Der Pulverdampf hat sich gelegt, Google und die chinesische Regierung haben sich wohl auf einen Waffenstillstand verst�ndigt, bei dem beide Seiten das Gesicht wahren k�nnen.

Google hatte Anfang des Jahres angek�ndigt, in China nicht mehr zu zensieren. Es war viel �ber die Beweggr�nde spekuliert worden. Die Herkunft des Google-Mitbegr�nders, ein Ausweg aus einem erfolglosen Markt oder doch ein echtes Aufbegehren gegen Internetzensur und gegen den entdeckten Angriff auf Google-Konten, der anscheinend von China ausging (Beweise gibt es daf�r wohl noch nicht so richtig).
In der chinesischen Presse war die Ank�ndigung nach einigem Z�gern weitgehend als Aktion kritisiert worden, hinter der die US-Regierung stehe.
Google hatte danach einen halben R�ckzieher gemacht, indem die Suche von google.cn einfach auf die Hongkonger Webseite umgeleitet wurde, die nicht durch Google selbst zensiert wird – jedoch von der chinesischen Zensurbeh�rde.
So ausgetrickst zu werden hat der chinesischen Regierung nat�rlich gar nicht gefallen. Als die j�hrliche Lizenzverl�ngerung anstand wurde Google bedeutet, dass eine automatische Weiterleitung nicht akzeptiert werden w�rde. Die ICP-Lizenz (Online Lizenz, die jede Webseite in China haben muss, um legal betrieben zu werden) war in Gefahr.
Google hat danach immerhin die Webseite von google.cn so ge�ndert, dass der Benutzer nicht mehr automatisch auf die Hongkonger Seite weitergeleitet wird. Wer jetzt auf die Google-Suche will muss aktiv auf einen Link klicken. Das hat die chinesische Regierung trotz vieler Unkenrufe von Experten wohl akzeptiert.
Wie ist dieser Kompromiss zu bewerten?
Erst mal hat Google einen Markt nicht verlassen, auf dem das Unternehmen durchaus erfolgreich war. Baidu ist zwar Marktf�hrer, wenn man allerdings bedenkt mit welchen Hindernissen Google konfrontiert war, kann man den Marktanteil von mehr als 30% durchaus als Erfolg bewerten.
Unter anderem gab es immer wieder Blockaden durch die chinesischen Zensurbeh�rden. Des weiteren hatte Google jahrelang den Nachteil, dass es eine Musiksuche �hnlich wie die beliebte mp3-Suche von Baidu, nicht anbieten konnte – dies h�tte wohl sofort eine Menge Klagen in den USA zur Folge gehabt.
Es gab sogar 2002 und 2008 Berichte, wonach Google.cn von den chinesischen Zensurbeh�rden auf den Konkurrenten baidu.com weitergeleitet wurde.
Die chinesische Regierung hat ihr Gesicht ebenfalls gewahrt und kann durch die Blockade einiger Google-Dienste immerhin immer wieder Nadelstiche setzen, um zu beweisen, dass die jetzige L�sung vom Goodwill der chinesischen Regierung abh�ngig ist.
Google hat mit der Aktion zwar etwas Marktanteil verloren, immerhin als gro�es Unternehmen ein Ausrufezeichen gegen Internetzensur gesetzt und dabei den gr��ten Wachstumsmarkt im Internet riskiert.
Auf das n�chste Kapitel in dem Streit kann man gespannt sein.

Facebook ist derzeit in China immer noch gesperrt. Es gab kurzfristig Ger�chte, Facebook wolle in den chinesischen Markt, eine chinesische Sprachversion gibt es ja schon seit l�ngerem.

Login in Facebook ist trotz der Sperre m�glich, allerdings nur mithilfe von Proxy Servern oder VPN Verbindungen.� Ich verwende daf�r http://www.strongvpn.com.� Allerdings muss man� Open VPN verwenden, da manche Internet Service Provider in China das Generic Routing Encapsulation Protokoll sperren, das f�r PPTP VPN-Verbindungen ben�tigt wird. Damit ist der Login in Facebook oder andere Social Networks die in China gesperrt sind, ohne weiteres m�glich.


Domaininhaber von cn-Domains werden in den n�chsten Tagen eine Nachricht mit dem folgendem oder Inhalt erhalten (siehe unten).

Im Prinzip geht es darum, dass die chinesische Registrierungsbeh�rde unter Umgehung der Registrare eine Nachricht direkt an die Eigent�mer von cn-Domains sendet mit der Aufforderung, auf einen Best�tigungslink zu klicken um die Identit�t des Eigent�mers zu verifizieren. Dies muss innerhalb von 15 Tagen geschehen, ansonsten beh�lt sich die CNNIC weitere Schritte vor, die letztendlich auch zum Verlust der Domain f�hren k�nne.

Auf Deutschland �bertragen w�re dies genauso als w�rde die Denic eine Email direkt an die Webmaster senden, mit der Bitte einen Best�tigungslink zu klicken oder die Domain w�re weg. Kommuniziert wurde dies (wie so oft von chinesischen Beh�rden) schlecht oder �berhaupt nicht, Webmaster und Registrare wurden vorher nicht informiert und von dieser Aktion �berrascht.

Wer bereits eine Domain besitzt muss dar�ber hinaus nachweisen, dass er diese nicht innerhalb Chinas hostet bzw. die Domain keinen Inhalt enth�lt, falls sie au�erhalb Chinas gehostet wird.

Inhaber von cn-Domains tun also gut daran, ihre Kontaktdaten zu �berpr�fen. Die Registrare haben keine M�glichkeit, diese Best�tigungsemail noch einmal zu versenden, falls ein Domaininhaber diese nicht empfangen hat.

Hier der Inhalt der Email:

Subject: Domain Name Information Confirmation
From: [email protected]
Date: Sun, June 26, 2010 12:22 am
To: [email protected]
Domain Name Information Confirmation
(Please do not reply to the sender)
Dear CN Domain Name User:
Thank you for registering for CN domain name.
According to the policy in Article 28th of “China Internet Domain Name Regulations”:
applicant for domain name registrant shall submit true, accurate and complete domain name
registration information and sign a registrant agreement with domain name registrar. Upon
completion of domain name registration, applicant of domain name registrant will become a
registered domain name holder.
Domain name holder�s true, accurate and complete domain name registration information is a
certificate of rights for domain name transfer and information change. In order to protect your
rights of being a domain name holder, please follow the prompts to confirm your domain name
registration information.
Registrant Information
Domain Name: xxxxxxxxx.cn
Registrant id: xxx-xxxxxxx
Registrant name: xxxxxxxxxxxxxxxxxxx
Registrant org: xxxxxxxxxxxxxxxxxxx
Registrar name:xxxxxxx
If your domain name registration information is true, accurate and complete, please click the
following URL to confirm:
http://remind.cnnic.cn/om/registantMail!confirmOk.action?id=####################
If the above URL is not responding, copy the link to browser’s address bar to be connected.
For further questions, please send email to [email protected].
If domain name registration information is not being confirmed within 15 days in receipt of this
notification, your domain name will be processed according to relevant provisions.
China Internet Network Information Center (CNNIC)
Tel: 86-10-58813000
Fax: 86-10-58812666
Website: http://www.cnnic.cn
E-mail: [email protected]
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???CN????????
???????CN???
??????????????????????????????????????
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?????
??:xxxxxxxxx.cn
???ID:xxx-xxxxxxx
???: xxxxxxxxxxxxxxxxxxx
?????:xxxxxxxxxxxxxxxxxxx
????????:xxxxxxx
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http://remind.cnnic.cn/om/registantMail!confirmOk.action?id=####################
???????????????????????????????
[email protected]???
????????15??????????????????????????????
?
??????????(CNNIC)
????: 86-10-58813000
??: 86-10-58812666
??: http://www.cnnic.cn
????: [email protected]

In letzter Zeit erreichen mich vermehrt Spam Emails mit dubiosen Angeboten, die allerdings leicht als Betrug zu durschauen sind. In der ein oder anderen Form wird ein Gesch�ft angeboten, das mit dem Transfer einer gr��eren Summe zusammenh�ngt.

Oder man kann Anteile an einem Hongkonger Unternehmen erwerben. Man muss allerdings erst einmal Geb�hren �berweisen, damit das Gesch�ft abgewickelt werden kann.

Einfach in den Spam-Ordner damit.

Da ich schon l�nger nichts mehr gepostet habe, aus aktuellem Anlass mal wieder etwas unter “chinesisch lernen”.

4:1 gegen England, nette Rache f�r Wembley 1966:

Ein paar n�tzliche Vokabeln, um das f�lschlicherweise gegebene Tor von 1966 auf chinesisch zu erkl�ren:

Wembley – ???

Fussball – ??

Schiedsreichter – ???

England ????

Gro�er Klassiker – ??????

Wir wollen Rache f�r 1966 – ????1966??

Ich hatte noch keine Gelegenheit das Original der Verzichtserkl�rung zu lesen. Trotzdem mal ein Link dazu, was der Spiegel �ber die Arbeitsschutzma�nahmen bei Foxconn schreibt.

http://www.spiegel.de

Wer auf chinesischen Online Shops oder Online Plattformen wie Aliexpress, ein Ableger von Alibaba.com,� iPad-�hnliche Produkte sieht, noch dazu zum halben Preis, kann sich sicher sein, dass es sich hier um F�lschungen oder Nachahmungen handelt.

Auf aliexpress.com gibt es iPad-Klone bereits ab 200 USD. Laut einem Bericht von newsweek ist der iPad-Klon etwas schwerer und gr��er als das Original. Viele internationale Firmen haben in China mit Markenpiraterie und Plagiaten zu k�mpfen. Dabei geht es nicht nur um DVDs, Autos, oft auch Medizinische Produkte … Fast jede Branche ist inzwischen davon betroffen, auch chinesische Firmen sehen dies als immer gr��eres Problem an, je mehr sie selbst Innovationen auf den Markt bringen.

aliexpress

Die Weltausstellung 2010� steht vor der T�r, der ein oder andere wird sich �berlegen, die Expo zu besuchen. Es wird also Zeit, vor typischen Betrugsmaschen zu warnen, auf die Chinareisende immer wieder hereinfallen

  • gef�lschte Tickets. Die werden bereits in diversen Internetauktionsh�u�ern angeboten. Wer eine Expo-Reise unternehmen m�chte und noch keine Erfahrung mit China hat, sollte �berlegen, ob er nicht bei einem deutschen Reiseb�ro eine Expo-Reise bucht. Oder eben vor Ort kauft. Hier aber auch wieder darauf achten, dass man nicht auf Ticketh�ndler hereinf�llt, die eventuell rund um das Expo-Gel�nde auftauchen k�nnten. Wie Tickets aussehen und wo man sie bestellen kann findet man hier: http://en.expo2010.cn/expotickets/indexn.htm
  • Man l��t sich abschleppen: Auch dieser Trick ist alt und es gibt ihn in vielen Variationen.
    Touristen werden von Chinesinnen angesprochen, die den Touristen in ein Cafe locken, etwas teures bestellen und dann verschwinden. Der Tourist wird dann angehalten, die Rechnung zu zahlen
    Vor allem weibliche Touristen werden angesprochen und mit kostenlosen Angeboten gelockt. Z.B. sich schmicken zu lassen. Man landet dann in einer Nebengasse und wird unter Druck gesetzt, Geld f�r einen �berteuerten Service zu zahlen
    Rund um Sehensw�rdigkeiten gibt es immer noch Verk�ufer von Gem�lden oder �hnlichem zu total �berteuerten Preisen. Die Verk�ufer sind meist als Kunststudenten getarnt.
  • Es werden Spam Emails versendet, die angeblich von den Veranstaltern der Expo kommen. Die Links leiten den Empf�nger dann auf eine Seite weiter, die Schadprogramme enh�lt
  • Ich habe auch schon diverse Emails und Angebote erhalten, z.B. die Nutzung des Expo-Logos oder Investitionsmodelle rund um Shanghai. Ich habe das ungepr�ft in den Spam-Ordner geschoben. Genau wie bei den Olympischen Spielen ist die Nutzung der Expo-Logos reglementiert und wird von den Organisatoren nat�rlich auch �berwacht.

Ziemlich zum Schmunzeln fand ich die folgende Meldung der ChinaDaily �ber eine Copyright-Verletzung. Anscheinend wurden Teile des expo-Songs von einem japanischen Song geklaut:

http://www.chinadaily.com.cn/china/2010expo/2010-04/18/content_9744319.htm

Copyright-Verletzung? Da gab es doch auch schon ein kleines Skand�lchen vor Olympia 2008:

http://blogger.chinaseite.de/2008/03/10/olympia-wie-man-sich-blamiert.html

Die Weltausstellung in Shanghai beginnt am 1. Mai 2010.

Mehr zur Expo 2010.

Es kommt ja nicht oft vor dass ich was wirklich wichtiges zu berichten habe. Bei dieser Nachricht aus China hat es mich aber umgehauen.

Endlich haben China und Nepal erkl�rt, dass sie nicht kl�ren k�nnen wie hoch der Mount Everest denn wirklich ist.

Laut China ist der Mount Everest 8844.43 Meter hoch. Laut Nepal aber 8848 Meter.Beide L�nder haben jetzt erkl�rt, dass sie die Messung des anderen Landes als korrekt anerkennen.

Der Unterschied liegt darin, dass China nur bis zum Steingipfel misst, ohne den Schnee mitzuz�hlen. In Nepal z�hlt der Schnee mit, deshalb ist der Gipfel h�her.� Ich nehme dann aber doch lieber die GPS-Messung der United States National Geographic Society. Demnach ist der Gipfel 8850 Meter hoch. Ich finde, die Zahl l�sst sich leichter merken.

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