China Allgemein


In Deutschland sie sie ja gef�rchtet � wenn auch meist nur wegen ihrer Preise. Hier in China habe ich sie f�rchten gelernt wegen ihrer teilweise chaotischen Arbeitshaltung � die Handwerker.

Beispiel 1: Die vor 2 Wochen neu installierte T�r in unserem B�ro schlie�t nicht mehr automatisch. Der Bolzen, der vom T�rrahmen oben in der T�re einschlie�en soll und somit ein Eindringen f�r Unbefugte unm�glich machen soll, bewegt sich nicht mehr. Flugs wurden die Handwerker gerufen, um das zu reparieren. Als sie eintreffen, kommt es zum ersten Problem: Sie haben ihre Leiter vergessen. Klever wie sie sind, leihen sie sich einen Rollcontainer von uns und stellen sich drauf. Ca. 1 Stunde sp�ter funktioniert die T�r wieder, aber dem Rollcontainer wurde dabei ein Rad abgebrochen. Aber kein Problem, sie versprechen uns, morgen einen anderen Kollegen zu schicken, der dann den Rollcontainer repariert. Bin gespannt, was dieser Kollege anstellt.

Beispiel 2: In Hollys B�ro gib es ein gro�es Aquarium. Das sollte gereinigt werden. Eine Firma wurde extra beauftragt, die Fische zu entnehmen, zu reinigen, neues Wasser einzulassen und die Fische wieder einzusetzen. Das wurde auch alles ausgef�hrt. Allerdings benahmen sich die Fische am drauffolgenden Montag sehr sonderbar. Sie schwammen kaum noch, lagen teilweise schr�g im Wasser, hielten sich alle in einer Ecke auf und wirkten alles andere als fidel. Nach kurzem �berlegen fiel der Groschen: Die Jungs hatten viel zu kaltes Wasser eingef�llt. Ein R�ckruf bei den Handwerkern ergab die gute Anweisung, doch etwas zu warten, dass Wasser werde sich schon noch erw�rmen. Auch der kurzzeitige Einsatz eines Tierarztes konnte nicht verhindern, dass ein Gro�teil der Fische nicht mehr zu retten war.

Ich finde, man sollte sich wirklich �berlegen, ob man kleine Reparaturen nicht selber ausf�hrt.

Liebe Gr��e Leo!

Die Olympischen Spiele sind vorbei. Schade!!! Sie waren schon sch�n, sehr gut organisiert, und auch die einzelnen Veranstaltungsorte wie z.B. das �Birds Nest� oder die Schwimmhalle waren sehr beeindruckend und wirklich perfekt gestaltet. Allerdings muss ich sagen, dass wenn man sich nicht direkt an den jeweiligen Austragungsorten (z.B. das komplette Olympia Gr�n oder am Worker Stadium oder Worker Gymnasium) befand, man auch nicht so viel vom Flair der Olympischen Spiele (das durchaus mit den Fans aller Nationalit�ten vorhanden war) mitbekommen hat. Oder auch die gro�en Menschenmassen, die in Peking erwartet wurden, fand ich, sind gar nicht so aufgefallen. Ob das nun an der unwahrscheinlichen Gr��e von Peking liegt oder an der Tatsache, dass viele Menschen, wie u.a. die Wanderarbeiter sowie Ausl�nder f�r 2 oder mehr Monate Peking verlassen mu�ten, oder aber auch die Tatsache, dass viele Chinesen ohne Ticket oder triftigen Grund (z.B. Arbeit) erst gar nicht mehr nach Peking rein durften. Ich wei� es nicht! Jedenfalls hatte ich mit mehr Chaos gerechnet.

Und die Wettk�mpfe und Zuschauer selbst? Ja� Ich hatte das Gl�ck neben Handball, auch noch Boxen, Leichtathletik und Hockey anschauen zu d�rfen. Dabei war definitiv Leichtathletik im �Birds Nest� mit Abstand das Beste. Die Stimmung war super, das Stadion war gut gef�llt und wir hatten echt gute Pl�tze, vielleicht gerade mal 5 m von den Weitsprunggruben entfernt. Einfach der Hammer! Etwas entt�uschend hingegen war das Hockeyspiel (und damit meine ich nicht das Stadion). Erstes Spiel: China gegen Neuseeland mit wirklich gut gef�llten R�ngen und vielen jubelnden Chinesen. Zweites Spiel: Auch wenn eine Stunde sp�ter, Deutschland gegen Spanien. Alle R�nge zum gr��ten Teil leer, lediglich zwei wirklich kleine deutsche Fanblocks und ein paar Spanier. Auch wenn das Spiel sch�n anzusehen war, konnte von Stimmung keine gro�e Rede mehr sein. Die Chinesen kommen wirklich nur f�r ihre Mannschaften und Sportler, die sie dann auch gewinnen wollen sehen.

Ich frage mich manchmal, woran sich diese Nation eigentlich orientiert, um einen solchen Nationalstolz zu entwickeln. Denn eigentlich sind die Chinesen �berhaupt keine homogene Gemeinschaft, und bei dem t�glichen �berlebenskampf auf den Stra�en und dem doch eher unfreundlichen Verhalten untereinander f�llt es mir schwer, hier eine Gemeinschaft zu entdecken. Die Gruppen, die mir hier einfallen, sind spontan folgende: Alt und jung, modern und traditionell, arm und reich, sportlich und faul.

Sicher, auch in anderen Gesellschaften gibt es diese Gegens�tze, aber nirgendwo sind diese meines Erachtens dann so 100% klar mit Grenzen belegt. Zum Beispiel modern vs. traditionell. Eine Kollegin, die sich als traditionell bezeichnet, w�rde nie abends in eine Bar gehen oder Alkohol trinken. Beides gilt als westliches Laster. Bis sie heiratet, lebt sie alleine (wenn sie eine Arbeit in einer anderen Stadt hat) oder bei Ihren Eltern. Der Freund muss Chinese sein, ebenfalls traditionell, und dann ist die Aufgabenteilung klar: Sie Haushalt, Kinder, ggf. noch Arbeiten, und er macht Karriere. Musik wird leise geh�rt und nat�rlich nur dass, was auch die Omas schon h�rten.

Ganz anders die Chinesinnen, die sich selber als eher modern bezeichnen. Da wird gezecht, Bier, Schnaps, Champagner durcheinander bestellt. Die R�cke der M�dels gehen eher als breitere G�rtels durch. Die M�nner fahren mit ihren Autos vor, stehen am Rande der Tanzfl�che und gucken grimmig. Es wird westliche Musik oder chinesische Musik mit westlichen Wurzeln geh�rt. Marken m�ssen sein. Es wird gerne geprotzt und geprasst, Konsum ist Hobby Nummer 1.

Was mir fehlt, ist die goldene Mitte. Einer, mit dem man ein Bierchen trinken kann und dann nicht gleich abst�rzen muss � aber halt auch einer, der sich nicht weigert, in eine Bar zu gehen.

Liebe Gr��e Leo

Eigentlich kann man sich das als Europ�er gar nicht vorstellen. In Peking sind die Radwege, zumindest an den Hauptstra�en, teilweise gr��er als in manchen Orten Deutschlands normale Stra�en. So steht man z.B. mit ca. 30ig, 40ig oder mehr Leuten (allerdings nur zu bestimmten Sto�zeiten) zusammen an einer riesigen Kreuzung, die man �berqueren m�chte.

Seit einigen Monaten nun st�rze ich mich auch jeden Morgen und jeden Abend in das chinesische Get�mmel. Es ist immer wieder ein Erlebnis. Fahrrad fahren in Peking: Super anstrengend und nicht ganz ungef�hrlich.

Man muss schon h�llisch aufpassen. Da kommen die Autos auf dem Radweg (Ja, richtig gelesen, Autos!!!) von der einen Seite, die Fu�g�nger, die den Radweg meistens �berqueren m�ssen, um zur Busstation zu kommen von beiden Seiten, dann haben wir noch die Mofas von hinten und manchmal sogar noch entgegenkommende Fahrr�der von vorne, sowie parkende Autos an den Seiten des Radweges und pl�tzlich anhaltende oder losfahrende Taxifahrer. Ach ja und nicht zu vergessen die Radfahrer selbst, von denen sich einige auch als M�llsammler bet�tigen und manchmal so gewaltige Ladungen transportieren, dass sie damit den halben Radweg versperren. So� und alle zusammen versuchen nun so schnell wie m�glich voranzukommen, da bleibt nat�rlich Gedr�ngel, Rumgehupe und Geklingel sowie ein bisschen Geschupse auf den Fahrr�dern nicht aus.

Es ist schon verwunderlich, dass bei einer, ja doch eher r�cksichtlosen Fahrweise, die hier in Peking vorherrscht wirklich nicht mehr oder gr��ere Unf�lle passieren. Obwohl, auch mich hat man schon das eine oder andere Mal fast umgefahren, oder man ist mir hinten Reingefahren. Wie das? Na ja, die meisten Fahrr�der und Mofas besitzen anscheinend (auf Grund ihres Alters) keine anst�ndigen Bremsen, so dass halt auch die F��e als Stopphilfe dienen m�ssen. So geschah es dann, dass sich der Fahrradlenker eines �lteren chinesischen Herrn in meinen Lenker so verkeilte, dass ich an ein parkendes Auto abgedr�ngt wurde, dort entlang schrammte und dann noch fast auf die Fre� geflogen bin. Und der Alte?! Der lachte und fuhr einfach weiter. Echt super!!! (O.K., au�er einem v�llig verbogenen Lenker und einem demolierten Einkaufskorb ist ja auch nichts passiert.)

Aber es gibt auch sch�ne Erlebnisse unterwegs mit dem Fahrrad. Es wird sich unterhalten, gesungen, ich werde begleitet oder von einigen jungen oder �lteren M�nnern ausgefragt (die Chinesen sind echt neugierig). Letztens zum Beispiel, da habe ich mir mit einen etwas j�ngeren Chinesen ein Wettrennen auf einem �berf�llten Radweg geliefert: China gegen Deutschland, passend zur Olympiade! Leider muss ich gestehen, dass China wieder einmal, wenn auch knapp, die Nase vorne hatte.

Was ist viel, was ist wenig?

Wenn man sich die Gehaltsschere ansieht, so erkennt man die unglaubliche soziale Kluft, die hier herrscht. Ein gut ausgebildeter Betriebswirt mit 30 Jahren und Fremdsprachenkenntnissen kann zwischen 1.000 und 2.000 Euro verdienen. Ein Taxifahrer kommt auf 200 Euro im Monat, ein Wanderarbeiter auf angeblich 100 bis 150 Euro. Ein Fahrradaufpasser bekommt f�r das Aufpassen f�r ein Fahrrad pro Tag 2 Mao (2 Eurocent). Ich wei� nicht, wie man davon in Peking leben kann.

Mit einer Taxifahrerin sind wir damit mal fast in Streit geraten. Beim Einsteigen ins Taxi wurden wir von einer alten Frau bedr�ngt. Wir gaben ihr 3 Yuan (30 Cent) als Spende. Die Taxifahrerin regte sich tierisch dar�ber auf, dass sei viel zu viel. Beim Nachrechnen mu�ten wir ihr recht geben. F�r 3 Yuan muss die Taxifahrerin 20 Minuten arbeiten. Und meine Freundin bekam ihre Schuhe f�r 3 Yuan repariert. Gesteigert wird das ganze noch, wenn man mal ins Umland geht. �bernachtung inkl. Fr�hst�ck f�r 1 Euro. 1 Stunde R�ckenmassage f�r 2 Euro.

Neulich war ich in Ningbor. Ningbor ist schon ein St�ck von Beijing entfernt, aber da es einen eigenen Flughafen besitzt, kann an es noch nicht als Provinzkaff bezeichnet werden. Beim Spazieren im Industriegebiet stie�en wir auf Neubauten, welche von Wanderarbeitern hochgezogen werden. Der Gastgeber erl�uterte, dass diese 60 Euro im Monat erhalten, Kost und �bernachtung inklusive. Die �bernachtung sieht �brigens so aus, dass Zelte mit Holzbrettern als Matratzen aufgeschlagen werden. Im schlechtesten Fall wird ein Seil zwischen zwei B�umen oder Laternen gespannt, erst eine Plastikfolie dar�bergelegt, und dann Holzscheite zum beschweren. Fertig ist das Zelt. Da eh 7 Tage die Woche gearbeitet wird, ist es auch nicht wichtig, dass es keine Verkehrsanbindung in die Innenstadt gibt. Und Geld zum ausgeben haben sie ja eh nicht.

Es ist schon ein komisches Gef�hl, wenn die eigene Sonnenbrille mehr kostet, als das Gehalt, was die Jungs im Monat zur Verf�gung haben.

Liebe Gr��e Leo

Es ging im B�ro herum wie ein Lauffeuer. Liu Xiang, der chinesische Star, der Sport- und Popstar, der neben dem Basketballhelden Yao Ming auf einer Stufe steht oder sogar noch dar�ber; der Liu Xiang, dessen Popularit�t in China wohl mehr ist als Ballack, Schweinsteiger und Lukas P. in Deutschland zusammen, musste sein Rennen abbrechen. Kein dramatisches St�rzen, kein Humpeln auf den letzten Metern, kein Zusammensto� mit der H�rde, nein, nach dem ersten Fehlstart hat er aufgegeben. Startnummer abgegeben und ab in die Katakomben. �

Probleme mit der Achillesferse!

Unspektakul�r und wenig heldenhaft � und deshalb meines Erachtens um so tragischer und um so gro�artiger. Wer wei� schon so genau, wie gro� der Druck auf ihm gelastet und ob ihm das Laufen �berhaupt noch Spa� gemacht hat. Wann hat er das letzte Mal gelacht? Und dann …? Dann sagt der K�rper irgendwann einmal nein!!! F�r meine chinesischen Kollegen teilweise nicht verst�ndlich. �Er h�tte wenigstens starten m�ssen, wenn er schon gekommen ist. Kurz vorher aufgeben, das geht nicht�, meinte eine Kollegin. Sie vermutete, dass er Angst gehabt und deshalb gekniffen h�tte. Ich fragte sie, ob sie denn zur Arbeit kommen w�rde, wenn sie krank sei. Darauf meinte sie �Nein�, aber wenn sie schon auf der Arbeit w�re und dann merken w�rde, dass sie krank sei, w�rde sie versuchen, es bis zum Ende des Tages zu schaffen. Jaja, China mag halt keine Verlierer. So traurig das auch ist.�

Liu Xiang, heute wirst du vielleicht 100 Millionen Fans verloren haben, aber mich hast du gewonnen. Erst in der Niederlage zeigt ein Mensch sein wahres Ich. Wenn du mal ein Bier trinken willst, so melde dich.

Liebe Gr��e Leo

Alle die gerade zur Olympiade oder sp�ter mal nach China bzw. Peking reisen � Aufgepasst!!! Besonders bevorzugtes Opfer – �allein umherlaufende Ausl�nder in der Wangfujing Shopping Mall.

Ja, auch mir ist es passiert; letztes Jahr im November 2007. Ich war neu in der Stadt, naiv und alleine. Also mit anderen Worten ein perfektes Opfer. So schlenderte ich nun nichts B�ses ahnend durch die Wangfujing Shopping Street und ging letztendlich auch in die ber�hmte Shopping Mall. Es dauerte wirklich keine f�nf Minuten, ich war wirklich gerade erst durch den Eingang gekommen, da sprach mich pl�tzlich wie aus dem Nichts ein junges M�del in einem super fl�ssigen Englisch an. Sp�testens jetzt h�tten schon alle meine Alarmglocken angehen m�ssen. Zu dem Zeitpunkt hatte in China auf der Stra�e noch kaum einer richtig Englisch gesprochen und wenn doch, dann auf keinen Fall so flie�end.��������������������� Na ja aber weiter�

Wir unterhielten uns ein bisschen, der �bliche Smalltalk halt, und dann ging es zur Sache. Sie fragte mich, ob wir uns nicht noch ein bisschen mehr unterhalten m�chten, bei einem Kaffe oder Tee vielleicht. Ich lehnte erstmal ab, da ich ja gerade erst in der Shopping Mall angekommen war und bis dato in noch keinem einzigen Laden drinne war. Auch hatte ich irgendwie ein komisches Gef�hl mit ihr einfach so mitzugehen. Irgendwie sp�rte sie meine Skepsis und sagte dann solche Sachen wie, ich br�uchte keine Angst haben, sie w�re doch auch eine Frau, die alleine unterwegs ist und sich einfach nur die Zeit vertreiben und sich nett unterhalten wollen m�chte (angeblich wartete sie auf ihren Vater). Sie war wirklich clever, zu clever. Alles kam wirklich ehrlich, einleuchtend und �berzeugend r�ber. Ich kann das gar nicht beschreiben.

Was soll ich sagen, die Falle schnappte zu. Wir gingen Tee trinken, schlie�lich war ich ja in China und so dachte ich, eine sch�ne Gelegenheit meinen ersten echten chinesischen Tee zu trinken. Gut gesagt getan. 10 Minuten sp�ter war ich dann mit ihr zusammen in einem wundersch�nen Teehaus. Es sah schon nobel aus. Gut dachte ich so bei mir, kein Problem dann kostet es am Ende halt etwas mehr. Mal ehrlich so teuer kann doch Tee nicht sein, oder? Oh doch! Nachdem ich eine nette kleine Teezeremonie mit gereichten Snacks und netter Unterhalt hinter mir hatte, kam die Rechnung (im wahrsten Sinne des Wortes). Ganze umgerechnet 50 Euro kostete mich der Spa�. Und das war nur meine H�lfte. Sie bezahlte auch, zusammen also umgerechnet etwa 100 Euro. Ich dachte, ich kippe vom Stuhl. Danach verlie�en wir dann das Teehaus, verabschiedeten und trennten uns. So 5 Minuten sp�ter, als ich wieder alleine war, kam mir dann erstmalig der Gedanke, dass ich vielleicht gerade reingelegt worden war. Die Lust auf Schoppen war mir dann nat�rlich vergangen, und ich fuhr zur�ck ins Hotel.
Wenn ich diese Frau noch mal in die Finger bekomme, dann �!
�

Heute wei� ich, dass ich nicht die Einzige war, die solche oder �hnliche Erfahrungen machen durfte. Von einigen anderen Ausl�ndern habe ich erfahren, dass sie noch mehr als nur 50 Euro bezahlen mu�ten. Echt b�se Sache!!!�

Also immer sch�n auf der Hut sein, nicht alle Chinesen sind freundlich und meinen es gut. Besonders die nicht, die perfekt Englisch sprechen k�nnen. Und bitte, immer vorher nach dem Preis fragen, auch wenn es einem selbst unangenehm und f�r die Chinesen ein eher unh�fliches Verhalten ist, egal.

(F�r die Chinesen sind Preisabsprachen im Vorhinein nicht gew�nscht. Sie machen das lieber erst hinterher. Die Chinesen finden es einfach nicht ehrenhaft �ber Geld zu sprechen.)

Mit dem Regen in Peking ist es so eine Sache. Selten ist er da, aber wenn, dann richtig. So auch in den letzten Tagen. Seit Sonntag hat es 3-mal richtig gesch�ttet. In Peking f�hrt dies sehr schnell zu chaotischen Verh�ltnissen. Die Taxis sind voll ausgebucht, man steht ergebnislos am Stra�enrand und wartet. Die Strassen laufen an einigen Stellen schnell voll, es bilden sich Pf�tzen von 5 bis 10 cm Tiefe und Durchmessern von bis 5 Metern. Ob es an verstopften oder zu wenigen Abl�ufen liegt ist mir nicht klar. Als Fu�g�nger gilt es nun besonders achtsam zu sein, um nicht von Autos, Fahrr�dern oder Mopeds angespritzt zu werden.

Trotz dieser Unannehmlichkeiten genie�e ich jeden Schauer. Danach ist Peking nicht nur�etwas gr�ner und sauberer, sondern auch die Luft ist kurzfristig richtig frisch und rein. Bei l�nger anhaltenden Regen k�hlt es sich danach sogar auch etwas ab. Gerade heute Morgen, am Freitag, war drau�en ein wirklich angenehmes Klima mit ca. 25 Grad. Dazu gab es gegen 5.20 morgens ein wundersch�nes Morgenrot, wie ich es noch nie in Beijing gesehen habe. Zum Gl�ck war ich schon wach genug und konnte es fotografieren � bereits seit langen Jahren in Peking lebende Kollegen h�tten es mir sonst nicht geglaubt.

Aber zur�ck zum Regen. Eigentlich sind ja vor der Stadt Einheiten stationiert, um mit dem Abschuss von Silberjodid (wie auch immer das dann funktionieren soll) Wolken vor Peking zum Abregnen zu bringen. Aufgrund des vermehrten Regens in den letzten Tagen frage ich mich allerdings, ob diese Strategie gescheitert ist, und die Wolken nicht alle aufgehalten werden konnten oder aber alles gewollt war, um Abk�hlung in die Stadt zu bringen. Was auch immer, solange man nicht w�hrend eines solch starken Schauers in einem offenen Beachvolleyball-Stadion sitzt, begr��e ich jede dieser Erfrischungen. �

Liebe Gr��e Leo

Am Dienstagabend bin ich nun zum ersten Mal bei einem Olympiaspiel live dabei gewesen. Handball im Olympia Sport Center, erst spielten S�d-Korea gegen D�nemark und sp�ter Deutschland gegen Neuseeland.

Eigentlich hatte ich mir mehr Stimmung auf dem Olympiagel�nde, wo sich u.a. auch das Olympia Sport Center befindet, erhofft. Leider waren nicht so viele Leute da, wie man es aus dem Fernsehen, wenn z.B. Schwimmen, Badminton oder Tischtennis stattfindet, gewohnt ist. Anscheinend ist f�r die Chinesen und vielleicht auch f�r andere Nationen, Handball doch wohl eher eine Randsportart. Ein bisschen Schade fand ich es schon, da doch gerade Handball ein sehr mitrei�endes Spiel ist.

Na ja, jedenfalls haben wir und ein paar andere deutsche Fans unser Bestes gegeben, um unsere deutsche Handballmannschaft anzufeuern. Aber nicht nur wir, sondern auch einige in einem Einheitsdress gekleidete Chinesen mit gelb-orangen T-Shirts sowie abbeorderte Schulklassen in einem wei�-gr�nen Outfit (Diese sind mir besonders zum Ende des Spiels aufgefallen, da sie das Stadium verlassen mu�ten. Danach waren dann ganze R�nge leer.) versuchten ebenfalls die Stimmung anzuheizen und das Stadium nicht ganz so leer aussehen zu lassen. Es handelt sich dabei offensichtlich um Olympiafreiwillige, die neutral f�r alle Mannschaften, sprich f�r alle Seiten applaudieren.

Die Chinesen sind nun mal am Trickreichsten – neben Armani Uhren f�r 20 Euro gibt es nun auch noch Fans made in China.

Seit neustem tragen sie nun ein gelbes Hemd, gepaart mit einer schwarzen Hose und nat�rlich den obligatorischen schwarzen Lederschuh mit Schnalle. Pekings Taxifahrer sind im Einheitsdress nun klar zu erkennen, und es kann nicht mehr passieren, dass man von jemand, der ein Taxi anbietet, dann doch in ein schwarzes Taxi ohne Lizenz gelockt wird. Trotz der Kleidung bin ich aber gespannt, wie sie sich mit den Touristen schlagen werden.

In den letzten 7 Monaten habe ich erst einen Taxifahrer kennen gelernt, welcher einigerma�en Englisch sprach. Von all den Sprachkursen, die diese Fahrzeuglenker angeblich besucht haben sollen, ist nur wenig zu sp�ren. Hoffentlich haben sie wenigstens immer ihr kleines Buch dabei, in dem Sportst�tten, einfache englische S�tze sowie Verhaltensregeln dargestellt sind.

Besonders witzig sind die darin enthaltenen Comics, die regelkonformes Verhalten eines Taxifahrers zeigen. Dazu geh�rt es, nicht zu spucken, dem Gast die T�r aufzuhalten, ihn vom Rauchen im Taxi abzuhalten (was nicht zwingend hei�t, dass der Taxifahrer nicht selber in den Pausen im Auto raucht), bei Unf�llen anzuhalten sowie Radfahrern und Fu�g�ngern gegen�ber respektvoll gegen�ber zu treten. Auch soll der Taxifahrer ausgeschlafen, sauber gekleidet, nicht betrunken und freundlich sein. Eigentlich erschreckend, so was als Verhaltensregel anmahnen zu m�ssen. Nachdem bei unserem ersten Chinabesuch vor einiger Zeit der Taxifahrer jedoch an jeder Ampel mit dem Kopf nach links wankte und in den Sekundenschlaf verfiel, bin ich �ber diese Verhaltensregeln doch froh. Ob diese eingehalten werden steht jedoch auf einem anderen Stern.

�brigens habe ich schon ein paar Mal versucht, dieses Buch k�uflich im Taxi zu erwerben. Bis zu 50 Yuan habe ich geboten, allerdings haben sich die Taxifahrer bisher immer geweigert, mir das Ding zu geben. Mal sehen, vielleicht bekomme ich nach Olympia ja eines. Die Bilder darin sind einfach zu gut.

Liebe Gr��e Leo

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