Erlebnisse in China


Vorgestern habe ich die Webseite des Konkurrenten eines potentiellen Kunden in Peking gesehen. Der Konkurrent hat seine Rechnung an den Webmaster nicht bezahlt. Das Ergebnis war eine h��liche Webseite (for sale) und dazu tats�chlich ein deutlicher Hinweis mit Link auf die Webseite meines potentiellen Kunden.

In Deutschland w�re daf�r wohl gleich eine Abmahnung f�llig, in China kommt man mit solchen brachialen Zahlungserinnerungen wohl durch.

Den Gesundheitscheck, den man absolvieren muss, wenn man f�r ein Studium oder zwecks Arbeit l�nger als 6 Monate in China” target=”_blank”>China bleiben m�chte, absolviert man im ???????-

Die Adresse ist ????? 20 ? ???. Man ben�tigt seinen Reisepass und 3 Passbilder. Ge�ffnet ist von Montag bis Freitag, 8.00 – 10.30 Uhr.

Im Prinzip l�uft alles sehr organisiert und schnell ab, das ganze dauert ca. 1-2 Stunden. Man begibt sich direkt in den 4. Stock, f�llt ein Formular aus, meldet sich an. Dann gehts in den Nebenraum zur Kasse.
Anschlie�end muss man eine allgemeine Untersuchung absolvieren (man wird unter anderem nach Gr��e und Gewicht gefragt und ob man Probleme mit den Augen hat), danach gehts zur Blutabnahme f�r den Aidstest und anschlie�end zum EKG.

Hat man dort seine Unterschriften abgeholt, muss man in das Erdgescho� f�r das R�ntgenbild der Lunge. Das wars dann auch schon fast.

Die Papiere m�ssen an der Rezeption abgegeben werden, 3 Werktage sp�ter erh�lt man das Ergebnis (entweder per Post oder Selbstabholer). Das ganze l�uft gut organisiert und routiniert ab.

Ich habe in einem fr�heren Beitrag schon einmal den Tipp gegeben, die Visitenkarte lieber stecken zu lassen, wenn man jemanden trifft, der f�r einen Business Club in China unterwegs ist bzw. um unerw�nschte Werbung per SMS zu vermeiden, eine Visitenkarte ohne Handy Nummer zu drucken.

Wie zur Best�tigung meines Vorschlags habe ich heute eine Email erhalten mit einem Veranstaltungshinweis eines Business-Clubs in Beijing. Die Email wurde an ca. 200 Personen geschickt, alle Email-Adressen waren in “CC” eingef�gt, d.h. f�r jeden Empf�nger zu sehen.

Innerhalb von 10 Minuten erhielt ich 5 weitere Werbeemails mit riesigen Anh�ngen.

Die Werbeemails stammten von Unternehmen, die ebenfalls im Email-Verteiler des Business-Clubs waren und sich wohl �ber die zus�tzlichen Email-Adressen f�r ihren Werbeverteiler sehr gefreut haben d�rften.

Habe eben CCTV 8 – eingeschaltet – die bringen tats�chlich einen 30 (oder 40?) Jahren alten Heintje-Film auf chinesisch – ein echter Br�ller. Die Lieder sind aber auf deutsch, mit chinesischem Untertitel.

Ich hatte eigentlich auf CCTV 5 auf eine �bertragung des Liga-Pokal Finales gehofft (da l�uft im Moment leider Beach-Volleyball).

Heute habe ich Besuch aus Deutschland bekommen. Am ersten Tag haben wir den Platz des Himmlischen Friedens besucht. Das Resultat:

  1. zwei neue beste Freundinnen, die englisch lernen und uns die Stadt zeigen wollten (dankend abgelehnt)
  2. zwei Chinesinnen, denen ich ein paar S�tze auf englisch vorlesen musste, um ihr H�rverst�ndnis zu trainieren. Sie konnten auf keinen dieser S�tze antworten, mein Kommentar “????” (nicht bestanden)
  3. ein Chinese, der unbedingt mit unserem Fotoapparat ein Bild von uns machen wollte
  4. ein Chinesischer Reisef�hrer, der uns einen Trip zur gro�en Mauer verkaufen wollte
  5. eine Rikscha-Fahrer wollte seine Rikscha verkaufen (do you want to buy my rickshaw?)
  6. mehrere Verk�ufer von Souvenirs, Wasserflaschen, Eis ….
  7. Am Ende war ich schon etwas entt�uscht, aber dann kam sie doch noch, die Kunststudentin, die uns unbedingt eine Ausstellung zeigen wollte, weil es der letzte Tag der Ausstellung sei.

Heute habe ich zwei �berraschungen in der U-Bahn erlebt:
Die erste: Zuerst kam ein junger Mann in die U-Bahn. Er hat eine Gitarre und seine Mundharmonika rausgeholt und richtig gut angefangen zu spielen. War mal eine Abwechslung zu dem Gesangs-Programm, was sonst in der U-Bahn geboten wird. Die Chinesen in der U-Bahn waren auch �berrascht.

Die zweite �berraschung war noch gr��er: Er hat gar kein Geld verlangt. Am n�chsten Stop ist er einfach ausgestiegen.

Das Business-Model hat von den Zuh�rern keiner verstanden.

  • Ich habe einen Kunden.
  • Der Kunde hat einen Grafik-Designer
  • Der Grafikdesigner hat eine neue Webseite
  • Die Webseite des Kunden hat pl�tzlich den ein oder anderen wei�en Link auf wei�em Hintergrund, der auf die Webseite des Grafikdesigners verweist.
  • Und ich muss mal schauen, was ich dagegen mache, schlie�lich werde ich vom Kunden bezahlt, der Webdesigner ist aber ein sehr netter Typo.

Die Farbe wei� bedeutet normalerweise Trauer in China. In diesem Fall bedeutet die Farbe “wei�”, dass der Grafikdesigner auf kosten meines Kunden seine eigene Webseite promoten will, indem er f�r den Kunden unsichtbare links auf seine eigene Webseite setzt.

P.S. Soll ich diesen Beitrag jetzt unter “chinesische Kultur” oder “Erlebnisse in China ablegen?

Nostalgie-Trips in China – das sollte man sich vorher genau �berlegen; Entt�uschungen sind oft vorprogrammiert. St�dte in China entwickeln sich unheimlich schnell und viele bekannte Orte m�ssen Neubauten weichen. Vor 8 Jahren habe ich f�r ein Jahr in Hangzhou studiert und war jetzt das erste mal wieder dort. Ich war ja im Prinzip darauf vorbereitet dass vieles anders sein wird, allerdings hat mich das Ausma� der Ver�nderungen schon �berrascht. Zuerst die guten Nachrichten:

  • den Westsee gibts noch
  • die alte Frau gegen�ber dem Xix-Campus der Zhejiang-Universit�t, die Telefonkarten verkauft, sa� noch an derselben Stelle
  • irgend so einen alten Supermarkt in der Xixilu gibts auch noch
  • und den Paradise-Club darf man nicht vergessen, auch wenn ich da nicht gerade Stammgast war und es inzwischen eine Menge Alternativen zu geben scheint (w�hrend meines Aufenthalts vor 8 Jahren war der Club DER Treffpunkt f�r Ausl�nder)

Ansonsten hat sich Hangzhou unheimlich ver�ndert, am besten l��t sich das bei einer chinesischen Stadt wohl an der Anzahl der Mc Donald’s ablesen, in Hangzhou auch noch an der Anzahl der neuen Restaurants, Nachtclubs und Hotels am Ufer des Westsees. Das Studentenwohnheim im Xixi-Campus, in dem ich ein Jahr gewohnt habe, war damals schon sehr alt und ist inzwischen abgerissen worden. An der Hangda-Lu waren w�hrend meiner Zeit kleine, heruntergekommene Restaurants – das kann man sich jetzt kaum noch vorstellen, zumindest auf der einen Seite gibt es jetzt Hochh�user und Shopping-Center.

Trotz der vielen Ver�nderungen und des konsequenten Ausbaus der Gegend um den Westsee in ein Touristengebiet ist Hangzhou mit dem Westsee (vor allem ein Besuch der Inseln auf dem Westsee ist ein Muss) auf jeden Fall eine Station, die man w�hrend eines Chinabesuchs nicht auslassen sollte.

Heute wars lustig. Ich habe einen chinesischen Bekannten getroffen, der gerade seinen Job bei einem franz�sischen Weinh�ndler gek�ndigt (oder verloren) hat. Zuf�llig kenne ich auch seinen Ex-Chef zumindest vom Sehen her (ich wusste aber vorher nicht, dass mein chinesischer Bekannter bei ihm gearbeitet hat).

Er hat mir erz�hlt, wie es bei dem Weinh�ndler so zugeht. Der Besitzer ist Chinese und �berl�sst das Management einigen Franzosen, der Laden hat nat�rlich auch chinesische Verk�ufer. Der chinesische Bekannte beklagte, dass sich die franz�sischen Manager ziemlich unfair gegen�ber den Chinesen verhielten und auch recht unzuverl�ssig seien, einige genannte Beispiele:

  • Es steht eine Er�ffnung bevor, alle arbeiten bis 4 Uhr morgens, die chinesischen Mitarbeiter erscheinen p�nktlich am n�chsten Tag um 8 zur Arbeit, die Franzosen erscheinen nachmittags.
  • Der Lieblingssatz des Franz�sischen Managers bei jeder Kleinigkeit ist “Zhege hen zhongyao ????? ” (auf deutsch: Das ist sehr wichtig!), nat�rlich mit falscher Betonung, �ber die sich inzwischen alle chinesischen Mitarbeiter lustig machen.
  • Das Management sei relativ geizig, es gebe keinen Wasserspender f�r die Mitarbeiter (nur einen f�r den Chef), die Chinesen d�rfen angeblich im Laden nicht essen (die Franzosen schon), Pausen gebe es nicht, weil nur ein chinesischer Mitarbeiter im Laden ist, auf die Toilette gehen sei nicht m�glich, weil ja der eine Mitarbeiter immer auf den Laden aufpassen m�sse, Weinlieferungen sollen per Bus oder Fahrrad, bei dringenden F�llen nicht mit dem Taxi sondern lieber mit dem privaten Auto eines chinesischen Mitarbeiters gemacht werden.
  • Abends w�rden die Franz�sischen Manager relativ h�ufig dem hauseigenen Wein zusprechen.

Nat�rlich kann ich das alles nicht nachpr�fen.
Ich habe mir auf jeden Fall eine Menge Beschwerden anh�ren m�ssen und es war sehr interessant, mal die chinesischen Angestellten �ber die ausl�ndischen Chefs jammern zu h�ren, normalerweise ist es immer umgekehrt. Klar ist wohl, dass kaum jemand Respekt vor den franz�sischen Mitarbeitern hat.
Der Vorname des einen Managers ist �brigens “Julien”, sein Spitzname ist ?? , Aussprache “zhulian”, was soviel wie Schweinsgesicht bedeutet, der Chef wird wohl immer mit:

Boujour, Julien, Salut = ??? ?? ?? ?Aussprache: Muzhuer, zhulian, Shal�, begr��t, was soviel bedeutet wie “Schwein, Schweinsgesicht, Dummer Esel”. Ich bezweifle mal, dass der franz�sische Chef den Witz versteht, er wird sich wohl eher �ber die seiner Meinung nach falsche franz�sische Aussprache von Bonjour lustig machen.

Die Story schreibe ich lieber nicht in die englische Version meines Blogs.

Unternehmer, die in China t�tig sind, stehen oft vor der Entscheidung, wem sie ihr Vertrauen schenken sollen. Sie ben�tigen die Unterst�tzung von Partnern (Rechtsanw�lte, Webdesgner, Marketing, Buchhaltung & Steuerberater ….) und oft ist es auch Zufall, ob man an den richtigen ger�t, vor allem wenn dieser Partner in einem Bereich t�tig ist, von dem man selbst wenig Ahnung hat.

Ein paar Tips, um das Prinzip Zufall so gering wie m�glich zu halten:

  • �berpr�fen Sie, ob das Unternehmen Referenzen hat. Eventuell lohnt es sich, mit einem anderen Kunden des Partners Kontakt aufzunehmen. Nat�rlich gilt oft auch: Je renommierter das Unternehmen, desto teurer. Aber in China lohnt es sich oft, f�r Vertrauen zus�tzlich zu zahlen.
  • �berpr�fen Sie, wie lange der Partner selbst in China t�tig ist und vor allem, wie lange .
  • Recherchieren Sie im Internet. Vor allem, wenn Kunden unzufrieden sind, tendieren sie dazu, ihren Frust in Online Foren abzuladen (allerdings ist auf negative Foreneintr�ge nicht immer Verlass, zu positive Foreneintr�ge kommen manchmal von den Unternehmen selbst).
  • H�ren Sie auf Empfehlungen. Fragen Sie ihre Business Partner, mit welchen Unternehmen sie schon positive Erfahrungen gemacht haben.

Neulich habe ich im Internet eine Seite entdeckt, die einige wenige Dienstleister in China �berpr�ft und weiterempfiehlt:

http://www.chinasolved.com.

Die Seite setzt mehr auf Klasse statt auf Masse. Zwei der empfohlenen Manager kenne ich pers�nlich und w�rde die Empfehlung 100% teilen.

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