Es ist doch �berraschend, wie klein die Welt derjenigen ist, die mit China zu tun haben und wie man sich wiedertrifft.

Neulich bekam ich wieder mal einen Anruf eines deutschen H�ndlers. Ein nettes Gespr�ch, er wollte Produkte in China einkaufen und von uns ein paar Adressen von Lieferanten. Als ihm klar wurde, dass ich mir die Adressen nicht mal kurz aus dem �rmel sch�tteln kann und das ganze Geld kostet, wollte er lieber selbst in die Hand nehmen. Ist ja klar, dass ich nicht gegen eine Provision nur im Erfolgsfall arbeiten kann.

Gestern hat mir ein Bekannter erz�hlt, dass derselbe H�ndler (der Name klang zumindest �hnlich) auch bei ihm angerufen hat – allerdings ging es diesesmal um eine Recherche, ob eine gewisse Firma, an die er einen Vorschu� gezahlt hatte, auch wirklich existiere. In dem Fall hat der H�ndler allerdings Gl�ck gehabt. Die Firma hatte ihren Sitz in Peking und sie gab es tats�chlich. Die Nachforschungen ergaben, dass die Probleme (nur eine kurze Lieferverz�gerung) nicht vorget�uscht waren.

Trotzdem fand ich es bemerkenswert, dass der H�ndler die erste Lieferung zu 100% im Vorraus bezahlt hatte.

Gestern habe ich genau zwei Fehler gemacht. Ich bin in ein Taxi gestiegen und ich bin im Taxi sitzen geblieben. Die Fahrt von Wudaokou zum World-Trade Center hat zwei Stunden gedauert – mit der U-Bahn sind es ca. 40 Minuten. Es war aber wieder eine gute Gelegenheit, den Egoismus, der auf den Stra�en herrscht, zu beobachten.

Kreuzung freimachen bei roter Ampel? Keine Spur davon, lieber blockiert man f�r ein paar gewonnene Meter auch den Verkehr, der dann von links und rechts kommt.
Fu�g�nger warten auch nicht auf Gr�n sondern auf die beste Gelegenheit, die Stra�e zu �berqueren.

Ich finde, es ist ein Wunder, dass am Bahn�bergang an der Wudaokou Subway Station (der �brigens von Hand betrieben wird) noch nichts passiert ist.

Man sollte sich vor billigen Schn�ppchen aus China h�ten – vor allem wenn das Schn�ppchen, in dem Fall eine Kamera nur 1/3 des normalen Kaufpreises kostet. Und was ich immer wieder betone – eine gut aufgemachte Webseite und ein “professioneller” Kundenservice per Email (oder wie in diesem Fall Skype) ist kein Beweis f�r Seriosit�t – h�chstens f�r Professionalit�t – und Betr�ger gehen inzwischen sehr professionell vor.

Ein Bekannter kam mit einem leider sehr g�ngigen Problem zu mir. Sein Gesch�ftspartner hat in China online eine Kamera bestellt – klar, bei einem Schn�ppchen (400 Euro anstatt 1200 Euro) muss man zuschlagen. Der Kontakt war schnell hergestellt, die Webseite sah seri�s aus, der H�ndler hatte auf seiner Webseite eine Addresse im World-Trade Center in Peking angegeben – renommierter gehts kaum. Die “Beratung” auf Skype war sehr seri�s – und die 400 Euro sehr schnell nach China �berwiesen.

Dann kam die Nachricht, die Kamera sei in China beim Zoll, man m�sste noch einmal 200 Euro Steuern zahlen, auf das gleiche Konto. Leider k�nne man keine Best�tigung senden, dass das Paket abgeschickt sei. Tracking Number? Die sei vom Zoll f�r ung�ltig erkl�rt worden.
Einen Freund vorbeischicken? Kein Problem, den w�rde man abholen und dann zur Firma bringen – nach Treffpunkt oder Telefonnummer wurde gar nicht mehr gefragt.

Es ist wohl �berfl�ssig zu sagen, dass die Firma nicht existiert, die Webseite hat inzwischen keine Adresse mehr angegeben. Das Geld kann sich der Schn�ppchenj�ger wohl abschminken.

Nur weil sie in China sind werfen ausl�ndische (und deutsche) Tochterunternehmen in China alles �ber Bord, was im Land ihres Mutterkonzerns an gesetzlichen Richtlinien f�r Email-Marketing gilt. Heute der neueste sehr interessante nicht bestellte Newsletter eines gro�en deutschen Reiseanbieters, www.***cn.

Hier mal die Top-3 der nervigsten Sachen

  • Klar ganz oben auf der Liste: Man gibt seine Visitenkarten bei networking Events gerne weiter – nach jedem Event ist man aber in mindestens einen neuen Email-Verteiler f�r nicht bestellte Newsletter eingetragen – wenn es schlimm kommt, werden es Werbe-SMS.
  • Irgendjemand schreibt eine Rundmail und kennt den Unterschied zwischen “CC” und “BCC” nicht – kurze Zeit sp�ter ist man ebenfalls in irgendwelchen Email-Verteilern von anderen Empf�ngern gelandet
  • “Pressemitteilungen” von Hinz und Kunz, am besten noch mit Anh�ngen, die mehrere Megabyte gro� sind

“Chicken without sexual life?”

Diese englische �bersetzung in einer chinesischsprachigen Speisekarte hat letzte Woche meine Sekret�rin entdeckt. Falls die �bersetzung wider Erwarten zutrifft kann ich nur sagen: das arme Huhn.

Mir soll keiner mehr sagen, man br�uchte f�r Webdesign f�r chinesische Kunden keine speziellen kulturellen Kenntnisse. Gestern Abend hatte ich ein kurzes Gespr�ch mit einem chinesischen Kunden der eine deutschsprachige Webseite wollte. Er hat mir ein paar Webseiten gezeigt, die ihm gefielen. Die Webseiten waren allesamt mit Text voll gestopft, �berall hat irgendetwas geblinkt und die Farbe Rosa (oder war es hellrot?) war auch irgendwie dabei – und das f�r eine seri�se Webseite einer Unternehmensberatung.

Wenn man f�r einen ausl�ndischen Kunden eine chinesische Webseite f�r den chinesischen Markt macht, soll man sich dar�ber im klaren sein, dass man westliche Designvorstellungen teilweise �ber Bord werfen und sich bei der Gestaltung nach dem chinesischen Geschmack richten muss.

Umgekehrt gilt das nat�rlich genauso. Ich habe dem Kunden einige englischsprachige Webseiten gezeigt, die allesamt einen sehr seri�sen Eindruck machten. Der chinesische Kunde fand sie alle viel zu simpel und hat die Vermutung ge�u�ert, die jeweiligen Firmen k�nnten sich vielleicht keinen richtigen Webmaster leisten.

Zwei Welten prallen aufeinander.

Wer f�r eine mittelst�ndische Firma als Freelancer arbeitet oder Dienstleistungen erbringt, sollte immer auch versuchen, mit dem Chef zu kommunizieren bzw. ihm klarzumachen, was man eigentlich alles leistet.

Es hat irgendwie keinen Sinn, wenn alle Angestellten, mit denen man zu tun hat, m�chten, dass man weiterarbeitet bzw. sehr zufrieden mit der geleisteten Arbeit sind, nur der Chef eben nicht, weil er z.B. n�chtliche Skype-Sitzungen am Wochenende oder Programmfehler, die man mitten in der Nacht noch schnell beseitigt hat, nicht mitbekommt. Also selbst bei Flatrates, d.h. Vertr�gen mit monatlicher Pauschale oder �hnlichem immer Zeitabrechnungen und Zwischenst�nde auch an den Chef weiterleiten.

Ich habe heute im chinesischen Restaurant die Rechnung �bernommen. Es war der letzte Tag in China eines Mitarbeiters und au�erdem war das Essen billig. Das habe ich auch auf chinesisch so gesagt. Die Sekret�rin hat es auf englisch �bersetzt – allerdings nur den ersten Teil. Das mit dem billigen Essen fehlte in der englischen Version.

Es scheint f�r manche gar nicht so leicht, Geld in China zu investieren. Wer eine Wholly Foreign Owned Enterprise in China gr�ndet, erh�lt nach Erledigung aller notwendigen Formalit�ten erstmal eine vorl�ufige Business Lizenz. Anschlie�end muss das Kapital der gegr�ndeten Firma nach China auf deren Bankkonto �berwiesen werden, und zwar von einem Bankkonto des Investors aus dem Ursprungsland des Investors auf ein Bankkonto des neu gegr�ndeten WFOE in China. Das ganze muss innerhalb einer bestimmten Frist (z.B. 3 Monate) ablaufen.

Geld ist Geld k�nnte man meinen, so leicht ist das in China nicht. Der ordnungsgem��e Eingang der Investition muss von einem Steuerberatungsb�ro best�tigt werden, der Vorgang dauert ca. 3 Tage, wenn das Steuerberatungsb�ro anschlie�end die Unterlagen online einreicht, ansonsten 5 Tage.
Mit der Best�tigung kann man dann seine endg�ltige Lizenz beantragen (das dauert h�chstens 5 Minuten).

Logischerweise sollte man nicht zuwenig �berweisen. Allerdings auch nicht zuviel – der Betrag darf 1% des Kapitals nicht �berschreiten.
Der Endbetrag muss in RMB stimmen, d.h. bei der �berweisung sollte man darauf achten, dass man selbst die Bankgeb�hren des Empf�ngers zahlt. Au�erdem sollte der EURO-RMB-Kurs richtig berechnet werden – wenn man nicht in RMB �berweist.

Was kann sonst noch bei �berweisungen in China schief gehen? Ach ja, das folgende ist mir tats�chlich passiert: Der Firmenname des Empf�ngers muss korrekt geschrieben werden – dass manchmal der vollst�ndige Name nicht in das Online-Banking-Formular passt, z�hlt nicht als Ausrede

Also beim Kapitaleingang muss alles doppelt und dreifach exakt ablaufen, sonst kann es gut passieren, dass man das Geld erstmal wieder zur�ck auf die Ursprungsbank �berweisen muss und der Vorgang wiederholt wird.

Ich hatte einem Autor einmal versprochen, eine Rezension �ber sein Buch auf meiner Webseite zu ver�ffentlichen. Ich habe sein Buch gelesen, das sich schon sehr konzeptionell von vielen Business-Knigges abhebt. Ich glaube es war in einem der letzten Kapitel, der Inhalt meines Aufsatzes f�ngt an, in mir zu wachsen …
Der Autor verwendet in seinem Buch kaum chinesische W�rter – um ehrlich zu sein, das einzige chinesische Wort, das mir aufgefallen ist, war das Wort”Guangxi”. Guangxi ist eine chinesische Provinz. Gemeint hat der Autor aber guanxi ( ??), was soviel hei�t wie “Beziehungen”.

Im Moment habe ich keine Lust mehr, eine Rezension zu schreiben, ich werde es aber noch nachholen, wenn ich mich erholt habe.

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