Wed 22 Oct 2008
Pekings alte Hutongs
Posted by Holly under China Allgemein , Erlebnisse in ChinaComments Off on Pekings alte Hutongs
Wer als Ausl�nder in Beijing etwas auf sich h�lt, der geht in die Hutongs. Wenigstens zum Bummeln in die Nanluoguxiang, oder man weicht in die Nebenstrassen am Houhai aus, wenn dort zu viele Menschen rumlaufen. Wer will, der kauft sich in einem der L�den ein T-Shirt mit den chinesischen Schriftzeichen “Hutong bewahren”. Doch wer will eigentlich die Hutongs bewahren – und warum �berhaupt?�
�Die Hutongs haben unter Ausl�ndern einen guten Ruf. Sie stellen das alte Beijing dar – vermitteln ein besonderes Flair. Ich frage mich manchmal, wie sich die Anwohner dort f�hlen. Denn n�chtern betrachtet ist das Leben in den Hutongs weder romantisch noch abenteuerlich, sondern einfach beschwerlich. Im Sommer hei�, im Winter kalt sowie keine richtigen Abwasserleitungen, so dass man sich die Toilette mit Nachbarn oder Touristen teilt. Besonders unangenehm finde ich, dass es keine Trennung zwischen den Bodenl�chern gibt – wer also seinen Bed�rfnissen nachgeht, hat dabei noch oft Gesellschaft. Einen noch recht sauberen Eindruck macht dabei das Bild im Anhang.
Nat�rlich gibt es auch die renovierten Hutongs. Da gibt es Heizungen, Klimaanlage, Duschen, Warmwasser, Toiletten, Internet…alles, was der Mensch von heute so braucht. Da wohnen dann nicht mehr mehrere Familien, sondern nur noch eine. Meist auch eine, welche das 20 fache Monatsgehalt eines Wanderarbeiters hat. Diese Wohnung kann sich dann kein normaler Chinese mehr leisten. Selbst wenn diese Hutongs bestehen bleiben – das von vielen erfahrene Flair wird es dort nicht mehr geben.
Und so bin ich zwiegespalten, was ich von den Hutongs halten soll. Ohne sie w�re Beijing nicht das, wie wir es kennen. Aber sie so lassen? Oder, wie ich neulich mal geh�rt habe, “todsanieren”? Vielleicht gibt es ja auch noch einen Mittelweg – Sanierung der Hutongs, Vermietung einiger zu hohen Preisen, dadurch Mitfinanzierung der anderen, um das Flair zu erhalten. Aber das k�nnte nur durch die Stadt geschehen – und die ist meines Erachtens eher nach dem neuen Buch von Dieter Bohlen unterwegs “planieren statt sanieren”.
Leo.