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Aus aktuellem Anlass ein kurzer Gedankengang zu den zwei m�glichen �bersetzungen von “???? – Mei you wenti” ins Deutsche.

Wir f�hren gerade den Verkauf einer Firma in China durch. Gewechselt werden m�ssen Shareholder, Director, Business Scope, Firmenname und Addresse.

So ein Firmenverkauf ist komplizierter als eine Neugr�ndung (und Anwaltskanzleien verlangen daf�r auch h�here Geb�hren).

Auf der Suche nach einer geeigneten Anwaltskanzlei standen am noch Ende zwei zur Auswahl. Die Termine verliefen sehr unterschiedlich.

Anwalt A (nenne ich mal die “I-try-my-best-Kanzlei”) fand die Sache sehr kompliziert, als wir uns nach Details erkundigten musste er oft nachfragen (per Handy). Sein Fazit, als wir nach einem Vertrag fragten: “I try my best but I can not guarantee …”.

Anwalt B (nenne ich mal ” ???? – Mei you wenti – Kanzlei” fand die Sache sehr normal, hat das anscheinend schon ein Dutzend mal gemacht und f�r alles schon die richtigen Formulare parat.

Klar, dass Anwaltskanzlei B den Vorzug erhielt.

“????” ist �brigens der Satz, den ich in China am liebsten h�re (auch weil ich ihn so selten h�re): Es heisst w�rtlich �bersetzt soviel wie “Kein Problem” (Aussprache “mei you wenti”).

Korrekte �bersetzung von “Mei you wenti”

Nat�rlich bedeutet der Satz “???? – Kein Problem” in China nicht, dass alles problemlos abl�uft.

Wenn jemand in China ???? – kein Problem – sagt, kann er damit meiner Erfahrung nach Folgendes meinen:

a) Kein Problem

b) Kein Problem – f�r mich wenn es schiefgeht

Es ist nur das Problem, herauszufinden, ob der Gegen�ber Version a) oder Version b) meint.

Im obigen Fall hat es sich ganz nach Version a) angeh�rt.

Ich hatte jetzt doch tats�chlich Gelegenheit, eine Rechnung mit 16% MwSt. zu verschicken. Die Leistung wurde n�mlich noch 2006 erbracht, damals waren es noch 16% (die gute alte Zeit). Bei der Mehrwertsteuer z�hlt der Zeitraum der Leistungserbringung nicht der Zeitraum der Rechnungserstellung.

Ich habe mir in Deutschland ein neues Visum besorgt bin aber an keinen sehr kompetenten Visa-Service geraten.

Sie hatten noch nie eine Arbeitserlaubnis zu Gesicht und bekommen, fragten mich erstmal, was das f�r ein blaues Ding sei. Die telefonische Beratung �ber ben�tigte Unterlagen (die ich alle hatte) war auch falsch.

Nach Ausstellung des Visums wurde mir meine Arbeitserlaubnis (Original!) erstmal nicht zur�ckgeschickt. Nach dem 2. Anruf kam sie jetzt doch noch per Post.
Lustig war, dass ich beim ersten Anruf die Auskunft erhielt, sie h�tten die Arbeitserlaubnis vorliegen und w�rden sie mir sofort schicken. Beim 2. Anruf eine Woche sp�ter hies es, die Arbeitserlaubnis sei erst von der Botschaft einbehalten worden und erst vor 2 Tagen gekommen.

Naja. Hauptsache ich habe sie wieder. Das falsche Visum habe ich trotzdem bekommen und jetzt steht wohl erstmal ein Trip nach Hongkong an um das richtige zu beantragen.

Hier eine interessante Diskussion, was wohl aus Chinas wirtschaftlicher Entwicklung wird.

Und hier ist Teil 2:

Auf www.shopbetreiber-blog.de gibt es einen Artikel zur neuen Musterwiderrufsbelehrung f�r Online Shops. Diese Belehrung ist jetzt schon ein Lehrst�ck f�r Beh�rdenirrsinn.

Das Justizministerium war n�mlich nicht in der Lage, eine Musterwiderrufsbelehrung zur Verf�gung zu stellen, die den gesetzlichen Bestimmungen entspricht. Zahlreiche Shopbetreiber, die diese Belehrung als Vorlage genommen haben, wurden Opfer von Abmahnungen.

Lustigstes Beispiel f�r diese Abmahnungen war das Beispiel der Staatsanwaltschaft Magdeburg, die eine Abmahnung erhielt, da sie f�r Ebay-Auktionen eben diesen Mustertext des Bundesjustizministeriums verwendeten, der von vielen Gerichten als unwirksam angesehen wird.

Nach mehreren Jahren wurde jetzt wohl beschlossen, diese Musterwiderrufsbelehrung zu korrigieren. Die neue Vorlage soll angeblich 4 Seiten lang sein. Na danke.

Heute ist es mal wieder passiert, dass meine durch mehrere Jahre Chinaerfahrung gest�hlte Automatismen einfach ausgesetzt haben.

Jedes mal, wenn ich Geld ausgebe, sage ich automatisch ?? – “Fa Piao” -, was soviel wie Quittung hei�t. Egal ob im Restaurant, im Taxi, Fa Piao ist das Zauberwort. Auch bei Verhandlungen ist immer wichtig, ob man “Fa Piao” bekommt (besonders Vermieter wollen Steuern sparen und geben keine offizielle Quittung).

Heute kam die Gasrechnung, ich hatte keine Lust zur Bank zu gehen und fragte, ob ich sie bar bezahlen k�nne. Klar, kein Problem war die Antwort, 102,50 RMB waren f�llig (ca. 10 Euro).
2 Minuten sp�ter viel mir ein, dass ich keine Quittung verlangt hatte. Normalerweise kommt jedes mal, wenn ich in meinen Geldbeutel greife, das Wort “Fa Piao” automatisch. Dieses mal war ich in Eile und nach einem kompletten Samstag im B�ro nicht mehr besonders wach.

Ich bin mal gespannt, ob das Geld ordnungsgem�� verbucht wurde oder ob ich n�chsten Monat eine Mahnung erhalte.

Zum Thema Quittung muss man wissen: In China schreibt man Quittungen nicht einfach so. Die m�ssen auf offiziellem Papier mit offiziellem Firmenstempel geschrieben werden. Quittungen, die man rausgibt sind registriert, das Papier f�r die Quittungen muss man bei den Steuerbeh�rden kaufen.

In unserer Firma habe wir z.B. einen Drucker f�r die Quittungen, die wir ausstellen und eine Einlesemaschine mit Karte, die an einen Computer mit einer speziellen Software angeschlossen ist.

Damit Restaurantkunden motiviert werden, Quittungen zu verlangen, gibt es bei jeder Quittung eine Art Rubbel-Gewinnspiel. Der Kunde hat eine Gewinnchance, die Restaurants k�nnen durch das System weniger Steuern hinterziehen. Auch Taxis, die das Taximeter angestellt haben, drucken ein Fa Piao.

Fa Piao ist also in China ein wichtiges Instrument f�r die Regierung, um Steuerhinterziehung zu erschweren.

Ich hatte ein Angebot an einen chinesischen Kunden geschrieben und nie eine Antwort erhalten. Pech gehabt? Nur vielleicht. Es hat sich herausgestellt, dass er einfach meine Email-Adresse falsch geschrieben hatte. Es warten also zwei Leute auf eine Nachricht des anderen, es stellt sich dann immer die Frage, wer zuerst “nachgiebt” bzw. nachfragt.

Ich werde oft gefragt, wie man Suchmaschinenmarketing f�r eine chinesischsprachige Webseite macht. Klar, Marktf�hrer unter den Suchmaschinen in China ist nicht Google sondern Baidu. Nat�rlich ver�ffentlichen Suchmaschinen ihre Ranking-Kriterien nicht, weswegen es unm�glich ist, den ultimativen Tip zu geben. Wobei der beste Tip wohl lautet: Bauen Sie Ihre Webseite f�r Benutzer auf und nicht f�r Suchmaschinen.

Wer den folgenden Richtlinien folgt, kann zumindest mal nichts falsch machen.

Unterschiede Baidu – Google

  1. Datei- und Domainname scheinen bei Baidu einen gr��ere Rolle zu spielen als bei Google
  2. F�r die meisten westlichen Suchmaschinen spielen die Metatags (vom title-tag ausgenommen) kaum eine Rolle. Bei Baidu scheinen sie noch wichtiger zu sein.
  3. Interne Links und der Linktext in diesen Links scheinen bei Baidu eine gr��ere Rolle zu spielen als bei Google
  4. Bei Google und Baidu sind eingehende Links das wichtigste Rankingkriterium. Bei Google spielen die Qualit�t der Links eine gr��ere Rolle als bei Baidu, wo anscheinend die Quantit�t noch wichtiger ist.

Irgendwie scheint es so, dass man f�r Baidu noch etwas “old-fashioned” SEO betreiben muss.

Noch ein paar Tips f�r Unternehmen, die eine chinesische Webseite m�chten

  • Nicht beim �bersetzer sparen. Man sollte einen erfahrenen �bersetzer beauftragen und die �bersetzung im Zweifelsfall noch von einem Fach-Experten lesen lassen. Am besten ist sogar ein Probelesen durch einem Muttersprachler der Ursprungssprache, der chinesisch kann.
  • Mann sollte eine cn-Domain verwenden. Im Gegensatz zu de-Domains k�nnen diese auch von ausl�ndischen Unternehmen ohne einen chinesischen Admin-C registriert werden
  • Wer ausschlie�lich Kunden aus China anspricht sollte die Webseite auch in China hosten, dabei aber nicht zu sehr beim Webspace sparen. Viele Unternehmen geben tausende von Euro f�r die Webseite aus und beim Webhosting wird wegen 10 Euro im Monat der billigere Anbieter genommen. Dies kann dazu f�hren, dass die Webseite zu langsam abrufbar ist, vor allem au�erhalb Chinas oder wenn der Webhoster irgendwo in der Provinz hostet.
  • Wer in China hostet muss die Webseite bei den Beh�rden registrieren lassen.

Wer zus�tzlich eine englische Version der Webseite hat, sollte diese im Ausland hosten. Es kann sonst gut sein, dass die Ladezeiten f�r Besucher au�erhalb Chinas einfach zu lang sind.

Die Regeln f�r die Visavergabe werden anscheinend wirklich immer strenger ausgelegt, auch in Hongkong, wo bisher alles recht l�ssig gehandhabt wurde.
Bisher ging zum Beispiel ein F-Visum f�r mehrere Monate ohne Probleme mit einem Einladungsschreiben der Firma.
Jetzt ben�tigt man f�r ein F-Visum, das mehr als einen Monat g�ltig sein soll, zus�tzlich eine Einladung des “Ministerium f�r Arbeit und soziale Sicherheit”.
Das ist ziemlich nervig, vor allem bei kurzzeitigen Aufenthalten z.B. einem Praktikum.
Entweder haben zuviele Unternehmen die bestehenden Regeln zu sehr misbraucht und die Regierung will dem einen Riegel vorschieben oder die chinesischen Beh�rden legen die bestehenden Regeln im Vorfeld der Olympischen Spiele einfach strenger aus.

Bei manchen Kundenbesuchen f�llt es mir schon schwer, ruhig zu bleiben. Ich betreue einen Kunden ab und zu mal auch in Sachen Netzwerk und Internetsicherheit. Was Internetsicherheit angeht bei�e ich bei ihm aber wirklich auf Granit, jedes mal wenn ich deren Computer anschalte, ert�nt das bekannte piepsen der Antivirussoftware, weil auch die einfachsten Sicherheitsvorkehrungen nicht eingehalten werden. Die Firewall wird ausgeschalten, weil die Meldung nervt, wenn ein Program ins Internet will.

Anstatt einzelne Rechner-IP-Adressen in der Firewall-Software freizugeben um Zugang auf “shared folders” zu erm�glichen wird kurzerhand ebenfalls die Firewall ausgeschalten. WLAN-Verschl�sselung? Nicht wichtig, da ein Computer Probleme hatte, mit dem WLAN zu verbinden.

In einem alten China Internet Sicherheit”>Blog-Beitrag kann man die wirklich einfachen Dinge was Internetsicherheit in China angeht, nochmal nachlesen.

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