Die Ger�chtek�che brodelt schon seit einigen Tagen, konkret schein es aber nicht zu sein.

Kurz nach Googles Weggang plant angeblich Facebook den Einstieg nach China. Diese Nachricht hat jetzt auch den Einzug in die chinesischen Printmedien gehalten. Laut Larry Yu, dem Spracher von Facebook, beobachtet Facebook jedoch den Markt nur wie viele andere, hat jedoch keine konkreten Pl�ne. Nach Googles Ausstieg ist es PR-technisch auch nicht unbedingt der beste Zeitpunkt nach China zu gehen.

Auch f�r die letzten Zweifler sollte jetzt klar sein – Google hat sich mit seiner Suchmaschine endg�ltig aus China verabschiedet. Die ICP-Lizenz von Google (ICP = Internet Content Provider) ist Ende M�rz ausgelaufen und wurde nicht verl�ngert.

Eine ICP-Lizenz wird von jedem Betreiber einer Webseite (auch von privaten Webseiten) ben�tigt, wenn er innerhalb Chinas hosten m�chte.

Google wird allerdings weiterhin ein Forschungszentrum in China betreiben und auch weiterhin Werbung auf seinen Webseiten verkaufen.

Klagen gegen Google?

Es kann gut sein, dass Google sich in China bald gerichtlichen Auseinandersetzungen mit ehemaligen Partnern stellen muss, die Google eventuell Vertragsbruch vorwerfen k�nnten. Google d�rfte dabei vor chinesischen Gerichten einen schweren Stand haben.

Interessanterweise gibt es �brigens Ger�chte, dass Facebook seinen Dienst in China anbieten m�chte. Derzeit ist Facebook in China gesperrt.

H�tte ich letztes Jahr in China auf ein Beratungsunternehmen geh�rt, h�tte ich wohl f�r ein bestimmtes Projekt im Online-Bereich ein Rep-Office aufgebaut, mit einer Offshore-Holding in Hong Kong.

Repr�sentanzen in China� sind im Prinzip beschr�nkt auf

  • Ausf�hren von Recherchen
  • Unterst�tzung der Muttergesellschaft in China
  • Werbung f�r die Muttergesellschaft
  • Im Prinzip alles, was keinen direkten Gewinn f�r das Office in China erwirtschaftet

In der Praxis wurde in den letzten Jahren diese Struktur allerdings �u�erst strapaziert. Obwohl man als Rep-Office keine Vertr�ge abschlie�en und kein Einkommen erwirtschaften darf, haben viele ausl�ndische Firmen z.B. �ber Hong Kong oder “geliehene Rechnungen” und �ber spezialisierte HR-Firmen, welche Angestellte bezahlen (Rep-Offices d�rfen nicht direkt chinesische Angestellte einstellen), trotzdem quasi ein gewinnorientiertes Business betrieben.

Damit wird es wohl bald vorbei sein.

Wie gesagt gab es viele Rep-Offices in Verbindung mit einer eigens daf�r gegr�ndeten Firma in Hong Kong. Allerdings wird in Zukunft wohl von den Beh�rden strenger darauf geachtet werden, dass die Muttergesellschaft bereits 2 Jahre existiert.� Dies macht eine Offshore-Struktur in vielen F�llen unm�glich bzw. man hat nur die M�glichkeit, eine Briefkastenfirma, die bereist mehr als 2 Jahre existiert, zu kaufen.

Briefkastenfirmen sind �brigens v�llig legal, werden nur oft als M�glichkeit zur Steuerhinterziehung mi�braucht.

Dar�ber hinaus sind Rep-Offices nur noch f�r 1 Jahr g�ltig, nicht mehr f�r 3 Jahre. Und die Beh�rden werden wohl die Aktivit�ten von Repr�sentanzen strenger kontrollieren.

Es kann also durchaus sein, dass Rep-Offices in China bald aussterben. F�r die meisten Unternehmen sind sie jetzt schon nicht mehr die richtige Unternehmensform, um in China t�tig zu werden.

F�r den Berater, der uns letzes Jahr die Rep-Office-Struktur vorgeschlagen hat, ist China wohl immer noch der wilde Osten, in dem man als ausl�ndisches Unternehmen beliebig in Graubereichen operieren und eventuelle Strafzahlungen in Kauf nehmen kann.

Mal wieder etwas f�r die Kategorie “Was mache ich gerade?” im Blog.

Ich habe einen Bewerbung einer Chinesin oder eines Chinesen (?) erhalten, habe allerdings keine Ahnung, ob der Name m�nnlich oder weiblich ist, leider ist der Name nur in Pinyin geschrieben.

Ich tippe mal (nach einer kurzen Internetrecherche) auf weiblich und hoffe ich liege bei der Antwort richtig.

Ich bekomme �fters mal Emails oder telefonische Anfragen von Firmen, die im Zusammenhang mit China einem Betrug aufgesessen sind. Meistens geht es darum, dass Betroffene versuchten, Warenkleidung, Kamerazubeh�r oder �hnliches online aus China zu einem Bruchteil des Marktpreises zu bestellen. Hier mal eine Zusammenfassung der �blichen Scams

  • Billige Markenware oder Elektronik: �ber einen seri�s aufgebauten Online Shop wird Markenware verkauft. Der Support ist professionell und geschieht per skype, Email oder telefonisch. Nach Bezahlung erfolgt keine Lieferung sondern es werden Nachzahlungen verlangt. Standardbegr�ndungen: Lieferkosten sind gestiegen, die Ware wird vom Zoll zur�ckgehalten, das g�nstige Angebot ist “ausgelaufen” und man solle etwas nachzahlen.
    L�sung: Falls man per Western Union bezahlt hat, ist das Geld normalerweise futsch. Und bitte nicht bei mir beschweren, wenn ich den Betroffenen keine kostenlose Hilfe anbiete.
  • Domainregistrierung: Anbieter senden einem Unternehmen mit Internetseite die Nachricht, sie h�tten eine Anfrage �ber die Registrierung einer cn-Domain oder �hnliches mit dem Markennamen oder Domainnamen des Unternehmens erhalten und m�ssten jetzt �berpr�fen, ob die Registrierung zul�ssig sei (Grund der �berpr�fung: beliebig). Gleichzeitig wird dem Unternehmen die Registrierung der Domains zu Wucherpreisen angeboten.
    L�sung: Nachricht in den Spam-Ordner verschieben
  • Zahlungen oder Lieferungen weiterleiten: Es wird ein “Represantative” f�r ein bestimmtes Land gesucht. Der soll dann vor allem Zahlungen von “Kunden” entgegennehmen und diese Zahlungen dann weiterleiten. Das deutsche Konto des Repr�sntanten, an welches die gutgl�ubige Kunden der chinesischen Firma �berweisen, dient dazu, Vertrauen aufzubauen – das Geld wird ja an ein deutsches Konto �berwiesen. Das Geld, welches vom Repr�sentanten nach China weitergeleitet wird, ist dann futsch, Ware aus China wird nie geliefert. Alternativ bestellt der chinesische Betr�ger Ware im Namen des “Repr�sentanten”. Der Repr�sentant leitet diese Ware weiter nach China und erh�lt Wochen sp�ter Rechnungen von deutschen Lieferanten.
  • Der Verkauf von akademischen Titeln. Solche Titel-Verk�ufer gibt es auch “offline”, an Nebeneing�ngen an den meisten Eliteunis in China. Diese Titel sind nat�rlich wertlos, selbst wenn sie mit irgendwelchen Leistungen verbunden waren.
  • Online-Kontakte und Geschenke: Westliche Firmen werden kontaktiert und dann zu Verhandlungen nach China eingeladen. Dort werden dann teure Geschenke verlangt, da dies in China so �blich sei. Die Kosten f�r Hotels, Essen usw. werden nat�rlich auch von der westlichen Firma getragen. Es kommt aber nie zu einem Gesch�ftsabschluss, die chinesischen Gesch�ftspartner verschwinden dann.
  • Bestellungen und Zahlung per Scheck oder Kreditkarte: Ein chinesisches Unternehmen kontaktiert eine Deutsche Firma und bestellt Ware . Die wird dann mit gef�lschten Schecks von unbeteiligten und scheinbar seri�sen Drittfirmen bezahlt, die dem chinesischen Kunden angeblich noch Geld schulden. Die Schecks platzen dann, die Ware ist normalerweise futsch.

Mir ist kein Fall bekannt, in dem ein Betroffener sein Geld oder seine Ware zur�ckerhalten hat. Unter meist sehr nobel klingenden Adressen, die in den Webseiten, Emails oder Bestellungen angegeben sind, findet sich keine Firma. �ber die Webseiten “Whois” Eintr�ge an die Betreiber heranzukommen ist ebenfalls kaum m�glich.

Grunds�tzlich gilt bei allen Unternehmungen im Ausland – nicht nur in China: Gesch�fte laufen nicht �ber Vertrauen sondern �ber Kontrolle.

Ein Sandsturm h�llte Peking in den letzten Tagen in eine dicke Staubwolke.� Die Beh�rden warnten vor der Luftverschmutzung und rieten der Bev�lkerung, nicht aus dem Haus zu gehen.

In Seoul gibt es �brirgens �hnliche Bilder (nicht ganz so schlimm wie in Peking).

Klar, dass die Koreaner nicht besonders gl�cklich �ber die Sandwolken sind, die von China aus bis nach Korea reichen. Man �berlegt sich, den Chinese bei der Bepflanzung einer “nat�rlichen gr�nen Barriere” im Norden Pekings zu helfen, um das Problem in den Griff zu bekommen.

Angesichts der wachsenden W�ste, des steigenden Wasserverbrauchs in Kombination mit dem Klimawandel werden solchen Bem�hungen allerdings kaum Erfolgschancen einger�umt.

Sandsturm Seoul
Sandsturm Seoul

Firmen, die sich durch Blamage-Abmahnungen hervortun (wie z.B. hier zu lesen), sollten sich daran an Beispiel nehmen.

Einem kleinen Unternehmen, welches Werbung im Yahoo-Werbenetzwerk schaltet, ist aufgefallen, dass andere Unternehmen ihren Domainnamen mi�brauchen. Anstatt gleich drauflos abzumahnen, schickte die Besitzerin erstmal Emails an die “Rechtsverletzer”. Erkl�ren konnte sich diesen Mi�brauch aber wohl keiner der so angeschriebenen.� Bei Yahoo schien alles normal. Erst nach Zusendung einer Domain und eines konkreten Suchbegriffs, bei denen der Fall vorkam, kam Licht an die Sache. Auf den ersten Blick erschien es sogar so, als habe die Betroffene Firma recht.

Die Erkl�rung war dann doch etwas anders:

Auf Ecosia.org, einer gemeinn�tzen Webseite (so eine Art Suchmaschine) gibt es einen Bug, der dazu f�hrt, dass in den 3 Werbeeinblendungen (aus dem Yahoo-Netzwerk) �ber den Suchergebnissen jeweils der gleiche Domainname unter dem Werbetext angezeigt wird, obwohl der Link dann zum Unternehmen f�hrt, welches die Werbung eigentlich geschaltet hat. Ob der Fehler an Yahoo oder Ecosia.org liegt, wei� ich nicht.� F�r die Betroffene sah es so aus, als w�rden andere Unternehmen ihre Marke oder ihren Domainnamen verwenden. Dies macht bei einem kleinen, eher unbekannten Unternehmen aber absolut keinen Sinn. Warum sollte ich Werbung f�r mich schalten, allerdings f�r den Linktext einen fremden Domainnamen verwenden?

Egal, es gibt wohl einige Firmen, die hier gleich einen Anwalt eingeschalten h�tten. Zumindest in diesem Fall hat sich die Betroffene doch ziemlichen �rger und einen Image-Gau erspart. Die ein oder andere gr��ere Firma (oder auch Beh�rde), die wegen Nichtigkeiten gleich abmahnen und sich so den Zorn der Netzgemeinde zuziehen, k�nnten sich daran ein Beispiel nehmen.

Ein paar Emails an Yahoo und/oder Ecosia.org k�nnen die Sache wohl kl�ren.

Viele Ausl�nder legen sich chinesische Namen zu, wenn sie mit China zu tun haben, manche mehr oder weniger gelungen. Ich habe im Laufe der Zeit mehrere chinesische Namen erhalten – bewusst und unbewusst.� Mein erster war irgendwie zu philosophisch , ???.(Jin Xifa) und wurde mir vom Wohnheimleiter w�hrend meines Auslandsstudiums gegeben.

Der n�chste Name war dann ?? (kleines Gold oder vielleicht eher “Kleiner Kim”). Den erhielt ich w�hrend meiner Arbeit an der Uni. Ich fand erst im Laufe der Zeit heraus, dass mit Xiao Jin ich gemeint war, als mehr und mehr Chinesen im B�ro anriefen und nach diesem omin�sen Xiao Jin fragten.

Name Nr. 3 war dann ??? ?Jin Zhiqiang?, mit dem die meisten Chinesen aus meinem Bekanntenkreis zufrienden waren.

Jetzt kam im Rahmen einer Firmenregistrierung Name Nr 4. zustande??? ????Hintergrund des neuen Namens ist anscheinend eine (neue?) Vorschrift, dass der Legal Representative bei einer Firmenregistrierung einen chinesischen Namen haben muss, dessen Aussprache mit dem westlichen Namen �bereinstimmen muss (die war neu f�r mich).

Heute hat die Meldung Aufsehen erregt, Google wolle sein Engagement in China �berdenken. Google begr�ndet dies mit der Zensur und Hackerangriffen aus China, die zum Ziel hatten, Email-Accounts von Dissidenten auszusp�hen und geistiges Eigentum von Unternehmen zu stehlen.

Auf http://googleblog.blogspot.com/2010/01/new-approach-to-china.html sagt Google jedoch erstmal nur, dass sie ihre Suchergebnisse nicht mehr zensieren wollen. Sie werden mit den Beh�rden verhandeln und pr�fen ob es m�glich ist, eine unzensierte Version von Google in Chin zu betreiben.Nach einer Meldung von chip.de hat Google bereits angefangen, nicht zensierte Suchergebnisse in China auszuliefern.

Auswirkungen auf Google

Kritische Stimmen behaupten zwar, Google w�rde dieser Schritt nicht sehr weh tun, da das Chinagesch�ft nur 1% seines Gesamtumsatzes ausmache, allerdings hat Google in den letzten Jahren den Abstand zum lokalen Konkurrenten Baidu verk�rzen k�nnen und w�rde im Extremfall auf den gr��ten Internetmarkt der Welt verzichten. Ausl�ndische Unternehmen haben es in China durchweg schwerer als chinesische. Chinesische Unternehmen haben bessere Beziehungen zu Beh�rden (und Gerichten), weniger b�rokratische H�rden zu �berwinden bzw. sind diese H�rden und die Kooperation mit den Beh�rden gewohnt. Ausl�ndische Unternehme k�nnen auch nur mit Hilfe eines lokalen Partners an eine Internet Content Provider Lizenz gelangen, um �berhaupt kommerziell im chinesischen Internet t�tig werden zu k�nnen.
Des weiteren k�nnen chinesischen Unternehmen problemloser im Internet kopieren und Dienste anbieten, die f�r ausl�ndische Firmen tabu sind (Onlinespiele, MP3-Downloads usw).

Angesichts dieser Umst�nde kann man Google China schon als Erfolgsstory sehen, auch wenn man bedenkt, dass Google erst 2006 nach China gegangen ist.

Auswirkungen auf China?

Die Auswirkungen auf das Internet in China sind noch schwer abzusehen, es kommt wohl vor allem darauf an, welche Google-Dienste in Zukunft in China noch zur Verf�gung stehen. Falls nur die Suchmaschine gesperrt wird, werden sich die Konkurrenten freuen, sonst wird nicht viel passieren. Wenn aber andere Dienste (Google Mail, Google Docs usw.) ebenfalls gesperrt werden, m�ssen wohl an die 50 Millionen Internetnutzer, die diese Dienste nutzen, ihre Surfgewohnheiten �ndern.

Politisch wird sich wenig �ndern, die Zensurbeh�rden wohl kaum nachgeben und eine unzensierte Version von Google zulassen. Es wird allerdings auch Druck auf die chinesische Regierung geben und die Beziehungen zwischen China und den USA wird dieser Schritt von Google kurzfristig belasten.

Mein Fazit: Die Zensurbeh�rden werden kaum nachgeben, die lokale Konkurrenz wird sich freuen. Wenn Google hartn�ckig bleibt, wird wohl zumindest die Suchmaschine gesperrt.

Egal wie. Inspirierend ist dieser Schritt auf jeden Fall.

Im Spiegel (http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,669714,00.html) und anderen Medien wird wieder �ber die Anti-Porno Kampagne in China berichtet. Im Rahmen der Kampagnen wurden zahlreiche Seiten gesperrt, Betreiber solcher Seiten festgenommen, es gibt anscheinend auch Belohnungen f�r Nutzer, die solche Seiten melden.

Wieder wird aber nur oberfl�chlich recherchiert (oder Meldungen ungepr�ft �bernommen und der Text etwas ge�ndert). Im Gegensatz zur Meldung des Spiegels gibt es in China keine Vorschrift, die besagt, dass ein Computer nur noch mit vorinstallierter Anti-Porn Software gekauft werden kann, wenn ich die Meldugen Mitte letzten Jahres richtig in Erinnerung habe, war dies auch nie in der Art geplant.

Es gibt seit Mitte letzten Jahres ein Projekt mit dem Namen “Green Dam-Youth Escort” (??�????). Urspr�nglich sollten alle neu in China verkauften Computer ein Programm vorinstallieren oder aber eine Installationsm�glichkeit daf�r (CD)� mitliefern, welches bestimmte Inhalte zensiert. Die Zensur geschieht mit Hilfe einer Blacklist, die automatisch �ber Internetupdates aktualisiert wird. Eine Vorinstallation f�r alle Computer� war aber nie verpflichtend.

Sp�ter gab es einen Teilr�ckzieher insofern, dass nur noch f�r Schulen, Internetcafes und andere �ffentliche Einrichtungen die Installation des Programms vorgeschrieben wurde. Privatnutzer in China m�ssen dieses Programm nicht installieren.

Es kann nat�rlich durchaus sein, dass die Kampagne gegen ungesunde Inhalte versch�rft wird.

« Previous PageNext Page »