Erlebnisse in China


Viele Expats, die China verlassen, nehmen das kleine braune Buch gleich mit: Die Arbeitserlaubnis, die man ben�tigt, wenn man in China arbeiten m�chte und eine permanente Aufenthaltserlaubnis beantragen m�chte. Normalerweise ist man verpflichtet, diese Arbeitserlaubnis zur�ckzugeben.

Ca. 1 Jahr nach dem Verkauf meiner Firma in China muss der neue Chef seine Arbeitserlaubnis verl�ngern. Es hat sich herausgestellt, dass dies pl�tzlich nicht mehr m�glich ist, weil mein kleines braunes Buch (ich war ja Ex-Chef) noch nicht wieder zur�ckgegeben wurde. Zum Gl�ck war es schnell wieder auffindbar und wurde dann ordnungsgem�� zur�ckgegeben. Ich hatte schon� nicht mehr daran gedacht, an den steinigen Weg, es zu erhalten erinnere ich mich aber noch genau.

Ich werde immer wieder gefragt, wie man eigentlich seine Arbeitserlaubnis erh�lt. Viele Bekannte von mir fliegen mit einem Touristenvisum nach China, suchen sich dort einen Job und wundern sich, dass es Probleme gibt, selbst nach Ausstellung der Arbeitserlaubnis die Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten.

Fr�her gab es hier mehr “kreative” M�glichkeiten als heute, was vor allem mit den Olympischen Spielen zu tun hat, die dazu gef�hrt haben, dass viele Regeln strenger durchgesetzt wurden (und immer noch werden).

Grunds�tzlich muss man unterscheiden zwischen Arbeitserlaubnis und Aufenthaltsgenehmigung. Selbst wenn man eine Arbeitserlaubnis erh�lt bedeutet dies nicht automatisch, dass man seinen Aufenthaltsstatus �ndern kann. Fr�her war das relativ unproblematisch. Man konnte z.B. sein Touristenvisum in ein Business-Visum �ndern (innerhalb Chinas). Dann mit dem Business-Visum alle Formalit�ten erledigen und sein Arbeitsvisum erhalten. Sp�ter wurden dann schrittweise strengere Regeln durchgef�hrt. Eine �nderung von Touristen- auf Business-Visum war nicht mehr m�glich. Es gab allerdings immer noch Workarounds, in der Praxis haben die Visumsagenturen einfach in kleineren St�dten die Visa umgewandelt und wohl die Beamten geschmiert. Die n�chste �nderung, um diesem Treiben Einhalt zu gebieten: Das Business Visum musste pl�tzlich au�erhalb Chinas ausgestellt sein, um ein Arbeitsvisum zu erhalten, ich bin mir nicht sicher, ob dann auch ein Z-Visum Voraussetzung f�r ein Arbeitsvisum war.

Der normale Weg w�re sowieso der folgende:

  1. Antrag auf Ausstellung der Arbeitserlaubnis w�hren man in Deutschland ist
  2. Beantragung eines Z-Visums f�r 30 Tage g�ltig
  3. Einreise nach China
  4. Antrag auf Austellung der Aufenthaltserlaubnis in China innerhalb von 30 Tagen

Man ben�tigt insgesamt folgende Unterlagen f�r die Austellung der Aufenthaltserlaubnis

  • Reisepass (l�nger g�ltig als 6 Monate)
  • Gesundheitszeugnis
  • Visumantragsformular mit Photo
  • Arbeitserlaubnis (Original) vom Ministerium f�r Arbeit und soziale Sicherung der VR China. Diese wird normalerweise der Arbeitgeber bei den zust�ndigen Beh�rden beantragen und Ihnen f�r die Beantragung des Visums nach Deutschland senden

Neulich feierten wir den Geburtstag eines Freundes. Zwar war ein Gro�teil der G�ste Ausl�nder, dennoch hatte er beschlossen, den Tag �richtig chinesisch� zu feiern. Das bedeutete: nach dem Essen ging es zum Karaoke.
W�hrend des Essen began ich mich mit einem chinesischem Gast zu unterhalten. Schnell kamen wir auf das Thema Karaoke, und wie gro� der Spa� dabei sei. Ich meinte, dass ich selbst nicht besonders gut singe, aber das einige der weiblichen G�ste gute S�nger seien, auf die er sich sp�ter freuen kann. Er sah mich verwundert an. �Gehen die Frauen denn mit?�, wollte er wissen. �Nat�rlich�, meine ich, �wir gehen da alle hin�. Danach wollte er wissen, in welchen Karaoke Club wir gehen. �Na ins Melody, wohl das gr��te in Peking!� Das fand er dann nicht mehr so komisch. Unter der Hand erl�uterte er mir, dass es im Melody �nur f�r Familien und Kinder gut ist�. Grund ist, dass dort die weibliche Betreuung nicht so weit geht als anderswo.

�Normalerweise,� fl�sterte er nach ein paar �b�i ji?�, geht er und seine Freunde zu Geburtstagsessen und den Vergn�gungen danach immer ohne Frauen. Und bei Karaoke, da sei das Singen nicht so wichtig. Aber man bestellt sich immer ein paar knapp bekleidete Animierdamen. Mit denen werden dann Sing- und Trinkspiele gemacht, wobei die M�dels danach meist ganz unbekleidet rumrennen, aber auch die Getr�nkerechnung nach oben getrieben haben. Und nat�rlich gibt es auch noch getrennte R�ume, in denen man alleine mit einem M�dchen Karaoke singen darf (zur Tarnung sind da wirklich Fernseher und Mikrofon drin).
�Naja��, meinte ich zum sichtlich angeheiterten, aber auch etwas entt�uschten Gast, �das wird wohl heute nichts.� Gut gesungen hat er sp�ter trotzdem.

Leo.

Am 3ten Ring, an der Kreuzung der Tuanjiehu U-Bahn, werden den vor der Ampel wartenden Autos oft Reklame angeboten. H�user kaufen, neue Restaurants, Reisen, solche Zettel werden dort verteilt.

Gestern allerdings machte ein merkw�rdiger Verk�ufer auf sich aufmerksam: Der Mann hatte 3 Produkte zu verkaufen. �ber den Schultern trug er eine Rolle mit einer sehr grossen chinesischen Landkarte. �ber den Arm geh�ngt hatter er Ladekabel f�r Handys, welche an den Zigarrettenanz�nder der Autos geschlossen werden k�nnen. Und in der Hand trug er…2 Schildkr�ten. So bewaffnet ging er von Auto zu Auto und versuchte, seine Produkte an den Mann zu bringen. Wir fragten uns wirklich, ob es jemand gibt, der an der Ampel eine Schildkr�te kauft. Und wozu? Zum essen oder als Haustier? Diese Frage wurde uns nicht beantwortet, allerdings scheint der Mann auf eine Marktl�cke gesto�en zu sein. Als wir ca. 1 Stunde sp�ter wieder vorbei fuhren, hatte er nur noch eine Schildkr�te in der Hand…

Leo.

Einige Zeit hatte ich nichts von Lu Liu geh�rt. Doch dann traff es mich wie ein Paukenschlag! Er schrieb mir eine SMS, dass er mit Freuden nun in einem Hutong wohnt. Schnell besuchte ich ihn, und wollte wissen, wir er den Auszug geschafft hat… ohne Gesichtsverlust bei der Familie.
Er strahlte, das Schicksal war im zu Hilfe gekommen. Und zwar hatte der Nachbar im Hutong seiner Familie einige Umbauten geplant, welche auch Umbauten an anderen Hutongs erforderten. Dadurch w�re aber Lu Lius Zimmer f�r ein paar Monate unbewohnbar geworden…so zog er dank diesen Grund aus. Zur�ck will er nicht, er hofft, dass sich seine Oma das Zimmer schnappt (siehe Blogs vor einem Monat), und somit auch der Familienstreit beigelegt werden kann.
Zu dem hat Lu Liu einen neue Frau kennen gelernt. D.h, er hat gesehen, dass sie im Nachbarhaus seines neuen Hutongs wohnt…das reicht ihm, um erst mal gl�cklich zu sein. Und auch seinen Lebenslauf hat er fertig, mit dem er sich nun bewerben will. Als erstes bei meiner Firma, ich werde seine Bewerbung mit Empfehlung einreichen. Was daraus wird in ein paar Tagen, wenn er hoffentlich auf ein Vorstellungsgespr�ch eingeladen wird.
Leo.
Die Beijing Hikers, eine aus verschiedenen Nationalit�ten bestehende Wandergruppe, hatte sich am letzten Samstag zu einer besonderen Wanderung zusammengeschlossen. Zusammen ging es, nach ca. 3 Stunden Busfahrt, westw�rts von Peking nach Chuandixia. Dort gibt es in 1600 Meter H�he ein sch�nes Hochplateau. Dieses ist jedoch, leider auch dank der Wandergruppen, die dort vorbei laufen, recht verschmutzt. In Anlehnung an den nahenden “Earth Day” war das Ziel der Reise neben ca. 800 Meter H�hen�berwindung die Reinigung des Platzes. Nach 2 Stunden Fussmarsch angekommen, str�mten ca. 30 Ausl�nder aus und sammelten mit Handschuhen und Plastiks�cken das ein, was in den vorherigen Jahren achtlos liegen gelassen wurde. Schnell hatten wir 20 x 100 Liter S�cke gef�llt. Unter den ungl�ubigen Blicken von Chinesen reinigten wir den Platz. Doch f�r viele war dies auch ein positives Zeichen, wir wurden angesprochen, gelobt, und viele schlossen sich uns an. Innerhalb kurzer Zeit war der Platz fast blitzblank, und wir machten uns zur�ck auf einem wundersch�nen Wanderweg ins Tal. Zwischendrin begegneten wir anderen Wandergruppen, welche ebenfalls von unserer Aktion angetan waren. Wir �berlegten uns insgeheim, wie es wohl w�re, wenn eine Horde Chinesen die L�neburger Heide oder den Strand in Usedom reinigen w�rde…die Bild Zeitung h�tte ihre Schlagzeile sicher. Aber bei uns war keine Zeitung, und im Dorf unten gab es auch keinen freudigen Empfang, sondern nur die Frage: “Wohin nun eigenglich mit dem M�ll?” Unser Busfahrer wollte das Zeug nicht nach Peking bef�rdern, aber ein Dorfbewohner bot sich an, das Zeug zu behalten…er wollte noch die vielen Pfandflaschen aussortieren. Ich hoffe sehr, dass er den Rest nicht irgendwo anders in Geb�sch geworfen hat.
Dennoch fuhren wir stolz nach Peking zur�ck. Jeden Tag ein gute Tat, wie das alte Pfadfindersprichwort sagt.
Leo.

Mir ist noch nicht klar, was die Steuerbeh�rde hier in China versucht.�Diese kann n�mlich�nur die Ums�tze verfolgen,die �ber sogenannte “Fapiaos” laufen. D.h., neben der normalen Rechnung, die z.B. im Restaurant oder Laden ausgestellt wird,muss man noch mal eine “offizielle” Rechnung, den sogenannten “Fapiao”, erbeten. Dieser wird entweder �ber eine spezielle Maschine gedruckt, oder die Firma muss daf�r offizielle Schreibbl�cke erwerben, auf denen dann per Hand ausgestellt wird. Da die Nachverfolgung von solchen Steuers�nden wohl gering ist, haben die ausstellenden Restaurants oder Firmen also auch keine Lust, solche Fapiaos auszustellen. D.h., es fallen auch keinen Einnahmen f�r den Staat an. Deshalb musste ein Anreiz geschaffen werden.

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So wurde auf den maschinell ausgestellten Fapiaos oben ein kleines, silbernes Rubbelfeld aufgetragen. Das kann man aufrubeln, und darunter ist dann mit wenig Gl�ck eine 1, 2, 10, 50, 100 oder 1000 RMB Zeichen. Dieses kann man dann sofort beim Restaurant in Bares einl�sen…wenn man Gl�ck hat, denn zu oft gewinnt man nicht. Dennoch hatte dieses kleine Feld wohl die Wirkung, dass mehr Leute als sonst nach Fapiaos fragen…und somit der Staat mehr einnimmt.

Dennoch halte ich den Steuerbetrug hier f�r hoch. So gibt es z.B. auch bei der Wohnungssuche immer�2 Preise. Einen, den g�nstigen,ohne Fapiao (10 bis 20% g�nstiger), und den teureren Preis, wenn man einen Fapiao will. Die meisten Chinesen, die ich kenne, mieten ohne Fapiao…die meisten Ausl�nder mit, da sie ja die Wohnung meist von ihrer Firma bezahlt bekommen.

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Heute habe ich �brigens nach langer Zeit mal wieder gerubbelt und 10 RMB gewonnen. Wenn das kein gutes Zeichen ist!

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Leo.

…ist der Platz, in dem (neben D-22 im Haidian district)�in Peking junge Rockbands auftreten. Dabei gibt es einige Bands, die eher entt�uschen. Aber am Samstag abend gab es mal wieder ein echtes Highlight. ????? (h�u�h?i�d��sh? y�), �bersetzt “Queen Sea big shark”, sind aufgetreten. Gegen 22 Uhr ging es mit einer ca. 6 min�tigen Einstimmungsvideo los. Dabei wurde, zu ihrem Song C.B.D., Bilder aus China, dem chinesischen Fernsehen, Videoschnipsel und Pekinger Impressionen zusammengef�hrt. Ob es sich dabei um eine Hommage oder eine Satire handelte, konnte ich leider nicht feststellen.

Danach betraten die Frontfrau und Schlagzeuger, Gittarist und Bassist die B�hne, und die ca. 200 bis 300 Konzertbesucher begr��ten sie freudig. Die Band ist wohl nicht mehr ganz unbekannt, zu allen Songs wurde freudig mitgesungen. Dabei sind die Songtexte alle in Englisch, wobei ich wie oft dennoch wenig verstanden habe. Generell kamen die Songs um einiges rockiger r�ber, als sie auf der CD sind, die ich mir sp�ter gekauft hatte. Aber das zeichnet ja auch gute Livebands aus.

Im Konzertsaal herrschte schnell ein Klima wie in der Saune, aber da mu�ten Zuschauer und Band �ber 90 Minuten durch. Gegen kurz vor 12 war das Konzert wieder vorbei, und die Menge str�mte heim oder in die umliegenden Cafes und Bars, vor allem in die benachbarte und �beraus beliebte Nan Luo Gu Xiang.

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Solche Abende zeigen mir immer, dass in China viel in Bewegung ist – mehr als Wirtschaftswachstum, Umweltverschmutzung oder die Probleme der Menschenrechte. Es gedeiht hier etwas Neues, Eigenes, die Leute sind kritisch und kreativ, und es zeigt mal wieder, dass dieses Land nicht mit ein paar W�rtern beschrieben werden kann, sondern dass es hier alles gibt. Gutes wie Schlechtes.

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Wer mal Lust hat reinzuh�ren, die Band ist auf myspace zu finden: Englisch gibt es hier:

http://cn.profile.myspace.com/index.cfm?fuseaction=user.viewprofile&friendID=1301067668

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und Chinesisch hier:

http://www.myspace.cn/queenseabigshark

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Mein Liebling ist �brigens Nr. 5: der Song “hello! passengers!” sowie 6 “love is pop”

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P.S. Der Bandtitel bezieht sich �brigens auf den benachbarten Houhai See. Allerdings hat der keine Haie, sondern h�chstens ein paar Goldfische, welche bei der akuten Wasserverschmutzung allerdings oft schon an der Oberfl�che treiben (beim letzten Bootstrip, letzten Sonntag, habe ich 3 gez�hlt).

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Leo.

Wir hatten uns schon gefreut, am 3. April h�tten Oasis in Peking spielen sollen. Gewiss, die Band hat ihren Zenit wohl schon �berschritten, und es gibt heutzutage Musik, die ich lieber h�ren w�rde. Da aber die Alternativen gering sind, h�tte es auch Oasis getan. Aber schon Wochen vorher, als wir die Tickets kaufen wollten, wurden wir von der Meldung �berrascht, dass das Konzert abgesagt wurde. Angeblich wegen finanziellen Problemen des Veranstalters.

In der Zwischenzeit sind wir den Gr�nden etwas n�her gekommen. Und zwar haben wir einen Chinesen amerikanischer Abstammung kennen gelernt, welcher als Musikpromoter in Peking lebt. Dieser erl�uterte uns, dass bei Oasis der Bandgr�nder Noel Gallagher wohl Ende der 90er Jahre bei einem Pro-Tibet Konzert mitgespielt hatte. Dies war einem Offiziellen aufgefallen, und deshalb wurden die Konzerte verboten.

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Laut diesem Musikmanager gibt es aber noch eine andere H�rde. Und zwar m�ssen fremdl�ndische Bands vor der Konzertreise ein komplettes Dokument abgeben, in dem sowohl w�rtlich alle Liedtexte aufgef�hrt sind sowie die Ansprachen zwischen den Liedern. Spontanit�t ade! Angeblich sitzt bei den Konzerten eine Kommission im Hintergrund, welche bei Abweichung von den Texten den Stecker zieht (was ich nicht glaube), aber vor allem sp�ter den Veranstalter, und nicht den S�nger, f�r die Abweichung haftbar macht. Je nach Art der Abweichung geht es hier um Geldstrafen oder Gef�ngnis. Da die Veranstalter lokale Firmen sind, wird dies wohl der Hauptgrund sein, warum kein Veranstalter sich unter diesen Umst�nden darauf einlassen will, eine Rockband wie Oasis, die sich in fr�heren Jahren auch schon mal betrunken auf der B�hne gepr�gelt haben oder das Publikum anp�beln, unter Vertrag zu nehmen. W�rde ich selber auch nicht machen.

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Aber das hei�t auch, dass wir auch in Zukunft auf gute Konzerte verzichten m�ssen. Ausl�ser f�r die Versch�rfung war �brigens wohl die S�ngerin Bj�rk, welche nach einem Konzert in Shanghai wohl und dem Song�”declare independence” wohl dazu noch “Tibet, Tibet” gerufen hat. Generell kann man dar�ber streiten, welchen Nutzen es den Tibetern bringt, wenn solche Statements gemacht werden. Aber nun ist das Kind schon in den Brunnen gefallen. Statt Oasis kam �brigens Celine Dion, bei der wohl keine Angst besteht, dass sie aus ihrer Rolle f�llt.

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Leo.

Neulich hatte ich ja schon einmal �ber die gestiegene Gewaltbereitschaft in SANLITUN berichtet. Seit neustem gibt es einen Fall, der die Ausl�nder hier in Peking noch mehr erschreckt. Und zwar wurde vor knapp 1 Woche ein Ausl�nder in SANLITUN �berfallen. Von 2 bis 3 M�nnern und mit einem sogenannten “Taser”, einer Elektroschockpistole. Das Erschreckende f�r viele daran: Der Mann wurde nicht von Chinesen, sondern von Ausl�ndern �berfallen und beraubt. Das trifft die hier lebenden Ausl�nder an einer empfindlichen Stelle, den bislang lief man hier blind durch alle dunklen Gassen, weil 2 Glaubenss�tze galten:
1.) Chinesen �berfallen keine Ausl�nder, da dies
a.) gegen Kultur und Gastfreundschaft verst��t aber
b.) vielmehr damit zu tun hat, dass die chinesischen Gerichte �bergriffe auf Ausl�nder viel st�rker ahnden als auf Einheimische
2.) In China/Beijing lebende Ausl�nder stellen auch keine Gefahr da (h�chstens als betrunkene Raufbolde), da diese
a.) Entweder als Expats hier leben und im Geld schwimmen
b.) Seit langer Zeit in Peking sind und sich ein eigenes Business er�ffnet haben (brauchen also auch kein Geld aus Ueberf�llen)
c.) Als Praktikanten oder Studenten hier nur ein halbes Jahr sind und sich nicht auf �berf�lle spezialisieren
d.) Generel fast alle hier lebenden Ausl�nder nicht aus den Schichten kommen, aus denen Gewaltt�ter �fters vermutet werden.
Dieser Glaubenssatz gilt nun nicht mehr. Ich bin gespannt, ob es zu weiteren �bergriffen kommt. Anscheinend hat auch die lokale Polizei schon Sorgen, denn die meisten chinesischen Polizisten streifen noch immer ohne Waffe (selbst ohne Schlagstock oder Handschellen) durch ihr Revier, da der Respekt gegen�ber ihrem Amt noch existiert. Im Falle eines Zusammentreffens mit obiger R�uberbande w�rde ihnen das aber auch nicht mehr helfen.

Leo.

Nun bin ich schon fast 1.5 Jahre in Peking. Hat mich am Anfang der Verkehr noch erschreckt, so finde ich ihn heute ganz normal. Mehr noch, wenn man aus der Provinz oder aus anderen asiatischen L�ndern zur�ck kehrt, so findet man den Pekinger Verkehr sogar sehr zivilisiert. Aber wer in Suchmaschinen einmal die Schlagw�rter “China” und “Verkehrstote” eingibt, der sieht, dass dieses Thema wohl das gr��te Risiko hier ist. Somit gef�hrlicher als die schlimme Luft (obwohl sich meiner Erfahrung vor allem Raucher negativ �ber die Luft in China �u�ern, aber das ist ein anderes Thema), die vergifteten Lebensmittel oder vom chinesischen Staat verhaftet zu werden:

– 300 Verkehrstote am Tag, 106.000 im gesamten Jahr (http://www.spiegel.de/reise/staedte/0,1518,188782,00.html)

– Chinesen k�nnen nicht Auto fahren (http://www.welt.de/motor/article739573/Chinesen_koennen_nicht_Auto_fahren.html)

Aber selber gew�hnt man sich auch daran und macht sich weniger Gedanken. Ich kann das an meinem eigenen Verhalten sehen. Fr�her wartete ich bei Kreuzungen, bis kein Auto mehr kam. Nun fahre ich, meist im Pulk mit anderen Radfahren, in die Kreuzung rein oder suche mir den Weg kreuz und quer durch die Autos. Auch das es in den Taxis keine� Anschnallgurte hat, �rgert mich nicht mehr. Auf dem Vordersitz g�be es welche, aber da ist der Sitz nicht so bequem. Weiterhin hat mein Fahrrad kein Licht (siehe auch Blog mit dem Lichtdiebstahl), so wie alle anderen Fahrr�der hier auch. Und alle Mopeds und Roller, die eigentlich Licht haben, nutzen es eh nicht. Aber auch am Verhalten anderer sieht man, wie schnell und fahrl�ssig die Angst gewichen ist. Mein Kumpel, seit einem halben Jahr im Besitz eines Autos und F�hrerscheins, ist schon schlimmer als die meisten anderen Verkehrsteilnehmer. Schimpfend, dr�ngeld, hupend, Fussg�nger erschreckend und ja keinen Zentimeter dem anderen Auto Platz geben ist sein Motto. Wer nicht dr�ngelt, verliert. Vor einem Jahr hat er sich noch �brigens �ber den Verkehr aufgeregt. Nun meint er, dass sei alles halb so wild und gar nicht gef�hrlich. Aber selbst zum Z�hneputzen nimmt er lieber Wasser aus Flaschen als aus der Leitung, da ja das Wasser so verschmutzt sein soll, und das Risiko will er nicht eingehen.
Hoffen wir, dass es nicht mal richtig kracht.

Leo.

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