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Ich habe in einem Chat die Nachricht von der Nicht-Mehr-Zensur einer chinesischen Bekannten mitgeteilt, die einen blogspot-blog hat. �berraschenderweise war sie entt�uscht. Erstmal dachte sie, nur ihr Blog sei gesperrt worden – sie habe sich in den letzten Wochen sehr wichtig gef�hlt. Die Nachricht, dass wirklich ALLE Blogs von Blogspot gesperrt waren, habe sie jetzt entt�uscht.

Eine andere Bekannte teilte mir mit, die Regierung k�nne ihren Blog ruhig weitersperren. Dann k�nnten ihre Freunde ihn nicht mehr lesen, das Hauptziel des Blogs sei sowieso, englisch zu �ben.

Gut, von der Seite habe ich die ganze Sache wirklich noch nicht betrachtet.

Blogs sind der chinesischen Regierung vor allem dann ein Dorn im Auge, wenn sie diese nicht kontrollieren kann. Viele junge Chinesen weichen wegen der Zensur von Blogs auf ausl�ndische Anbieter aus. Diese Blogs k�nnen von der chinesischen Zensurbeh�rde zwar nicht gel�scht, aber zumindest in China gesperrt werden.

Opfer dieser Zensur war h�ufig auch der Blog-Service von google, blogspot.com. Derzeit ist dieser Service zumindest von Peking aus wieder erreichbar.

Ich habe vor kurzem in einer Statistik gelesen, dass �ber 30% der Chefs das Internet nutzen, um Informationen �ber Bewerber zu recherchieren.

Ich bin ja im Moment auf der Suche nach einem weiteren Programmierer f�r die Pekinger Firma. Ich k�nnte einen chinesischen Programmierer einstellen, einen Ausl�nder, der bereits in Peking lebt – in beiden F�llen ist ein pers�nliches Interview problemlos m�glich – oder einen Programmierer der noch nicht in China ist.

Eine Einladung zu einem pers�nlichen Vorstellungsgespr�ch kommt im letzteren Falle erstmal nicht in Frage, zuerst schaue ich mir den Lebenslauf an, danach als zweiter Schritt ein Interview, entweder per Telefon oder wie im heutigen Fall skype.

Problem, wenn der Bewerber noch nicht in China ist

Stelle ich jemanden ein, der noch nie in China war habe ich erstmal ein doppeltes Problem. Erstmal wei� ich nicht, ob der zuk�nftige Angestellte sich in Peking zurechtfindet. Zweitens ist eine Einstellung ohne pers�nliches Interview (ich bin bei meinem ersten Job in Peking auch ohne vorheriges pers�nliches Interview eingestellt worden, dieses Vorgehen ist vor allem bei kleineren Firmen gar nicht so un�blich – aber man sollte das nat�rlich vermeiden) irgendwie ein Schuss ins Blaue.

Informationen �ber Bewerber im Internet recherchieren

Zum Gl�ck verschafft das Internet ein bisschen Abhilfe. Vor allem im IT-Bereich hat fast jeder schon irgendwelche Spuren in Foren, Blogs, G�stebuchern, Social networking communities wie xing, linkedin, facebook, studiVZ usw. hinterlassen und nat�rlich recherchiere ich bei jedem Bewerber, ob ich Informationen im Internet �ber ihn finde.

Heute hatte ich ein Interview per skype, der Bewerber teilte mir etwas mit wobei ich spa�eshalber bemerkte, das w�sste ich schon aus seinem Profil bei xing.com. Au�erdem fragte ich ihn, warum sich eine Angabe in seinem xing und seinem linkedin-Profil widerspr�chen. Er fragte dann (eher spa�eshalber) ob ich im Internet �ber ihn “spioniert” h�tte.

Einerseits zeigt der Fall mal wieder, dass in der vermehrten Benutzung von social networking sites auch eine Gefahr liegt. Man sollte sich im Klaren dar�ber sein, dass alles was man an Eintr�gen auf Webseiten hinterl�sst erhalten bleiben kann, entweder in Forenbeitr�gen, die man sp�ter vielleicht bereut, in schlechten Profilen bei xing oder bei Aktivit�ten in Netzwerken wie facebook oder studiVZ.

Es gibt auch Services, die den Verlauf einer Webseite protokollieren (z.B. der google-cache oder archive.org, deren “waybackmachine” anzeigt, wie eine Webseite zu einem fr�hren Zeitpunkt ausgesehen hat). Auch ich habe mich jahrelang �ber einen Eintrag ge�rgert, den ich vor 7! Jahren im G�stebuch meiner Lieblingskneipe (zu Sch�lerzeiten) hinterlassen habe.

Andererseits finde ich, sollte man die M�glichkeiten des Internets und von solchen social networking Webseiten nutzen um Kontakte zu kn�pfen, allerdings bewusst entscheiden, welche Informationen man hinterl�sst.

Im Folgenden ein paar Tipps f�r beide Seiten:

F�r Bewerber

  1. Schreibt man etwas in ein Forum, einen Blog als Kommentar oder ein G�stebuch, im Prinzip �berall, wo ein anderer Nutzer antworten kann, muss man auch mit negativen Reaktionen rechnen sollte dann aber in den folgenden Diskussionen nicht ausf�llig werden und nichts schreiben, dass ein Chef dann sp�ter bei der Jobsuche negativ auslegen k�nnte.
  2. Wen m�glich nie mit seinem richtigen Namen irgendwo posten, wo es peinlich sein k�nnte oder zu privat wird. In Fachforen (z.B. in Foren �ber Open Source Programme) kann es aber sogar vorteilhaft sein, wenn man unter seinem richtigen Namen postet und dann auch gefunden wird.
  3. Nicht immer den gleichen Nickname in verschiedenen Foren verwenden. Wenn ich z.B. einen seltenen Nickname von jemandem in google eingeben kann es gut sein, dass ich noch andere Foreneintr�ge mit dem Nick finde – irgendwo findet sich dann vielleicht doch der Realname.
  4. Selbst wer glaubt, sein Name tauche nicht mehr auf bestimmten Seiten auf – oft finden sich noch Informationen im google-Cache oder der Waybackmachine auf archive.org. D.h. selbst wenn z.B. ein Forenbetreiber auf meine Bitte hin einen Bestimmten Beitrag l�scht kann der Beitrag eventuell noch Monate sp�ter �ber den google-Cache gelesen werden.
  5. Eintr�ge in social networking websites sollte man entweder pflegen und auf dem neuesten Stand halten oder sein Profil l�schen, wenn man sie nicht mehr updaten m�chte.

F�r Chefs:

  1. In Suchmaschinen kann man viele Informationen �ber Bewerber finden. Man sollte aber nicht nur einfach den Namen suchen sondern z.B. “Vornamen Nachname”, “Nachname, Vorname”, jeweils in Anf�hrungszeichen.
  2. Bei h�ufigen Namen eventuell noch den Ortsnamen dazu, den Namen der Universit�t oder des Vereins, der Stra�e und anderer markanter Informationen, die der Bewerber angegeben hat.
  3. Bei chinesischen Bewerbern kann man die Suchmaschinen www.baidu.com oder www.google.cn oder z.B. die chinesische Version von yahoo verwenden.
  4. Informationen �ber Bewerber findet man nicht nur �ber Suchmaschinen sondern auch auf speziellen Blogsuchmaschinen und vor allem in Social Networking Webseiten wie facebook, xing, linkedin, studiVZ, Ecademy …

Den Bericht von Reporter ohne Grenzen kann man sich unter der folgenden Adresse herunterladen:

http://www.reporter-ohne-grenzen.de

Mit dem folgenden Tool kann man testen, welche Webseiten gemeinsam auf einer IP-Adresse gehostet werden.

www.linkvendor.com/seo-tools/domains-from-ip.html

F�r mich ganz n�tzlich. Ich hatte vor einiger Zeit eine Domain registriert, die von China aus nicht erreichbar war. Der Grund war, dass die IP-Adresse in China gesperrt war (ich habe die Domain bei einem gro�en amerikanischen Webhoster laufen). Jetzt habe ich f�r die Domain einen Server mit unique IP bestellt, mal schauen, ob ich meine Webseite nicht doch bald auch von Peking aus sehen kann. Manchmal nervt der “Great Firewall”wirklich.

Verdammt. Ich habe wohl in meinem Thunderbird einmal zuviel auf “als Spam markieren” geklickt. Ein Kunde will Werbung buchen und die Sache landet sofort im Papierkorb.

Das nennt mann dann wohl Kollateralschaden.

Der Thunderbird Spamfilter ist trotzdem eine nette Sache, einmal die Woche �berfliege ich kurz die Betreffs der ungelesenen Nachrichten und l�sche den Papierkorb dann.

Ich bin froh, dass in China jetzt die Feiertage anstehen, da kann ich in aller Ruhe jetzt wieder anstehende updates machen. Ein typo3-update steht auch noch aus.

Nur weil sie in China sind werfen ausl�ndische (und deutsche) Tochterunternehmen in China alles �ber Bord, was im Land ihres Mutterkonzerns an gesetzlichen Richtlinien f�r Email-Marketing gilt. Heute der neueste sehr interessante nicht bestellte Newsletter eines gro�en deutschen Reiseanbieters, www.***cn.

Hier mal die Top-3 der nervigsten Sachen

  • Klar ganz oben auf der Liste: Man gibt seine Visitenkarten bei networking Events gerne weiter – nach jedem Event ist man aber in mindestens einen neuen Email-Verteiler f�r nicht bestellte Newsletter eingetragen – wenn es schlimm kommt, werden es Werbe-SMS.
  • Irgendjemand schreibt eine Rundmail und kennt den Unterschied zwischen “CC” und “BCC” nicht – kurze Zeit sp�ter ist man ebenfalls in irgendwelchen Email-Verteilern von anderen Empf�ngern gelandet
  • “Pressemitteilungen” von Hinz und Kunz, am besten noch mit Anh�ngen, die mehrere Megabyte gro� sind

Mir soll keiner mehr sagen, man br�uchte f�r Webdesign f�r chinesische Kunden keine speziellen kulturellen Kenntnisse. Gestern Abend hatte ich ein kurzes Gespr�ch mit einem chinesischen Kunden der eine deutschsprachige Webseite wollte. Er hat mir ein paar Webseiten gezeigt, die ihm gefielen. Die Webseiten waren allesamt mit Text voll gestopft, �berall hat irgendetwas geblinkt und die Farbe Rosa (oder war es hellrot?) war auch irgendwie dabei – und das f�r eine seri�se Webseite einer Unternehmensberatung.

Wenn man f�r einen ausl�ndischen Kunden eine chinesische Webseite f�r den chinesischen Markt macht, soll man sich dar�ber im klaren sein, dass man westliche Designvorstellungen teilweise �ber Bord werfen und sich bei der Gestaltung nach dem chinesischen Geschmack richten muss.

Umgekehrt gilt das nat�rlich genauso. Ich habe dem Kunden einige englischsprachige Webseiten gezeigt, die allesamt einen sehr seri�sen Eindruck machten. Der chinesische Kunde fand sie alle viel zu simpel und hat die Vermutung ge�u�ert, die jeweiligen Firmen k�nnten sich vielleicht keinen richtigen Webmaster leisten.

Zwei Welten prallen aufeinander.

Na das ist doch mal ne positive �berraschung (nach der Entt�uschung wegen Wikipedia):
http://www.technorati.com/ ist wieder aus China erreichbar. Jetzt habe ich wieder ein Spielzeug mehr im Internet.

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