Da f�llt mir noch was zum Thema “Human Resource” ein. Ich habe meiner Buchhalterin auf chinesisch gesagt, sie k�nne fr�her gehen, es sei nichts mehr zu tun. Sie war ganz erschrocken und dachte, sie sei gefeuert. Da ich sonst eigentlich sehr umg�nglich bin, hat sie sicherheitshalber nochmal nachgefragt, weil sie so eine pl�tzliche “K�ndigung” von mir doch komisch fand.

W�re dumm gewesen, wenn sie einfach das B�ro verlassen h�tte und nicht mehr zur Arbeit erschienen w�re.

Auszug aus einer Antwort auf eine Stellenausschreibung, die ich letzte Woche Donnerstag erhalten habe:

“Unfortunatly, I can only start working on Monday. I first have to tell my boss, that I have found a better job”.

Ich mag ja kurzentschlossene, aber ich stelle mir gerade vor, dass ich die Frau einstelle und sie bei mir auch so kurzfristig k�ndigt. Einen Bekannten von mir hat es noch schlimmer erwischt: Ein Programmierer kam einfach nicht zur Arbeit und sagte nach einer Woche Bescheid, dass er einen anderen Job gefunden hatte.

Dieses “Job-hopping” ist in China ziemlich �blich, man muss sich vor allem als kleines Unternehmen einiges einfallen lassen, um gute Leute zu halten (in meinem Fall erstmal, um gute Leute zu bekommen).

Ich bin froh, dass in China jetzt die Feiertage anstehen, da kann ich in aller Ruhe jetzt wieder anstehende updates machen. Ein typo3-update steht auch noch aus.

Unternehmer, die nach China gehen und denken, sie k�nnten nur mit Schmiergeld weiterkommen, nerven. Ich habe heute den absoluten Prototypen eines Unternehmers kennengelernt, dem ich eigentlich nur raten kann, China so schnell wie m�glich zu verlassen. Es war sein erster Chinabesuch und er ist (so dr�ckte er sich aus) “auf wirklich alles vorbereitet”. Beraten lassen hat er sich vorher nicht – selbst ist der Mann und er hat deshalb lieber direkten Kontakt mit chinesischen Gesch�ftspartnern aufgenommen (vielleicht ist ja auch ein “gewisser Mister Wang” dabei 🙂

Wenn ich als Deutscher mit einer Firma in China verhandle ist der Tenor: “You are German – I can trust you”. Als Deutscher hat man immer noch einen sehr guten Ruf und wird automatisch mit Tugenden wie Zuverl�ssigkeit, Flei� und technische Kompetenz in Verbindung gebracht – das bringt auf jeden Fall auch Vorteile, wenn man etwas teurer ist.

Wenn das so weiter geht hei�t es in ein paar Jahren wohl eher “You are German? How much do you pay?”

Ist doch klar wenn ein chinesischer Gesch�ftsmann, “Berater”, Zollbeamter oder auch Politiker von dem deutschen Unternehmen X irgendwelche Zuwendungen bekommt (k�nnen auch teure Geschenke oder beim Zoll ein Anteil der Ladung sein), dass er es auch von anderen deutschen Unternehmen erwartet.

Ich kann zwar irgendwie verstehen, dass inkompetente Manager in China glauben, sich mit Zuwendungen (das wird dann meistens wohl �ber einen chinesische “Berater” abgewickelt, auf den dann die Verantwortung abgeschoben wird) das Leben erleichtern zu k�nnen, langfristig ist die Strategie extrem dumm, da man sich korrupte Beamte und Gesch�ftspartner quasi heranzuchtet und im Prinzip erpressbar wird.

Nat�rlich hat ein solches extrem egoistisches Verhalten auch Auswirkungen auf andere ausl�ndische Firmen, die es mit denselben Beamten und Gesch�ftspartnern zu tun bekommen.

Heute ist Mondfest in China. Ein Anlass f�r mich, heute keinen Termin bei einer chinesischen Firma zu vereinbaren. Mondkuchen (chin. ??/??, yu�b?ng) schmecken mir n�mlich �berhaupt nicht und die bekommt man heute andauernd angeboten. Meine Buchhalterin mag zum Gl�ck auch keine Mondkuchen, d.h. ich bleibe dieses Jahr hoffentlich davon verschont.

Er will dort die Sicherheitsstandards pers�nlich �berpr�fen, damit er auch pers�nlich f�r die Sicherheit der Produkte garantieren kann. Meiner Meinung nach nicht mehr als ein PR-Gag, die westlichen Hersteller sollten sich lieber mal darum bem�hen, weniger auf den Preis zu dr�cken und eine effektive Qualit�tskontrolle aufzubauen. Es ist doch klar, dass ein chinesischer Produzent, der andauernd unter Konkurrenz- und Preisdruck seiner Abnehmer steht, versucht, zu billiger (und damit meist schlechtere Qualit�t) zu produzieren.
Ein Deal muss f�r beide Seiten fair sein, f�r den chinesischen Lieferanten zumindest so fair, dass er es sich leisten kann, Qualit�tsstandards einzuhalten.

China wird jetzt im Prinzip die Schuld f�r die mangelnde Qualit�tskontrolle der westlichen Firmen in die Schuhe geschoben.

Wobei – ich finde es sehr manchmal sehr merkw�rdig, dass chinesische Vertreter vor allem die Sicherheit der G�ter betonen, die f�r den Export bestimmt sind, da in China oft f�r Exportg�ter und die G�ter f�r den Verkauf im Inland unterschiedliche Standards gelten.

Wenn ich eine Bewerbung f�r eine Stelle als Webdeveloper in Peking mal kurz zusammenfasse, sieht es so aus:

  • er sei technisch qualifiziert
  • habe einen Vollzeitjob aber sein Chef gebe ihm nicht genug zu tun – deshalb k�nne er auch noch Teilzeit f�r uns arbeiten
  • Arbeit sei also entweder von daheim oder von seinem B�ro m�glich
  • und nat�rlich bitte nicht seinem Chef bescheid sagen

Es ist doch �berraschend, wie klein die Welt derjenigen ist, die mit China zu tun haben und wie man sich wiedertrifft.

Neulich bekam ich wieder mal einen Anruf eines deutschen H�ndlers. Ein nettes Gespr�ch, er wollte Produkte in China einkaufen und von uns ein paar Adressen von Lieferanten. Als ihm klar wurde, dass ich mir die Adressen nicht mal kurz aus dem �rmel sch�tteln kann und das ganze Geld kostet, wollte er lieber selbst in die Hand nehmen. Ist ja klar, dass ich nicht gegen eine Provision nur im Erfolgsfall arbeiten kann.

Gestern hat mir ein Bekannter erz�hlt, dass derselbe H�ndler (der Name klang zumindest �hnlich) auch bei ihm angerufen hat – allerdings ging es diesesmal um eine Recherche, ob eine gewisse Firma, an die er einen Vorschu� gezahlt hatte, auch wirklich existiere. In dem Fall hat der H�ndler allerdings Gl�ck gehabt. Die Firma hatte ihren Sitz in Peking und sie gab es tats�chlich. Die Nachforschungen ergaben, dass die Probleme (nur eine kurze Lieferverz�gerung) nicht vorget�uscht waren.

Trotzdem fand ich es bemerkenswert, dass der H�ndler die erste Lieferung zu 100% im Vorraus bezahlt hatte.

Gestern habe ich genau zwei Fehler gemacht. Ich bin in ein Taxi gestiegen und ich bin im Taxi sitzen geblieben. Die Fahrt von Wudaokou zum World-Trade Center hat zwei Stunden gedauert – mit der U-Bahn sind es ca. 40 Minuten. Es war aber wieder eine gute Gelegenheit, den Egoismus, der auf den Stra�en herrscht, zu beobachten.

Kreuzung freimachen bei roter Ampel? Keine Spur davon, lieber blockiert man f�r ein paar gewonnene Meter auch den Verkehr, der dann von links und rechts kommt.
Fu�g�nger warten auch nicht auf Gr�n sondern auf die beste Gelegenheit, die Stra�e zu �berqueren.

Ich finde, es ist ein Wunder, dass am Bahn�bergang an der Wudaokou Subway Station (der �brigens von Hand betrieben wird) noch nichts passiert ist.

Man sollte sich vor billigen Schn�ppchen aus China h�ten – vor allem wenn das Schn�ppchen, in dem Fall eine Kamera nur 1/3 des normalen Kaufpreises kostet. Und was ich immer wieder betone – eine gut aufgemachte Webseite und ein “professioneller” Kundenservice per Email (oder wie in diesem Fall Skype) ist kein Beweis f�r Seriosit�t – h�chstens f�r Professionalit�t – und Betr�ger gehen inzwischen sehr professionell vor.

Ein Bekannter kam mit einem leider sehr g�ngigen Problem zu mir. Sein Gesch�ftspartner hat in China online eine Kamera bestellt – klar, bei einem Schn�ppchen (400 Euro anstatt 1200 Euro) muss man zuschlagen. Der Kontakt war schnell hergestellt, die Webseite sah seri�s aus, der H�ndler hatte auf seiner Webseite eine Addresse im World-Trade Center in Peking angegeben – renommierter gehts kaum. Die “Beratung” auf Skype war sehr seri�s – und die 400 Euro sehr schnell nach China �berwiesen.

Dann kam die Nachricht, die Kamera sei in China beim Zoll, man m�sste noch einmal 200 Euro Steuern zahlen, auf das gleiche Konto. Leider k�nne man keine Best�tigung senden, dass das Paket abgeschickt sei. Tracking Number? Die sei vom Zoll f�r ung�ltig erkl�rt worden.
Einen Freund vorbeischicken? Kein Problem, den w�rde man abholen und dann zur Firma bringen – nach Treffpunkt oder Telefonnummer wurde gar nicht mehr gefragt.

Es ist wohl �berfl�ssig zu sagen, dass die Firma nicht existiert, die Webseite hat inzwischen keine Adresse mehr angegeben. Das Geld kann sich der Schn�ppchenj�ger wohl abschminken.

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