Ich schreibe ja f�r ehemalige Angestellte und Praktikanten immer sehr ausf�hrliche Arbeitszeugnisse.

Heute habe ich das erste Mal eine R�ckfrage eines zuk�nftigen Arbeitgebers eines ehemaligen Praktikanten von mir erhalten. Die Anfrage kam aus den USA und ich musste mich wirklich anstrengen, einen “amerikanischen” Ton einzuschlagen, d.h. positiver und enthusiastischer zu schreiben als ich es auf Deutsch tun w�rde. Die Anfrage habe ich allerdings etwas formloser beantwortet und kein neues Zeugnis daraus gemacht.

Es kam nochmal rein, was er alles gemacht hat, wie gut er darin war, kurz die Charaktereigenschaften beschrieben, die meiner Meinung nach f�r die neue Stelle wichtig sind und dann noch klargestellt, warum ich denjenigen nach dem Praktikum nicht �bernommen habe.
Einen Zusatz konnte ich mir aber nicht verkneifen:

“Deutsche sind normalerweise formaler und wenn etwas bzw. jemand au�ergew�hnlich bzw. wirklich phantastisch war, sagen wir trotzdem nur: ‘Es war nicht schlecht’. Deshalb gebe ich positive Empfehlungen wie diese wirklich nicht leichtfertig ab, aber ….”

Erstmal klarmachen, ich komme aus Deutschland – mein Englisch ist zwar gut, aber man kann nie wissen, ob ein paar untypische Formulierungen dabei sind – und vielleicht war ich doch nicht enthusiastisch genug f�r unsere amerikanischen Freunde.

Aus einer Email, die ich neulich erhielt:

I recently made a purchase of the Apple iPhone from a company called XXXX. I paid for the phone via Western Union money transfer. After a couple of days I recieved an email stating that the phone was being held in The China Customs Warehouse. I paid, again via Western Union, the taxes to supposedly get the package released. Since the last payment, the company will not respond to my emails, they have not sent my goods & I am �307 out of pocket. Please can you help me. the other trading name of XXXX is YYY. … in Luohe. Henan Province. China.”

Leider ist die Masche weit verbreitet. Eine chinesische Firma bietet ein Produkt an, oft zum halben Preis. Der Service ist professionell und schnell, Kontakt per skype. Da wird nat�rlich jede Vorsicht �ber Bord geworfen. Zahlung dann per Western Union.� Das unversch�mteste an der Masche ist, dass der falsche chinesische Lieferant dann noch versucht einen Nachschlag zu erhalten, indem er die Sache mit dem Zoll erfindet. Danach bricht der Kontakt pl�tzlich ab, das Produkt und sein Geld sieht man nie wieder.

Ich kann nur jedem raten, der g�nstige Angebote von Markenprodukten aus China im Internet findet, vorsichtig zu sein oder� am besten die Finger davon zu lassen.

Ich habe mich ja schon einmal �ber die abnormalen Preise in Peking w�hrend Olympia ausgelassen. Dienstleistungen werden generell teurer, am heftigsten fallen aber die Mietpreise auf: F�r eher normale Wohnungen die man sich normalerweise f�r 500 Euro im Monat anmieten kann, zahlt man w�hrend Olympia oft das 10fache. Viele Ausl�nder (Englischlehrer, Freiberufler) ,die w�hrend Olympia wegen Visaproblemen China verlassen m�ssen profitieren ebenfalls: Sie vermieten ihre Wohnungen w�hrend Olympia und verdienen sich so im Prinzip den Aufenthalt in der Heimat.

Wegen der Unruhen in Tibet hat zwar das Interesse an Chinareisen etwas nachgelassen (Reiseb�ros berichten von einem R�ckgang von ca. 5% und vielen freien Zimmern in Hotels) und die neuen Visabestimmungen verlangen eine Buchungsbest�tigung eines Hotels, wahrscheinlich werden die meisten ihre Zimmer trotzdem vermieten k�nnen.

Der Trick um die Buchungsbest�tigung zu erhalten ist recht einfach: Viele Agenturen, die Zimmer vermieten, erhalten die Buchungsbest�tigung von kleineren Hotels gegen eine geringe Geb�hr. Kleine Hotels verdienen sich so ein Extra-Zubrot.

An dem Satz ist wohl was dran. F�r meinen letzten Flug nach Korea habe ich �ber 800 Euro bezahlt. Seit neuestem hat auch FinAir eine Verbindung nach Seoul. F�r diese Verbindung (�ber Helsinki) zahle ich nur 510 Euro.� Gut, ich bin anstatt 11 Stunden �ber 15 Stunden unterwegs. Aber man schaut sich auch mal gerne einen neuen Flughafen an.

Ich hatte gestern in Seoul ein Meeting. Heute kommt ein positiv klingendes Feedback: �My partner was very impressed by your presentation�.

Ich habe das mal so aufgefasst, dass ich gestern nur einen der beiden �berzeugt habe und stelle mich mal auf eine Absage ein.

Hier tritt wieder ein wichtiges Ph�nomen zutage, dass ich mir schon in China, noch extremer aber in Korea immer wieder in Erinnerung rufen muss: indirekte Kommunikation bzw. die Notwendigkeit die tiefere Bedeutung hinter einem Satz zu entdecken.
Das war in China schon anstrengend, ist in Korea aber noch viel extremer und auch zeitaufw�ndiger.

Es f�llt mir z.B. immer wieder auf, dass ich f�r Emails auf chinesisch bzw. an chinesische Gesch�ftspartner und Freunde noch mehr Zeit ben�tige als normal. Der Grund ist nicht nur die Sprache sondern einfach die Tatsache, dass ich viel vorsichtiger mit Formulierungen bin und entsprechend l�nger nachdenke, vor allem wenn ich Kritik �be oder eine Anfrage negativ beantworte.

Auch f�r die Vorbereitung von Meetings habe ich in China bei chinesischen Kunden viel l�nger gebraucht als bei westlichen.

Koreaner sind oft noch viel konservativer als ich es von China gew�hnt bin dementsprechend ist die Kommunikation in Korea meiner Meinung nach noch schwieriger als in China.

Vor allem wenn man noch nicht so lange im Land ist muss man sich viel mehr Gedanken machen und auch einfache Verhaltensweisen in Erinnerung rufen. Das sind teilweise nur Kleinigkeiten (z.B. sich Verbeugen, beim Ansto�en das Glas niedriger halten als der �ltere oder rangh�here Gegen�ber oder sich selbst nicht einschenken sondern immer dem anderen, der dann mein Glas f�llt), die im t�glichen Umgang trotzdem wichtig sind.

Bei den bisherigen Treffen in Korea hat sich wieder einmal best�tigt dass das einzelne Wort hier viel mehr auf die Goldwaage gelegt wird und man sich mehr darauf konzentrieren muss, herauszufinden, was hinter einer Bemerkung steckt. Vor allem muss man sich �berlegen, was der Gespr�chspartner eventuell hinter einer eigenen scheinbar harmlosen Bemerkung vermuten k�nnte.

Ich bin also mal gespannt, ob meine Einsch�tzung der Anfangs genannten Formulierung zutrifft.

Inzwischen gibt es weitere nervige Details was die Einreise nach China angeht.

F�r Touristen sind neben den bisher �blichen Unterlagen f�r den Visumsantrag dazugekommen:

  • Flugticket
  • Buchungsbest�tigung des Hotels (muss tats�chlich vom chinesischen Hotel kommen) bzw. bei Gruppenreisen eine Best�tigung des Reiseveranstalters
  • entgegen bisherigen Bef�rchtungen sind private Besuche von Verwandten weiterhin m�glich. Allerdings ben�tigt man dann auch wieder einige zus�tzliche Papiere von der Person, die man besuchen m�chte (anscheinend eine Reisepasskopie und einen Nachweis �ber den rechtlichen Aufenthaltstatus in China – wohl eine Kopie des Visums bzw. der Aufenthaltsgenehmigung der Person, die man besuchen m�chte). Wie das in der Praxis abl�uft kann ich im Moment nicht sagen. Anscheinend ist eine Einladung von Freunden anscheinend nicht mehr m�glich.
  • Des weiteren muss man beachten, dass wegen des Mehraufwands die Geb�hren der Visaservices f�r China gestiegen sind

In letzter Zeit werde ich relativ oft wegen Visafragen angerufen. Dabei bieten wir keinen Visaservice an und ich gebe telefonisch besser auch keine Auskunft mehr �ber Visafragen, wer wei�, was sich noch kurzfristig �ndert.

Aber klar, nat�rlich dienen all die Ma�nahmen nur zu unserer Sicherheit. Und die neuesten Regelungen werden auch nur deshalb nicht rechtzeitig kommuniziert um m�gliche Terroristen zu verwirren.

Nach dem Desaster um die schlecht kommunizierten �nderungen der Visarelegungen f�r China (okay, wer erwartet von einem autorit�ren Regime schon Transparenz) und die daraus entstandenen Probleme f�r viele Unternehmer, Praktikanten und Touristen in China hat ein Bekannter ein neues pers�nliches Olympia-Motto.

Das Original-Motto hei�t “One World – One Dream” – ” ????? ?????. ”

Das neue Motto k�nnte lauten ” Two Worlds – One Nightmare “�� ????????”

Keine Ahnung, ob das Motto von ihm stammt, die �nderung ist aber wirklich eine �berlegung wert.

Die deutsche Mannschaft hat ein Olympiaoutfit, das in der deutschen Presse vorgestellt wurde.

Ich finde das Outfit ja ziemlich altbacken, aber na gut … wem es gef�llt.

In der Online-Ausgabe der S�ddeutschen Zeitung wird das Outfit ebenfalls vorgestellt.

Auf der R�ckseite eines Trainingsanzugs findet man die Schriftzeichen ” ?? ” f�r “Deutschland.

Bei der S�ddeutschen hatte man wohl gerade keinen �bersetzer zur Hand, deshalb hat man die Zeichen mal kurz mit

“Gl�ck und Erfolg” �bersetzt. Vielleicht dachte man auch, es versteht eh keiner.

Das Photo des Anzugs gibt es auf:

“http://www.sueddeutsche.de/sport/weitere/bildstrecke/743/172235/p0/?img=7.0”

Ich habe vorhin mit dem Betreiber eines Internetshops gechattet. Er klagt dar�ber, dass viele Kunden einfach nicht zahlen und es wohl beim Kauf des Produktes schon nicht vorhatten. Der Dialog ging ungef�hr so:

Shopbetreiber: Oh mann muss schon wieder Strafanzeigen schreiben.

Ich: Bringen die eigentlich was?

Shopbetreiber: Keine Ahnung.

Ich: Was wird darauf eigentlich gemacht?

Shopbetreiber: Ich krieg ein Aktenzeichen zugeschickt. Mehr wei� ich nicht.

Ziemlich peinlich hat eine Webseite aus China den Quelltext von Chinaorbit.com kopiert, inklusive CSS, Klassennamen usw (http://www.51acc.com/). Auch die chinesische Version der Webseite auf http://www.51kj.com.cn/ ist nicht sehr originell. Das Logo erinnert ein bischen an das von sohu.com.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich jetzt geehrt f�hlen soll. Hauptsache sie kopieren den Inhalt von woanders.

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