Nur weil sie in China sind werfen ausl�ndische (und deutsche) Tochterunternehmen in China alles �ber Bord, was im Land ihres Mutterkonzerns an gesetzlichen Richtlinien f�r Email-Marketing gilt. Heute der neueste sehr interessante nicht bestellte Newsletter eines gro�en deutschen Reiseanbieters, www.***cn.

Hier mal die Top-3 der nervigsten Sachen

  • Klar ganz oben auf der Liste: Man gibt seine Visitenkarten bei networking Events gerne weiter – nach jedem Event ist man aber in mindestens einen neuen Email-Verteiler f�r nicht bestellte Newsletter eingetragen – wenn es schlimm kommt, werden es Werbe-SMS.
  • Irgendjemand schreibt eine Rundmail und kennt den Unterschied zwischen “CC” und “BCC” nicht – kurze Zeit sp�ter ist man ebenfalls in irgendwelchen Email-Verteilern von anderen Empf�ngern gelandet
  • “Pressemitteilungen” von Hinz und Kunz, am besten noch mit Anh�ngen, die mehrere Megabyte gro� sind

“Chicken without sexual life?”

Diese englische �bersetzung in einer chinesischsprachigen Speisekarte hat letzte Woche meine Sekret�rin entdeckt. Falls die �bersetzung wider Erwarten zutrifft kann ich nur sagen: das arme Huhn.

Mir soll keiner mehr sagen, man br�uchte f�r Webdesign f�r chinesische Kunden keine speziellen kulturellen Kenntnisse. Gestern Abend hatte ich ein kurzes Gespr�ch mit einem chinesischen Kunden der eine deutschsprachige Webseite wollte. Er hat mir ein paar Webseiten gezeigt, die ihm gefielen. Die Webseiten waren allesamt mit Text voll gestopft, �berall hat irgendetwas geblinkt und die Farbe Rosa (oder war es hellrot?) war auch irgendwie dabei – und das f�r eine seri�se Webseite einer Unternehmensberatung.

Wenn man f�r einen ausl�ndischen Kunden eine chinesische Webseite f�r den chinesischen Markt macht, soll man sich dar�ber im klaren sein, dass man westliche Designvorstellungen teilweise �ber Bord werfen und sich bei der Gestaltung nach dem chinesischen Geschmack richten muss.

Umgekehrt gilt das nat�rlich genauso. Ich habe dem Kunden einige englischsprachige Webseiten gezeigt, die allesamt einen sehr seri�sen Eindruck machten. Der chinesische Kunde fand sie alle viel zu simpel und hat die Vermutung ge�u�ert, die jeweiligen Firmen k�nnten sich vielleicht keinen richtigen Webmaster leisten.

Zwei Welten prallen aufeinander.

Wer f�r eine mittelst�ndische Firma als Freelancer arbeitet oder Dienstleistungen erbringt, sollte immer auch versuchen, mit dem Chef zu kommunizieren bzw. ihm klarzumachen, was man eigentlich alles leistet.

Es hat irgendwie keinen Sinn, wenn alle Angestellten, mit denen man zu tun hat, m�chten, dass man weiterarbeitet bzw. sehr zufrieden mit der geleisteten Arbeit sind, nur der Chef eben nicht, weil er z.B. n�chtliche Skype-Sitzungen am Wochenende oder Programmfehler, die man mitten in der Nacht noch schnell beseitigt hat, nicht mitbekommt. Also selbst bei Flatrates, d.h. Vertr�gen mit monatlicher Pauschale oder �hnlichem immer Zeitabrechnungen und Zwischenst�nde auch an den Chef weiterleiten.

Ich habe heute im chinesischen Restaurant die Rechnung �bernommen. Es war der letzte Tag in China eines Mitarbeiters und au�erdem war das Essen billig. Das habe ich auch auf chinesisch so gesagt. Die Sekret�rin hat es auf englisch �bersetzt – allerdings nur den ersten Teil. Das mit dem billigen Essen fehlte in der englischen Version.

Es scheint f�r manche gar nicht so leicht, Geld in China zu investieren. Wer eine Wholly Foreign Owned Enterprise in China gr�ndet, erh�lt nach Erledigung aller notwendigen Formalit�ten erstmal eine vorl�ufige Business Lizenz. Anschlie�end muss das Kapital der gegr�ndeten Firma nach China auf deren Bankkonto �berwiesen werden, und zwar von einem Bankkonto des Investors aus dem Ursprungsland des Investors auf ein Bankkonto des neu gegr�ndeten WFOE in China. Das ganze muss innerhalb einer bestimmten Frist (z.B. 3 Monate) ablaufen.

Geld ist Geld k�nnte man meinen, so leicht ist das in China nicht. Der ordnungsgem��e Eingang der Investition muss von einem Steuerberatungsb�ro best�tigt werden, der Vorgang dauert ca. 3 Tage, wenn das Steuerberatungsb�ro anschlie�end die Unterlagen online einreicht, ansonsten 5 Tage.
Mit der Best�tigung kann man dann seine endg�ltige Lizenz beantragen (das dauert h�chstens 5 Minuten).

Logischerweise sollte man nicht zuwenig �berweisen. Allerdings auch nicht zuviel – der Betrag darf 1% des Kapitals nicht �berschreiten.
Der Endbetrag muss in RMB stimmen, d.h. bei der �berweisung sollte man darauf achten, dass man selbst die Bankgeb�hren des Empf�ngers zahlt. Au�erdem sollte der EURO-RMB-Kurs richtig berechnet werden – wenn man nicht in RMB �berweist.

Was kann sonst noch bei �berweisungen in China schief gehen? Ach ja, das folgende ist mir tats�chlich passiert: Der Firmenname des Empf�ngers muss korrekt geschrieben werden – dass manchmal der vollst�ndige Name nicht in das Online-Banking-Formular passt, z�hlt nicht als Ausrede

Also beim Kapitaleingang muss alles doppelt und dreifach exakt ablaufen, sonst kann es gut passieren, dass man das Geld erstmal wieder zur�ck auf die Ursprungsbank �berweisen muss und der Vorgang wiederholt wird.

Ich hatte einem Autor einmal versprochen, eine Rezension �ber sein Buch auf meiner Webseite zu ver�ffentlichen. Ich habe sein Buch gelesen, das sich schon sehr konzeptionell von vielen Business-Knigges abhebt. Ich glaube es war in einem der letzten Kapitel, der Inhalt meines Aufsatzes f�ngt an, in mir zu wachsen …
Der Autor verwendet in seinem Buch kaum chinesische W�rter – um ehrlich zu sein, das einzige chinesische Wort, das mir aufgefallen ist, war das Wort”Guangxi”. Guangxi ist eine chinesische Provinz. Gemeint hat der Autor aber guanxi ( ??), was soviel hei�t wie “Beziehungen”.

Im Moment habe ich keine Lust mehr, eine Rezension zu schreiben, ich werde es aber noch nachholen, wenn ich mich erholt habe.

Ich spiele Schach, deshalb interessiert mich ein Artikel �ber eine L�nderwettkampf zwischen China und Gro�britannien nat�rlich schon.

Im Artikel auf Chessbase http://www.chessbase.de/nachrichten.asp?newsid=6945 �ber den L�nderwettkampf war sich der Autor wohl nicht so ganz sicher, was der Vor- und was der Familienname der chinesischen Spieler ist. Ich vermute mal, der Autor wollte sich irgendwie herauswinden (“Ich hab es doch einmal richtig gemacht”). Bei den Spielerinnen Hou Yifang und Ding Yixin wird die Reihenfolge der Namen sehr beliebig gehandhabt.

chinesische Namen

Immer mehr kleine und mittelst�ndische Unternehmen dr�ngt es nach China.

Oft bekomme ich auch Anfragen von Einzelpersonen, die nach chinesischen Lieferanten suchen und (nat�rlich kostenlos) einfach mal ein paar Adressen von potentiellen Lieferanten von mir wollen, keine Ahnung haben, dass bei der Auswahl eine Menge Arbeit dahintersteckt oder mir anbieten, zu 100% auf Provisionsbasis zu arbeiten. Jeder ist von seiner Idee �berzeugt und denkt, wenn ich mit ihm zusammenarbeite, w�rde ich zwangsl�ufig profitieren.

Meine Standardantwort auf Anfragen nach kostenlosem support ist im Prinzip eine Preisliste und ab und zu gebe ich noch Informationen �ber Portale wie Alibaba.com oder http://www.chinasuppliers.globalsources.com/SITE/top-china-suppliers.html.

Allerdings sollte man sich nichts vormachen, wenn man nach chinesischen Lieferanten nur im Internet sucht. Die Webseite von Unternehmen sagt nicht das geringste �ber die Qualit�t der Produkte aus, die man am Ende vom Unternehmen erh�lt.

Wie sieht es mit Online Portalen aus? Dort werden oft tausende von chinesischen Lieferanten f�r verschiedene Produkte aufgelistet. Es gibt verschiedene Account-Typen, die Vertrauen herstellen sollen.

Um “certified supplier” in einigen Online-Portalen zu werden, ben�tigt man meist nur eine Kopie der Business-Lizenz und Geld f�r den Jahresbeitrag. Das ist an sich noch kein Beweis, dass dieser Lieferant wirklich existiert. Okay, einige Portale bieten auch upgrade-accounts an, z.B. garantieren sie dann, dass der chinesischer Lieferant, der sich dort eingetragen hat, auch wirklich besucht wurde. So kann man als westlicher K�ufer schonmal einigerma�en sicher sein, dass der Lieferant existiert.

Aber im Prinzip muss man sich klarmachen, dass solche Online-Portale f�r suppliers Geld verdienen m�chten, d.h in erster Linie sind solche Accounts nat�rlich nur Marketing-Tools der Portale

Wie f�ngt man trotzdem klein an?

Wenn man nur eine Idee und kein Kapital hat, ist vieles Gl�cksache bzw. geht of zwangsl�ufig schief. Man versucht �berall zu sparen, macht die Recherche online und bestellt dann Produkte, ohne vorher die Firma besucht zu haben. Das Risiko in solchen F�llen ist nat�rlich extrem gro�.

Man wird, wenn man nur kleine Mengen bestellt, kaum die Aufmerksamkeit eines chinesische Lieferanten erhalten, sondern muss �ber Handelsh�user oder Zwischenh�ndler gehen. Und erstmal Proben erhalten? Auch daf�r muss bezahlt werden.

Qualit�tskontrolle

Im Prinzip gibt es 3 M�glichkeiten

1) Man beauftragt ein spezialisiertes Unternehmen mit der Qualit�tskontrolle
2) Jemand aus der eigenen Firma f�hrt die Qualit�tskontrolle durch
3) Man verl��t sich auf die Qualit�tskontrollen des Lieferanten und f�hrt keine eigene Qualit�tskontrolle durch

Von Punkt 3 ist nat�rlich abzuraten – es kommt aber vor allem immer wieder bei kleinen Bestellungen vor, dass keine Qualit�tskontrolle gemacht wird

Man sollte sich aber klarmachen, dass man als Importeur f�r die Produkte, die aus China kommen, haftet. D.h. selbst wenn man den Lieferanten gefunden hat, muss man eine effektive Qualit�tskontrolle etablieren – nicht nur f�r die erste Lieferung sondern auch f�r alle nachfolgenden Lieferungen.

Wie zahlt man?

Nat�rlich ist hier alles Verhandlungssache, welche Zahlungsart wird ausgemacht, wann wird bezahlt usw. Hier l��t sich �ber die Risiken ein ganzer Roman schreiben.

Eine typische Abwicklung w�re z.B. 30% Anzahlung und 70% nach Verschiffung des Produkts oder z.B. ca. 1/3 bei Vertragsabschluss, 1/3 nach Qualit�tskontrolle und Verschiffung, 1/3 nach Ankunft in Deutschland. Hier kann man viel verhandeln, je l�nger man Vertragspartner ist, desto eher sollte man die Zahlungsbedingungen zu seinen Gunsten �ndern (nicht umgekehrt).

Na das ist doch mal ne positive �berraschung (nach der Entt�uschung wegen Wikipedia):
http://www.technorati.com/ ist wieder aus China erreichbar. Jetzt habe ich wieder ein Spielzeug mehr im Internet.

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