Blogs sind der chinesischen Regierung vor allem dann ein Dorn im Auge, wenn sie diese nicht kontrollieren kann. Viele junge Chinesen weichen wegen der Zensur von Blogs auf ausl�ndische Anbieter aus. Diese Blogs k�nnen von der chinesischen Zensurbeh�rde zwar nicht gel�scht, aber zumindest in China gesperrt werden.

Opfer dieser Zensur war h�ufig auch der Blog-Service von google, blogspot.com. Derzeit ist dieser Service zumindest von Peking aus wieder erreichbar.

Unter M�nnern im Lawblog

Bei diesem Post im Lawblog musste ich mich doch glatt an die einzige Telefonnummer in China erinnern, an die ich mich jemals erinnern konnte.

Sie enthielt als Endung 5169. Die korrekte Aussprache ist wu yao liu jiu (????). Wenn man es (absichtlich ) falsch ausspricht hei�t es “Wo yao liu jiu” (????), was �bersetzt hei�t: “Ich m�chte 69“.

In einem Gespr�ch hat sich ein Chinese einen Scherz erlaubt (in Anwesenheit einer chinesischen Bekannten) und die Telefonnummer absichtlich falsch ausgesprochen. Ich habe die Anspielung sofort kapiert, die chinesische Bekannte erst nach einer Weile.

Das hei�t dann wohl, dass mein Chinesisch schon besonders gut ist – oder mein H�rverst�ndnis noch schlecht

Heute wollte ich eigentlich zum deutschen Stammtisch den wir zusammen mit den Kochm�tzen in Peking veranstalten. Daraus wird nichts. Es ist 19.19 und ich habe mich bis eben mit chinesischen Arbeitern rumge�rgert. Sie hatten versprochen um 18.00 Uhr zu kommen und einige Lampen zu reparieren. Wie so oft bedeutet: “Ich komme um 18.00 Uhr” in China: “Ich komme um ungef�hr um 18.00 Uhr, kann aber auch sp�ter oder fr�her sein.”

Es wurde 18.45 und bis eben haben wir diskutiert ob sie Feierabend machen d�rfen oder nicht. Da muss man hart bleiben. Ich war kurz davor einfach die Wohnungst�r zuzusperren – aber die Drohung, sie ohne Bezahlung wegzuschicken hat ebenfalls geholfen.

Hat wieder Zeit und Nerven gekostet und mich um einen gem�tlichen Abend gebracht.

Ich frage mich, warum sie �berhaupt gekommen sind, wenn sie mir nur mitteilen wollten, dass sie Feierabend machen und die Lampen erst morgen reparieren k�nnen. Sie dachten wohl, sie k�nnten f�r die Anfahrt doppelt kassieren.

Fall ich jetzt noch zu den Kochm�tzen aufbreche dauert das bei dem Stau mit Sicherheit 2 Stunden.

Wir haben diese Woche endlich unter www.jabgo.com ein neues Projekt gestartet und sind mit einer Beta-Version online gegangen. Das bisherige Projekt auf der Seite ist auf www.sedubi.de verschoben worden. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen Jeki und unserer Pekinger Firma Jabgo.

Dass der Parteitag er�ffnet wurde sah man wirklich �berall. Im Fernsehen wurde dar�ber berichtet, es gab irgendwie mehr Plakate an W�nden und sogar im Fernsehen in der U-Bahn konnte man irgendwelchen Diskussionsrunden und Berichten zuh�ren – wobei die Chinesen um den Fernseher herum in der Mehrzahl doch and�chtig zuh�rten.

Ich hatte noch nicht viel Zeit die chinesische Presse zu sichten. Scheint ja, dass nochmal kr�ftig f�r Jiang Zemins theoretischen Beitrag f�r die Entwicklung der Partei (“Die drei Vertretungen“) Werbung gemacht wurde und auch Hu Jintao hat irgendeine Theorie in der Hinterhand, die ihm den Platz in den Geschichtsb�chern (und auch die Emanzipation von Jiang Zemin) sichern soll.

Hier eine �bersicht �ber die Berichte in der Deutschen Presse.

Spiegel: China entdeckt den Umweltschutz.

Kurier: China will die Umwelt k�nftig schonen.

Handelsblatt: China legt neuen Wirtschaftskurs fest.

FAZ: Aufbau einer sozialistischen Demokratie.

Stern: China will sozialer werden.

Tagesanzeiger: Rote Fahnen, hohle Phrasen.

TAZ (mit lustigem Bild): Zehn Generationen zum Sozialismus.

DiePresse.com: Geheimnisvolle KP heizt die Ger�chte an.

Netzzeitung: Chinas Pr�sident will seine Macht ausbauen.

Hier ein interessanter �berblick �ber alle Parteitage der Kommunistischen Partei:

http://www.kurier.at

So, hier ist die Webseite �ber die ich mein Ticket nach Deutschland f�r die Weihnachtspause gebucht habe. Je fr�her man bucht, desto g�nstiger logischerweise die Tickets:

http://ticket.9588.com/FlightTicket/Main_E.aspx

Ich habe vor kurzem in einer Statistik gelesen, dass �ber 30% der Chefs das Internet nutzen, um Informationen �ber Bewerber zu recherchieren.

Ich bin ja im Moment auf der Suche nach einem weiteren Programmierer f�r die Pekinger Firma. Ich k�nnte einen chinesischen Programmierer einstellen, einen Ausl�nder, der bereits in Peking lebt – in beiden F�llen ist ein pers�nliches Interview problemlos m�glich – oder einen Programmierer der noch nicht in China ist.

Eine Einladung zu einem pers�nlichen Vorstellungsgespr�ch kommt im letzteren Falle erstmal nicht in Frage, zuerst schaue ich mir den Lebenslauf an, danach als zweiter Schritt ein Interview, entweder per Telefon oder wie im heutigen Fall skype.

Problem, wenn der Bewerber noch nicht in China ist

Stelle ich jemanden ein, der noch nie in China war habe ich erstmal ein doppeltes Problem. Erstmal wei� ich nicht, ob der zuk�nftige Angestellte sich in Peking zurechtfindet. Zweitens ist eine Einstellung ohne pers�nliches Interview (ich bin bei meinem ersten Job in Peking auch ohne vorheriges pers�nliches Interview eingestellt worden, dieses Vorgehen ist vor allem bei kleineren Firmen gar nicht so un�blich – aber man sollte das nat�rlich vermeiden) irgendwie ein Schuss ins Blaue.

Informationen �ber Bewerber im Internet recherchieren

Zum Gl�ck verschafft das Internet ein bisschen Abhilfe. Vor allem im IT-Bereich hat fast jeder schon irgendwelche Spuren in Foren, Blogs, G�stebuchern, Social networking communities wie xing, linkedin, facebook, studiVZ usw. hinterlassen und nat�rlich recherchiere ich bei jedem Bewerber, ob ich Informationen im Internet �ber ihn finde.

Heute hatte ich ein Interview per skype, der Bewerber teilte mir etwas mit wobei ich spa�eshalber bemerkte, das w�sste ich schon aus seinem Profil bei xing.com. Au�erdem fragte ich ihn, warum sich eine Angabe in seinem xing und seinem linkedin-Profil widerspr�chen. Er fragte dann (eher spa�eshalber) ob ich im Internet �ber ihn “spioniert” h�tte.

Einerseits zeigt der Fall mal wieder, dass in der vermehrten Benutzung von social networking sites auch eine Gefahr liegt. Man sollte sich im Klaren dar�ber sein, dass alles was man an Eintr�gen auf Webseiten hinterl�sst erhalten bleiben kann, entweder in Forenbeitr�gen, die man sp�ter vielleicht bereut, in schlechten Profilen bei xing oder bei Aktivit�ten in Netzwerken wie facebook oder studiVZ.

Es gibt auch Services, die den Verlauf einer Webseite protokollieren (z.B. der google-cache oder archive.org, deren “waybackmachine” anzeigt, wie eine Webseite zu einem fr�hren Zeitpunkt ausgesehen hat). Auch ich habe mich jahrelang �ber einen Eintrag ge�rgert, den ich vor 7! Jahren im G�stebuch meiner Lieblingskneipe (zu Sch�lerzeiten) hinterlassen habe.

Andererseits finde ich, sollte man die M�glichkeiten des Internets und von solchen social networking Webseiten nutzen um Kontakte zu kn�pfen, allerdings bewusst entscheiden, welche Informationen man hinterl�sst.

Im Folgenden ein paar Tipps f�r beide Seiten:

F�r Bewerber

  1. Schreibt man etwas in ein Forum, einen Blog als Kommentar oder ein G�stebuch, im Prinzip �berall, wo ein anderer Nutzer antworten kann, muss man auch mit negativen Reaktionen rechnen sollte dann aber in den folgenden Diskussionen nicht ausf�llig werden und nichts schreiben, dass ein Chef dann sp�ter bei der Jobsuche negativ auslegen k�nnte.
  2. Wen m�glich nie mit seinem richtigen Namen irgendwo posten, wo es peinlich sein k�nnte oder zu privat wird. In Fachforen (z.B. in Foren �ber Open Source Programme) kann es aber sogar vorteilhaft sein, wenn man unter seinem richtigen Namen postet und dann auch gefunden wird.
  3. Nicht immer den gleichen Nickname in verschiedenen Foren verwenden. Wenn ich z.B. einen seltenen Nickname von jemandem in google eingeben kann es gut sein, dass ich noch andere Foreneintr�ge mit dem Nick finde – irgendwo findet sich dann vielleicht doch der Realname.
  4. Selbst wer glaubt, sein Name tauche nicht mehr auf bestimmten Seiten auf – oft finden sich noch Informationen im google-Cache oder der Waybackmachine auf archive.org. D.h. selbst wenn z.B. ein Forenbetreiber auf meine Bitte hin einen Bestimmten Beitrag l�scht kann der Beitrag eventuell noch Monate sp�ter �ber den google-Cache gelesen werden.
  5. Eintr�ge in social networking websites sollte man entweder pflegen und auf dem neuesten Stand halten oder sein Profil l�schen, wenn man sie nicht mehr updaten m�chte.

F�r Chefs:

  1. In Suchmaschinen kann man viele Informationen �ber Bewerber finden. Man sollte aber nicht nur einfach den Namen suchen sondern z.B. “Vornamen Nachname”, “Nachname, Vorname”, jeweils in Anf�hrungszeichen.
  2. Bei h�ufigen Namen eventuell noch den Ortsnamen dazu, den Namen der Universit�t oder des Vereins, der Stra�e und anderer markanter Informationen, die der Bewerber angegeben hat.
  3. Bei chinesischen Bewerbern kann man die Suchmaschinen www.baidu.com oder www.google.cn oder z.B. die chinesische Version von yahoo verwenden.
  4. Informationen �ber Bewerber findet man nicht nur �ber Suchmaschinen sondern auch auf speziellen Blogsuchmaschinen und vor allem in Social Networking Webseiten wie facebook, xing, linkedin, studiVZ, Ecademy …

Den Bericht von Reporter ohne Grenzen kann man sich unter der folgenden Adresse herunterladen:

http://www.reporter-ohne-grenzen.de

Meine Buchhalterin scheint ja ein Wunder vollbracht zu haben. Bis jetzt kamen 3 Email-Nachfragen �ber das Reiseb�ro bei dem sie das Ticket nach Deutschland gekauft hat. Ich werde am Montag mal die Telefonnummer posten (und logischerweise die Mails beantworten).

Ich besch�ftige mich ja schon seit l�ngerem mit dem Thema Internet in China, insbesondere Zensur und das Internet als Mittel der Regierung, um das Nachrichtenmonopol zu behalten und Informationen zu verbreiten.

Wie das mit der Zensur funktioniert konnte man sehr gut am Thema Burma sehen.

In den offiziellen Medien sah man keine Bilder von protestierenden M�nchen die niedergeschossen wurden, ich habe zumindest in keiner Nachrichtensendung etwas �ber die gewaltsame Niederschlagung des Protests gesehen. Das Internet ist dann eigentlich die einzige Methode, das Nachrichtenmonopol der Regierung aufzuweichen.
Aber auch Blogbeitr�ge �ber das Thema waren nach ein paar Tagen irgendwie seltener zu finden.

Einen Bericht zum Thema Blogs in China, die �ber Burma berichteten gibt es auf: http://www.weeklystandard.com/weblogs/TWSFP/2007/10/blogging_burma_in_china.asp,

Quelle: Gefunden habe ich den Link auf dem Blog des Asienhaus (die ruhig mal �fters bloggen k�nnten).

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