Jedes Jahr stellt der Berliner CDU-Abgeordnete Peter Trapp eine offizielle Anfrage beim Stadtsenat in Berlin. Es geht darum, wie oft Diplomaten in Berlin Verkehrsordnungswidrigkeiten begehen, ohne daf�r belangt zu werden. 8400 unbezahlte Strafzettel stehen auf der Liste, die der Senat herausgab. Dazu 55 Unf�lle von Diplomaten.� Und Diplomaten aus China haben sich hier offenbar nicht mit Ruhm bekleckert. China war neben Saudi-Arabien, Russland, �gypten, Libyen, Iran, Polen, Frankreich und Griechenland Spitzenreiter. Schade, dass der Senat keine detaillierte Statistik vorlegt, nach L�ndern geordnet.

Letztes Jahr wurde der koreanische Blogger Park Dae Sung unter dem Pseudonym “Minerva” zur Ber�hmtheit. Er hatte mehr als 100 Artikel zur koreanischen Wirtschaft auf seinem Blog ver�ffentlicht und einige richtige (aber auch einige falsche) Voraussagen getroffen. So sagte er z.B. die Abwertung des koreanische Won gegen�ber dem Dollar voraus sowie den Kollaps von “Lehman Brothers”.

Zum Verh�ngnis wurde ihm ein Beitrag, in dem er behauptete, die koreanische Regierung verbiete bestimmten Finanzinstitutionen und Handelsfirmen, US-Dollar zu kaufen.

Die Staatsanwaltschaft klagte ihn daraufhin wegen des Versto�es gegen das koreanische Kommunikationsgesetz an. Er habe bewusst Falschmeldungen verbreitet, der koreanischen Wirtschaft geschadet und Aktienkurse manipuliert.

Die Festnahme hatte in Korea zu Diskussionen um die Meinungsfreiheit gef�hrt.Der Staatsanwaltschaft wurde vorgeworfen, nur einen Regierungskritiker Mundtod machen zu wollen.

Jetzt wurde “Minerva” freigesprochen. Der Richter konnte nicht erkennen, wie der Blogger dem �ffentlichen Interesse geschadet habe.
Der Blog war in Korea sehr popul�r, hatte teilweise �ber 200.000 Besucher am Tag.
Jetzt kann sich Minerva also weiterhin zur koreanischen Wirtschaft auslassen und d�stere Untergangsszenarien verbreiten.

Mich hat es mal wieder mal f�r 3 Wochen nach Korea verschlagen, deshalb wird es in n�chster Zeit wieder einige Eintr�ge von mir �ber meine Eindr�cke aus Seoul geben.

S�dkorea ist nach den Philippinen, das asiatische Land mit dem h�chsten Bev�lkerungsanteil bekennender Christen. In Deutschland sieht man manchmal einen Zeugen Jehova still in einer Ecke stehen. In Korea sind christliche Missionare aggressiver, laufen mit Lautsprecher durch die Gegend. Auch die Botschaft erinnert eher an das Mittelalter. Der eifrige Missionar im folgenden Bild hat die christilche Botschaft wohl wirklich auf den Punkt gebracht:

Lord Jesus Heaven

No Jesus Hell

Korea - Christliche Mission
Korea – Christliche Mission

In China passieren im Gesch�ftsleben �fters Dinge die so in Deutschland undenkbar w�ren.

Ein� nat�rlich anonymer Bekannter eines anonymen Bekannten hat ein interessantes Problem: Er hatte schon l�nger mit seiner Buchhalterin Meinungsverschiedenheiten. Es ging um versp�tete Lohnzahlungen (wenn auch nur um einige Tage), eine Projektmanagerin, die eingestellt wurde und nebenbei pl�tzlich die Arbeit der Buchhalterin kontrollierte, auch um die Erledigung einer Arbeiten, die eher nicht in das Aufgabengebiet einer Buchhalterin fallen. Irgendwann kam es zum ultimativen Krach.

Normalerweise verschwinden nachtragende Angestellte ja eher mit den Firmenstempeln, die sich zwar aufw�ndig aber doch irgendwie ersetzen lassen.

Die chinesische Buchhalterin verschwand aber mit allen Unterlagen, die f�r die Bilanzpr�fung ben�tigt wurden: Rechnungen, Quittungen, Lohnabrechnungen, Schecks, Kontoausz�gen und sonstigen Unterlagen der Bank, sogar die Visitenkarten und Adresse der Steuerberatung lies sie mitgehen.

Der Chef, der nicht gut chinesisch kann, hatte also nicht einmal mehr Namen und Adresse der Steuerberatung des Unternehmens, das B�ro war leer ger�umt.

Die Buchhalterin ist k�rzlich umgezogen. Sie kommt nicht aus Peking, die Wohnung, die sie in Peking gekauft hatte, l�uft nicht auf ihren eigenen Namen. Niemand hat die geringste Ahnung wo sie ist.

Er hat eine neue Steuerberatung gesucht und wurde das erste mal seit er in China ist, wirklich in Versuchung gef�hrt: Der erste Vorschlag der neuen Steuerberatung war nicht etwa, die Buchhalterin zu finden oder f�r den Fall das sie nicht auffindbar sei, eine andere legale M�glichkeit zu suchen, sondern einfach eine kleine Wirtschaftspr�fung zu schmieren, die dann die Bilanzpr�fung ohne Unterlagen durchf�hrt.

Ich bin sehr gespannt wie die Geschichte ausgeht (er wird mich f�r den Blog auf dem laufenden halten). Erstmal wird die Suche nach der Buchhalterin fortgesetzt. Und nat�rlich die Steuerberatung nochmal gewechselt und wohl Gespr�che mit den Lokalen Steuerbeh�rden aufgenommen.

ist schon die H�lle los.�Am Morgen nach dem 11.11., nach zu vielen K�lsch am Vorabend, ist meine Lebensenergie noch nicht ganz da. Ich komme auf die verwegene Idee, zur Arbeit zu laufen. Wenn ich den Chaoyang Park durchlaufe, sch�tze ich den Fu�marsch auf 1 Stunde. Die k�hle Luft wird mich aufwecken.

Im Park angekommen, staune ich nicht schlecht. Zwar ist mir bewusst, dass die Chinesen Fr�haufsteher sind, aber hier ist mehr los als erwartet. Verschiede Gruppen laufen mit erhobenen Armen umher, die �ffentlichen Fitnessger�te sind besetzt, auf den Wegen spielen Leute Badminton. Die ganzen Tischtennisplatten sind besetzt, und ab und zu kommt einem einer der omin�sen R�ckw�rtsl�ufer entgegen. �berall an B�umen stehen alte Damen und Herren und dehnen sich, vereinzelt sieht man auch Schattenboxer. Ich sch�tze den Altersschnitt auf �ber 60, die Jungen sind wohl alle schon auf dem Weg zur Arbeit. Wohl ein Grund, warum viele von denen noch so relativ fit sind. So tief, wie manche da in die Knie gehen oder ihren K�rper dehnen, habe ich selbst als Kind nicht geschafft.

Auf dem Weg weiter Richtung Nordtor komme ich auch an einer bereits abgesperrten Fl�che vorbei. Die Werbetafeln verlauten, dass hier bis 2010 das gr��te Riesenrad der Welt gebaut werden soll. Eine Fahrt soll 30 Minuten dauern, und jede Kabine Platz f�r 40 Leute bieten. Dieses Projekt passt meines Erachtens gar nicht zu der morgendlichen Stille im Park, aber wieder ein Beispiel f�r die Gegens�tze dieser Stadt.

Leo.

Letzte Woche war ich in Trier, nat�rlich durfte dabei ein Besuch das Karl-Marx-Hauses nicht fehlen. Trier ist ganz gut� auf den Besuch aus China eingestellt. Neben dem Karl-Marx-Haus gibt es ein chinesisches Restaurant. Au�erdem wird in einem Gesch�ft um die Ecke ganz gro� auf chinesisch auf die M�glichkeit hingewiesen, steuerfrei einzukaufen. Logischerweise gibt es auch einen Audio-Guide auf chinesisch.� W�hrend unseres Rundgangs sind wir im Prinzip auch fast nur Chinesischen Touristen begegnet.

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Ich frage mich, ob es dazu Statistiken gibt. Viele koreanische Webseiten funktionieren mit Mozilla nicht. Manchmal sind es Javascript-Funktionen die nur mit IE fehlerfrei funktioneren, manchmal aber auch die Navigation die nur mit Internet Explorer geht. Nervig ist, dass ich dann auf IE ausweichen und somit auf die Mozilla-Plugins zur �bersetzung Koreanisch-Englisch verzichten muss.

Ich schreibe ja f�r ehemalige Angestellte und Praktikanten immer sehr ausf�hrliche Arbeitszeugnisse.

Heute habe ich das erste Mal eine R�ckfrage eines zuk�nftigen Arbeitgebers eines ehemaligen Praktikanten von mir erhalten. Die Anfrage kam aus den USA und ich musste mich wirklich anstrengen, einen “amerikanischen” Ton einzuschlagen, d.h. positiver und enthusiastischer zu schreiben als ich es auf Deutsch tun w�rde. Die Anfrage habe ich allerdings etwas formloser beantwortet und kein neues Zeugnis daraus gemacht.

Es kam nochmal rein, was er alles gemacht hat, wie gut er darin war, kurz die Charaktereigenschaften beschrieben, die meiner Meinung nach f�r die neue Stelle wichtig sind und dann noch klargestellt, warum ich denjenigen nach dem Praktikum nicht �bernommen habe.
Einen Zusatz konnte ich mir aber nicht verkneifen:

“Deutsche sind normalerweise formaler und wenn etwas bzw. jemand au�ergew�hnlich bzw. wirklich phantastisch war, sagen wir trotzdem nur: ‘Es war nicht schlecht’. Deshalb gebe ich positive Empfehlungen wie diese wirklich nicht leichtfertig ab, aber ….”

Erstmal klarmachen, ich komme aus Deutschland – mein Englisch ist zwar gut, aber man kann nie wissen, ob ein paar untypische Formulierungen dabei sind – und vielleicht war ich doch nicht enthusiastisch genug f�r unsere amerikanischen Freunde.

Aus einer Email, die ich neulich erhielt:

I recently made a purchase of the Apple iPhone from a company called XXXX. I paid for the phone via Western Union money transfer. After a couple of days I recieved an email stating that the phone was being held in The China Customs Warehouse. I paid, again via Western Union, the taxes to supposedly get the package released. Since the last payment, the company will not respond to my emails, they have not sent my goods & I am �307 out of pocket. Please can you help me. the other trading name of XXXX is YYY. … in Luohe. Henan Province. China.”

Leider ist die Masche weit verbreitet. Eine chinesische Firma bietet ein Produkt an, oft zum halben Preis. Der Service ist professionell und schnell, Kontakt per skype. Da wird nat�rlich jede Vorsicht �ber Bord geworfen. Zahlung dann per Western Union.� Das unversch�mteste an der Masche ist, dass der falsche chinesische Lieferant dann noch versucht einen Nachschlag zu erhalten, indem er die Sache mit dem Zoll erfindet. Danach bricht der Kontakt pl�tzlich ab, das Produkt und sein Geld sieht man nie wieder.

Ich kann nur jedem raten, der g�nstige Angebote von Markenprodukten aus China im Internet findet, vorsichtig zu sein oder� am besten die Finger davon zu lassen.

Ich habe mich ja schon einmal �ber die abnormalen Preise in Peking w�hrend Olympia ausgelassen. Dienstleistungen werden generell teurer, am heftigsten fallen aber die Mietpreise auf: F�r eher normale Wohnungen die man sich normalerweise f�r 500 Euro im Monat anmieten kann, zahlt man w�hrend Olympia oft das 10fache. Viele Ausl�nder (Englischlehrer, Freiberufler) ,die w�hrend Olympia wegen Visaproblemen China verlassen m�ssen profitieren ebenfalls: Sie vermieten ihre Wohnungen w�hrend Olympia und verdienen sich so im Prinzip den Aufenthalt in der Heimat.

Wegen der Unruhen in Tibet hat zwar das Interesse an Chinareisen etwas nachgelassen (Reiseb�ros berichten von einem R�ckgang von ca. 5% und vielen freien Zimmern in Hotels) und die neuen Visabestimmungen verlangen eine Buchungsbest�tigung eines Hotels, wahrscheinlich werden die meisten ihre Zimmer trotzdem vermieten k�nnen.

Der Trick um die Buchungsbest�tigung zu erhalten ist recht einfach: Viele Agenturen, die Zimmer vermieten, erhalten die Buchungsbest�tigung von kleineren Hotels gegen eine geringe Geb�hr. Kleine Hotels verdienen sich so ein Extra-Zubrot.

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