• Ich habe einen Kunden.
  • Der Kunde hat einen Grafik-Designer
  • Der Grafikdesigner hat eine neue Webseite
  • Die Webseite des Kunden hat pl�tzlich den ein oder anderen wei�en Link auf wei�em Hintergrund, der auf die Webseite des Grafikdesigners verweist.
  • Und ich muss mal schauen, was ich dagegen mache, schlie�lich werde ich vom Kunden bezahlt, der Webdesigner ist aber ein sehr netter Typo.

Die Farbe wei� bedeutet normalerweise Trauer in China. In diesem Fall bedeutet die Farbe “wei�”, dass der Grafikdesigner auf kosten meines Kunden seine eigene Webseite promoten will, indem er f�r den Kunden unsichtbare links auf seine eigene Webseite setzt.

P.S. Soll ich diesen Beitrag jetzt unter “chinesische Kultur” oder “Erlebnisse in China ablegen?

Nostalgie-Trips in China – das sollte man sich vorher genau �berlegen; Entt�uschungen sind oft vorprogrammiert. St�dte in China entwickeln sich unheimlich schnell und viele bekannte Orte m�ssen Neubauten weichen. Vor 8 Jahren habe ich f�r ein Jahr in Hangzhou studiert und war jetzt das erste mal wieder dort. Ich war ja im Prinzip darauf vorbereitet dass vieles anders sein wird, allerdings hat mich das Ausma� der Ver�nderungen schon �berrascht. Zuerst die guten Nachrichten:

  • den Westsee gibts noch
  • die alte Frau gegen�ber dem Xix-Campus der Zhejiang-Universit�t, die Telefonkarten verkauft, sa� noch an derselben Stelle
  • irgend so einen alten Supermarkt in der Xixilu gibts auch noch
  • und den Paradise-Club darf man nicht vergessen, auch wenn ich da nicht gerade Stammgast war und es inzwischen eine Menge Alternativen zu geben scheint (w�hrend meines Aufenthalts vor 8 Jahren war der Club DER Treffpunkt f�r Ausl�nder)

Ansonsten hat sich Hangzhou unheimlich ver�ndert, am besten l��t sich das bei einer chinesischen Stadt wohl an der Anzahl der Mc Donald’s ablesen, in Hangzhou auch noch an der Anzahl der neuen Restaurants, Nachtclubs und Hotels am Ufer des Westsees. Das Studentenwohnheim im Xixi-Campus, in dem ich ein Jahr gewohnt habe, war damals schon sehr alt und ist inzwischen abgerissen worden. An der Hangda-Lu waren w�hrend meiner Zeit kleine, heruntergekommene Restaurants – das kann man sich jetzt kaum noch vorstellen, zumindest auf der einen Seite gibt es jetzt Hochh�user und Shopping-Center.

Trotz der vielen Ver�nderungen und des konsequenten Ausbaus der Gegend um den Westsee in ein Touristengebiet ist Hangzhou mit dem Westsee (vor allem ein Besuch der Inseln auf dem Westsee ist ein Muss) auf jeden Fall eine Station, die man w�hrend eines Chinabesuchs nicht auslassen sollte.

Mal wieder gute Nachrichten von der Zensurfront in China. Die Online Enzyklop�die Wikipedia ist aus China im Moment wieder erreichbar, zumindest aus Peking kann man Tests zufolge fast alle Seiten problemlos aufrufen.
Die Sperre von Wikipedia in China besteht mit Pausen seit Oktober 2005, im Oktober 2006 und anscheinend auch im Februar 2007 war Wikipedia f�r kurze Zeit aus China erreichbar
Gesperrt sind im Moment lediglich noch einige Artikel, z.B. der Artikel �ber die Volksrepublik China l�dt nicht vollst�ndig. Versucht man, diese Seite aufzurufen, h�rt die Seite nach einigen Sekunden auf zu laden, anschlie�end wird der Aufruf der kompletten Wikipedia f�r einige Minuten blockiert.
Ebenso verh�lt es sich bei anderen Artikeln �ber Chinarelevante Themen, wie z.B. �ber Falungong (hier funktioniert nicht einmal die Suche nach dem Thema). Gesperrt ist dagegen immer noch die bekannte Blog-Plattform blogspot.com.
Die Zensur darf man nicht damit verwechseln, dass China eventuell das Internet nicht f�rdert. Ganz im Gegenteil, das Internet ist ein wichtiges Instrument, um Nachrichten zu verbreiten und auch Informationszugang in die Provinzen zu haben, z.B. in der Form, dass sich irgendwann auch die Bauern im kleinsten Dorf im Internet �ber ihre Rechte erkundigen k�nnen (gegen Korruption gerichtet).

Die Informationshoheit hat die Kommunistische Partei im chinesischsprachigen Internet sowieso schon lange hergestellt, Nachrichtenportale in China unterliegen selbstverst�ndlich der Zensur, Blogs werden entweder von den Bloghostern kontrolliert bzw. falls sie eine eigene Webseite haben, m�ssen sich die Blogger f�r die Webseite eine Lizenz holen (alle Webseiten, die in China gehostet werden, ben�tigen eine Lizenz). Und f�r Foren, Chats und andere interaktive online-services hat die KPCh ebenfalls Ma�nahmen ergriffen – entweder, in dem sie aktiv an Diskussionen teilnimmt und diese in bestimmte Richtungen lenkt oder eben einfach �berpr�ft und zensiert. F�r solche Zwecke sollen ja ca. 30.000 Internetpolizisten das chinesische Internet im Auftrag der Zensurbeh�rden �berpr�fen.

Heute wars lustig. Ich habe einen chinesischen Bekannten getroffen, der gerade seinen Job bei einem franz�sischen Weinh�ndler gek�ndigt (oder verloren) hat. Zuf�llig kenne ich auch seinen Ex-Chef zumindest vom Sehen her (ich wusste aber vorher nicht, dass mein chinesischer Bekannter bei ihm gearbeitet hat).

Er hat mir erz�hlt, wie es bei dem Weinh�ndler so zugeht. Der Besitzer ist Chinese und �berl�sst das Management einigen Franzosen, der Laden hat nat�rlich auch chinesische Verk�ufer. Der chinesische Bekannte beklagte, dass sich die franz�sischen Manager ziemlich unfair gegen�ber den Chinesen verhielten und auch recht unzuverl�ssig seien, einige genannte Beispiele:

  • Es steht eine Er�ffnung bevor, alle arbeiten bis 4 Uhr morgens, die chinesischen Mitarbeiter erscheinen p�nktlich am n�chsten Tag um 8 zur Arbeit, die Franzosen erscheinen nachmittags.
  • Der Lieblingssatz des Franz�sischen Managers bei jeder Kleinigkeit ist “Zhege hen zhongyao ????? ” (auf deutsch: Das ist sehr wichtig!), nat�rlich mit falscher Betonung, �ber die sich inzwischen alle chinesischen Mitarbeiter lustig machen.
  • Das Management sei relativ geizig, es gebe keinen Wasserspender f�r die Mitarbeiter (nur einen f�r den Chef), die Chinesen d�rfen angeblich im Laden nicht essen (die Franzosen schon), Pausen gebe es nicht, weil nur ein chinesischer Mitarbeiter im Laden ist, auf die Toilette gehen sei nicht m�glich, weil ja der eine Mitarbeiter immer auf den Laden aufpassen m�sse, Weinlieferungen sollen per Bus oder Fahrrad, bei dringenden F�llen nicht mit dem Taxi sondern lieber mit dem privaten Auto eines chinesischen Mitarbeiters gemacht werden.
  • Abends w�rden die Franz�sischen Manager relativ h�ufig dem hauseigenen Wein zusprechen.

Nat�rlich kann ich das alles nicht nachpr�fen.
Ich habe mir auf jeden Fall eine Menge Beschwerden anh�ren m�ssen und es war sehr interessant, mal die chinesischen Angestellten �ber die ausl�ndischen Chefs jammern zu h�ren, normalerweise ist es immer umgekehrt. Klar ist wohl, dass kaum jemand Respekt vor den franz�sischen Mitarbeitern hat.
Der Vorname des einen Managers ist �brigens “Julien”, sein Spitzname ist ?? , Aussprache “zhulian”, was soviel wie Schweinsgesicht bedeutet, der Chef wird wohl immer mit:

Boujour, Julien, Salut = ??? ?? ?? ?Aussprache: Muzhuer, zhulian, Shal�, begr��t, was soviel bedeutet wie “Schwein, Schweinsgesicht, Dummer Esel”. Ich bezweifle mal, dass der franz�sische Chef den Witz versteht, er wird sich wohl eher �ber die seiner Meinung nach falsche franz�sische Aussprache von Bonjour lustig machen.

Die Story schreibe ich lieber nicht in die englische Version meines Blogs.

Es lohnt sich ja gar nicht mehr, eine Nachricht dar�ber zu verfassen. Zumindest aus Peking ist http://blogspot.com wieder mal nicht erreichbar. Schade eigentlich, kann ich jetzt doch den ein oder anderen Blog von Mitarbeitern nur noch �ber proxy-server lesen. Eine M�glichkeit dazu ist �brigens der Dienst: www.anonymouse.org.

Was gabs sonst noch neues diese Woche? Nicht ganz unlustig (wenn auch etwas traurig, das zu beobachten) war eine Polizeirazzia in Peking bei Wudaokou. In der N�he der U-Bahn-Station hatten sich in den letzten Wochen immer mehr illegale Stra�enh�ndler angesammelt, es hatten sich wohl einige angrenzende Gesch�fte beschwert, zumindest sind sie zuerst von der S�dwest-Seite der Kreuzung auf die Nordseite gewandert, danach waren sie geballt an direkt an der U-Bahn-Station, man konnte kaum noch den Gehweg benutzen – und gestern wurde die Kreuzung ger�umt und den weinenden und schimpfenden H�ndlern die Ware abgenommen.

Hier findet Ihr ein interessanters Interview mit Matt Cutts, dem Leiter des google Webspam Teams, �ber SEO und Internetsuche in China.

Interview mit Matt Cutts �ber Suche und SEO in China.


Unternehmer, die in China t�tig sind, stehen oft vor der Entscheidung, wem sie ihr Vertrauen schenken sollen. Sie ben�tigen die Unterst�tzung von Partnern (Rechtsanw�lte, Webdesgner, Marketing, Buchhaltung & Steuerberater ….) und oft ist es auch Zufall, ob man an den richtigen ger�t, vor allem wenn dieser Partner in einem Bereich t�tig ist, von dem man selbst wenig Ahnung hat.

Ein paar Tips, um das Prinzip Zufall so gering wie m�glich zu halten:

  • �berpr�fen Sie, ob das Unternehmen Referenzen hat. Eventuell lohnt es sich, mit einem anderen Kunden des Partners Kontakt aufzunehmen. Nat�rlich gilt oft auch: Je renommierter das Unternehmen, desto teurer. Aber in China lohnt es sich oft, f�r Vertrauen zus�tzlich zu zahlen.
  • �berpr�fen Sie, wie lange der Partner selbst in China t�tig ist und vor allem, wie lange .
  • Recherchieren Sie im Internet. Vor allem, wenn Kunden unzufrieden sind, tendieren sie dazu, ihren Frust in Online Foren abzuladen (allerdings ist auf negative Foreneintr�ge nicht immer Verlass, zu positive Foreneintr�ge kommen manchmal von den Unternehmen selbst).
  • H�ren Sie auf Empfehlungen. Fragen Sie ihre Business Partner, mit welchen Unternehmen sie schon positive Erfahrungen gemacht haben.

Neulich habe ich im Internet eine Seite entdeckt, die einige wenige Dienstleister in China �berpr�ft und weiterempfiehlt:

http://www.chinasolved.com.

Die Seite setzt mehr auf Klasse statt auf Masse. Zwei der empfohlenen Manager kenne ich pers�nlich und w�rde die Empfehlung 100% teilen.

Man lernt nie aus. Die Lehre, die ich aus der letzten Networking-Veranstaltung gezogen habe, ist eigentlich ganz einfach: Nie mehr dem Vertreter irgendeines Business-Clubs, eines Restaurants oder �hnlichem meine Visitenkarte mit Handy-Nummer geben. In China wird man kurze Zeit sp�ter mit SMS-Werbung vollgem�llt, es ist nicht zu glauben.

Ich werde mir wohl nochmal spezielle Visitenkarten ohne Handy-Nummer drucken lassen.

Es scheint jetzt etwas schwieriger geworden zu sein, F-Visa in China zu verl�ngern. Bisher war es ohne Probleme m�glich um 6 Monate zu verl�ngern, einige Bekannte hatten jetzt aber schon Probleme, eine Verl�ngerung f�r 3 Monate zu bekommen. Kann sein, dass die chinesische Regierung wegen der Olympischen Spiele im n�chsten Jahr die Visa-Regeln versch�rft anwendet oder einfach mehr Kontrolle �ber Ausl�nder bekommen will, die mit einem F-Visum ohne Arbeitserlaubnis in China arbeiten, aber keine Steuern zahlen.

Wenn ich eine Webseite f�r einen Kunden aufbaue, soll sie auch erfolgreich sein.

Das Ziel einer Webseite;
a) Besucher
b) Umwandlung der Besucher in richtige Kunden

Vor ein paar Tagen hatte ich ein Treffen mit einem potentiellen Kunden wegen seiner Webseite. Sie haben wohl erst k�rzlich einiges an Geld und Zeit f�r ihre jetzige Webseite investiert. Sie sah modern aus, tolles Design in Flash.
Dummerweise gab es ein paar Probleme.

  1. Die Webseite war 100% in Flash, d.h. nicht besonders suchmaschinenfreundlich. Webseiten k�nnen zwar Flash-Elemente enthalten, zumindest die Navigation und der Inhalt sollte aber in HTML sein.
  2. Die Zielgruppe waren ausl�ndische Kunden (d.h. nicht-chinesische), die Webseite war in HK gehostet. Aus Deutschland ben�tigte man ca. 1 Minute Ladezeit pro Seite. D.h. selbst wenn sie jetzt anfangen, Bannerwerbung auf anderen Webseiten zu oder google-adwords schalten, wird wohl kaum ein Besucher solange warten, bis die Seite l�dt – ich war so ehrlich und habe ihm auch von Werbung auf meiner eigenen Seite abgeraten – bevor er seine Webseite nicht ge�ndert hat.
  3. �Das lustigste war, dass der Grafikdesigner java-script verwendet hat, um die Flash-Animation zu laden. Suchmaschinen k�nnen diesem Javascript-Link nicht folgen. Der Kunde war ziemlich geschockt, als ich zur Demonstration java-script ausgeschalten habe, um zu demonstrieren, wie google seine Seite sieht (leerer Bildschirm). Selbst in den google-Suchergebnissen war kein Text zu sehen.

Naja, der Grafikdesigner hat eigentlich einen hervorragenden Job gemacht, die Webseite sieht sehr gut aus, kann realistisch gesehen aber nur als Erg�nzung zur offline-Werbung verwendet werden (z.B. auf Visitenkarten oder Flyern oder Pressemitteilungen). �ber Suchmaschinen wird er jedoch keinen einzigen Neukunden gewinnen.

Der Marketing-Direktor war nicht wirklich erfreut, als ich ihm mitgeteilt habe, dass er f�r effektives Online Marketing erstmal seine komplette Webseite umgestalten muss.

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