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Heute hat mich ein Journalist kontaktiert, der einen alten Hut recherchiert. Ich sollte ihm sagen, ob meiner Meinung nach He Kexin (何可欣 ) währen der Olympischen Spiele schon startberechtigt war, oder nicht. Es gab ja Gerüchte, am Alter der Sportlerin, die  bei den Olympischen Sommerspielen 2008 die Goldmedaille im Einzel am Stufenbarren und Team-Gold gewonnen hatte, sei gedreht worden.

Vielleicht bereitet er ja einen Bericht “1 Jahre nach Olympia” vor oder etwas ähnliches. Egal. Das Thema soll er lieber selber recherchieren, ist ja eigentlich ein alter Hut, alles ist gesagt, er fand es skandalös, ich finde es einfach typisch und das Ergebnis der “Untersuchung” durch das IOC vorhersehbar.

Angeblich sollen ja auch 1/4 der chinesischen Sportler mit dem Alter tricksen, vor allem wenn es um Jugendwettbewerbe geht.

Wie auch immer, offiziell wurde He Kexin ja reingewaschen, da ihr Ausweis, der ihr ganz nagelneu 2008 ausgestellt worden war, ihren Geburtstag als 1. Januar 1992 angegeben hatte. Das war den olympischen Offiziellen genug, alle anderen Hinweise wurden anscheinend ignoriert, eine Zusammenfassung der Indizien, die gegen das Geburtsjahr 1992 sprechen, gibt es hier: Link.

Die Schlussfolgerung in dem verlinkten Artikel ist eigentlich auch sehr objektiv:

“Diese Indizien beweisen nicht, dass He oder chinesische Behörden lügen. Die sorgsam von Bloggern dokumentierten Screenshots der Tabellen von den Seiten des Sportministeriums belegen nur, dass es widersprüchliche Angaben zu Hes Alter gibt”.

Ansonsten: Selbst für chinesische Normalbürger ist es ein leichtes, ihren Geburtstag zu fälschen, falsche Geburtsurkunden zu bekommen usw., ich kenne mehrere Fälle in meinem chinesischen Bekanntenkreis, für einen chinesischen Sportverband wäre es wohl mit den nötigen guanxi noch leichter.

P.S.: Hätte nicht gedacht, dass ich noch einen Artikel in die “Olympia-Rubrik” schiebe.

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Nachdem die Visaregelungen nach den Olympischen Spielen wieder gelockert worden waren, werden sie jetzt laut einem Bericht der South China Morning Post vom 29. April im Vorfeld der 60-Jahr-Feierlichkeiten zur Gründung der VR China wohl wieder verschärft. Es trifft wieder die Business-Visa: Alle F-Visa, die ab dem 15. April genehmigt wurden, werden am 15. September ablaufen. Wie immer hatte die Sprecherin des Außenministeriums keine Ahnung von den neuen Regelungen.

Dies war auch die Sprachregelung vor der Olympiade. Es gäbe keine neuen Regelungen, nur bestehende Regelungen würden strikter umgesetzt. Genervt haben die Regelungen schon damals. Bin gespannt, wie schnell die lokalen Visaagenturen wieder Umwegen finden, bzw. wieviele Expats China während der Feierlichkeiten wieder verlassen müssen.

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Die Olympischen Spiele sind vorbei. Schade!!! Sie waren schon schön, sehr gut organisiert, und auch die einzelnen Veranstaltungsorte wie z.B. das „Birds Nest“ oder die Schwimmhalle waren sehr beeindruckend und wirklich perfekt gestaltet. Allerdings muss ich sagen, dass wenn man sich nicht direkt an den jeweiligen Austragungsorten (z.B. das komplette Olympia Grün oder am Worker Stadium oder Worker Gymnasium) befand, man auch nicht so viel vom Flair der Olympischen Spiele (das durchaus mit den Fans aller Nationalitäten vorhanden war) mitbekommen hat. Oder auch die großen Menschenmassen, die in Peking erwartet wurden, fand ich, sind gar nicht so aufgefallen. Ob das nun an der unwahrscheinlichen Größe von Peking liegt oder an der Tatsache, dass viele Menschen, wie u.a. die Wanderarbeiter sowie Ausländer für 2 oder mehr Monate Peking verlassen mußten, oder aber auch die Tatsache, dass viele Chinesen ohne Ticket oder triftigen Grund (z.B. Arbeit) erst gar nicht mehr nach Peking rein durften. Ich weiß es nicht! Jedenfalls hatte ich mit mehr Chaos gerechnet.

Und die Wettkämpfe und Zuschauer selbst? Ja… Ich hatte das Glück neben Handball, auch noch Boxen, Leichtathletik und Hockey anschauen zu dürfen. Dabei war definitiv Leichtathletik im „Birds Nest“ mit Abstand das Beste. Die Stimmung war super, das Stadion war gut gefüllt und wir hatten echt gute Plätze, vielleicht gerade mal 5 m von den Weitsprunggruben entfernt. Einfach der Hammer! Etwas enttäuschend hingegen war das Hockeyspiel (und damit meine ich nicht das Stadion). Erstes Spiel: China gegen Neuseeland mit wirklich gut gefüllten Rängen und vielen jubelnden Chinesen. Zweites Spiel: Auch wenn eine Stunde später, Deutschland gegen Spanien. Alle Ränge zum größten Teil leer, lediglich zwei wirklich kleine deutsche Fanblocks und ein paar Spanier. Auch wenn das Spiel schön anzusehen war, konnte von Stimmung keine große Rede mehr sein. Die Chinesen kommen wirklich nur für ihre Mannschaften und Sportler, die sie dann auch gewinnen wollen sehen.

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Am Dienstagabend bin ich nun zum ersten Mal bei einem Olympiaspiel live dabei gewesen. Handball im Olympia Sport Center, erst spielten Süd-Korea gegen Dänemark und später Deutschland gegen Neuseeland.

Eigentlich hatte ich mir mehr Stimmung auf dem Olympiagelände, wo sich u.a. auch das Olympia Sport Center befindet, erhofft. Leider waren nicht so viele Leute da, wie man es aus dem Fernsehen, wenn z.B. Schwimmen, Badminton oder Tischtennis stattfindet, gewohnt ist. Anscheinend ist für die Chinesen und vielleicht auch für andere Nationen, Handball doch wohl eher eine Randsportart. Ein bisschen Schade fand ich es schon, da doch gerade Handball ein sehr mitreißendes Spiel ist.

Na ja, jedenfalls haben wir und ein paar andere deutsche Fans unser Bestes gegeben, um unsere deutsche Handballmannschaft anzufeuern. Aber nicht nur wir, sondern auch einige in einem Einheitsdress gekleidete Chinesen mit gelb-orangen T-Shirts sowie abbeorderte Schulklassen in einem weiß-grünen Outfit (Diese sind mir besonders zum Ende des Spiels aufgefallen, da sie das Stadium verlassen mußten. Danach waren dann ganze Ränge leer.) versuchten ebenfalls die Stimmung anzuheizen und das Stadium nicht ganz so leer aussehen zu lassen. Es handelt sich dabei offensichtlich um Olympiafreiwillige, die neutral für alle Mannschaften, sprich für alle Seiten applaudieren.

Die Chinesen sind nun mal am Trickreichsten – neben Armani Uhren für 20 Euro gibt es nun auch noch Fans made in China.

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Beginnen wir heute mal mit dem alltäglichen Wahnsinn, 2 Tage vor Olympia, irgendwo in Beijing. Vor dem Haus der Firma, für die ich arbeite, gibt es einen grossen Parkplatz. Dieser ist umgeben von einer hohen Hecke. Eintritt zu diesem Platz hat man entweder über die offizielle Einfahrt neben dem Haupteingang zum Gebäude, oder durch ein kleines, vergittertes Gartentor. Das Gartentor, welches nur Radlern und Fussgängern Durchgang erlaubt, führt direkt auf den Haupteingang zu. Dieses wurde nun neulich, nach einer Vorankündigung des Hausmanagement, für die Zeit der olympischen Spiele bis zum 30.09.2008 verschlossen. Begründung wie immer: Zur Gewährleistung der allgemeinen Sicherheit. Was damit genau gemeint ist, sagt einem keiner. Der einzige vorstellbare Grund ist jedoch, dass man nun durch die offizielle Einfahrt gehen muss, und so zwangsläufig von den Wächtern gesehen wird. Ob diesen jedoch dadurch Unbefugten den Zutritt verweigern, halte ich für fast unmöglich, denn unsere Wächter zeichnen sich durch eine beeindruckende Lethargie und Interessenlosigkeit aus. Aber gegebenenfalls sind ja noch Kameras aufgestellt. Die Krönung des Sicherheitswahns war aber heute die Tatsache, dass auch die Nebenausgänge des Gebäudes verschlossen wurden. Um es anders zu formulieren: Die Jungs haben die Notausgänge dicht gemacht. Da es sich um von innen nicht verschließbare Türen handelt, da es ja Notausgänge sind, hat das Management kurzerhand mit Fahrrad- und Vorhängeschlössern die Dinger verschlossen. Will heißen, im Notfall, sagen wir mal Brand, gibt es nur noch die elektronisch gesteuerte Glastür zum verlassen des Gebäudes. Da fällt mir nur noch der alte Spruch ein: Mitgedacht und Spass gehabt.

Aber es gibt auch noch gute Nachrichten. Gestern startete eine neue Phase des Ticketverkaufes. Während in den Vortagen schon Telefonnummern gehandelt wurden, auf denen Volleyballtickets für 150 US Dollar verkauft wurden (Eröffnungsfeier angeblich das 40 fache), gibt es nun wieder offiziell Karten zu kaufen, zu den regulären Preis ab 5 US-Dollar. Interessant ist jedoch, dass diese immer wieder an andere Nationen verkauft werden. Während am Tag 1 bei Cosport sich der Verkauf explizit an fast alle Nationen richtete (allerdings nicht an Chinesen), durften jetzt am Tag 2 nur noch Bulgaren, Österreicher, Australier, Kanadier, US-Amerikaner sowie Bewohner der Slowakei Karten erweben. Umgeht man diese Vorgaben jedoch, darf man bei der Bestellung von Karten auch andere Nationen angeben. Lediglich die Schweizer haben Pech, diese sind im Auswahlformular vergessen worden, oder jemand rächt sich für die Schwarzgeldkonten. Auf jeden Fall konnte der Schweizer Kollege nicht bestellen – und so sprang ich mit der Kreditkarte ein. Am Ende des Raubzuges hatte das gesamte Büro 5 Leichtathletikarten, 6 x Handball, 8 x Hockey, 2 x Schwimmen und 2 x Volleyball ergattert. Die Spiele können also beginnen.

Liebe Grüße Leo

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Hallo ich bin Holly, ich lebe mit meinem Freund Leo schon seit über einem halben Jahr in Peking. In der nächsten Zeit werden wir Euch einiges über unser Leben hier in China, besonders während der Olympiade, und unsere bisher gemachten Erfahrungen in Peking erzählen.

Momentan stehen die Olympischen Spiele kurz vor der Tür. Peking erstrahlt für mich nun in einem ganz neuen Licht. Der Schutt der unzähligen Baustellen ist über Nacht verschwunden, stattdessen sind die U-Bahnstationen renoviert und auf Hochglanz geputzt, überall wo man hinschaut zieren Blumenornamente und Olympiafahnen die Straßen. Man kann sagen, Peking ertrinkt nahezu in einem Meer aus grünen Pflanzen, Blumen und Olympiafahnen. Das mit den versprochenen „Grünen Olympischen Spielen“ scheinen die Chinesen wirklich geschafft zu haben. Allerdings möchte ich allzu gern wissen, wieviel Liter Wasser Peking am Tag so zum Bewässern der Pflanzen braucht. Mir ist nämlich noch nicht aufgefallen, dass es hier besonders viel regnet.

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Ich habe mich ja schon einmal über die abnormalen Preise in Peking während Olympia ausgelassen. Dienstleistungen werden generell teurer, am heftigsten fallen aber die Mietpreise auf: Für eher normale Wohnungen die man sich normalerweise für 500 Euro im Monat anmieten kann, zahlt man während Olympia oft das 10fache. Viele Ausländer (Englischlehrer, Freiberufler) ,die während Olympia wegen Visaproblemen China verlassen müssen profitieren ebenfalls: Sie vermieten ihre Wohnungen während Olympia und verdienen sich so im Prinzip den Aufenthalt in der Heimat.

Wegen der Unruhen in Tibet hat zwar das Interesse an Chinareisen etwas nachgelassen (Reisebüros berichten von einem Rückgang von ca. 5% und vielen freien Zimmern in Hotels) und die neuen Visabestimmungen verlangen eine Buchungsbestätigung eines Hotels, wahrscheinlich werden die meisten ihre Zimmer trotzdem vermieten können.

Der Trick um die Buchungsbestätigung zu erhalten ist recht einfach: Viele Agenturen, die Zimmer vermieten, erhalten die Buchungsbestätigung von kleineren Hotels gegen eine geringe Gebühr. Kleine Hotels verdienen sich so ein Extra-Zubrot.

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Inzwischen gibt es weitere nervige Details was die Einreise nach China angeht.

Für Touristen sind neben den bisher üblichen Unterlagen für den Visumsantrag dazugekommen:

  • Flugticket
  • Buchungsbestätigung des Hotels (muss tatsächlich vom chinesischen Hotel kommen) bzw. bei Gruppenreisen eine Bestätigung des Reiseveranstalters
  • entgegen bisherigen Befürchtungen sind private Besuche von Verwandten weiterhin möglich. Allerdings benötigt man dann auch wieder einige zusätzliche Papiere von der Person, die man besuchen möchte (anscheinend eine Reisepasskopie und einen Nachweis über den rechtlichen Aufenthaltstatus in China – wohl eine Kopie des Visums bzw. der Aufenthaltsgenehmigung der Person, die man besuchen möchte). Wie das in der Praxis abläuft kann ich im Moment nicht sagen. Anscheinend ist eine Einladung von Freunden anscheinend nicht mehr möglich.
  • Des weiteren muss man beachten, dass wegen des Mehraufwands die Gebühren der Visaservices für China gestiegen sind

In letzter Zeit werde ich relativ oft wegen Visafragen angerufen. Dabei bieten wir keinen Visaservice an und ich gebe telefonisch besser auch keine Auskunft mehr über Visafragen, wer weiß, was sich noch kurzfristig ändert.

Aber klar, natürlich dienen all die Maßnahmen nur zu unserer Sicherheit. Und die neuesten Regelungen werden auch nur deshalb nicht rechtzeitig kommuniziert um mögliche Terroristen zu verwirren.

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Nach dem Desaster um die schlecht kommunizierten Änderungen der Visarelegungen für China (okay, wer erwartet von einem autoritären Regime schon Transparenz) und die daraus entstandenen Probleme für viele Unternehmer, Praktikanten und Touristen in China hat ein Bekannter ein neues persönliches Olympia-Motto.

Das Original-Motto heißt “One World – One Dream” – ” 同一个世界 同一个梦想. ”

Das neue Motto könnte lauten ” Two Worlds – One Nightmare “   两个世界一个噩梦”

Keine Ahnung, ob das Motto von ihm stammt, die Änderung ist aber wirklich eine Überlegung wert.

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Die deutsche Mannschaft hat ein Olympiaoutfit, das in der deutschen Presse vorgestellt wurde.

Ich finde das Outfit ja ziemlich altbacken, aber na gut … wem es gefällt.

In der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung wird das Outfit ebenfalls vorgestellt.

Auf der Rückseite eines Trainingsanzugs findet man die Schriftzeichen ” 德国 ” für “Deutschland.

Bei der Süddeutschen hatte man wohl gerade keinen Übersetzer zur Hand, deshalb hat man die Zeichen mal kurz mit

“Glück und Erfolg” übersetzt. Vielleicht dachte man auch, es versteht eh keiner.

Das Photo des Anzugs gibt es auf:

“http://www.sueddeutsche.de/sport/weitere/bildstrecke/743/172235/p0/?img=7.0″

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