… ist in China wohl inzwischen gesperrt. Seit einiger Zeit ist die Suchmaschine nur schwer oder gar nicht erreichbar, Google Services wie Gmail, Bildersuche, Google+, Picasa, Google Maps, Google Translate, dummerweise auch der Google Play Store sind ebenfalls nicht aufrufbar. Youtube ist ja schon seit einigen Jahren gesperrt. Erreichbar ist einzig die Seite Google.cn, die aber den Nutzer dann auf die Hongkonger Version der Suchmaschine umleitet – die dann wiederum gesperrt ist.

Die Sperren begannen bereits im Juni, zum 25. Jahrestag des Tiananmen-Massakers (Platz des Himmlischen Friedens), es kann aber durchaus sein, dass die Fortf�hrung der Sperren etwas mit der Verschl�sselung der Suchen aus China seit Anfang des Jahres zu tun hat.

Falls in dem obigen Text einige “R”s fehlen, liegt dies nicht an einer Sperre sondern an der defekten Tastatur meines Laptops.

 

Der Pulverdampf hat sich gelegt, Google und die chinesische Regierung haben sich wohl auf einen Waffenstillstand verst�ndigt, bei dem beide Seiten das Gesicht wahren k�nnen.

Google hatte Anfang des Jahres angek�ndigt, in China nicht mehr zu zensieren. Es war viel �ber die Beweggr�nde spekuliert worden. Die Herkunft des Google-Mitbegr�nders, ein Ausweg aus einem erfolglosen Markt oder doch ein echtes Aufbegehren gegen Internetzensur und gegen den entdeckten Angriff auf Google-Konten, der anscheinend von China ausging (Beweise gibt es daf�r wohl noch nicht so richtig).
In der chinesischen Presse war die Ank�ndigung nach einigem Z�gern weitgehend als Aktion kritisiert worden, hinter der die US-Regierung stehe.
Google hatte danach einen halben R�ckzieher gemacht, indem die Suche von google.cn einfach auf die Hongkonger Webseite umgeleitet wurde, die nicht durch Google selbst zensiert wird – jedoch von der chinesischen Zensurbeh�rde.
So ausgetrickst zu werden hat der chinesischen Regierung nat�rlich gar nicht gefallen. Als die j�hrliche Lizenzverl�ngerung anstand wurde Google bedeutet, dass eine automatische Weiterleitung nicht akzeptiert werden w�rde. Die ICP-Lizenz (Online Lizenz, die jede Webseite in China haben muss, um legal betrieben zu werden) war in Gefahr.
Google hat danach immerhin die Webseite von google.cn so ge�ndert, dass der Benutzer nicht mehr automatisch auf die Hongkonger Seite weitergeleitet wird. Wer jetzt auf die Google-Suche will muss aktiv auf einen Link klicken. Das hat die chinesische Regierung trotz vieler Unkenrufe von Experten wohl akzeptiert.
Wie ist dieser Kompromiss zu bewerten?
Erst mal hat Google einen Markt nicht verlassen, auf dem das Unternehmen durchaus erfolgreich war. Baidu ist zwar Marktf�hrer, wenn man allerdings bedenkt mit welchen Hindernissen Google konfrontiert war, kann man den Marktanteil von mehr als 30% durchaus als Erfolg bewerten.
Unter anderem gab es immer wieder Blockaden durch die chinesischen Zensurbeh�rden. Des weiteren hatte Google jahrelang den Nachteil, dass es eine Musiksuche �hnlich wie die beliebte mp3-Suche von Baidu, nicht anbieten konnte – dies h�tte wohl sofort eine Menge Klagen in den USA zur Folge gehabt.
Es gab sogar 2002 und 2008 Berichte, wonach Google.cn von den chinesischen Zensurbeh�rden auf den Konkurrenten baidu.com weitergeleitet wurde.
Die chinesische Regierung hat ihr Gesicht ebenfalls gewahrt und kann durch die Blockade einiger Google-Dienste immerhin immer wieder Nadelstiche setzen, um zu beweisen, dass die jetzige L�sung vom Goodwill der chinesischen Regierung abh�ngig ist.
Google hat mit der Aktion zwar etwas Marktanteil verloren, immerhin als gro�es Unternehmen ein Ausrufezeichen gegen Internetzensur gesetzt und dabei den gr��ten Wachstumsmarkt im Internet riskiert.
Auf das n�chste Kapitel in dem Streit kann man gespannt sein.

Die Ger�chtek�che brodelt schon seit einigen Tagen, konkret schein es aber nicht zu sein.

Kurz nach Googles Weggang plant angeblich Facebook den Einstieg nach China. Diese Nachricht hat jetzt auch den Einzug in die chinesischen Printmedien gehalten. Laut Larry Yu, dem Spracher von Facebook, beobachtet Facebook jedoch den Markt nur wie viele andere, hat jedoch keine konkreten Pl�ne. Nach Googles Ausstieg ist es PR-technisch auch nicht unbedingt der beste Zeitpunkt nach China zu gehen.

Heute hat die Meldung Aufsehen erregt, Google wolle sein Engagement in China �berdenken. Google begr�ndet dies mit der Zensur und Hackerangriffen aus China, die zum Ziel hatten, Email-Accounts von Dissidenten auszusp�hen und geistiges Eigentum von Unternehmen zu stehlen.

Auf http://googleblog.blogspot.com/2010/01/new-approach-to-china.html sagt Google jedoch erstmal nur, dass sie ihre Suchergebnisse nicht mehr zensieren wollen. Sie werden mit den Beh�rden verhandeln und pr�fen ob es m�glich ist, eine unzensierte Version von Google in Chin zu betreiben.Nach einer Meldung von chip.de hat Google bereits angefangen, nicht zensierte Suchergebnisse in China auszuliefern.

Auswirkungen auf Google

Kritische Stimmen behaupten zwar, Google w�rde dieser Schritt nicht sehr weh tun, da das Chinagesch�ft nur 1% seines Gesamtumsatzes ausmache, allerdings hat Google in den letzten Jahren den Abstand zum lokalen Konkurrenten Baidu verk�rzen k�nnen und w�rde im Extremfall auf den gr��ten Internetmarkt der Welt verzichten. Ausl�ndische Unternehmen haben es in China durchweg schwerer als chinesische. Chinesische Unternehmen haben bessere Beziehungen zu Beh�rden (und Gerichten), weniger b�rokratische H�rden zu �berwinden bzw. sind diese H�rden und die Kooperation mit den Beh�rden gewohnt. Ausl�ndische Unternehme k�nnen auch nur mit Hilfe eines lokalen Partners an eine Internet Content Provider Lizenz gelangen, um �berhaupt kommerziell im chinesischen Internet t�tig werden zu k�nnen.
Des weiteren k�nnen chinesischen Unternehmen problemloser im Internet kopieren und Dienste anbieten, die f�r ausl�ndische Firmen tabu sind (Onlinespiele, MP3-Downloads usw).

Angesichts dieser Umst�nde kann man Google China schon als Erfolgsstory sehen, auch wenn man bedenkt, dass Google erst 2006 nach China gegangen ist.

Auswirkungen auf China?

Die Auswirkungen auf das Internet in China sind noch schwer abzusehen, es kommt wohl vor allem darauf an, welche Google-Dienste in Zukunft in China noch zur Verf�gung stehen. Falls nur die Suchmaschine gesperrt wird, werden sich die Konkurrenten freuen, sonst wird nicht viel passieren. Wenn aber andere Dienste (Google Mail, Google Docs usw.) ebenfalls gesperrt werden, m�ssen wohl an die 50 Millionen Internetnutzer, die diese Dienste nutzen, ihre Surfgewohnheiten �ndern.

Politisch wird sich wenig �ndern, die Zensurbeh�rden wohl kaum nachgeben und eine unzensierte Version von Google zulassen. Es wird allerdings auch Druck auf die chinesische Regierung geben und die Beziehungen zwischen China und den USA wird dieser Schritt von Google kurzfristig belasten.

Mein Fazit: Die Zensurbeh�rden werden kaum nachgeben, die lokale Konkurrenz wird sich freuen. Wenn Google hartn�ckig bleibt, wird wohl zumindest die Suchmaschine gesperrt.

Egal wie. Inspirierend ist dieser Schritt auf jeden Fall.

Inzwischen ist es ja keine Neuigkeit mehr – google hat in China so seine Probleme, und ist gesperrt, nur teilweise gesperrt, nicht gesperrt… je nach Gutd�nken der Beh�rden. Baidu wird sich freuen, Microsoft mit ihrer neuen Suchmaschine ebenso, und Google, das sich ja laut ihrem Motto vorgenommen hat, nichts B�ses zu tun, wird nat�rlich den Forderungen der chinesischen Zensurbeh�rden nachkommen, alle “b�sen” Internetinhalte aus seinen Suchergebnissen herauszufiltern, um weiterhin einen Teil des Kuchens von ca. 300 Millionen Internetnutzern abzubekommen. B�se Internetinhalte sind in China:

  • Alle Webseiten, die au�erhalb Chinas gehostet werden … also bitte nicht mehr nach au�en verlinken
  • Alles was mit Tiananmen zu tun hat, es sei denn, es sind Urlaubsbilder
  • Demokratie, Tibet, klar, das muss auch raus
  • Pornographie

Hier gehts zur dazugeh�rigen Diskussion auf http://forum.chinaseite.de:

http://forum.chinaseite.de/ftopic8603.html

Jetzt mal off-topic:

Im M�rz 2008 hat Google den Google Admanager eingef�hrt, dabei aber wohl einiges verschlafen.

Ich �berlege gerade… seit wann gibt es den Euro?

1. Januar 2002 als Festgeld, 1999 als Buchgeld. Ich habe im Internet noch eine Menge Skrips gefunden f�r Drop-Down Menus f�r W�hrungen, die noch DM und andere europ�ische W�hrungen enthielten. Der Google Entwickler f�r die Seite hat sich wohl bei so einem alten Skript bedient

Screenshot:

Google Admanager

Google Admanager