Ich hatte gestern in Seoul ein Meeting. Heute kommt ein positiv klingendes Feedback: �My partner was very impressed by your presentation�.
Ich habe das mal so aufgefasst, dass ich gestern nur einen der beiden �berzeugt habe und stelle mich mal auf eine Absage ein.
Hier tritt wieder ein wichtiges Ph�nomen zutage, dass ich mir schon in China, noch extremer aber in Korea immer wieder in Erinnerung rufen muss: indirekte Kommunikation bzw. die Notwendigkeit die tiefere Bedeutung hinter einem Satz zu entdecken.
Das war in China schon anstrengend, ist in Korea aber noch viel extremer und auch zeitaufw�ndiger.
Es f�llt mir z.B. immer wieder auf, dass ich f�r Emails auf chinesisch bzw. an chinesische Gesch�ftspartner und Freunde noch mehr Zeit ben�tige als normal. Der Grund ist nicht nur die Sprache sondern einfach die Tatsache, dass ich viel vorsichtiger mit Formulierungen bin und entsprechend l�nger nachdenke, vor allem wenn ich Kritik �be oder eine Anfrage negativ beantworte.
Auch f�r die Vorbereitung von Meetings habe ich in China bei chinesischen Kunden viel l�nger gebraucht als bei westlichen.
Koreaner sind oft noch viel konservativer als ich es von China gew�hnt bin dementsprechend ist die Kommunikation in Korea meiner Meinung nach noch schwieriger als in China.
Vor allem wenn man noch nicht so lange im Land ist muss man sich viel mehr Gedanken machen und auch einfache Verhaltensweisen in Erinnerung rufen. Das sind teilweise nur Kleinigkeiten (z.B. sich Verbeugen, beim Ansto�en das Glas niedriger halten als der �ltere oder rangh�here Gegen�ber oder sich selbst nicht einschenken sondern immer dem anderen, der dann mein Glas f�llt), die im t�glichen Umgang trotzdem wichtig sind.
Bei den bisherigen Treffen in Korea hat sich wieder einmal best�tigt dass das einzelne Wort hier viel mehr auf die Goldwaage gelegt wird und man sich mehr darauf konzentrieren muss, herauszufinden, was hinter einer Bemerkung steckt. Vor allem muss man sich �berlegen, was der Gespr�chspartner eventuell hinter einer eigenen scheinbar harmlosen Bemerkung vermuten k�nnte.
Ich bin also mal gespannt, ob meine Einsch�tzung der Anfangs genannten Formulierung zutrifft.
Inzwischen gibt es weitere nervige Details was die Einreise nach China angeht.
F�r Touristen sind neben den bisher �blichen Unterlagen f�r den Visumsantrag dazugekommen:
- Flugticket
- Buchungsbest�tigung des Hotels (muss tats�chlich vom chinesischen Hotel kommen) bzw. bei Gruppenreisen eine Best�tigung des Reiseveranstalters
- entgegen bisherigen Bef�rchtungen sind private Besuche von Verwandten weiterhin m�glich. Allerdings ben�tigt man dann auch wieder einige zus�tzliche Papiere von der Person, die man besuchen m�chte (anscheinend eine Reisepasskopie und einen Nachweis �ber den rechtlichen Aufenthaltstatus in China – wohl eine Kopie des Visums bzw. der Aufenthaltsgenehmigung der Person, die man besuchen m�chte). Wie das in der Praxis abl�uft kann ich im Moment nicht sagen. Anscheinend ist eine Einladung von Freunden anscheinend nicht mehr m�glich.
- Des weiteren muss man beachten, dass wegen des Mehraufwands die Geb�hren der Visaservices f�r China gestiegen sind
In letzter Zeit werde ich relativ oft wegen Visafragen angerufen. Dabei bieten wir keinen Visaservice an und ich gebe telefonisch besser auch keine Auskunft mehr �ber Visafragen, wer wei�, was sich noch kurzfristig �ndert.
Aber klar, nat�rlich dienen all die Ma�nahmen nur zu unserer Sicherheit. Und die neuesten Regelungen werden auch nur deshalb nicht rechtzeitig kommuniziert um m�gliche Terroristen zu verwirren.
Nach dem Desaster um die schlecht kommunizierten �nderungen der Visarelegungen f�r China (okay, wer erwartet von einem autorit�ren Regime schon Transparenz) und die daraus entstandenen Probleme f�r viele Unternehmer, Praktikanten und Touristen in China hat ein Bekannter ein neues pers�nliches Olympia-Motto.
Das Original-Motto hei�t “One World – One Dream” – ” ????? ?????. ”
Das neue Motto k�nnte lauten ” Two Worlds – One Nightmare “�� ????????”
Keine Ahnung, ob das Motto von ihm stammt, die �nderung ist aber wirklich eine �berlegung wert.
Die deutsche Mannschaft hat ein Olympiaoutfit, das in der deutschen Presse vorgestellt wurde.
Ich finde das Outfit ja ziemlich altbacken, aber na gut … wem es gef�llt.
In der Online-Ausgabe der S�ddeutschen Zeitung wird das Outfit ebenfalls vorgestellt.
Auf der R�ckseite eines Trainingsanzugs findet man die Schriftzeichen ” ?? ” f�r “Deutschland.
Bei der S�ddeutschen hatte man wohl gerade keinen �bersetzer zur Hand, deshalb hat man die Zeichen mal kurz mit
“Gl�ck und Erfolg” �bersetzt. Vielleicht dachte man auch, es versteht eh keiner.
Das Photo des Anzugs gibt es auf:
“http://www.sueddeutsche.de/sport/weitere/bildstrecke/743/172235/p0/?img=7.0”