China Allgemein


Chinesisches Neujar in Peking – 2. Teil.

Am Ende des Videos sieht man teilweise (wir sind etwas zu sp�t gekommen) die Nachstellung einer Zeremonie, die w�hrend der Kaiserzeit jedes Jahr durchgef�hrt wurde. Der Kaiser betete zum Himmel um eine gute Ernte im neuen Jahr.

So hat Peking das Chinesische Neujhar 2008 gefeiert. Das Video habe ich am Drumtower aufgenommen, wohl der beste Platz um in der Neujahrsnacht das Feuerwerk zu genie�en.

In China schl�gt derzeit das Wetter Kapriolen, es schneit, ist kalt und verursacht ein allgmeines Verkehrschaos ausgerechnet kurz vor dem chinesischen Fr�hlingsfest.

Ein chinesischer Bekannter hatte f�r die Tatsache, dass das Wetter in Peking eigentlich ganz normal ist, eine sehr einleuchtende Erkl�rung: Um in die Hauptstadt zu kommen, ben�tigt alles und jeder eine Genehmigung und der Schnee habe die n�tige Genehmigung nicht erhalten.

Anscheinend wird in Peking die polizeiliche Anmeldung unterschiedlich gehandhabt, je nach Polizeistation. In Wudaokou, wo besonders viele ausl�ndische Studenten wohnen sind sie sehr streng, man muss das erste mal mit Vermieter hin, ben�tigt ein “Vorstellungsschreiben” von der �rtlichen Einheit (danwei) welches man erh�lt wenn man die Miete bezahlt und versteuert hat (meist versucht der Vermieter die Steuer auf den unwissenden ausl�ndischen Mieter abzuw�lzen).

Ich bin neulich umgezogen und musste bei der polizeilichen Anmeldung lediglich mein Visum und den Mietvertrag vorlegen.

Heute ist es mal wieder passiert, dass meine durch mehrere Jahre Chinaerfahrung gest�hlte Automatismen einfach ausgesetzt haben.

Jedes mal, wenn ich Geld ausgebe, sage ich automatisch ?? – “Fa Piao” -, was soviel wie Quittung hei�t. Egal ob im Restaurant, im Taxi, Fa Piao ist das Zauberwort. Auch bei Verhandlungen ist immer wichtig, ob man “Fa Piao” bekommt (besonders Vermieter wollen Steuern sparen und geben keine offizielle Quittung).

Heute kam die Gasrechnung, ich hatte keine Lust zur Bank zu gehen und fragte, ob ich sie bar bezahlen k�nne. Klar, kein Problem war die Antwort, 102,50 RMB waren f�llig (ca. 10 Euro).
2 Minuten sp�ter viel mir ein, dass ich keine Quittung verlangt hatte. Normalerweise kommt jedes mal, wenn ich in meinen Geldbeutel greife, das Wort “Fa Piao” automatisch. Dieses mal war ich in Eile und nach einem kompletten Samstag im B�ro nicht mehr besonders wach.

Ich bin mal gespannt, ob das Geld ordnungsgem�� verbucht wurde oder ob ich n�chsten Monat eine Mahnung erhalte.

Zum Thema Quittung muss man wissen: In China schreibt man Quittungen nicht einfach so. Die m�ssen auf offiziellem Papier mit offiziellem Firmenstempel geschrieben werden. Quittungen, die man rausgibt sind registriert, das Papier f�r die Quittungen muss man bei den Steuerbeh�rden kaufen.

In unserer Firma habe wir z.B. einen Drucker f�r die Quittungen, die wir ausstellen und eine Einlesemaschine mit Karte, die an einen Computer mit einer speziellen Software angeschlossen ist.

Damit Restaurantkunden motiviert werden, Quittungen zu verlangen, gibt es bei jeder Quittung eine Art Rubbel-Gewinnspiel. Der Kunde hat eine Gewinnchance, die Restaurants k�nnen durch das System weniger Steuern hinterziehen. Auch Taxis, die das Taximeter angestellt haben, drucken ein Fa Piao.

Fa Piao ist also in China ein wichtiges Instrument f�r die Regierung, um Steuerhinterziehung zu erschweren.

Heute wollte ich im Lawblog einen verlinkten Film anschauen (http://video.google.de/videoplay?docid=-1550832407257277331), da springt mir doch eine Meldung entgegen:

Vielen Dank f�r Ihr Interesse an Google Video.

Derzeit ist die Wiedergabefunktion von Google Video in Ihrem Land nicht verf�gbar.

Wir hoffen jedoch, diese Funktion zuk�nftig einem breiteren Publikum zug�nglich machen zu k�nnen. Vielen Dank f�r Ihre Geduld.”

Irgendwie schade, nicht nur die chinesischen Zensurbeh�rden zensieren sondern Suchmaschinen (aus rechtlichen Gr�nden?) sich selbst.

Gestern soll ja angeblich einer der besten und saubersten Tage in Peking in diesem Jahr gewesen sein. So richtig gemerkt habe ich es nicht. In Peking gibt es eine Kampagne, bei der versucht wird, eine bestimmte Anzahl an Tagen mit blauem Himmel zu erreichen. In diesem Jahr wurden auf jeden Fall weniger Tage mit blauem Himmel erreicht als im letzten Jahr. Auch mein pers�nlicher Eindruck ist, dass die Luftverschmutzung und der Stau in Peking schlimmer geworden sind.

Kann aber auch sein, dass es daran liegt, dass ich jetz in der N�he von Wudaokou wohne. Es gibt kaum eine Kreuzung, an der mehr Verkehrschaos herrscht. Ich kann es mir zumindest nicht vorstellen.

Ich besch�ftige mich ja schon seit l�ngerem mit dem Thema Internet in China, insbesondere Zensur und das Internet als Mittel der Regierung, um das Nachrichtenmonopol zu behalten und Informationen zu verbreiten.

Wie das mit der Zensur funktioniert konnte man sehr gut am Thema Burma sehen.

In den offiziellen Medien sah man keine Bilder von protestierenden M�nchen die niedergeschossen wurden, ich habe zumindest in keiner Nachrichtensendung etwas �ber die gewaltsame Niederschlagung des Protests gesehen. Das Internet ist dann eigentlich die einzige Methode, das Nachrichtenmonopol der Regierung aufzuweichen.
Aber auch Blogbeitr�ge �ber das Thema waren nach ein paar Tagen irgendwie seltener zu finden.

Einen Bericht zum Thema Blogs in China, die �ber Burma berichteten gibt es auf: http://www.weeklystandard.com/weblogs/TWSFP/2007/10/blogging_burma_in_china.asp,

Quelle: Gefunden habe ich den Link auf dem Blog des Asienhaus (die ruhig mal �fters bloggen k�nnten).

F�r Anf�nger eignet sich die folgende Webseite zum Koreanisch lernen:

http://www.koreaxin.com/HTML/Click_Korean.html

Der Kurs wurde von der Korean Seoul National University entwickelt.

Seit neustem gibt es ein Rauchverbot in Pekinger Taxis. Ich bin mal gespannt, ob sich Taxifahrer daran halten. Bisher ist mir ja vor allem aufgefallen, dass es zwar Schilder gibt wie “Rauchen verboten”, manchmal sogar “Rauchen f�r Fahrg�ste verboten”(ob sich der Taxifahrer eine Hintert�r aufhalten wollte?), oft raucht der Taxifahrer auf jeden Fall wie ein Schlot.

Ich kann mir bei dem Verkehrschaos, das in Peking herrscht, irgendwie nicht vorstellen, dass die Dauerraucher unter den Taxifahrern auf die Zigarette, die wohl die Nerven beruhigen soll, verzichten k�nnen. Eventuell l�sen sie das Problem durch mehr Pausen.

Es soll irgendwo ja eine Internetseite geben, auf der die Namen von Rauchern ver�ffentlicht werden, mal schauen, ob ich die finde.

Das ganze ist auf jeden Fall eine gute Aktion, wohl auch im Vorfeld der Olympischen Spiele 2008, um das Image von Peking zu verbessern.

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