Das interessante an China ist ja nicht nur, dass man die chinesische Business-Kultur kennen lernt sondern auch die von anderen westlichen L�ndern. Viele Klischees stimmen einfach. Einen Franz�sischen Bekannten muss ich immer erst nach seinem Befinden fragen, ein bisschen small-talk machen, danach kann man �ber das Gesch�ftliche reden. Ein Belgier, den ich hier kenne ist dagegen ganz anders gepolt, ich sage kurz “Hallo”, dann geht�s gleich ans Eingemachte, meistens hat er sogar eine Liste angefertigt mit Dingen, die zu erledigen sind, die wir dann nacheinander abhaken.
Gut kann man die Unterschiede auch an Empfehlungsschreiben ausmachen.
Amerikanische Empfehlungsschreiben klingen immer �berschw�nglich und viel pers�nlicher, britische Empfehlungsschreiben klingen schon etwas distanzierter. F�r andere europ�ische L�nder bin ich mir dann oft nicht sicher, woran ich mich orientieren soll, wenn ich selbst Empfehlungsschreiben verfasse.
Wenn jemand ein Empfehlungsschreiben in 2 Sprachen (deutsch und englisch – wenn ich gut gelaunt bin, mach ich das) m�chte, darf man auf keinen Fall einfach das deutsche Schreiben w�rtlich ins Englische �bersetzen, das klingt dann so h�lzern, dass man es kaum verwenden kann.
Allerdings darf man sich nicht t�uschen. Auch in englischsprachigen Empfehlungsschreiben gibt es wie im Deutschen bestimmte Formeln, die man vermeiden sollte bzw. positive Inhalte die nicht fehlen d�rfen. Das Empfehlungsschreiben folgt auch einem bestimmten Aufbau und es gibt Dinge, die einfach erw�hnt werden m�ssen, wenn der Brief komplett klingen soll (woher kennt man die Person, wie lange, warum ist man selbst qualifiziert, ein Empfehlungsschreiben zu verfassen, welche besondere F�higkeit hat die Person im Vergleich zu anderen, die die gleiche Qualifikation haben, wie hat die Person konkret zum Wohl des Unternehmens beigetragen – hier kann man ruhig auch konkrete Zahlen nennen – die Abschlu�formel klingt normalerweise sehr �berschwenglich).
Wer sich schon mit deutschen Empfehlungsschreiben schwer tut, sollte englischsprachige lieber einem Muttersprachler �berlassen, der Erfahrung damit hat.