Heute wars lustig. Ich habe einen chinesischen Bekannten getroffen, der gerade seinen Job bei einem franz�sischen Weinh�ndler gek�ndigt (oder verloren) hat. Zuf�llig kenne ich auch seinen Ex-Chef zumindest vom Sehen her (ich wusste aber vorher nicht, dass mein chinesischer Bekannter bei ihm gearbeitet hat).

Er hat mir erz�hlt, wie es bei dem Weinh�ndler so zugeht. Der Besitzer ist Chinese und �berl�sst das Management einigen Franzosen, der Laden hat nat�rlich auch chinesische Verk�ufer. Der chinesische Bekannte beklagte, dass sich die franz�sischen Manager ziemlich unfair gegen�ber den Chinesen verhielten und auch recht unzuverl�ssig seien, einige genannte Beispiele:

  • Es steht eine Er�ffnung bevor, alle arbeiten bis 4 Uhr morgens, die chinesischen Mitarbeiter erscheinen p�nktlich am n�chsten Tag um 8 zur Arbeit, die Franzosen erscheinen nachmittags.
  • Der Lieblingssatz des Franz�sischen Managers bei jeder Kleinigkeit ist “Zhege hen zhongyao ????? ” (auf deutsch: Das ist sehr wichtig!), nat�rlich mit falscher Betonung, �ber die sich inzwischen alle chinesischen Mitarbeiter lustig machen.
  • Das Management sei relativ geizig, es gebe keinen Wasserspender f�r die Mitarbeiter (nur einen f�r den Chef), die Chinesen d�rfen angeblich im Laden nicht essen (die Franzosen schon), Pausen gebe es nicht, weil nur ein chinesischer Mitarbeiter im Laden ist, auf die Toilette gehen sei nicht m�glich, weil ja der eine Mitarbeiter immer auf den Laden aufpassen m�sse, Weinlieferungen sollen per Bus oder Fahrrad, bei dringenden F�llen nicht mit dem Taxi sondern lieber mit dem privaten Auto eines chinesischen Mitarbeiters gemacht werden.
  • Abends w�rden die Franz�sischen Manager relativ h�ufig dem hauseigenen Wein zusprechen.

Nat�rlich kann ich das alles nicht nachpr�fen.
Ich habe mir auf jeden Fall eine Menge Beschwerden anh�ren m�ssen und es war sehr interessant, mal die chinesischen Angestellten �ber die ausl�ndischen Chefs jammern zu h�ren, normalerweise ist es immer umgekehrt. Klar ist wohl, dass kaum jemand Respekt vor den franz�sischen Mitarbeitern hat.
Der Vorname des einen Managers ist �brigens “Julien”, sein Spitzname ist ?? , Aussprache “zhulian”, was soviel wie Schweinsgesicht bedeutet, der Chef wird wohl immer mit:

Boujour, Julien, Salut = ??? ?? ?? ?Aussprache: Muzhuer, zhulian, Shal�, begr��t, was soviel bedeutet wie “Schwein, Schweinsgesicht, Dummer Esel”. Ich bezweifle mal, dass der franz�sische Chef den Witz versteht, er wird sich wohl eher �ber die seiner Meinung nach falsche franz�sische Aussprache von Bonjour lustig machen.

Die Story schreibe ich lieber nicht in die englische Version meines Blogs.

Es lohnt sich ja gar nicht mehr, eine Nachricht dar�ber zu verfassen. Zumindest aus Peking ist http://blogspot.com wieder mal nicht erreichbar. Schade eigentlich, kann ich jetzt doch den ein oder anderen Blog von Mitarbeitern nur noch �ber proxy-server lesen. Eine M�glichkeit dazu ist �brigens der Dienst: www.anonymouse.org.

Was gabs sonst noch neues diese Woche? Nicht ganz unlustig (wenn auch etwas traurig, das zu beobachten) war eine Polizeirazzia in Peking bei Wudaokou. In der N�he der U-Bahn-Station hatten sich in den letzten Wochen immer mehr illegale Stra�enh�ndler angesammelt, es hatten sich wohl einige angrenzende Gesch�fte beschwert, zumindest sind sie zuerst von der S�dwest-Seite der Kreuzung auf die Nordseite gewandert, danach waren sie geballt an direkt an der U-Bahn-Station, man konnte kaum noch den Gehweg benutzen – und gestern wurde die Kreuzung ger�umt und den weinenden und schimpfenden H�ndlern die Ware abgenommen.

Hier findet Ihr ein interessanters Interview mit Matt Cutts, dem Leiter des google Webspam Teams, �ber SEO und Internetsuche in China.

Interview mit Matt Cutts �ber Suche und SEO in China.


Unternehmer, die in China t�tig sind, stehen oft vor der Entscheidung, wem sie ihr Vertrauen schenken sollen. Sie ben�tigen die Unterst�tzung von Partnern (Rechtsanw�lte, Webdesgner, Marketing, Buchhaltung & Steuerberater ….) und oft ist es auch Zufall, ob man an den richtigen ger�t, vor allem wenn dieser Partner in einem Bereich t�tig ist, von dem man selbst wenig Ahnung hat.

Ein paar Tips, um das Prinzip Zufall so gering wie m�glich zu halten:

  • �berpr�fen Sie, ob das Unternehmen Referenzen hat. Eventuell lohnt es sich, mit einem anderen Kunden des Partners Kontakt aufzunehmen. Nat�rlich gilt oft auch: Je renommierter das Unternehmen, desto teurer. Aber in China lohnt es sich oft, f�r Vertrauen zus�tzlich zu zahlen.
  • �berpr�fen Sie, wie lange der Partner selbst in China t�tig ist und vor allem, wie lange .
  • Recherchieren Sie im Internet. Vor allem, wenn Kunden unzufrieden sind, tendieren sie dazu, ihren Frust in Online Foren abzuladen (allerdings ist auf negative Foreneintr�ge nicht immer Verlass, zu positive Foreneintr�ge kommen manchmal von den Unternehmen selbst).
  • H�ren Sie auf Empfehlungen. Fragen Sie ihre Business Partner, mit welchen Unternehmen sie schon positive Erfahrungen gemacht haben.

Neulich habe ich im Internet eine Seite entdeckt, die einige wenige Dienstleister in China �berpr�ft und weiterempfiehlt:

http://www.chinasolved.com.

Die Seite setzt mehr auf Klasse statt auf Masse. Zwei der empfohlenen Manager kenne ich pers�nlich und w�rde die Empfehlung 100% teilen.

Man lernt nie aus. Die Lehre, die ich aus der letzten Networking-Veranstaltung gezogen habe, ist eigentlich ganz einfach: Nie mehr dem Vertreter irgendeines Business-Clubs, eines Restaurants oder �hnlichem meine Visitenkarte mit Handy-Nummer geben. In China wird man kurze Zeit sp�ter mit SMS-Werbung vollgem�llt, es ist nicht zu glauben.

Ich werde mir wohl nochmal spezielle Visitenkarten ohne Handy-Nummer drucken lassen.

Es scheint jetzt etwas schwieriger geworden zu sein, F-Visa in China zu verl�ngern. Bisher war es ohne Probleme m�glich um 6 Monate zu verl�ngern, einige Bekannte hatten jetzt aber schon Probleme, eine Verl�ngerung f�r 3 Monate zu bekommen. Kann sein, dass die chinesische Regierung wegen der Olympischen Spiele im n�chsten Jahr die Visa-Regeln versch�rft anwendet oder einfach mehr Kontrolle �ber Ausl�nder bekommen will, die mit einem F-Visum ohne Arbeitserlaubnis in China arbeiten, aber keine Steuern zahlen.

Wenn ich eine Webseite f�r einen Kunden aufbaue, soll sie auch erfolgreich sein.

Das Ziel einer Webseite;
a) Besucher
b) Umwandlung der Besucher in richtige Kunden

Vor ein paar Tagen hatte ich ein Treffen mit einem potentiellen Kunden wegen seiner Webseite. Sie haben wohl erst k�rzlich einiges an Geld und Zeit f�r ihre jetzige Webseite investiert. Sie sah modern aus, tolles Design in Flash.
Dummerweise gab es ein paar Probleme.

  1. Die Webseite war 100% in Flash, d.h. nicht besonders suchmaschinenfreundlich. Webseiten k�nnen zwar Flash-Elemente enthalten, zumindest die Navigation und der Inhalt sollte aber in HTML sein.
  2. Die Zielgruppe waren ausl�ndische Kunden (d.h. nicht-chinesische), die Webseite war in HK gehostet. Aus Deutschland ben�tigte man ca. 1 Minute Ladezeit pro Seite. D.h. selbst wenn sie jetzt anfangen, Bannerwerbung auf anderen Webseiten zu oder google-adwords schalten, wird wohl kaum ein Besucher solange warten, bis die Seite l�dt – ich war so ehrlich und habe ihm auch von Werbung auf meiner eigenen Seite abgeraten – bevor er seine Webseite nicht ge�ndert hat.
  3. �Das lustigste war, dass der Grafikdesigner java-script verwendet hat, um die Flash-Animation zu laden. Suchmaschinen k�nnen diesem Javascript-Link nicht folgen. Der Kunde war ziemlich geschockt, als ich zur Demonstration java-script ausgeschalten habe, um zu demonstrieren, wie google seine Seite sieht (leerer Bildschirm). Selbst in den google-Suchergebnissen war kein Text zu sehen.

Naja, der Grafikdesigner hat eigentlich einen hervorragenden Job gemacht, die Webseite sieht sehr gut aus, kann realistisch gesehen aber nur als Erg�nzung zur offline-Werbung verwendet werden (z.B. auf Visitenkarten oder Flyern oder Pressemitteilungen). �ber Suchmaschinen wird er jedoch keinen einzigen Neukunden gewinnen.

Der Marketing-Direktor war nicht wirklich erfreut, als ich ihm mitgeteilt habe, dass er f�r effektives Online Marketing erstmal seine komplette Webseite umgestalten muss.

�Shui-bian-Handelsblatt

Bericht im Handelsblatt

Es gibt immer noch seri�se Zeitungen bzw. Journalisten, die �ber China schreiben und nicht einmal grundlegende Dinge �ber China wissen – wie z.B. was der Familienname und was der Vorname ist.

Danke f�r den Hinweis im China-Forum an fankeqian.

Viele Webentwickler bevorzugen ja Firefox – vor allem, weil er viele Tools bietet, die einem die Arbeit bei der Templateerstellung erleichtern k�nnen (Firefox Toolbar z.B. http://chrispederick.com/work/webdeveloper/).� Nat�rlich muss man auch bei validierten Seiten pr�fen, wie sie mit dem Internet Explorer angezeigt werden. Seit einigen Monaten gibt es Internet Explorer 7.0. Bei beiden Browsern (Mozilla und IE7)wurde nach einer template-�nderung eine unserer Webseiten richtig angezeigt – einige Tage sp�ter hat dann doch jemand von uns die Webseite mal mit dem Internet Explorer 6.0 �berpr�ft und wir mussten wieder nacharbeiten.

Vor allem in China wird der IE 6.0. wegen der vielen kursierenden raubkopierten Windows-Versionen wohl noch eine ganze Weile einen h�heren Marktanteil genie�en als in anderen L�ndern, da Windows-Versionen mit falschem key nicht mehr upgedatet werden. F�r Webentwickler bedeutet dies mal wieder mehr Arbeit (mal davon abgesehen, dass diese alten Windows-Versionen schnell zu Virenschleudern werden).

Man sollte Webseiten also immer mit Firefox, IE 7.0 und auch noch mit 6.0 �berpr�fen (die anderen Browser spare ich mir, au�er wenn ich mal wieder mit einem Grafikdesigner und Safari arbeiten muss).

K�rzlich mal ein sehr interessantes Erlebnis. Wir hatten einige kleinere Auftr�ge zu vergeben. Ein chinesischer Freund, den ich seit ca. einer Woche kannte und dessen bester Freund ich in dieser kurzen Zeit selbstverst�ndlich geworden war, hat dies mitbekommen und mir jetzt erstmal angeboten, eine kleinere Sache kostenlos zu machen, um mir auszuhelfen (so dringend war es nicht). Das ist zwar sehr nett, allerdings kann ich mir denken, wo dies hinf�hrt. Nach einer kostenlosen Sache steht man sozusagen moralisch in der Schuld und neigt sehr dazu, ihm die anderen Auftr�ge� (etwas gr��ere) ebenfalls zu geben.

Dies ist ebenfalls eine Taktik, die ich in China schon �fters erlebt habe. Chinesische Gesch�ftsparter / Freunde (das ist selten zu unterscheiden) helfen einen bei kleinen Sachen, erwarten nat�rlich dann auch, dass man sich entsprechend erkenntlich zeigt und die anderen Folgeauftr�ge ebenfalls an ihn vergibt.

Mein Tip deshalb: Immer auf darauf bestehen, f�r den Service von anfang an auch zu bezahlen.

« Previous PageNext Page »