Heute gab es schon wieder eine Anfrage. Ich soll schon wieder ein Buch schreiben. M�glichst schnell nat�rlich. Und logischerweise wieder mit Gewinnbeteiligung, ohne festes Honorar. Und wieder mal die Chinaseite als Grundlage. Der Verlag k�nnte auch einfach die Chinaeite kopieren und sie von einem “Experten” (er meinte wohl Praktikanten) �berarbeiten und in Buchform bringen lassen, wenn ich keine Zeit habe.

Ich habe wieder mal verzichtet.

Was macht man, wenn der Vermieter Steuern sparen will? Mein Vermieter ist wohl f�r die n�chsten Tage nicht gut auf mich zu sprechen, da ich auf eine Quitting f�r die Miete bestand.

Die Vorgeschichte:

Beim Einzug in die Wohnung hatten wir nat�rlich f�r die polizeiliche Anmeldung alles ordentlich abwickeln m�ssen, da der Vermieter mit zur Polizeistation gehen und die Bescheinigung vorweisen musste, dass er Steuern bezahlt hatte. Anschlie�end bekam ich meine Aufenthaltsgenehmigung (Temporary Residence Permit).

Die Verl�ngerungen der “Temporary Residence Permit” (???????) konnte ich dann immer ohne Vermieter machen.

Jetzt wurden anscheinend die Regeln bei der Beh�rde ge�ndert. Ich ben�tigte dieses mal f�r die Verl�ngerung der Aufenthaltsgenehmigung eine Best�tigung, dass ich auch wirklich in der Wohnung wohne (???) . Klar, dass das dem Vermieter nicht passt. F�r diese Best�tigung muss er bei der Verwaltung sowohl Mietvertrag als auch die Steuerbescheinigung vorlegen (ist wohl auch der eigentliche Sinn der neuen Regelung).

Das bedeutet, viele Vermieter, die bisher nur beim Einzug eines Mieters die Steuern bezahlt haben (es sind 5 Prozent) werden jetzt quasi dazu gezwungen, auch bei Vertragsverl�ngerungen Steuern auf die Mieteink�nfte zu zahlen, selbst wenn der Mieter keine offizielle Rechnung f�r die Miete ben�tigt.

P.S.: Die Miete kann man als Arbeitnehmer �brigens von der Steuer absetzen, also immer eine Quitting (?? = fa piao) verlangen.

Hier einige Sachen, die man beim Einzug in eine Wohnung beachten sollte:

  • Gef�lschter Mietvertrag. Dies ist ein beliebter Steuerspartrick. Man hat einen “normalen” Mietvertrag mit dem Vermieter und einen, der dann nur f�r die Abrechnung der Steuer verwendet wird. Der Mietvertrag f�r die Steuerbeh�rde ist nat�rlich so niedrig wie m�glich angesetzt. Auf so etwas sollte man sich auf keinen Fal einlassen.
  • Vor allem, wenn man in China arbeitet immer eine Quittung verlangen, da man die Miete von der Steuer absetzen kann
  • Den Mietvertrag immer genau durchlesen und sich daf�r auch Zeit einr�umen lassen. Wirklich jedes M�belst�ck in einer m�blilierten Wohnung �berpr�fen. Nicht aus H�flichkeit dem Vermieter zuviel Vertrauen schenken. Au�erdem sollte nat�rlich im Mietvertrag genau gekl�rt sein, wer welche laufenden Kosten bezahlt (Heizung, Wasser …).
  • Wer auf Internet angewiesen ist sollte vor dem Einzug schon �berpr�fen, welche Anschlu�m�glichkeiten es in der Wohnung gibt.
  • Sich eine Kopie des “Property certificate” geben lassen, also den Beweis, dass der Vermieter auch Eigent�mer der Wohnung ist.
  • Beim Auszug auf die R�ckzahlung der Kaution bestehen. Sp�testens beim Auszug muss man sich nicht mehr so um eine gute Beziehung zum Vermieter k�mmern. Auf keinen Fall einsch�chtern lassen wegen irgendwelcher angeblicher Reparaturen. Die sind in China extrem billig und meist nur vorgeschoben. Eine M�glichkeit ist, die Kaution “abzuwohnen”, d.h. einfach l�nger in der Wohnung zu bleiben. Fast alle Vermieter werden irgendwie versuchen, die Kaution einzubehalten.

Verdammt. Ich habe wohl in meinem Thunderbird einmal zuviel auf “als Spam markieren” geklickt. Ein Kunde will Werbung buchen und die Sache landet sofort im Papierkorb.

Das nennt mann dann wohl Kollateralschaden.

Der Thunderbird Spamfilter ist trotzdem eine nette Sache, einmal die Woche �berfliege ich kurz die Betreffs der ungelesenen Nachrichten und l�sche den Papierkorb dann.

Da f�llt mir noch was zum Thema “Human Resource” ein. Ich habe meiner Buchhalterin auf chinesisch gesagt, sie k�nne fr�her gehen, es sei nichts mehr zu tun. Sie war ganz erschrocken und dachte, sie sei gefeuert. Da ich sonst eigentlich sehr umg�nglich bin, hat sie sicherheitshalber nochmal nachgefragt, weil sie so eine pl�tzliche “K�ndigung” von mir doch komisch fand.

W�re dumm gewesen, wenn sie einfach das B�ro verlassen h�tte und nicht mehr zur Arbeit erschienen w�re.

Auszug aus einer Antwort auf eine Stellenausschreibung, die ich letzte Woche Donnerstag erhalten habe:

“Unfortunatly, I can only start working on Monday. I first have to tell my boss, that I have found a better job”.

Ich mag ja kurzentschlossene, aber ich stelle mir gerade vor, dass ich die Frau einstelle und sie bei mir auch so kurzfristig k�ndigt. Einen Bekannten von mir hat es noch schlimmer erwischt: Ein Programmierer kam einfach nicht zur Arbeit und sagte nach einer Woche Bescheid, dass er einen anderen Job gefunden hatte.

Dieses “Job-hopping” ist in China ziemlich �blich, man muss sich vor allem als kleines Unternehmen einiges einfallen lassen, um gute Leute zu halten (in meinem Fall erstmal, um gute Leute zu bekommen).

Ich bin froh, dass in China jetzt die Feiertage anstehen, da kann ich in aller Ruhe jetzt wieder anstehende updates machen. Ein typo3-update steht auch noch aus.

Unternehmer, die nach China gehen und denken, sie k�nnten nur mit Schmiergeld weiterkommen, nerven. Ich habe heute den absoluten Prototypen eines Unternehmers kennengelernt, dem ich eigentlich nur raten kann, China so schnell wie m�glich zu verlassen. Es war sein erster Chinabesuch und er ist (so dr�ckte er sich aus) “auf wirklich alles vorbereitet”. Beraten lassen hat er sich vorher nicht – selbst ist der Mann und er hat deshalb lieber direkten Kontakt mit chinesischen Gesch�ftspartnern aufgenommen (vielleicht ist ja auch ein “gewisser Mister Wang” dabei 🙂

Wenn ich als Deutscher mit einer Firma in China verhandle ist der Tenor: “You are German – I can trust you”. Als Deutscher hat man immer noch einen sehr guten Ruf und wird automatisch mit Tugenden wie Zuverl�ssigkeit, Flei� und technische Kompetenz in Verbindung gebracht – das bringt auf jeden Fall auch Vorteile, wenn man etwas teurer ist.

Wenn das so weiter geht hei�t es in ein paar Jahren wohl eher “You are German? How much do you pay?”

Ist doch klar wenn ein chinesischer Gesch�ftsmann, “Berater”, Zollbeamter oder auch Politiker von dem deutschen Unternehmen X irgendwelche Zuwendungen bekommt (k�nnen auch teure Geschenke oder beim Zoll ein Anteil der Ladung sein), dass er es auch von anderen deutschen Unternehmen erwartet.

Ich kann zwar irgendwie verstehen, dass inkompetente Manager in China glauben, sich mit Zuwendungen (das wird dann meistens wohl �ber einen chinesische “Berater” abgewickelt, auf den dann die Verantwortung abgeschoben wird) das Leben erleichtern zu k�nnen, langfristig ist die Strategie extrem dumm, da man sich korrupte Beamte und Gesch�ftspartner quasi heranzuchtet und im Prinzip erpressbar wird.

Nat�rlich hat ein solches extrem egoistisches Verhalten auch Auswirkungen auf andere ausl�ndische Firmen, die es mit denselben Beamten und Gesch�ftspartnern zu tun bekommen.

Heute ist Mondfest in China. Ein Anlass f�r mich, heute keinen Termin bei einer chinesischen Firma zu vereinbaren. Mondkuchen (chin. ??/??, yu�b?ng) schmecken mir n�mlich �berhaupt nicht und die bekommt man heute andauernd angeboten. Meine Buchhalterin mag zum Gl�ck auch keine Mondkuchen, d.h. ich bleibe dieses Jahr hoffentlich davon verschont.

Er will dort die Sicherheitsstandards pers�nlich �berpr�fen, damit er auch pers�nlich f�r die Sicherheit der Produkte garantieren kann. Meiner Meinung nach nicht mehr als ein PR-Gag, die westlichen Hersteller sollten sich lieber mal darum bem�hen, weniger auf den Preis zu dr�cken und eine effektive Qualit�tskontrolle aufzubauen. Es ist doch klar, dass ein chinesischer Produzent, der andauernd unter Konkurrenz- und Preisdruck seiner Abnehmer steht, versucht, zu billiger (und damit meist schlechtere Qualit�t) zu produzieren.
Ein Deal muss f�r beide Seiten fair sein, f�r den chinesischen Lieferanten zumindest so fair, dass er es sich leisten kann, Qualit�tsstandards einzuhalten.

China wird jetzt im Prinzip die Schuld f�r die mangelnde Qualit�tskontrolle der westlichen Firmen in die Schuhe geschoben.

Wobei – ich finde es sehr manchmal sehr merkw�rdig, dass chinesische Vertreter vor allem die Sicherheit der G�ter betonen, die f�r den Export bestimmt sind, da in China oft f�r Exportg�ter und die G�ter f�r den Verkauf im Inland unterschiedliche Standards gelten.

Wenn ich eine Bewerbung f�r eine Stelle als Webdeveloper in Peking mal kurz zusammenfasse, sieht es so aus:

  • er sei technisch qualifiziert
  • habe einen Vollzeitjob aber sein Chef gebe ihm nicht genug zu tun – deshalb k�nne er auch noch Teilzeit f�r uns arbeiten
  • Arbeit sei also entweder von daheim oder von seinem B�ro m�glich
  • und nat�rlich bitte nicht seinem Chef bescheid sagen

« Previous PageNext Page »