Erlebnisse in China


Auch wenn laut offizieller Statistik in China es keine Armen gibt – hier in Guilin sieht man sie verstaerkt. Waehrend in letzter Zeit in Beijing ja fast alle Bettler oder kleine Kinder, die etwas verkauft haben, verschwunden sind, so ist dies in Guilin nicht geschehen.

Holly und ich sind uns immer unsicher, wie wir uns verhalten sollen. Helfe ich nun mit einer Spende, oder sorge ich nur dafuer, dass sich der Bettler mit dieser Situation zufrieden gibt? Und was wuerden die Kinder machen, wenn sie nicht versuchen wuerden, an Touristen Blumen oder anderes Zeug zu verkaufen – wuerden sie stattdessen zur Schule gehen, oder nur Rumsitzen? Es gibt doch das Beispiel aus einer Stadt in Indien oder Pakistan – dort werden 80% aller Fussbaelle weltweit hergestellt. Als die renommierten Hersteller eine Initiative ergriffen, dass nur noch ueber 14 jaehrige bei ihnen arbeiten duerfen, und diese eine Schulausbildung machen muessen, hatte dies auf die Gesundheit der anderen Kinder keinen Einfluss. Diese arbeiteten von nun an in Bergwerken….

Sicher, als erstes muss der Staat bei solchen Sachen eingreifen – oder bei noch grausameren Dingen. Es ist zwar nur eine Geschichte, ich weiss nicht, ob es wahr ist, aber vorstellbar ist es. Man sieht in den Strassen oefters entstellte Bettler, deren Beine in vers. Richtungen gewachsen sind, deren Koerper verdreht sind. Sind das Missbildungen, Unfaelle? Eine Kollegin erzaehlte mir, dass es in China eine Mafia gibt, welche Kinder entfuehrt, die keiner vermissen wird. Diese werden, noch als kleine Kinder, entstellt, die Beine gebrochen, oder sonstiges grausames angetan – mit dem Ziel, dass diese zu bemitleidenen Menschen mehr Geld beim Betteln einsammeln als andere. Was natuerlich nur zu einem Bruchteil an sie selbst geht. Doch wenn es wahr waere – wen unterstuetzt man dann mit einer Spende? Aber wenn man nichts gibt, sich also das “Geschaeftsmodell” nicht mehr lohnt – was wird dann wohl mit diesen Menschen gemacht werden? Seit im ZDF mal ein Bericht kam, in dem es um Zwangsentfuehrung von Frauen geht, welche
dann in entlegenen Provinzen fuer 500 Euro an Bauern verkauft werden, welche selber keine Frauen finden – seit dem glaube ich leider, dass sehr viel negatives hier auch geschieht. Und ob der Wille zur Bekaempfung da ist – ich weiss es nicht. Die Abteilung zur Bekaempfung der Zwangsverheiratung bestand aus einem Oberkommissar – wie gross wird dann wohl die Abteilung sein, sich um misshandelte Kinder zu kuemmern, die eh nicht gesucht werden?

Leo.

Am Sonntag �ging es gleich los. Vom Hotel aus mit dem Bus nach Longsheng, die bekannten Reisterrasen in der Naehe von Guilin. Nach ca. 2 Stunden Fahrt ist man angekommen, und faehrt mit Kleinbussen die steilen Berge hoch. Von dort aus sind es noch ca. 30 Minuten Fussmarsch bis zum Gipfel. Oben angekommen, hat man einen wahnsinnigen Ausblick auf die umliegenden Berge. Ueberall Reisfelder, auch wenn sich die Bewohner des Dorfes wohl in der Zwischenzeit mehr vom Tourismus ernaehren. Das wandern dort macht grossen Spass. Vor allem die Holzhaueser sehen sehr schoen aus. Dazwischen sitzen oft alte Frauen, basteln traditioenelle Schuhe oder verkaufen kleine, gestickte Tuecher. Das Dorf ist nur zu Fuss zu erreichen, d.h. alles muss von Hand hoch geschleppt werden. Am gebeugten Gang der Bewohner ist der entbehrungsreiche Alltag zu erkennen. Einige Touristen lassen sich von alten Maennern in Saenften hochtragen, oder alte Frauen tragen die Rucksaecke der Backpacker. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das gut finden sollte – aber haetten sie denn eine andere alternative Einnahmequelle? Ich fuer mich selbst lasse mich aber weder hochtragen, noch mein Gepaeck abnehmen.

Im Dorf angekommen, gibt es dann leckeren Reis, der in Bambusroehren gekocht wird. Dazu angeblich lokalen Fisch (aber wo in den Bergen gibt es eigentlich Fische) sowie Bambussprossen und Huhn aus dem Dorf. Total lecker.

Wir haben uns einer chinesischen Reisegruppe angeschlossen und verstehen kaum ein Wort. Allerdings schnappen wir auf, dass als erstes ein franz�sischer Entdecker die Begegnung mit diesem Dorf dokumentierte. Vorher lebten sie mehr oder weniger in totaler Isolation. Die Bewohner scheinen� sich auch sonst von den anderen Chinesen zu unterscheiden. Sie sind noch kleiner, die Sonne hat ihre Haut gegerbt, und die Frauen tragen grosse Ohrringe, welche die Ohrlaeppchen erschweren, und das gesamte Ohr lang ziehen. Das Dorf ist aufgrund der Touristenstroeme jetzt nicht mehr von der Aussenwelt abgeschlossen, es gibt nun Elektrizitaet, warmes Wasser und Internet. Auch kann�ueberall Red Bull�gekauft werden – allerdings hat es keine Fluegel verliehen, wir mussten auch zurueck laufen.

Leo.

Die Longji Reisterassen, Reis und H�hnchen im Bambusrohr

 

 

In Guilin angekommen, ging es geradewegs ins Hotel. �ber Hollys Bekannte gebucht, echt chinesisch, echt g�nstig mit 100 RMB/Nacht, und recht zentral gelegen. Ausl�nder buchen wohl nicht so oft ein, wir wurden freudig begr��t. Ein nach� chinesischen Reisschnaps “Baijiu” riechender, ca. 1.45 Meter gro�er Hotelangestellter (wir nennen ihn nur freundschaftlich unseren Gnom) wollte uns das Zimmer zeigen. Eifrig erkl�rte er uns das �ffnen und Schliessen der T�re mittels elektronischer Karte. Im Zimmer angekommen, f�hrte er uns schnurstracks in das kleine Bad und erl�uterte den Wasserhahn. Aufmachen = kommt Wasser. Nach links drehen = warmes Wasser. Schwups ging es weiter zur Badewanne, in der er zeigte, wie man vom Wasserhahn zur Duschbrause umstellt. Die Erl�uterung der Toilette haben wir verneint. Nach Erl�uterung des TV (inkl. Fernsteuerung) und der Lichtanlage verlie� uns der Gnom wieder. Nicht ohne zu erl�utern, dass es im Hotel kein Fr�hst�ck gibt – aber das das Fr�hst�ck links vom Hotel schlecht ist, aber fuer 3 Yuan es rechts vom Hotel ein gutes Fr�hst�ck gibt. Da aber beide nicht sehr vertrauenserweckend aussahen, haben wir uns am Morgen nur von Snickers ern�hrt.

Leo.

Das Urlaubsfieber hatte uns schon die ganze Woche gepackt. Gestern, am Samstag sollte es losgehen. Erst Flug nach Guilin, dann 3 Tage spaeter noch Yangshuo und zum Schluss noch nach Hainan. Kultur, Wandern, Ausspannen, und mal so sehen, was China so zu bieten hat.

Aber gleich am Samstag ging es nach hinten los. Beim Kauf der Tickets sagte man uns schon: Seit bitte 2 Stunden vor Abflug da. Das haette aber bedeutet, um 5.15 am Flughafen zu sein…, d.h. um 4 Uhr aufstehen. Da es sich nur um einen Inlandsflug handelte, dachten wir, 1 Stunde reicht auch aus. Haette auch gereicht, wenn wir etwas gedraengelt haetten. So aber waren wir 42 Minuten (6.33 Uhr) vor Abflug am Check-In-Schalter – Air China verlangt aber 45 Minuten vorher. Somit sagte die Dame nur “guan le” (geschlossen) und schickte uns weg. Null Toleranz, kein Verstaendnis, keine Gnade. Wenigstens ging es nicht nur uns so, die Stimmung wurde lauter und aggressiver. Insbesondere die Chinesen agierten lautstark. Wir verstanden Vorwuerfe wie “wenn ihr so langsam arbeitet, ist es nicht unsere Schuld”. �Aber es half nix. Letztendlich konnten wir gegen Aufpreis unser Ticket noch tauschen. Nachdem das Ticket ausgestellt wurde, hat man uns dann erst eroeffnet, dass der Flug ueber Xian geht – also einmal landen und starten mehr. Mir ist unverstaendlich, dass einem so etwas erst gesagt wird, nachdem man das Ticket gekauft hat. Aber egal. Ca. 10 Stunden spaeter ging der Flug dann ueber Xian nach Guilin.

Im Flugzeug nach Xian ging der Stress weiter. Die Bedienung fragte nur mich und meinen Sitznachbarn, ob wir etwas trinken wollen. Holly wurde nicht gefragt. Als sie nachhakte, sagte man ihr bissig “one by one”. Es handelt sich wohl um ein ausgekluegeltes System, das man aber nicht verstehen muss. Der eine der beiden Bedienungen bedient jeweils auf beiden Seiten die aeusseren Passagiere, waehrend der hintere die beiden auf der Innenseite bedient. Somit bediente einer 2, der andere 4 Leute. Verstehe das einer, wer will. Die Aufteilung nach rechts/links klingt sinnvoller. Aber Air China wird sich wohl was dabei gedacht habe. Diese kleine Meinungsverschiedenheit sollte aber noch weitergehen. Nach dem Start aus Xian kam das Abendessen. Als einzige wurde Holly gefragt, was sie essen will. Huehnchen oder Rind. Holly entschied sich fuer Huehnchen und bekam auch als Erste das Huehnchen serviert. Ob das nun als Wiedergutmachung gedacht war oder als Rache (war etwas Besonderes im H�hnchen drin?) wissen wir nicht. Denn kurz darauf bekamen alle das Essen – und fuer jeden gab es wahlweise Huehnchen oder Rind. Holly hat vorsorglich nur die abgepackten Sachen gegessen.

Leo.

Oft regt man sich ja auf, dass das eigene Leben zu wenig Abwechslung bietet. Routine hat die �berhand genommen, oder noch besser, jeder Tag ist der gleiche. Wie im Film “und t�glich gr��tt das Murmeltier”. Aber so geht es mir auch oft, wenigstens auf meinem Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad.

So passiere ich t�glich die erste Bushaltestelle. An der Bushaltestelle arbeitet Fr. Ma. Ich kenne ihren Namen nicht, aber nun nenne ich sie so. Fr. Ma ist, zusammen mit 2 anderen Frauen, Bushaltestellenw�rterin. D.h., sie fragen jeden Passagier, wohin er mit welchem Bus fahren will. Wenn dann ein Bus ankommt, so wird dieser entweder mit roten Fahnen herangewunken, oder ihm wird angedeutet, gleich weiter zu fahren. Weiterhin ist Fr. Ma noch f�r die Sauberkeit der Bushaltestelle zust�ndig, so dass sie regelm��ig die Wartegitter mit einem Lappen abwischt. Fr. Ma kennt mich in der Zwischenzeit und gr��t freundlich. Heute hat sie mich sogar durch Regenjacke und Hose hin erkannt. Interessant ist, dass es bei der n�chsten Bushaltestelle, ca. 500 Meter weiter, keine Bushaltestellenw�rter gibt.

Ca. 1 Kilometer weiter biegt eine Nebenstrasse in den 4ten Ring ein. Wenn ich p�nktlich zum Chinesischunterricht um 7 Uhr erscheine, passiere ich diese Stelle gegen 6.39 Uhr. Dort biegt dann meistens Hr. Dan ein, ein Dreiradfahrer mit Transport von Unmengen an Eiern, welche er in Plastikboxen transportiert. Ich wundere mich immer wieder, wo er die alle herholt, aber wahrscheinlich halten in Beijing mehr Leute H�hner als man glaubt. Sollte ich mal nicht zum Unterricht kommen und ca. 1 Stunde sp�ter diese Stelle passieren, treffe ich oft Hr. Baou. Dieser transportier Brot in eine B�ckerei, und sein Dreirad ist bereits motorisiert. P�nktlich ist er aber auch immer. Kurz darauf passiere ich die n�chste Bushaltestelle, wo jeden Tag die gleichen Bushaltestellenw�rter stehen. Nach einem Linksabbieger in die Liangmaqiolu trifft man meist auf Hr. Xi, dieser ist Toilettenw�rter auf der �ffentlichen Toilette. Meistens sitzt er dort zusammen mit einem Polizisten und guckt auf die Strasse. Seit Olympia haben seine Besucherzahlen sicher abgenommen, vor allem morgens gegen 7 Uhr. Nach kurzer Weiterfahrt erscheint mein Lieblingsstra�enshop, welcher leider vor Olympia geschlossen wurde. Nirgendwo gab es so gutes Fladenbrot mit Spiegeleif�llung. Den chin. Namen habe ich nie gelernt. Kurz darauf bin ich dann an meiner Sprachschule angekommen, und sp�testens hier h�rt die Routine auf – neue Schriftzeichen und W�rter dr�hnen hier immer auf mich ein.

Leo.

Jetzt sind nun auch die Paralympics vorbei und irgendwie habe ich das Gef�hl, dass Peking wieder zu seinem alten Zustand zur�ckkehrt.

Es herrscht wieder Chaos auf den Strassen, seit 20. September k�nnen wieder alle Autos in Peking fahren. Nun gibt es jeden Tag zu bestimmten Stosszeiten wieder endlose Staus. Auch die ganzen freiwilligen Olympiahelfer, die immer am Stra�enrand gesessen haben, um jeden mit Rat und Tat zur Seite zu stehen,�sind verschwunden. Daf�r sind aber die unz�hligen Wanderarbeiter wieder zur�ck – die Baustellen haben wieder ihren Betrieb aufgenommen. Irgendwie glaube ich, hat auch das Gedr�ngel, Geschupse und Gespucke wieder zugenommen. Selbst Ampeln, die vorher neu errichtet wurden, sind wieder verschwunden.

So ging es mir letztens bei der Dongsishitiao U-Bahn Station. Ich kam aus der U-Bahn�und ging zielstrebig in die Richtung der neuen Ampel, um die breite Strasse, die sonst durch einen wei�en Stahlzaun getrennt wird, zu �berqueren. Und was war? Ja, nichts war! Ich kam mir vor wie im Film. Die Ampel war einfach weg, und der wei�e Zaun wieder da, so als ob nichts gewesen w�re. Jetzt muss ich wieder durch die Unterf�hrung durch, wenn ich auf die andere Stra�enseite m�chte. Puuuhh…

Jeden Morgen nehme ich denselben Weg zur Arbeit; erst mit dem Fahrrad und dann mit der U-Bahn Linie 2. Die letzte Station auf meinem Weg ist dabei Xizhimen.

Ich glaube so ca. 3 Wochen vor Beginn der Olympiade bekam Xizhimen einen neuen Ausgang verpasst. Echt komfortabel, man kommt gleich auf der richtigen Seite heraus, wenn man zum Plaza Tower m�chte und muss keine Stra�e mehr �berqueren, wie es vorher halt der Fall war. Auch ist diese sch�n neu und besitzt neben einer normalen Treppe auch eine Rolltreppe in 2 Fahrtrichtungen. O.K. Soweit so gut; denkt man! Der Knackpunkt an diesem Ausgang ist, dass ich es noch keinen Tag erlebt habe, dass diese d�mliche Rolltreppe funktioniert hat. Ob diese jemals funktioniert hat, wage ich wirklich stark zu bezweifeln, da an einer Seite noch die komplette Schutzfolie dran ist, und der andere Teil noch komplett mit einer Plane �berdeckt ist. Vor der Olympiade habe ich echt noch gedacht, dass diese Rolltreppe p�nktlich zur Olympiade Einsatzbereit sein wird, aber �Pustekuchen�, jetzt sind sogar schon die Paralympics vorbei und nichts ist passiert.

O.K, wird jemand sagen, wo ist dein Problem M�del, dann l�ufst du halt die Treppen, bist doch noch jung und ein bisschen Sport hat ja noch keinem geschadet. �Richtig!!!
F�r mich ist das auch sicher nicht so problematisch, aber f�r andere Leute schon. Insbesondere f�r Alte, kleine Kinder, die dann letztendlich von der Mutter, die ganze Treppe hoch getragen werden m�ssen oder Leuten mit schwerem Gep�ck, ist es echt eine Qu�lerei. Viele Chinesen m�ssen unterwegs auf der Treppe sogar eine Pause einlegen, weil der Anstieg einfach viel zu steil gebaut wurde.
Letzte Woche habe ich mir mal erlaubt nachzufragen, was mit der Rolltreppe eigentlich los ist. Die schlichte Antwort war einfach �huai le� (kaputt). Nachdem ich meinte, dass dieser Zustand nun schon wirklich sehr lange anh�lt, erntete ich, wie so oft in China, nur ein verlegenes L�cheln.

Ja, so ist das hier in China. Bin echt auf Montag gespannt. Ob die Rolltreppe vielleicht dann funktioniert? Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt.

Seit letztem Wochenende sind meine zwei Freundinnen aus Deutschland zu Besuch. Nach den Flugstrapazen und den ganzen Erkl�rungen wie es hier in Peking so abl�uft, ging es dann endlich f�r die beiden auf Entdeckungstour. Zuerst mit mir und Leo zusammen und sp�ter dann alleine.

F�r das erste Mal in Peking und in China �berhaupt, haben sie sich echt nicht schlecht geschlagen. Trotzdem sind ihnen Dinge widerfahren, die jedem Ausl�nder erstmal passieren, der die chinesische Sprache nicht beherrscht, und mit der chinesischen Mentalit�t noch nie zu tun hatte. Mir und Leo ging es am Anfang da ganz �hnlich. So zum Beispiel das Bestellen von Speisen in einem chinesischen Restaurant.

Sicher und selbstbewusst w�hlten beide ein Restaurant mit englischsprachiger Speisekarte und Bildern von den jeweiligen Gerichten. Sie bestellten zwei Gerichte, eines mit Schweinefleisch und ein anderes mit H�hnchen. Bis dahin lief wohl auch alles super, aber dann kam die gro�e �berraschung. Das Essen war f�r beide ungenie�bar! Es muss wohl echt so �bel gewesen sein, dass beide sich entschieden – trotz B�renhungers- ihren Reis trocken zu essen, da selbst die So�e nicht geschmeckt haben soll.

Eigentlich denkt man als Europ�er, dass man mit der Wahl eines Schweine- und H�hnerfleischgerichtes wirklich �nicht viel falsch machen kann�. Nach so einem Erlebnis in Peking, wei� man: �Hier in China schon�. Die Chinesen haben halt die Angewohnheit, z.B. alles von einem H�hnchen zu verarbeiten: Neben einem H�hnerfu� und den ganzen Knochen an denen dann noch das Fleisch h�ngt, schwimmt auch der Hahnenkamm mit im Essen rum. Und der Schnabel darf nat�rlich auch nicht fehlen. Allerdings wei� ich wirklich nicht, ob das, was meine beiden Freundinnen da serviert bekommen haben, auch wirklich das war, was beide bestellt hatten. Es sieht wirklich merkw�rdig aus. In den angeh�ngten Fotos k�nnt ihr euch selber �berzeugen. Ich f�r meinen Teil h�tte ich es nicht mal gekostet! Das angebliche H�hnchen war frittiert (ganz nebenbei, das m�gen die Chinesen sehr) und soll wie Gummi geschmeckt haben. Auch sollen komische, l�ngliche Teile darin gewesen sein, die wie kleine Beine oder Schw�nze ausgesehen haben. Sicher kann man sich da nie sein. Vielleicht kennt ja einer von Euch eines oder beide Gerichte und kann mir vielleicht sagen, was das war. Ich wei� es echt nicht.

Essen Nr. 34 und 25 bitte! (3)

Essen Nr. 34 und 25 bitte Essen Nr. 34 und 25 bitte! (2)

Obwohl, in manchen Bereichen bin ich nicht sehr tolerant. Musik zum Beispiel. Es gibt vieles, was ich richtig gut finde. Und es gibt noch mehr, was ich anh�ren kann bzw. besser gesagt �ertragen kann�. Ertragen hei�t, dass mir nicht das Trommelfell brennt, wenn ich das Lied h�re. Oder dass ich nicht zwingend den Sender umschalte. Und dann gibt es noch die dritte Kategorie, die �Geht gar nicht� Kategorie. In diese Kategorie geh�rt die bekannteste Frau aus Delmenhorst. Sarah Conner. Gerade diese Dame, in fr�heren Zeiten meines Wissens auch mal als Britney Spears Deutschland benannt, hat hier in China eine ungeahnte Popularit�t. Kein CD Laden, in der man sie nicht kaufen kann. Sei es als Raubkopie im Yashow oder als Original CD im Wal Mart � der blonde Engel ist �berall vertreten. Noch bin ich mir allerdings unsicher, ob diese CD gerne von Chinesen gekauft wird, oder ob es sich um eine Fehlkalkulation der chinesischen H�ndler handelt. Eventuell hatten diese in den Jahren 2000 bis 2004, in denen Sarah C. bekannt war, zu viel geordert � und hocken nun auf den Restbest�nden.

�brigens, die einzig weitere deutsche Musikformation, die mir in China zum Kaufen angeboten wurde, sind die Jungs von Rammstein. Deren CDs gibt es als spezielle Best of zu kaufen � inkl. Schreibfehler f�r Songs wie �das Herz schlagt lins� und �Klawier�.
Noch etwas zur Verbreitung der deutschen Musik in Peking. Neulich habe ich einem Kollegen, welcher 5 Jahre in Kassel studiert hat, die neue CD von Udo Lindenberg vorgespielt. Sein Kommentar nach 2 Liedern: �Das h�rt sich ja an wie die Prinzen�. Danach brauchte ich erst mal einen Reisschnaps und habe meine Missionierungsversuche eingestellt.

Leo.

Goldfisch sein? ist kein leichtes Leben. Vor allem nicht in China. Ich habe mir mal eine Rangfolge �berlegt, wo ich als Goldfisch leben wollte. Von �erstens� �ber �geht noch� bis zu Nummer 5, der absoluten Goldfisch H�lle.�

1.)��� Als Goldfisch in einem der zahlreichen Pekinger Parks. Das ist noch ein ganz passables Leben, einzig und allein vor den Ausflugsbooten und Tretbooten muss man sich in Acht nehmen. Aus eigener Erfahrung rate ich� auch zum Tuanjiehu Park � dort ist f�ttern erlaubt und die Goldfische mutieren zu dicken Karpfen.

2.)��� Als Goldfisch im Longtanhu Park. Ebenfalls eine gro�e Schwimmfl�che, doch dank Sauerstoffmangels oder sonstiger Verschmutzungen schwammen ein Teil der Fische bereits mit dem Bauch nach oben. Wer als Goldfisch diesen Bereich des Sees jedoch meidet, hat ein gutes Leben.

3.)��� Als Goldfisch in einem kleinen Aquarium in irgendeinem der zahllosen B�rot�rme. Meist allein, in einem Miniglas, m�ssen sie ihre Runden ziehen.

4.)��� Als Goldfisch in einem Restaurant � live darf man jeden Tag mit ansehen, wie andere Fischarten aus den kleinen Becken gefischt werden und 20 Minuten sp�ter wieder verzehrbereit angeliefert werden.

5.)��� Als Goldfisch in einem Plastikschwimmbecken in einem der vielen Freizeitparks. Da die Chinesen Angeln im Gegensatz zum Europ�er nicht als Ruhepool, sondern als kurzen H�hepunkt ansehen, muss auch der Fisch schnell bei�en. Deshalb schwimmen in kleinen Becken ausgehungerte Goldfische ihre Runden. Der Gro�st�dter h�ngt kurz seinen Haken rein, und was anbei�t, darf mitgenommen werden. Mit einer ungewissen Zukunft auf Schicksal 1 bis 4�

�
Leo.

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