Erlebnisse in China


Meine Buchhalterin scheint ja ein Wunder vollbracht zu haben. Bis jetzt kamen 3 Email-Nachfragen �ber das Reiseb�ro bei dem sie das Ticket nach Deutschland gekauft hat. Ich werde am Montag mal die Telefonnummer posten (und logischerweise die Mails beantworten).

Nachdem eine Woche vor den 1. Oktober- Feiertagen Flugtickets von Peking nach Frankfurt ca. 1500 Euro gekostet haben bin ich f�r Weihnachten auf Nummer Sicher gegangen: 320 Euro, Hin- und R�ckflug, nat�rlich + Steuern, ich tippe mal ca. 400 Euro am Ende.

Meine Buchhalterin war auch sehr erstaunt und hat sicherheitshalber 2 mal nachgefragt, ob der R�ckflug auch dabei ist.

Ich muss dringend Portugisisch lernen. Ich habe eine Anfrage aus Brasilien erhalten. In englischer Sprache aber eindeutig mit einem �bersetzungsprogramm �bersetzt. Der Sinn der Email ist entsprechend mehrdeutig. Es wird einige Zeit dauern, bis ich verstanden hab, um was es geht. In der Email waren auf jeden Fall viele Ausrufezeichen. Der Inhalt muss also sehr wichtig sein.

In Peking gibt es eine Menge Olympia-Countdowns. Einige davon sind Sekundengenau. Einige zeigen nur die Tage bis Olympia an. In der Wohneinheit in der ich wohne gibt es einen manuellen Countdown, direkt neben der Verwaltung. Jeden Morgen werden die Nummern von Hand ausgewechselt. Seit ein paar Tagen geht dieser manuelle Countdown allerdings falsch, um genau einen Tag. Anscheinend wurde das Austauschen der Nummern einmal vergessen.

Anscheinend ist ja das Formel 1 Rennen in Shanghai gef�hrdet, irgendein Sturm mit viel Regen. Regenwahrscheinlichkeit 80%. Ich finde, die Organisatoren sollten das Formel 1 Rennen nach Peking verlegen. Sch�nstes Wetter, beste Bedingungen und Werbung w�re nicht n�tig – die Pekinger Autofahrer sind sowieso seit jeher in bester Formel 1-Stimmung. Die R�nge w�hren bestimmt voll. Welcher Kurs? Beliebig. Irgendeine Ringstra�e, oder von mir aus 100 mal um die verbotene Stadt. Man k�nnte auch ein Jedermann-Rennen daraus machen, wobei ich mich wundere, ob so ein Rennen nicht sowieso jeden Tag heimlich auf Pekings Stra�en stattfindet. Nur mit zuviel Teilnehmnern, so dass das ganze doch eher einem Stau gleicht.

Teilnehmen sollte auf jeden Fall auch mein Taxifahrer von gestern Abend. Schumi & Co. h�tten gegen den nicht die geringste Chance, es sei denn er nimmt wieder dieselbe “Abk�rzung”.

Es ist schon bewundernswert, wie fit �ltere Menschen in China normalerweise noch sind. Ein ehemaliger Mitarbeiter, mit Sicherheit schon �ber 60, geht jeden Morgen in einem See schwimmen -sogar im Winter. D.h. vor allem im Winter muss er davor ein langes Aufw�rmprogramm absolvieren bevor er sich mit anderen ins kalte Wasser st�rzt. Er ist mit Sicherheit fitter als ich.

Viele Wohnbl�cke in China haben eigene Fitness-Anlagen im freien. Jeden morgen vor der Arbeit spielen sie Tischtennis, laufen machen Situps, Liegest�tze oder halten sich sonst irgendwie mit einem der Ger�te fit, die – das ist das Dumme an der Sache – auch direkt vor meiner Wohnung aufgestellt sind.

Normalerweise l�uft alles ganz ruhig ab, heute morgen um 6 Uhr, mitten im Regen pl�rrte pl�tzlich ein Lautsprecher direkt vor meiner Wohnung los. Eine Gruppe von Senioren �bte irgendeine Auff�hrung – mitten im Regen. An Schlaf war f�r ca. 2 Stunden nicht mehr zu denken.

Ich habe mich vorhin kurz bei einem Nachbarn, der dabei war, erkundigt. Es war zum Gl�ck eine einmalige Aktion.

Ich finde das Ph�nomen Fr�hsport irgendwie genial. In China trifft man sich einfach an irgendeinem Platz und legt los. In Deutschland geht man dazu in einen Verein und zahlt erstmal Mitgliedsbeitr�ge.

Heute hatte ich die Gelegenheit, den “Einsatz” der Pekinger Feuerwehr indirekt live zu erleben. Im Nachbargeb�ude hat anscheinend die Klimaanlage eine Menge Rauch produziert, was zum Einsatz der Feuerwehr gef�hrt hat. 3 L�schfahrzeuge sind anger�ckt, allerdings etwas sp�t und anscheinend wurden sie auch nicht ben�tigt, zumindest beschr�nkte sich der Einsatz auf pr�ventives rumsitzen und abwarten. Indirekt habe ich es erlebt, weil ich nur die Arbeiter im gegen�berliegenden Geb�ude beim zuschauen beobachten konnte.

War also (gl�cklicherweise) nichts mit Aufregung und Abwechslung. Ich werde jetzt mal schauen, ob wir auch gegen Feuersch�den irgendwie versichert sind.

Heute bin ich mal wieder Bus gefahren. Der Motor ging pl�tzlich aus und anscheinend war die einzige M�glichkeit, den Bus wieder zu starten, dass die Fahrg�ste den Bus anschieben. Die gaben sich anfangs recht unwillig, der Fahrer versicherte aber, dies k�me �fters vor und habe bisher immer geklappt. Alle haben sich erstmal unsicher angesehen, bis ich als einziger Ausl�nder eben mal mit dem Schieben angefangen habe. Das war dann doch zuviel. Die chinesischen Fahrg�ste halfen dann doch flei�ig einer nach dem anderen und die Fahrt konnte weitergehen.

Busfahrten in China sind schon manchmal etwas anders. Gut, den Bus musste ich bisher erst 3 mal anschieben helfen. Zwei mal in Peking, das war recht harmlos, das dritte mal in Tibet, ungef�hr einen halben Meter tief im Schlamm steckend. Das war weniger angenehm.

Auf viel befahrenen Strecken ist Bus fahren sehr stressig. Die Busse sind voll, man hat keinen Sitzplatz, der Busfahrer gibt immer zuviel Gas und bremst zu scharf, man wird oft hin und her gesch�ttelt (mal die Strecke von Wudaokou zum Sommerpalast probieren). Das Gejaule des Lautsprechers, der die Haltestellen ank�ndigt ist nervig. Die Schaffnerin, die die Fahrkarten im Bus verkauft und kontrolliert ist wirklich nicht um ihren Job zu beneiden.

China versucht derzeit alles, um zu beweisen, dass chinesische Produkte sicher sind. Firmen wie Wal-mart, Carrefour und Metro werden dazu als Zeuge herangezogen. 99% aller ihrer Produkte seien sicher. Bei Wal-mart sollen laut der Nachrichtenagentur xinhua sogar 100% aller Produkte sicher sein, die f�r den Export vorgesehen sind.

Ich frage mich, ob f�r die Produkte, die in China verkauft werden, die gleichen Qualit�tsanforderungen gestellt werden – falls mir das jemand von Carrefour versichern kann, schau ich demn�chst nochmal vorbei.

Meine letzten Produkte, die ich bei Carrefour gekauft habe, waren n�mlich leider nicht sicher – vor mir. Es handelte sich bei den “unsicheren” Produkten vor allem um westliche Kekse, Cornflakes und Kaffee. Carrefour hat freundlicherweise eine Ecke mit importierten Produkten. Ich erwarte n�chste Woche Besuch von einem Bekannten, der irgendwo in einer chinesischen Kleinstadt als Lehrer arbeitet, leider sind die “unsicheren” Produkte, die ich am Wochenende f�r in gekauft habe, mir zum Opfer gefallen. Jetzt muss ich nochmal einkaufen gehen.

Ich habe heut Peking danach durchsucht, wurde nicht f�ndig. Muss ich eben auf meinen n�chsten Deutschlandtrip warten – oder es in meine Liste f�r mein Care-Packet aus Deutschlanf aufnehmen, die immer l�nger wird:

1) Schokolade
2) Schokolade
3) Schokolade
4) Computerspiele
5) Lebkuchen
6) noch mehr Schokolade

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