Thu 12 Aug 2010
Google – not evil after all?
Posted by admin under Business , China News , China Politik , ITComments Off on Google – not evil after all?
Der Pulverdampf hat sich gelegt, Google und die chinesische Regierung haben sich wohl auf einen Waffenstillstand verst�ndigt, bei dem beide Seiten das Gesicht wahren k�nnen.
Google hatte Anfang des Jahres angek�ndigt, in China nicht mehr zu zensieren. Es war viel �ber die Beweggr�nde spekuliert worden. Die Herkunft des Google-Mitbegr�nders, ein Ausweg aus einem erfolglosen Markt oder doch ein echtes Aufbegehren gegen Internetzensur und gegen den entdeckten Angriff auf Google-Konten, der anscheinend von China ausging (Beweise gibt es daf�r wohl noch nicht so richtig).
In der chinesischen Presse war die Ank�ndigung nach einigem Z�gern weitgehend als Aktion kritisiert worden, hinter der die US-Regierung stehe.
Google hatte danach einen halben R�ckzieher gemacht, indem die Suche von google.cn einfach auf die Hongkonger Webseite umgeleitet wurde, die nicht durch Google selbst zensiert wird – jedoch von der chinesischen Zensurbeh�rde.
So ausgetrickst zu werden hat der chinesischen Regierung nat�rlich gar nicht gefallen. Als die j�hrliche Lizenzverl�ngerung anstand wurde Google bedeutet, dass eine automatische Weiterleitung nicht akzeptiert werden w�rde. Die ICP-Lizenz (Online Lizenz, die jede Webseite in China haben muss, um legal betrieben zu werden) war in Gefahr.
Google hat danach immerhin die Webseite von google.cn so ge�ndert, dass der Benutzer nicht mehr automatisch auf die Hongkonger Seite weitergeleitet wird. Wer jetzt auf die Google-Suche will muss aktiv auf einen Link klicken. Das hat die chinesische Regierung trotz vieler Unkenrufe von Experten wohl akzeptiert.
Wie ist dieser Kompromiss zu bewerten?
Erst mal hat Google einen Markt nicht verlassen, auf dem das Unternehmen durchaus erfolgreich war. Baidu ist zwar Marktf�hrer, wenn man allerdings bedenkt mit welchen Hindernissen Google konfrontiert war, kann man den Marktanteil von mehr als 30% durchaus als Erfolg bewerten.
Unter anderem gab es immer wieder Blockaden durch die chinesischen Zensurbeh�rden. Des weiteren hatte Google jahrelang den Nachteil, dass es eine Musiksuche �hnlich wie die beliebte mp3-Suche von Baidu, nicht anbieten konnte – dies h�tte wohl sofort eine Menge Klagen in den USA zur Folge gehabt.
Es gab sogar 2002 und 2008 Berichte, wonach Google.cn von den chinesischen Zensurbeh�rden auf den Konkurrenten baidu.com weitergeleitet wurde.
Die chinesische Regierung hat ihr Gesicht ebenfalls gewahrt und kann durch die Blockade einiger Google-Dienste immerhin immer wieder Nadelstiche setzen, um zu beweisen, dass die jetzige L�sung vom Goodwill der chinesischen Regierung abh�ngig ist.
Google hat mit der Aktion zwar etwas Marktanteil verloren, immerhin als gro�es Unternehmen ein Ausrufezeichen gegen Internetzensur gesetzt und dabei den gr��ten Wachstumsmarkt im Internet riskiert.
Auf das n�chste Kapitel in dem Streit kann man gespannt sein.


