das Gehalt im Verh�ltnis zur Qualifikation des Arbeitnehmers steht und marktgerecht ist. Bei dumping-L�hnen muss man sich als Chef �ber K�ndigungen nicht beschweren.

Vor allem kleine, wenig renommierte Unternehmen klagen �ber dieses job-hopping, wobei �bersehen wird, dass die Unzufriedenheit der Mitarbeiter viele Gr�nde haben kann. Kaum ein Mitarbeiter wird seinen Job k�ndigen, mit dem er zufrieden ist, nur weil er woanders etwas mehr verdient.

Meiner Erfahrung nach g�be es f�r den Unternehmer viele M�glichkeiten, seine Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden, und erstaunlicherweise muss man hier oft bei den Basics anfangen. Bei unserem kleinen Chat fiel gleich das Stichwort Arbeitsvertrag.

Schon der Arbeitsvertrag bietet dem Unternehmen M�glichkeiten, zumindest das K�ndigen von einem Tag auf den anderen zu verhindern. Erstmal muss man einen Arbeitsvertrag haben. Mich haut es immer wieder von den Socken, wenn ich sehe, dass vor allem bei kleinen Unternehmen nach dem Vorstellungsgespr�ch erstmal eine Probezeit vereinbart wird, es gibt einen vorl�ufigen Arbeitsvertrag auf englisch, der ausl�ndische Chef macht sich aber nicht die M�he, einen chinesischen Arbeitsvertrag vorzulegen, der den rechtlichen Bestimmungen entspricht. Wenn das Gehalt niedrig ist und auch sonst in dem Unternehmen das Arbeitsklima nicht gut ist, wird der Arbeitnehmer auch nicht auf einen Arbeitsvertrag bestehen und ist bei der n�chsten Gelegenheit weg. Au�erdem schafft ein Arbeitsvertrag, der den rechtlichen Bestimmungen entspricht Vertrauen bei neuen Mitarbeitern.

In dem Arbeitsvertrag kann dann durchaus vereinbart werden, dass das Gehalt am 1. des Monats und z.B. eine Pr�mie am 10. des Monats gezahlt wird. So l��t sich zumindest verhindern, dass der Arbeitnehmer von einem Tag auf den anderen k�ndigt. Er wird in den meisten F�llen zumindest die K�ndigungsfrist einhalten. Der Fall einer Buchhalterin, die mitsamt den Unterlagen f�r die j�hrliche Bilanzpr�fung verschwunden ist (siehe ein fr�herer Beitrag im Blog) zeigt auch, dass man zumindest wissen sollte, wo der Arbeitnehmer wohnt.

F�r chinesische Mitarbeiter gibt es viele Gr�nde, auch f�r kleine ausl�ndische Unternehmen zu arbeiten. Erstmal k�nnen sie etwas f�r f�r ihre Englischkenntnisse tun. Sie k�nnen viel �ber die Arbeitsweise in ausl�ndischen Unternehmen lernen, es ist auf jeden Fall eine Bereicherung f�r ihren Lebenslauf. Man sollte den Mitarbeitern trotz Deadlines, die eingehalten werden m�ssen, genug Zeit f�r Weiterbildung geben bzw. ihnen auch mal bewusst Aufgaben stellen, die komplett neu f�r sie sind. Klar ist aber: Mit der Qualifikation muss auch das Gehalt steigen. Nach Fortbildungen kann man durchaus den Mitarbeiter verpflichten, eine bestimmte Zeit f�r das Unternehmen zu arbeiten und andernfalls die Kosten f�r die Fortbildung zur�ckverlangen (Training Agreement).

Viele ausl�ndische Unternehmen �bersehen einen wichtigen Punkt: flie�ende Englischkenntnisse sind eine wichtige Zusatzqualifikation bei chinesischen Mitarbeitern. Ein Chinese, der Englisch kann, wird mehr verdienen. Englischkenntnisse k�nnen manchmal ein 2-3faches Gehalt rechtfertigen, m�ssen also auch entsprechend verg�tet werden.

Eine wichtige Rolle spielt der Chef. Er muss sich mit der chinesischen Kultur auskennen, muss konsequent in seiner Mitarbeiterf�hrung sein, aber auch auf die chinesischen Mitarbeiter eingehen. Er muss versuchen, ein gutes pers�nliches Verh�ltnis zu den Mitarbeitern aufzubauen. Wichtig ist auch, dass er ausl�ndische und chinesische Mitarbeiter gleich behandelt. Klingt selbstverst�ndlich, ist es aber nicht.

Bei der Auswahl der Mitarbeiter sollte man sowieso schon darauf achten, wie oft der Neue vorher das Unternehmen gewechselt hat. Mein bester Mitarbeiter war einer, der nach 7 Jahren das erste mal das Unternehmen wechselte, da ihm sein Chef versprochen hatte, ihn nach 5 Jahren am Unternehmen zu beteiligen, dieses Versprechen aber nicht eingehalten hat. Wenn ein Mitarbeiter 10 verschiedene Unternehmen in 5 Jahren in seinem Lebenslauf hat, sollten schon die Alarmglocken klingeln.

Hier einige Beispiele aus meiner Praxis:

  • Der neue Chef beschwert sich, dass seine chinesischen Mitarbeiter sich weigern, gemeinsam mit den Ausl�ndern Mittagessen zu gehen. Wer bezahlt das Essen? Jeder f�r sich selbst. Er kam gar nicht auf die Idee, dass den chinesischen Mitarbeitern das t�gliche Mittagessen im Restaurant schlicht zu teuer war.
    Der Chef beschwert sich �ber die pl�tzliche K�ndigung eines sehr qualifizierten Programmiers, der auch gut bezahlt wurde. Ich fand sp�ter heraus, dass sich dieser einfach zu schade daf�r war, 150 simple HTML-templates f�r ein Projekt zu erstellen. Dies w�re die Aufgabe eines Junior-Programmiers ohne Berufserfahrung gewesen.
  • Der Chef gibt seinen weiblichen Angestellten am 8. Mai (Women’s Day) nicht frei und k�mmert sich auch sonst nicht um typische chinesische Feiertage. Der franz�sische Chef gibt z.B. seinen franz�sischen Angestellten am franz�sischen Nationalfeiertag frei, k�mmert sich aber nicht um die landesspezifischen Feiertage seiner anderen internationalen Mitarbeiter. Am besten ist, es, sich einfach an den chinesischen zu orientieren (eigentlich selbstverst�ndlich).
  • Die Firma hat Arbeitsvertr�ge, die nicht den rechtlichen Bestimmungen entsprechen. Der Chef will einen Mitarbeiter entlassen, der ihm dann aber mit einer Anzeige beim Labour Bureau droht im Fall einer Entlassung.
  • Ein lustiges Beispiel von fragw�rdiger Mitarbeiterf�hrung in einem fr�heren Beitrag von mir im Blog: Die Welt ist klein
  • pl�tzliche �nderung in der Mitarbeiterf�hrung ohne Ank�ndigung. Der Chef f�ngt pl�tzlich an, einige Mitarbeiter sch�rfer zu kontrollieren, obwohl er vorher sehr lax war (z.B. er f�hrt neue Sicherheitsma�nahmen im Unternehmen ein). Das muss man dann immer sehr sensibel begr�nden, vor allem wenn dies Eingriffe in die t�gliche Arbeitsroutine bedeutet. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass den Mitarbeitern pl�tzlich misstraut wird.
    Die Liste liese sich wahrscheinlich noch ewig fortsetzen, aber klar ist: Gehalt ist nicht alles. Wenn die Mitarbeiterfluktuation zu hoch ist, sollte sich der Chef �ber das Klima im Unternehmen und seine Mitarbeiterf�hrung Gedanken machen.

Ich habe ja schon immer gewusst, dass die Chinesen, was Aktienhandel angeht, ziemlich optimistisch sind. Ich erinnere mich noch, als ich bei meinem ersten Chinabesuch vor fast 10 Jahren irgendwo eine Menschenansammlung sah, die auf irgendwelche Zahlen starrte, die sich andauernd �nderten.

Mein damaliger Tandempartner hat mir damals erkl�rt, dass dort die B�rsenkurse angeschaut werden und auch viele Hausfrauen und kleine “Hobbyhandler” (so hat er sich ausgedr�ckt) darunter sind, die an der B�rse handeln.

Von daher erstaunt mich auch die folgende Meldung der FAZ nicht besonders:

http://www.faz.net/s/Rub645F7F43865344D198A672E313F3D2C3/Doc~EFDB28ADA5DF34E378880C2F750BB676C~ATpl~Ecommon~Scontent.html.

Chinesische H�ndler haben ziemlich optimistisch auf das Konjunkturprogramm der chinesischen Regierung reagiert, ausl�ndische Privatanleger m�ssen aber immer noch weitgehend drau�en bleiben.

Nur noch so etwas nebenbei: Not made in China als Markenzeichen. Schon irgendwie krass, als K�ufer m�chte ich schon genau wissen, wo meine Produkte herkommen, also her mit dem Ursprungszertifikat oder einer genauen Angabe.� Aber so nebenbei einfach mal populistischerweise darauf zu verweisen, dass ein Produkt nicht aus China kommt, ist nicht sehr seri�s (vorsichtig ausgedr�ckt).

Heute hat mich Jim (siehe Artikel von gestern) angerufen. Er m�chte sich Star Trek in Seoul noch einmal anschauen. Nochmal im Megabox aber Abends, da er geh�rt hat, dass der Film abends in einem gr��eren Kinosaal gezeigt wird, ich soll ihm die Karten besorgen, da er seine Gesch�ftspartner nicht noch einmal bel�stigen m�chte. Ich habe nachgefragt, denn normalerweise hat man bei Besuchen in Korea ja volles Programm. W�hrend man z.B. versucht, in Deutschland ausl�ndischen Delegationen auch mal Ruhe zu geben (Delegationen aus vielen asiatischen L�ndern empfinden dies dann oft als Vernachl�ssigung und sind beleidigt), k�mmern sich nach meiner Erfahrung die Gesch�ftspartner in Korea und auch in China 24/7 um ihre Besucher.

Es kam raus: Jim hat vor, Kopfschmerzen vorzut�uschen und sich abends mit mir zu treffen. Eigentlich st�nde ein Abendessen auf dem Programm, aber das Gesch�ftliche w�rde am Nachmittag geregelt. Hier liegt Jim logischerweise falsch. Er sollte auf jeden Fall die Gelegenheit nutzen, seine Gesch�ftspartner n�her kennenzulernen und eine pers�nliche Beziehung aufzubauen und nat�rlich geh�ren in den meisten asiatischen L�ndern private Aktivit�ten auch zum Business.

Au�erdem glaube ich nicht, dass ein normaler Mensch auf den Gedanken kommen w�rde, ein Gesch�ftsessen mit westlichen Partnern abzusagen, Jim nimmt die Gesch�ftspartner in Korea wahrscheinlich einfach nicht ernst genug, ich frage mich oft, ob bei so einem Verhalten nicht doch einfach ein latent vorhandener, unterdr�ckter Rassismus vorliegt. Mit kulturellen Missverst�ndnissen hat das auf jeden Fall nichts zu tun – oder Star Trek Fans ticken einfach anders.

Nachdem die Visaregelungen nach den Olympischen Spielen wieder gelockert worden waren, werden sie jetzt laut einem Bericht der South China Morning Post vom 29. April im Vorfeld der 60-Jahr-Feierlichkeiten zur Gr�ndung der VR China wohl wieder versch�rft. Es trifft wieder die Business-Visa: Alle F-Visa, die ab dem 15. April genehmigt wurden, werden am 15. September ablaufen. Wie immer hatte die Sprecherin des Au�enministeriums keine Ahnung von den neuen Regelungen.

Dies war auch die Sprachregelung vor der Olympiade. Es g�be keine neuen Regelungen, nur bestehende Regelungen w�rden strikter umgesetzt. Genervt haben die Regelungen schon damals. Bin gespannt, wie schnell die lokalen Visaagenturen wieder Umwegen finden, bzw. wieviele Expats China w�hrend der Feierlichkeiten wieder verlassen m�ssen.

Viele Expats, die China verlassen, nehmen das kleine braune Buch gleich mit: Die Arbeitserlaubnis, die man ben�tigt, wenn man in China arbeiten m�chte und eine permanente Aufenthaltserlaubnis beantragen m�chte. Normalerweise ist man verpflichtet, diese Arbeitserlaubnis zur�ckzugeben.

Ca. 1 Jahr nach dem Verkauf meiner Firma in China muss der neue Chef seine Arbeitserlaubnis verl�ngern. Es hat sich herausgestellt, dass dies pl�tzlich nicht mehr m�glich ist, weil mein kleines braunes Buch (ich war ja Ex-Chef) noch nicht wieder zur�ckgegeben wurde. Zum Gl�ck war es schnell wieder auffindbar und wurde dann ordnungsgem�� zur�ckgegeben. Ich hatte schon� nicht mehr daran gedacht, an den steinigen Weg, es zu erhalten erinnere ich mich aber noch genau.

Ich werde immer wieder gefragt, wie man eigentlich seine Arbeitserlaubnis erh�lt. Viele Bekannte von mir fliegen mit einem Touristenvisum nach China, suchen sich dort einen Job und wundern sich, dass es Probleme gibt, selbst nach Ausstellung der Arbeitserlaubnis die Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten.

Fr�her gab es hier mehr “kreative” M�glichkeiten als heute, was vor allem mit den Olympischen Spielen zu tun hat, die dazu gef�hrt haben, dass viele Regeln strenger durchgesetzt wurden (und immer noch werden).

Grunds�tzlich muss man unterscheiden zwischen Arbeitserlaubnis und Aufenthaltsgenehmigung. Selbst wenn man eine Arbeitserlaubnis erh�lt bedeutet dies nicht automatisch, dass man seinen Aufenthaltsstatus �ndern kann. Fr�her war das relativ unproblematisch. Man konnte z.B. sein Touristenvisum in ein Business-Visum �ndern (innerhalb Chinas). Dann mit dem Business-Visum alle Formalit�ten erledigen und sein Arbeitsvisum erhalten. Sp�ter wurden dann schrittweise strengere Regeln durchgef�hrt. Eine �nderung von Touristen- auf Business-Visum war nicht mehr m�glich. Es gab allerdings immer noch Workarounds, in der Praxis haben die Visumsagenturen einfach in kleineren St�dten die Visa umgewandelt und wohl die Beamten geschmiert. Die n�chste �nderung, um diesem Treiben Einhalt zu gebieten: Das Business Visum musste pl�tzlich au�erhalb Chinas ausgestellt sein, um ein Arbeitsvisum zu erhalten, ich bin mir nicht sicher, ob dann auch ein Z-Visum Voraussetzung f�r ein Arbeitsvisum war.

Der normale Weg w�re sowieso der folgende:

  1. Antrag auf Ausstellung der Arbeitserlaubnis w�hren man in Deutschland ist
  2. Beantragung eines Z-Visums f�r 30 Tage g�ltig
  3. Einreise nach China
  4. Antrag auf Austellung der Aufenthaltserlaubnis in China innerhalb von 30 Tagen

Man ben�tigt insgesamt folgende Unterlagen f�r die Austellung der Aufenthaltserlaubnis

  • Reisepass (l�nger g�ltig als 6 Monate)
  • Gesundheitszeugnis
  • Visumantragsformular mit Photo
  • Arbeitserlaubnis (Original) vom Ministerium f�r Arbeit und soziale Sicherung der VR China. Diese wird normalerweise der Arbeitgeber bei den zust�ndigen Beh�rden beantragen und Ihnen f�r die Beantragung des Visums nach Deutschland senden

In China passieren im Gesch�ftsleben �fters Dinge die so in Deutschland undenkbar w�ren.

Ein� nat�rlich anonymer Bekannter eines anonymen Bekannten hat ein interessantes Problem: Er hatte schon l�nger mit seiner Buchhalterin Meinungsverschiedenheiten. Es ging um versp�tete Lohnzahlungen (wenn auch nur um einige Tage), eine Projektmanagerin, die eingestellt wurde und nebenbei pl�tzlich die Arbeit der Buchhalterin kontrollierte, auch um die Erledigung einer Arbeiten, die eher nicht in das Aufgabengebiet einer Buchhalterin fallen. Irgendwann kam es zum ultimativen Krach.

Normalerweise verschwinden nachtragende Angestellte ja eher mit den Firmenstempeln, die sich zwar aufw�ndig aber doch irgendwie ersetzen lassen.

Die chinesische Buchhalterin verschwand aber mit allen Unterlagen, die f�r die Bilanzpr�fung ben�tigt wurden: Rechnungen, Quittungen, Lohnabrechnungen, Schecks, Kontoausz�gen und sonstigen Unterlagen der Bank, sogar die Visitenkarten und Adresse der Steuerberatung lies sie mitgehen.

Der Chef, der nicht gut chinesisch kann, hatte also nicht einmal mehr Namen und Adresse der Steuerberatung des Unternehmens, das B�ro war leer ger�umt.

Die Buchhalterin ist k�rzlich umgezogen. Sie kommt nicht aus Peking, die Wohnung, die sie in Peking gekauft hatte, l�uft nicht auf ihren eigenen Namen. Niemand hat die geringste Ahnung wo sie ist.

Er hat eine neue Steuerberatung gesucht und wurde das erste mal seit er in China ist, wirklich in Versuchung gef�hrt: Der erste Vorschlag der neuen Steuerberatung war nicht etwa, die Buchhalterin zu finden oder f�r den Fall das sie nicht auffindbar sei, eine andere legale M�glichkeit zu suchen, sondern einfach eine kleine Wirtschaftspr�fung zu schmieren, die dann die Bilanzpr�fung ohne Unterlagen durchf�hrt.

Ich bin sehr gespannt wie die Geschichte ausgeht (er wird mich f�r den Blog auf dem laufenden halten). Erstmal wird die Suche nach der Buchhalterin fortgesetzt. Und nat�rlich die Steuerberatung nochmal gewechselt und wohl Gespr�che mit den Lokalen Steuerbeh�rden aufgenommen.

Ich schreibe ja f�r ehemalige Angestellte und Praktikanten immer sehr ausf�hrliche Arbeitszeugnisse.

Heute habe ich das erste Mal eine R�ckfrage eines zuk�nftigen Arbeitgebers eines ehemaligen Praktikanten von mir erhalten. Die Anfrage kam aus den USA und ich musste mich wirklich anstrengen, einen “amerikanischen” Ton einzuschlagen, d.h. positiver und enthusiastischer zu schreiben als ich es auf Deutsch tun w�rde. Die Anfrage habe ich allerdings etwas formloser beantwortet und kein neues Zeugnis daraus gemacht.

Es kam nochmal rein, was er alles gemacht hat, wie gut er darin war, kurz die Charaktereigenschaften beschrieben, die meiner Meinung nach f�r die neue Stelle wichtig sind und dann noch klargestellt, warum ich denjenigen nach dem Praktikum nicht �bernommen habe.
Einen Zusatz konnte ich mir aber nicht verkneifen:

“Deutsche sind normalerweise formaler und wenn etwas bzw. jemand au�ergew�hnlich bzw. wirklich phantastisch war, sagen wir trotzdem nur: ‘Es war nicht schlecht’. Deshalb gebe ich positive Empfehlungen wie diese wirklich nicht leichtfertig ab, aber ….”

Erstmal klarmachen, ich komme aus Deutschland – mein Englisch ist zwar gut, aber man kann nie wissen, ob ein paar untypische Formulierungen dabei sind – und vielleicht war ich doch nicht enthusiastisch genug f�r unsere amerikanischen Freunde.

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