Auch wenn es aktuell wieder etwas kalt geworden ist, generell ist der Trend nach oben gehend: der Fr�hling kommt. Auch die Sonne wagt sich immer st�rker heraus. Das f�hrt wohl auch bei Fotografen wieder zu guten Gesch�ften. Wer in den Parks der Stadt am Wochenende unterwegs ist, sieht sehr oft ein Fototeam: Fotograf, 1 oder 2 Assistenten, ein Spiegeltr�ger zur besseren Belichtung, ein M�del mit einer Schminktasche und nat�rlich das Ziel der Aufnahmen: Ein Hochzeitspaar.

Es scheint gang und g�be zu sein, dass sich die Paare im Park ablichten lassen. Am See, unter B�umen, auf einer Bank, neben bl�henden Blumen. Den Hauptstress hat meines Erachtens das M�del zu tragen. Obwohl noch recht kalt an der frischen Luft, muss sie verschiedene Kleider anhaben, die alle wenig w�rmen. Zur Umkleide spannen die Assistenten dann immer ein grosses Tuch um sie herum, und kurz danach springt sie umgezogen heraus. Mal weiss, mal rot, mal traditionelle Kleider. Der Mann ist entweder in schwarz oder weiss gekleidet und zieht sich nicht um. Er wirkt oft sehr gelangweilt. Generell habe ich das Gef�hl, dass dieser Fototag f�r beide Arbeit, aber kein Vergn�gen ist. Wenn es von einem Ort zum n�chsten geht, muss die arme Braut in hohen Schuhen hinterherst�ckeln, w�hrend die Assistenten ihr Kleid �ber dem Boden halten, damit sie nicht den Kehrmaschinen die Arbeit wegnimmt.

Wenn man sich chinesische Hochzeitsbilder einmal ansieht, dann sind die Frauen darin meist nicht wieder zu erkennen. Sehr geschminkt, hochgesteckte oder verl�ngerte Haare, Schleifen im Haar, Ketten, Ohrringe�da wird sogar aus einer grauen Maus eine Prinzessin. Die M�nner schauen meist etwas m�rrisch, und keiner der Kollegen, die bisher geheiratet haben, konnte mir ein Bild zeigen, auf dem beide gl�cklich strahlen.

Leo.

Nun bin ich schon fast 1.5 Jahre in Peking. Hat mich am Anfang der Verkehr noch erschreckt, so finde ich ihn heute ganz normal. Mehr noch, wenn man aus der Provinz oder aus anderen asiatischen L�ndern zur�ck kehrt, so findet man den Pekinger Verkehr sogar sehr zivilisiert. Aber wer in Suchmaschinen einmal die Schlagw�rter “China” und “Verkehrstote” eingibt, der sieht, dass dieses Thema wohl das gr��te Risiko hier ist. Somit gef�hrlicher als die schlimme Luft (obwohl sich meiner Erfahrung vor allem Raucher negativ �ber die Luft in China �u�ern, aber das ist ein anderes Thema), die vergifteten Lebensmittel oder vom chinesischen Staat verhaftet zu werden:

– 300 Verkehrstote am Tag, 106.000 im gesamten Jahr (http://www.spiegel.de/reise/staedte/0,1518,188782,00.html)

– Chinesen k�nnen nicht Auto fahren (http://www.welt.de/motor/article739573/Chinesen_koennen_nicht_Auto_fahren.html)

Aber selber gew�hnt man sich auch daran und macht sich weniger Gedanken. Ich kann das an meinem eigenen Verhalten sehen. Fr�her wartete ich bei Kreuzungen, bis kein Auto mehr kam. Nun fahre ich, meist im Pulk mit anderen Radfahren, in die Kreuzung rein oder suche mir den Weg kreuz und quer durch die Autos. Auch das es in den Taxis keine� Anschnallgurte hat, �rgert mich nicht mehr. Auf dem Vordersitz g�be es welche, aber da ist der Sitz nicht so bequem. Weiterhin hat mein Fahrrad kein Licht (siehe auch Blog mit dem Lichtdiebstahl), so wie alle anderen Fahrr�der hier auch. Und alle Mopeds und Roller, die eigentlich Licht haben, nutzen es eh nicht. Aber auch am Verhalten anderer sieht man, wie schnell und fahrl�ssig die Angst gewichen ist. Mein Kumpel, seit einem halben Jahr im Besitz eines Autos und F�hrerscheins, ist schon schlimmer als die meisten anderen Verkehrsteilnehmer. Schimpfend, dr�ngeld, hupend, Fussg�nger erschreckend und ja keinen Zentimeter dem anderen Auto Platz geben ist sein Motto. Wer nicht dr�ngelt, verliert. Vor einem Jahr hat er sich noch �brigens �ber den Verkehr aufgeregt. Nun meint er, dass sei alles halb so wild und gar nicht gef�hrlich. Aber selbst zum Z�hneputzen nimmt er lieber Wasser aus Flaschen als aus der Leitung, da ja das Wasser so verschmutzt sein soll, und das Risiko will er nicht eingehen.
Hoffen wir, dass es nicht mal richtig kracht.

Leo.

In der Sanlitun Barstrasse, und in den dahinter liegenden Geb�uden ist am Wochenende immer viel los. Gerade im Sommer und im Fr�hling ist die Strasse immer sehr voll mit Menschen, die dort einfach rumsitzen, Bier trinken, eine Kleinigkeit essen oder von einer Kneipe in die n�chste ziehen. Allerdings verleitet der teilweise recht billige Alkohol, z.B. Wodka Red Bull f�r 10 RMB oder andere Mixgetr�nke, zu ekzessiven Trinken. Das gilt sowohl f�r Westler, die hier vermehrt anzutreffen sind, wie auch f�r junge Chinesen. Leider hat auch hier der Alkohol die gleiche Wirkung wie anderswo: Viele werden freundlicher und gel�ster, einige aber auch aggressiver. Teilweise habe ich das Gef�hl, dass es f�r einige, insbesondere Chinesen, oft das Ventil ist, den ganzen aufgestauten Frust herauszulassen. Und oft hat sich da so einiges angesammelt. Auch wenn man nie die Gr�nde daf�r erf�hrt, das Resultat ist meist verheerend. So auch am Samstag.

Gerade hatten wir ein neues Bierchen gek�pft, als vor unseren Augen eine Truppe Westler schnell die Kneipe verlie�. 10 Sekunden sp�ter kamen Chinesen hinterher. Es knallte, wie in einem Wildwestfilm flogen die ersten Flaschen hinter den Westlern her, welche jedoch an der Glast�re zerschellten und diese in 1000 St�cke brach. Wild rannten die Chinesen los, hinter ihnen kreischend ihre Freundinnen, die sie verzweifelt versuchten aufzuhalten. Auf der Strasse kam es dann noch zu einzelnen Keilereien, welche jedoch glimpflich abliefen. Wir versuchten, dass Getummel schnell zu verlassen, um nicht auch noch Ziel zu werden.

Von den T�rstehern, aber auch von den dort angestellten Wachleuten und den Zivilpolizisten (sitzen immer ganz toll versteckt mit Knopf im Ohr in abgestellten Autos) sah sich keiner gen�tigt, beschwichtigend einzuschreiten oder sich zwischen die Streithammel zu stellen. Die kommen wahrscheinlich erst, um die Reste einzusammeln. Aus einem �hnlichen Grund ist angeblich auch der Club “China Doll” beim Kaufhaus “San dian San” (3.3) geschlossen. Dort kam es wohl auch zu Scharm�tzeln zwischen Westlern und den T�rstehern, wobei die Westler den K�rzeren zogen und am n�chsten Tag in einer angeschlossenen Gr�nfl�che aufwachten. Dies wurde zur Anzeige gebracht, und seit dem ist der Club dicht.

Ein Freund, der schon seit einigen Jahren hier lebt, berichtet von einer zunehmenden Gewaltbereitschaft in Kneipen in dieser Gegend. Wer beim Ausgehen seine Ruhe will, meidet diese Ecke lieber, und zahlt anderswo einfach mehr f�r seine Getr�nke. Auch am Chaoyang Park Westeingang, oder am s�dlichen Ende der Sanlitun Stra�e auf H�he der Kneipe “Bookworm” gibt es nette Kneipen, die etwas ruhiger sind. Oder man geht im Fr�hjahr und Sommer an den Houhai See, und geniest das Wetter draussen.

Leo.

Hatte ich doch noch erst vor ein paar Tagen von meinen neuen Fitnessstudio berichtet (da war ich allerdings schon 3 Wochen Mitglied, Blog wurde versp�tet gepostet), so hat mich gestern doch der Schreck gepackt. Ich wollte trainieren und wunderte mich schon �ber den Staub im Eingang und den L�rm. Als ich in den Eingansbereich kam, war das Studio dunkel, alle Schr�nke abgebaut, und eine einsame Dame sass an der Theke. Nein, trainieren k�nne ich nicht, meinte sie, das Studio sei zu! “Zu, geschlossen?” fragte ich erschrocken. Nein, meinte sie, man w�rde es anderswo wieder aufmachen. Ich atmete erleichtert auf, und wollte wissen, wo der neue Standort sei. Sie nannte mir eine Adresse, die ich nicht kannte. Ich wollte wissen, ob das in der N�he sei. “Nicht so ganz”, meinte sie. Ich holte meinen Stadtplan heraus, sie suchte ein wenig herum und zeigte dann auf einen Standort oberhalb des Olympiagel�ndes, in der N�he des 5ten Ringes. Das ist ungef�hr so weit weg, wie wenn man von Hamburg Jungfernstieg nach Hamburg Harburg umzieht.

Ich fasse es nicht, dieser Standortwechsel raubt denen doch sicher 98% der Kunden. Wer will schon so lange fahren? Ich verlangte mein Geld zur�ck, schliesslich hatte ich erst vor 3 Wochen den Vertrag abgeschlossen, und da hatte mir keiner was vom Umzug gesagt. Ausserdem, selbst wenn es Aush�nge gegeben h�tte, warum hat mich nicht einer mal angesprochen? Das ich keine Schriftzeichen lesen konnte war denen bekannt, schliesslich hatten wir extra einen englischen Zusatz zum Vertrag aufgesetzt.

Naja, prinzipiell wollte man mir das Geld zuru�ckgeben, aber leider kann es nur die Zentrale auszahlen, welche wiederum im Westen von Beijing ist. Und meine Sportklamotten, welche ich in einem angemieteten Fach hatte, waren mitsamt der F�cher auch abtransportiert worden. Aktueller Standort unbekannt.

Leicht resigniert, mit einer Telefonnummer in der Hand, verlie� ich das Studio. Aber so ist das wohl hier. Und anscheinend habe ich mich schon mit China abgefunden. Denn eine der wichtigsten Regeln lautet: Wenn es so ist, dann ist es halt so – und Antworten gibt es nicht immer. Deshalb habe ich mich sogleich auf die Suche nach einem neuen Studio gemacht. Und morgen rufe ich die Zentrale an und k�mpfe um mein Geld.

Im nachhinein ist mir noch etwas eingefallen. Bereits einen Tag davor bin ich am Studio vorbeigefahren und habe Sportger�te auf der Strasse gesehen. Aber ich dachte, mein Studio bekommt neue Ger�te – dass es der Auszug war, wusste ich nicht. Sonst h�tte ich vielleicht meine Sachen noch abholen k�nnen. Aber hinterher ist man immer kl�ger.

Leo.

�Frauen mu�t du in China was bieten�, meint Lu Liu, �die wollen einen Mann, der erfolgreich ist, eine eigene Wohnung hat und ein Auto.� Ja, ein Wohnung sei wichtig, aber toll sei auch ein, Auto, das hilft�, sagt er. �Aber Liu, in Peking braucht man doch kein Auto, man kann doch mit Bus�und Bahn oder auch Taxi �berall hinkommen�, argumentiere ich. �Du musst das Auto ja auch nicht fahren, du musst es nur haben, das ist wichtig�.

Naja, denke ich, so anders ist es ja in Deutschland ja auch nicht mit den Autos.

Leo.

Das M�del hat zur�ck geschrieben, und von da an haben sie sich regelm�ssig Emails, Nachrichten �ber Skype oder angeblich 1500 SMS in 30 Tagen gesendet. Auf die Idee, mal mit ihr auszugehen, kam er nicht. Allerdings war die Beziehung f�r ihn schon so weit fortgeschritten, dass er sie mir gegen�ber als seine Freundin bezeichnete. Als ich ihn ein paar Tage sp�ter zum Essen traf, hatte sie sich schon wieder von ihm getrennt. Nat�tlich per SMS. Lu Liu war sehr geknickt und meinte, dass liegt daran, dass er nicht sehr gut verdient und auch kein Auto hat.

Leo.

Nachdem mein bisheriges Studion ja nicht bereit war, mir einen Halbjahresvertrag anzubieten, habe ich mich auf die Suche nach einem neuen Studio gemacht. Dabei half mir der Umstand, dass ich in der N�he des Westeingangs des Chaoyang Parks schon einmal mit Kollegen Billiard spielen war. Der Billiardsaal hat mir so imponiert, da dieser total vollgequalmt war. Direkt daneben ging es in das Fitnessstudio, und da sich beide Lokalit�ten einen Vorsaal teilen, wehte einiger Zigarrettengestank in das Fitnessstudio her�ber. Sonst h�tte ich von au�en gar nicht gewu�t, dass es dort ein Studio gab.

Dort eingetroffen, war ich erst mal positiv �berrascht. Die Trainer�waren sehr nett, aber mit Englisch kam man nicht weit. Allerdings durfte ich gleich ein Probetraining machen. Das Studio ist spartanisch, aber zweckm��ig und mit neuen Ger�ten ausger�stet. Es gibt einen Raum zum gemeinsammen Radfahren (spinning), einen Tischtennisraum sowie ein verglasten Raum f�r Yoga und Tanzen. Wie in Deutschland gibt es eine kleine Ecke, in der die harten Jungs an Hanteln schwitzen. Allerdings ist mir kein Muskelpaket aufgefallen. Daf�r gibt es einen kleinen Bereich, in dem ein Boxsack h�ngt. Dort trainierte ein Chinese, den ich sp�ter Karate Kid taufte, mit sogenannten Chakos (2 Holzstangen, verbunden durch eine Kette) verschiedene Schlagtechniken. Danach machte er sich am Boxsack zu schaffen. Daher auch der Namen Karate Kid. W�hrend er anfangs nur mit Ellenbogen und Knie auf den armen Sack einschlug, nahm er sp�ter ca. 5 Meter Anlauf und sprang mit Gebr�ll und gestrecktem Knie gegen den Sack. Nicht einmal, nicht f�nfmal, nein, mindestens 10 Minuten am St�ck. Das war ein L�rm. Allerdings sei das der Ausnahmefall, meinte der Trainer.

Das Studio hat mir sehr gut gefallen, und als mir der Trainer noch den Preis f�r 6 Monate nannte, habe ich sofort unterschrieben: 644 RMB f�r 6 Monate, so viel kostete bei meinem alten Studio der Monatsbeitrag. Und falls ich nicht dauernd meine Sportsachen mitschleppen will, so kann ich mir auch noch ein Schrankfach zur Aufbewahrung mieten: 68 RMB f�r 3 Monate.

Leo.

Aus dem Leben von Lu Liu gibt es in den kommenden Tage etwas, nun mal ein Blick auf die Freizeitgestaltung als Westler in Beijing.

Peking ist ja bekannterma�en eine gro�e Stadt. Um da den �berblick zu behalten, welche Ausstellung man besichtigen kann, wann und wo welche Bands spielen, welches Restaurant neu er�ffnet hat oder welche Party man nicht verpassen sollte � daf�r gibt es 5 bis 7 englischsprachige, kostenlose Magazine. Diese sich speziell an Ausl�nder gerichtete Hefte erscheinen im 2 Wochen- oder Monatsrhythmus und versuchen, m�glichst viele Leute zu den Veranstaltungen zu locken. Obwohl eigentlich ein Heft reichen w�rde, und die Themen und Termine meist deckungsgleich sind, versuche ich dennoch, immer alle Ausgabe zu durchbl�ttern. Hier mein Kurztest:

-�That�s Beijing, ca. 110 Seiten, mit teilweise l�ngeren Berichten �ber Gesellschaft oder das Leben in Peking. Mode, Einkaufen und Essen kommen auch nicht zu kurz, allerdings liegt darauf nicht das Hauptaugenmerk. Der Veranstaltungskalender ist gering, daf�r gibt es einen langen Adressbereich f�r Restaurante

-�The Beijinger, ca. 130 Seiten, mit einem l�ngeren Kunstbereich sowie einem ebenfalls sehr langen Restaurantverzeichnis. Gut gef�llt mir immer die Seite, auf denen Leute auf der Stra�e fotografiert werden und zu ihrem Kleidungsstil Fragen beantworten. Die fotografierten Chinesen sind alle ganz sch�n hip, frage mich, ob man das in Europa auch tr�gt

-�Agenda, ca. 70 Seiten, kommt im praktischen A5 Format und in kleinerer Schrift. Teilt sich in die Bereiche Restaurant, Nachtleben, Shopping, Gesundheit sowie einen Veranstaltungskalender. Hat wenig Extrathemen oder l�ngere Artikel. Enth�lt 2 Seiten Sprachtraining, wobei sich der Inhalt und Vokabeln nicht �ndern. Erscheint alle 2 Wochen.

City Weekend, ca. 80 Seiten, die Bild unter den Veranstaltungsmagazinen. Mehr Bilder und gr��ere Buchstabe, die Artikel nicht l�nger als 3 Minuten Lesezeit. Erscheint alle 2 Wochen.

BTM Beijing, 60 Seiten, Berichten und Interviews, weniger Werbung und kaum Werbeanzeigen, sehr wenige Veranstaltungstipps

Time out Beijing, mein Liebling, 80 Seiten, teilweise interessante, etwas zu kurze Berichte, kompakte Veranstaltungs�bersicht und Infos, die kein anderes Magazin bringt

Urbune, 80 Seiten, keine Veranstaltungstipps, daf�r aber ein Magazin f�r ganz China und mit den interessantesten Artikeln. Ausf�hrlich wird u.a. die Auswirkung der schlechten Luft ubd pers�nliche Gegenma�nahmen besprochen, oder es wird �ber den Verkehr in 2020 diskutiert. Kurzweilig und interessant.

Fast allen Magazinen ist gemein, dass viele �berteuerte Mietangebote sowie teure Reisen angeboten werden. Also nicht immer beim erstbesten Angebot zuschlagen.

Leo.

Er hat da eine kennengelernt, eine Bekannte der Frau seines Kollegen. Sieht ganz nett aus, und wohl auch ohne Freund. Sie waren mit anderen Kollegen und ihr essen. Aber an dem Abend war er viel zu sch�chtern, mit ihr zu reden, obwohl zwischen ihr und ihm nur ein anderer Kollege sa�. Und anstatt dann in den kommenden Tagen den Kollegen etwas �ber sie ausfragen, ggf. nach ihrer Nummer fragen oder rauszufinden, wo man sie �zuf�llig� mal treffen kann � nein, nix davon, dann h�tte der Kollege ja mitbekommen, dass�er das M�dchen gut findet.Lu Liu ging dann lieber ins Internet, auf eine chinesische Facebook-Variante, und hat sich durch die Profile aller Freunde geklickt � bis er das M�del bei einem als Kontakt gefunden hat und sie angeschrieben hat.�Vielleicht ist Lu Liu ja auch sch�chtern, allerdings habe ich schon �fters von diesem sehr indirekten Vorgehen geh�rt.

Leo.�

Freundschaften schlie�en mit Chinesen ist nicht leicht. Ich muss ehrlich sagen, dass dies eine der Dinge ist, die mir hier fehlen. Tiefgreifende Gespr�che. Das liegt aber meines Erachtens daran, dass das Leben so unterschiedlich ist. Vor allem die Erwartungen, die die Familie an den einzeln hat, erzeugt Probleme, die wir Westler nur sehr schwer nachvollziehen k�nnen. Und auch die L�sungen, die wir dann w�hlen w�rden, passen so gar nicht in den chinesischen Weg.

Und doch bin ich manchmal �berrascht, was mir chinesische Bekannte so alles von ihren Sorgen erz�hlen. Allerdings kommt es dann nicht zur Analyse der Probleme, sie wollen es einfach nur erz�hlen � aber nicht dar�ber reden, Antworten meinerseits sind nicht zwingend erw�nscht. Ich habe mir �berlegt, dass sie in ihrem Bekanntenkreis nicht so dar�ber reden k�nnen, denn insbesondere M�nner zeigen ja kaum Gef�hle.

Die Probleme, die mein chinsischer Bekannter mir neulicch erz�hlt hat, sind vom Prinzip her erst mal so, wie man sie im Westen auch kennt: Frauen, berufliche Karriere, eigenst�ndies Leben. Ich will in den kommenden Tagen dar�ber etwas berichten.

Leo.

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