IT


Firmen, die sich durch Blamage-Abmahnungen hervortun (wie z.B. hier zu lesen), sollten sich daran an Beispiel nehmen.

Einem kleinen Unternehmen, welches Werbung im Yahoo-Werbenetzwerk schaltet, ist aufgefallen, dass andere Unternehmen ihren Domainnamen mi�brauchen. Anstatt gleich drauflos abzumahnen, schickte die Besitzerin erstmal Emails an die “Rechtsverletzer”. Erkl�ren konnte sich diesen Mi�brauch aber wohl keiner der so angeschriebenen.� Bei Yahoo schien alles normal. Erst nach Zusendung einer Domain und eines konkreten Suchbegriffs, bei denen der Fall vorkam, kam Licht an die Sache. Auf den ersten Blick erschien es sogar so, als habe die Betroffene Firma recht.

Die Erkl�rung war dann doch etwas anders:

Auf Ecosia.org, einer gemeinn�tzen Webseite (so eine Art Suchmaschine) gibt es einen Bug, der dazu f�hrt, dass in den 3 Werbeeinblendungen (aus dem Yahoo-Netzwerk) �ber den Suchergebnissen jeweils der gleiche Domainname unter dem Werbetext angezeigt wird, obwohl der Link dann zum Unternehmen f�hrt, welches die Werbung eigentlich geschaltet hat. Ob der Fehler an Yahoo oder Ecosia.org liegt, wei� ich nicht.� F�r die Betroffene sah es so aus, als w�rden andere Unternehmen ihre Marke oder ihren Domainnamen verwenden. Dies macht bei einem kleinen, eher unbekannten Unternehmen aber absolut keinen Sinn. Warum sollte ich Werbung f�r mich schalten, allerdings f�r den Linktext einen fremden Domainnamen verwenden?

Egal, es gibt wohl einige Firmen, die hier gleich einen Anwalt eingeschalten h�tten. Zumindest in diesem Fall hat sich die Betroffene doch ziemlichen �rger und einen Image-Gau erspart. Die ein oder andere gr��ere Firma (oder auch Beh�rde), die wegen Nichtigkeiten gleich abmahnen und sich so den Zorn der Netzgemeinde zuziehen, k�nnten sich daran ein Beispiel nehmen.

Ein paar Emails an Yahoo und/oder Ecosia.org k�nnen die Sache wohl kl�ren.

Heute hat die Meldung Aufsehen erregt, Google wolle sein Engagement in China �berdenken. Google begr�ndet dies mit der Zensur und Hackerangriffen aus China, die zum Ziel hatten, Email-Accounts von Dissidenten auszusp�hen und geistiges Eigentum von Unternehmen zu stehlen.

Auf http://googleblog.blogspot.com/2010/01/new-approach-to-china.html sagt Google jedoch erstmal nur, dass sie ihre Suchergebnisse nicht mehr zensieren wollen. Sie werden mit den Beh�rden verhandeln und pr�fen ob es m�glich ist, eine unzensierte Version von Google in Chin zu betreiben.Nach einer Meldung von chip.de hat Google bereits angefangen, nicht zensierte Suchergebnisse in China auszuliefern.

Auswirkungen auf Google

Kritische Stimmen behaupten zwar, Google w�rde dieser Schritt nicht sehr weh tun, da das Chinagesch�ft nur 1% seines Gesamtumsatzes ausmache, allerdings hat Google in den letzten Jahren den Abstand zum lokalen Konkurrenten Baidu verk�rzen k�nnen und w�rde im Extremfall auf den gr��ten Internetmarkt der Welt verzichten. Ausl�ndische Unternehmen haben es in China durchweg schwerer als chinesische. Chinesische Unternehmen haben bessere Beziehungen zu Beh�rden (und Gerichten), weniger b�rokratische H�rden zu �berwinden bzw. sind diese H�rden und die Kooperation mit den Beh�rden gewohnt. Ausl�ndische Unternehme k�nnen auch nur mit Hilfe eines lokalen Partners an eine Internet Content Provider Lizenz gelangen, um �berhaupt kommerziell im chinesischen Internet t�tig werden zu k�nnen.
Des weiteren k�nnen chinesischen Unternehmen problemloser im Internet kopieren und Dienste anbieten, die f�r ausl�ndische Firmen tabu sind (Onlinespiele, MP3-Downloads usw).

Angesichts dieser Umst�nde kann man Google China schon als Erfolgsstory sehen, auch wenn man bedenkt, dass Google erst 2006 nach China gegangen ist.

Auswirkungen auf China?

Die Auswirkungen auf das Internet in China sind noch schwer abzusehen, es kommt wohl vor allem darauf an, welche Google-Dienste in Zukunft in China noch zur Verf�gung stehen. Falls nur die Suchmaschine gesperrt wird, werden sich die Konkurrenten freuen, sonst wird nicht viel passieren. Wenn aber andere Dienste (Google Mail, Google Docs usw.) ebenfalls gesperrt werden, m�ssen wohl an die 50 Millionen Internetnutzer, die diese Dienste nutzen, ihre Surfgewohnheiten �ndern.

Politisch wird sich wenig �ndern, die Zensurbeh�rden wohl kaum nachgeben und eine unzensierte Version von Google zulassen. Es wird allerdings auch Druck auf die chinesische Regierung geben und die Beziehungen zwischen China und den USA wird dieser Schritt von Google kurzfristig belasten.

Mein Fazit: Die Zensurbeh�rden werden kaum nachgeben, die lokale Konkurrenz wird sich freuen. Wenn Google hartn�ckig bleibt, wird wohl zumindest die Suchmaschine gesperrt.

Egal wie. Inspirierend ist dieser Schritt auf jeden Fall.

China hat, spontan wie immer und f�r Registrare sehr �berraschend, die Regeln f�r die Registrierung von .cn-Domains versch�rft. Seit dem 12. Dezember werden die Regeln umgesetzt. Demnach d�rfen nur noch registrierte Unternehmen oder zugelassene Organisationen .cn-Domains registrieren.

Was als Kampf gegen Spam und Pornographie und andere ungesunde Inhalte verkauft wird, schlie�t im Endeffekt erstmal alle Privatpersonen von der Registrierung von .cn-Domains aus. Wie sich die neue Praxis auf Domains auswirkt, die vor dem 12. Dezember registriert wurden, bleibt noch abzuwarten.
Hoffnungen, dass Zensurma�nahmen mit bestimmten Daten und Jubil�en zu tun haben ( Massaker am Platz des himmlischen Frieden 1989, 60 Jahre Gr�ndung der VR China, Olympia, ExPo in Shanghai) und danach wieder aufgehoben werden, haben sich in letzter Zeit immer wieder zerschlagen.

Es kann durchaus sein, dass die Regelung f�r .cn Domains nur ein weiterer Schritt der Regierung ist, Kontrolle �ber alle unliebsamen Inhalte (was politische Inhalte mit einschlie�t) zu erhalten bzw. diese f�r chinesische Internetuser unzug�nglich zu machen.
Allerdings ist es im Moment f�r Chinesische Unternehmen und Privatpersonen m�glich, auf internationale Domainendungen auszuweichen und sich somit der Kontrolle des f�r die Registrierung der chinesischen Domains zust�ndigen China Internet Network Information Center (CNNIC) zu entziehen.

Registrare wie godaddy planen z.B., f�r chinesische Nutzer alipay als Zahlungsmethode anzubieten und k�nnten somit von der neuen Regelung profitieren.

Es ist nat�rlich m�glich, dass die chinesischen Beh�rden auch dieses Schlupfloch in absehbarer Zeit schlie�en m�chten.
Derzeit gibt es ca. 13 Millionen registrierte .cn-Domains, was 80% der registrierte Webseiten in China ausmacht.

Allerdings sto�en die Ma�nahmen nicht �berall im Westen auf Ablehnung.

http://www.spamhaus.org/news.lasso?article=652 gratuliert der CNNIC ausdr�cklich zu dieser tollen Ma�nahme zur Spam- und Betrugsbek�mpfung:

“So as we extend our congratulations to CNNIC for this good first step in trying to reclaim the “.cn” ccTLD for the honest Chinese internet users, we stress that further steps do still need to be taken”

Die Internet-Verwaltung Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) unternimmt jetzt endlich konkrete Schritte f�r die Einf�hrung von nicht-lateinischen Top-Level Domains.

Bewerber k�nnen sich ab dem 16. November um eine landessprachliche Version ihrer Zone bewerben. Also auch Domains mit der Endung “??”. Wann diese dann genau eingef�hrt werden, ist aber noch unklar, eventuell aber schon ab Mitte 2010. L�nder wie Russland, China, Griechenland, Japan, Korea geh�ren zu den potentiellen Bewerbern um Top-Level Domains in ihrer Landessprache.

Bei der Meldung werde sogar ich nostalgisch:

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,634504,00.html

Compuserve geht also offline, das Portal, das lange bevor Google, diesem Web 2.0, Web 3.0- Zeugs und anderem Schnickschnack da war.

Man bekam Internetzugang, eine komischen E-Mail-Adressse, Zugang zu den ersten Foren, Nachrichtenticker usw. Schade, dass man auf archive.org nicht nachschauen kann, wie die Seite fr�her aussah, compuserve hat archive.org mit robots.txt ausgeschlossen.

Inzwischen ist es ja keine Neuigkeit mehr – google hat in China so seine Probleme, und ist gesperrt, nur teilweise gesperrt, nicht gesperrt… je nach Gutd�nken der Beh�rden. Baidu wird sich freuen, Microsoft mit ihrer neuen Suchmaschine ebenso, und Google, das sich ja laut ihrem Motto vorgenommen hat, nichts B�ses zu tun, wird nat�rlich den Forderungen der chinesischen Zensurbeh�rden nachkommen, alle “b�sen” Internetinhalte aus seinen Suchergebnissen herauszufiltern, um weiterhin einen Teil des Kuchens von ca. 300 Millionen Internetnutzern abzubekommen. B�se Internetinhalte sind in China:

  • Alle Webseiten, die au�erhalb Chinas gehostet werden … also bitte nicht mehr nach au�en verlinken
  • Alles was mit Tiananmen zu tun hat, es sei denn, es sind Urlaubsbilder
  • Demokratie, Tibet, klar, das muss auch raus
  • Pornographie

Hier gehts zur dazugeh�rigen Diskussion auf http://forum.chinaseite.de:

http://forum.chinaseite.de/ftopic8603.html

Vor kurzem ging die Suchmaschine von Microsoft “bing” online. Seit letzter Woche ist Bing in China nicht erreichbar. Laut der Webseite

http://www.websitepulse.com/help/testtools.china-test.html

ist bing.com tats�chlich zusammen mit einigen anderen� Web-Angeboten von Microsoft gesperrt. Twitter und Flickr waren ebenfalls zensiert, sind aber wieder erreichbar. China bereitet sich entweder auf den 60. Jahrestag der Gr�ndung der VR China vor, oder es sind noch die Nachwehen des 20. Jahrestags der Studentenproteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens.

Ich soll den chinesischen Markt erobern, es ist Mittwoch Abend, morgen ist Feiertag. Wenn ich mich beeile, werde ich hoffentlich bis zum Wochenende fertig. Auf jeden Fall muss ich morgen flei�ig sein.

Aber ich wollte eigentlich etwas anderes schreiben:

Aus der Buchhaltung eines kleinen Unternehmens:

Ein Kunde bestellt ein Produkt und bezahlt per Scheck, der per Post versandt wird. Ein paar Wochen sp�ter geht die Mahnung an die Kundin raus, die aber� auf den versandten Scheck hinweist.

Bezahlung per Scheck ist ja in Deutschland nicht unbedingt �blich. Das B�ro wird also durchw�hlt, der Scheck ist nicht auffindbar. Des R�tsels L�sung: Die Suchfunktion des Dokumentenmanagementsystems im Computer. Nach dem keyword “Scheck” gesucht, schon erscheint der gesuchte Eintrag. Die Azubi hat den Scheck tats�chlich gescannt, das Texterkennungsprogramm dr�ber laufen lassen, die Datei unter dem Dateinamen “scheck-kundenname.jpg” gespeichert.

Der Scheck selbst hat sie dann fein s�uberlich gelocht und unter “ordnungsgem��” abgeheftet.
Wie sich eben �ltere Leute nicht mit Paypal und Co. auskennen, haben j�ngere ihre Problem mit “�lteren” Zahlungsmethoden und in ihrem Leben noch keinen Scheck gesehen.

Der Scheck ist jetzt aber erstmal unbrauchbar und die Kundin ist hoffentlich so nett und schreibt ihn noch einmal.

Microsoft sind wirkliche Spielverderber. Auf

http://cn.bing.com/

sieht man die chinesische Version von Bing, der neuen Suchmaschine von Microsoft.

Allerdings schummelt Microsoft meiner Meinung nach ein wenig. Microsoft verwendet die Schriftzeichen ?? f�r ihre chinesische Version.

?? wird” Bi ying” ausgesprochen, also nach dem “B” ein “iy” zuviel. Ein Schriftzeichen zu nehmen, das einfach “bing” ausgesprochen wird, w�re ehrlicher gewesen, konsequenterweise h�tte dies das Schriftzeichen ? (Pinyin: bing, �bersetzung: Krankheit) sein m�ssen. Schade, der Gag, die Suchmaschine als “Krankheit” zu �bersetzen, war irgendwie nicht schlecht. Wobei man Microsoft zugute halten muss, dass der erste Eindruck nicht einmal so schlecht ist. Die Suchmaschine ist schlicht, sieht aber besser aus als Google.

Wenn ich mal die Suchergebnisse vergleiche, vorher – nacher:

Das folgende Ergebnis erhielt man, wenn man nach dem Wort “Strumpfhose” bei der alten Suchmaschine von Microsoft gesucht hat (fr�herer Beitrag)

http://blogger.chinaseite.de/2009/05/16/zensur-aus-dem-heise-forum.html

Falls mann jetzt “Strumpfhose” in die neue Suchmaschine “bing” eingibt, ist das Ergebnis genau das gleiche, n�mlich die folgende Meldung:

“Der Suchbegriff strumpfhose f�hrt m�glicherweise zu sexuell eindeutigen Inhalten.”

Ich habe mal nach langer Zeit wieder geschaut, welche Seiten �berhaupt auf die englische Version von chinaseite.de verlinken, da ich vor allem an der deutschen Version rumschraube. Beides sind inzwischen eher Hobby-Projekte, die ich je nach Lust und Laune update.� Dabei bin ich auch �ber den folgenden Beitrag von Frank Watson auf search engine watch gestolpert: http://searchenginewatch.com/3630200. (irgendwo ganz unten).

Ganz nett, so ein professionelles Lob mal im Netz zu finden.

« Previous PageNext Page »